14.05.2024

Forschung zu Ehrenamt im Ruhestand

In der Generation der Babyboomer gehen in den kommenden Jahren viele Menschen in den Ruhestand. Für sie stellt sich die Frage, wie sie ihre freie Zeit künftig gestalten: Reisen, Familie, Minijob oder vielleicht sogar ein Ehrenamt als neue interessante Aufgabe? Mit den Übergängen in den Ruhestand und dem Stellenwert von Bürgerschaftlichem Engagement in dieser Phase befasst sich ab sofort ein praxisnahes Forschungsprojekt der Fakultät Sozialwissenschaften an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm).

Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen ist das Ziel des über drei Jahre geförderten Projekts. Dafür werden Chancen und Grenzen von Bürgerschaftlichem Engagement im Übergang zum Ruhestand und danach systematisch analysiert. „Wir untersuchen, welchen Stellenwert bürgerschaftliches Engagement im Übergang in den Ruhestand für die Menschen hat“, erklärt Prof. Dr. Doris Rosenkranz, die das Projekt leitet: „Wie möchten sich Ruheständler – wenn überhaupt – engagieren? Und wie kommt jemand zu einem Ehrenamt im Rentenalter? Gilt der alte Spruch, dass Hans nur das macht, was Hänschen früher schon gelernt hat? Können die (früheren) Arbeitgeber hier eine neue Funktion übernehmen?“

Im Projekt „Corporate Volunteering Plus“ geht es also um Rahmenbedingungen, Gründe und Hinderungsgründe, die Motivation und den Beitrag zu gesellschaftlicher Partizipation, der mit einem solchen Engagement einhergeht. „Wir interessieren uns auch für die Schnittstellen: Wie helfen Arbeitgeber, Kommunen, Freiwilligenagenturen die Interessierten auf dem Weg ins Ehrenamt zu begleiten?“, sagt die Doktorandin Enya Buchner. Standardisierte Erhebungen und Interviews sollen diese und weitere Fragen beleuchten. Dabei werden relevante Akteure aus Engagement, Arbeitsmarkt und Zivilgesellschaft eingebunden.

Die Finanzierung des Projekts ist eine Neuerung: Gefördert wird das Forschungsprojekt von Versicherungskammer-Stiftung und der Bürgerstiftung Kerscher mit einem Volumen von 330.000 Euro. „Die Zielgruppe der im Ruhestand Engagierten wird in der Zukunft immer wichtiger, da in den kommenden Jahren eine Welle an Babyboomern ins Rentenalter eintritt und in hierin ein großes Nachwuchspotential für das Ehrenamt schlummert“, sagt Wolfgang Reif, Vorstandsmitglied der Versicherungskammer-Stiftung. „Das Forschungsprojekt soll Möglichkeiten aufzeigen, wie der Lebensabschnitt ,Ruhestand‘ selbstbestimmt, motiviert und engagiert gestaltet werden kann“, sagt Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Kerscher.

 


Kontakt:
Matthias Wiedmann, Pressesprecher
T +49 911 5880-4101
presseatth-nuernbergPunktde
www.th-nuernberg.de

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