BNE  - Bildung für nachhaltige Entwicklung 

Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet nicht nur die Vermittlung von Nachhaltgikeitsthemen, wie Klimaschutz oder Biodiversität, sondern befähigt Studierende ganzheitlich zu kritisch reflektierendem Denken. Eingesetzt werden dabei partizipative Methoden um kollaboratives und transformatives Lernen auf interaktive Weise zu ermöglichen. Gefördert wird eine eigenständige und selbstbestimmte Wissensaneignung, die sich eng an der studentischen Lebenswirklichkeit orientiert. Studierende können sich zukunftsgestaltende Kompetenzen aneignen und sind in der Lage, Nachhaltigkeitsherauforderungen zu verstehen, zu bewerten sowie Möglichkeiten der Veränderung und Handlung zu finden und zu erproben. Dabei sind Perspektivenvielfalt, verschiedene Dimensionen der Nachhaltigkeit und mögliche Zielkonflikte zentrale Elemente der BNE. Als Hochschule kommt uns bei dieser Kompetenzvermittlung nicht nur eine Schlüsselrolle zu - wir wollen die Impulse aus der Lehre und die studentische Perspektive auch stärker in unserem Hochschulalltag und -bertrieb berücksichtigen. 

 


Ringvorlesung Nachhaltigkeit: Wer soll das bezahlen? Nachhaltigkeit und ihre Finanzierung

mittwochs 17:30-19:00 Uhr im KA.002

Nachhaltige Entwicklung braucht Ideen, Engagement und technologische Lösungen – aber auch finanzielle Mittel. Welche Projekte umgesetzt werden, welche Technologien sich durchsetzen und wie Unternehmen, die öffentliche Hand oder Privatpersonen handeln, hängt auch davon ab, wie Geld investiert und welche finanziellen Anreize gesetzt werden. 
Damit stellt sich die Frage: Wie können Finanzierungsentscheidungen und die Lenkung von Geldströmen nachhaltige Entwicklung unterstützen und gezielt voranbringen? Die Ringvorlesung betrachtet die Finanzierung von Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Geschäftsmodelle und Geldanlagen ebenso wie staatliche Förderungen und marktwirtschaftliche 
Instrumente. Auch die Frage, wo finanzielle Mittel besonders wirksam eingesetzt und wie neben wirtschaftlichen auch ökologische und soziale Wirkungen berücksichtigt werden, wird aufgegriffen.
Die Vorträge verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Beispielen aus der Praxis. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Vereinen und Zivilgesellschaft zeigen unterschiedliche Ansätze und Handlungsmöglichkeiten auf. Die Ringvorlesung möchte Zusammenhänge verständlich machen, unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch bringen und zur Diskussion darüber einladen, 
welche Rolle die Finanzierung bei der Gestaltung nachhaltiger Entwicklung spielen kann

Mittwoch, 28.10.2026, 17:30-19:00 Uhr

„Wenn das Gewissen in die Bilanz kracht – Unternehmen zwischen Profit und Verantwortung“

Prof. Dr. Frank Ebinger, Professor für Nachhaltigkeitsorientiertes Innovations- und Transformationsmanagement,Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Was bewegt Unternehmen, nachhaltig zu wirtschaften? Was unterscheidet tragfähiges Engagement von wohlklingenden Versprechen? Sind es Überzeugung, öffentlicher Druck oder die Aussicht auf Gewinn? Der Vortrag zeigt, wie Gesetze, Gewinn und persönliche Werte unternehmerische Entscheidungen prägen. Dabei geht es um Chancen, Zielkonflikte und die Grenzen nachhaltiger Unternehmensentscheidungen. Letztlich stellt sich die Frage, was vom Engagement bleibt, wenn Gewinne schrumpfen und der Gegenwind zunimmt. Eine Einladung, das Spannungsfeld von Profit und Gewissen wiederzuentdecken.

Mittwoch, 11.11.2026, 17:30-19:00 Uhr

„Beliebt oder wirksam? Das Dilemma staatlicher Klimapolitik“

Prof. Dr. Sarah Necker, Professorin für Volkswirtschaftslehre, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Staat kann die nachhaltige Transformation durch CO₂-Bepreisung, Steuern und Fördermaßnahmen vorantreiben. Aus ökonomischer Sicht spricht viel für einen CO₂-Preis: Er macht klimaschädliche Emissionen teurer und schafft Anreize, sie dort zu vermeiden, wo dies mit den geringsten Kosten möglich ist. Zugleich ist die CO₂-Bepreisung in der Bevölkerung häufig wenig beliebt. Fördermaßnahmen genießen dagegen eine hohe Akzeptanz, können aber teuer sein, Mitnahmeeffekte auslösen und öffentliche Mittel auch dort einsetzen, wo Investitionen ohnehin erfolgt wären.

Mittwoch, 18.11.2026, 17:30-19:00 Uhr 

„Nachhaltigkeit auf wessen Kosten? Globale Lieferketten und die Frage der Gerechtigkeit“

Prof. Dr. Almut Schilling-Vacaflor, Professorin für International Business, Society and Sustainability, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Wer soll für Nachhaltigkeit bezahlen? In der öffentlichen Debatte wird häufig darüber diskutiert, welche Kosten der ökologische und soziale Wandel für Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher oder den Staat mit sich bringt. Dabei gerät eine andere Frage leicht aus dem Blick: Wer trägt bereits heute die sozialen und ökologischen Kosten unseres Wirtschaftens? Der Vortrag argumentiert, dass eine nachhaltige Transformation nicht auf Kosten derjenigen erfolgen darf, die bereits heute einen unverhältnismäßig hohen Preis für unsere Wirtschaftsweise zahlen.

Mittwoch, 25.11.2026, 17:30-19:00 Uhr

„Nachhaltige Geldanlage zwischen Anspruch, Praxis und Grenzen“

Erik Mundinger, Teamleiter Nachhaltigkeitsmanagement, UmweltBank AG

Was zeichnet eine nachhaltige Geldanlage aus – und welche Wirkung kann sie tatsächlich entfalten? Im Vortrag werden unterschiedliche Ansätze nachhaltigen Investierens eingeordnet und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis verbunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag nachhaltige Geldanlagen zu ökologischen und gesellschaftlichen Veränderungen leisten können.

Mittwoch, 09.12.2026 17:30-19:00 Uhr

„Geht das auch ohne Geld? Über Freud und Leid der Finanzierung in gemeinnützigen Vereinen“

Anna Barth, Finanzverantwortliche, Zukunftsräume Fürth e. V.

Der Vortrag stellt anhand praxisnaher Beispiele unterschiedliche Finanzierungswege im gemeinnützigen Sektor vor und beleuchtet die Chancen und Herausforderungen für Vereine unterschiedlicher Größe. Zugleich regt er dazu an, die Rolle gemeinnütziger Organisationen und ehrenamtlichen Engagements in der sozial-ökologischen Transformation zu reflektieren.

Mittwoch, 16.12.2026 17:30-19:00 Uhr 

Podiumsdiskussion: „Nachhaltigkeit finanzieren – zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Im Rahmen der Ringvorlesung Nachhaltigkeit "Wer soll das bezahlen? Nachhaltigkeit und ihre Finanzierung“ findet eine abschließende Podiumsdiskussion zum Thema "Nachhaltigkeit finanzieren – zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ statt.

Teilnehmende:
- Theophil Graband, Vorsitzender des Vorstandes, Bürgerstiftung Nürnberg
- Katrin Bergmann, Studentin Nachhaltiges Design Management (ecosign) und Gründungsberaterin
- Felix Hirschberg und Artin Kesisoglugil, Studierende Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Moderation: Prof. Dr. Laura Weitze