Die Wartezeit wird bestimmt durch den Zeitraum seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) bis zum gewünschten Studienstart. Für jedes vergangene Halbjahr wird ein Wartesemester angerechnet, wobei Zeiten eines Studiums an einer Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland nicht berücksichtigt werden. Die Wartesemester werden automatisch geprüft, deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie bei der Bewerbung einen chronologisch lückenlosen Lebenslauf abgeben.

Jede Bewerberin oder jeder Bewerber erhält pro Halbjahr erworbener Wartezeit einen Bonus von 0,1 auf die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung, jedoch höchstens 1,0. Achtung: Die Verbesserung der Note gilt nur für die Quote „Wartezeit“, nicht für die anderen Quoten. Bewerberinnen und Bewerber, die in den Vorabquoten „Ausländische Studieninteressierte“, „Zweitstudierende“, „Beruflich Qualifizierte“ und „Bewerberinnen und Bewerber, die in einem noch nicht abgeschlossenen Studiengang die Qualifikation für das gewählte Studium erworben haben“ angehören, werden nicht in der Wartezeitquote berücksichtigt.

Die durch die Wartezeit verbesserte Note wird in einer Rangliste aufsteigend einsortiert. 10 % der Studienplätze entfallen nach Abzug der Vorabquoten auf diese Rangliste.

Bitte beachten Sie, dass bis zum 30.9.20 eine andere Wartezeitregelung galt, die nicht zu einer Verbesserung der Note führte. Deshalb finden Sie in der Rangliste Wartezeit in der Liste mit den NC-Grenzwerten nur die Anzahl der Wartesemester, nach denen bisher die Studienplätze vergeben wurden.

Die Wartezeiregelung gilt nur noch bis einschließlich der Bewerbungsphase zum Wintersemester 2023/24. Anschließend wird die Wartezeit im Hochschulzulassunggesetz nicht mehr berücksichtigt, das heißt es erfolgt dann nur noch die Einsortierung nach der Durchschnittsnote der HZB in die Hauptquoten "Abitur" und "FOS/BOS".

Beispiel-Fall zur Erläuterung der Wartezeit:

Die Bewerberin Tina Schneider hat im Juli 2018 ihr Fachabitur mit der Durchschnittsnote 2,7 an der Fachoberschule erworben. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr und im September 2019 nahm sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin auf. Nach der Ausbildung möchte sie im Wintersemester 21/22 mit dem Bachelorstudiengang Media Engineering beginnen. Ihre Wartezeit beträgt zum Zeitpunkt der Bewerbung (im Sommer 21) 6 Wartehalbjahre und ihre Note verbessert sich dadurch in der Quote Wartezeit um 0,6 auf 2,1.

Tina Schneiders Schulkameradin, Lola Müller, hat den gleichen Abiturschnitt und auch ein FSJ absolviert. Sie studiert seit dem Wintersemester 19/20 an einer staatlichen Hochschule, möchte den Studiengang aber wechseln und auch Media Engineering ab dem Wintersemester 21/22 studieren. Bis dahin bleibt sie in ihrem jetzigen Studiengang. Sie würde nur auf 2 Wartehalbjahre und die Durchschnittsnote 2,5 kommen, weil die Zeit des Studiums „wartezeitschädlich“ ist.