16.04.2026

Ohm eröffnet modernisierten Reinraum für Quantenforschung und additiv gefertigte Elektronik

Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) hat gemeinsam mit Wissenschaftsminister Markus Blume ihren umfassend modernisierten Reinraum eröffnet. Ausgestattet mit hochmodernen Großgeräten stärkt die Hochschule damit ihre Forschungsaktivitäten im zukunftsweisenden Feld der optischen Quantentechnologien sowie der additiv gefertigten Elektronik.
Der Freistaat Bayern, die EU und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördern den Ausbau der Infrastruktur und die zugehörigen Forschungsarbeiten mit mehreren Millionen Euro und schaffen damit die Voraussetzungen, Ergebnisse der Quantenforschung in industrielle Anwendungen zu überführen.

Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betonte: „Hier wird aus einem Reinraum ein Möglichkeitenraum für die Technologien von morgen. An der Ohm entstehen die Voraussetzungen, um Quantenforschung aus dem Labor direkt in die Anwendung zu bringen – und aus wissenschaftlicher Exzellenz konkrete Wertschöpfung zu machen. Wo heute mit höchster Präzision geforscht wird, entstehen die Grundlagen für die Anwendungen von übermorgen. Fakt ist: Der Transfer von der Forschung in die Praxis entscheidet über unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit. Bayern investiert gezielt in solche Schlüssel-Infrastrukturen und baut sein Quanten-Ökosystem konsequent aus – von der Forschung bis in die Industrie. So stärken wir unsere technologische Souveränität und bringen Innovation schneller in die Praxis.“

Quantentechnologien gelten als Schlüsseltechnologien für Hochleistungsrechner, abhörsichere Kommunikation in kritischen Infrastrukturen sowie hochsensitive Sensorik, etwa in der Medizintechnik oder der Halbleiterproduktion. Sie erfordern hochpräzise optische Komponenten wie Laser, Glasfasersysteme, spezielle Filter und Mikrooptiken, um Quantenzustände gezielt zu erzeugen, zu manipulieren und zu detektieren.

Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck sagte: „Durch die Modernisierung unseres Reinraums schaffen wir an der Ohm eine zentrale Infrastruktur, um Quantentechnologien von der wissenschaftlichen Idee bis zur industriellen Anwendung weiterzuentwickeln. Die gezielten Investitionen des Freistaats Bayern, der EU und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglichen es uns, gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft einen nachhaltigen Beitrag zur technologischen Souveränität und Innovationskraft des Standorts Bayern zu leisten.“

Im modernisierten Reinraum an der Ohm werden mit modernsten Großgeräten mikrooptische Systeme, faseroptische Komponenten sowie Farbzentren in Diamanten erforscht. Ergänzend dazu bildet die additiv gefertigte Elektronik einen weiteren Forschungsschwerpunkt: Hier werden neuartige, digitale Druckverfahren genutzt, um elektronische Bauelemente und funktionale Strukturen direkt und materialeffizient herzustellen. Diese sogenannten Enabling Technologies sind eine zentrale Voraussetzung, um Ergebnisse der Grundlagenforschung in industriell nutzbare Anwendungen zu überführen – etwa für künftige Quantencomputer. Der Reinraum schafft damit die infrastrukturellen Voraussetzungen, um den Transfer von Forschungsergebnissen in Kooperation mit Wissenschafts- und Industriepartnern systematisch voranzutreiben.

Die Forschungsarbeiten werden im Rahmen des „Programms zur Stärkung der interdisziplinären Lehr- und Forschungskapazitäten auf dem Gebiet der Quantenwissenschaften und Quantentechnologien“ durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit zwei Millionen Euro gefördert. Die grundlegende Renovierung des über 30 Jahre alten Reinraums wurde mit weiteren 500.000 Euro durch den Freistaat Bayern sowie mit Eigenmitteln der Hochschule realisiert. 

Ergänzend konnten die Forschenden erfolgreich Drittmittel für zentrale Großgeräte einwerben: Eine Zweiphotonen-Nanolithografie sowie eine Femtosekundenlaser-Workstation wurden mit insgesamt 1,3 Millionen Euro jeweils zur Hälfte aus Mitteln des Freistaats Bayern und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beschafft und im vergangenen Monat in Betrieb genommen. Hinzu kommt ein bereits vorhandener Multimaterial-3D-Drucker im Wert von 410.000 Euro, der ebenfalls im modernisierten Reinraum integriert ist. Weitere 750.000 Euro fließen aus EU-Mitteln über den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in den Know-how-Transfer insbesondere in kleine und mittlere Unternehmen. Mit dieser Ausstattung entsteht an der Ohm eine Technologieplattform von hoher strategischer Bedeutung für künftige Forschungs- und Transferprojekte. 

Der Reinraum wird von den Fakultäten Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik (efi) und Angewandte Mathematik, Physik und Allgemeinwissenschaften (AMP) sowie am Polymer Optical Fiber Application Center (POF-AC) und am Institut für Chemie, Material- und Produktentwicklung (OHM CMP) für Forschungsprojekte, laufende Promotionsvorhaben und die Lehre in Bachelor- und Masterstudiengängen genutzt.

Als assoziiertes Mitglied im Munich Quantum Valley leistet die Hochschule damit einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung und Anwendung von Quantentechnologien in Bayern und darüber hinaus. Gleichzeitig wird der bestehende Forschungsschwerpunkt „Materialien und Produktionstechnik“ gestärkt und um ein hochaktuelles, international stark wachsendes Wissenschaftsgebiet erweitert.

 

Weiterführende Informationen:

Bildinformation „25-04-16_Ohm_Reinraum-1.jpg“: Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, eröffnet gemeinsam mit Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck und Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg den modernisierten Reinraum an der Technischen Hochschule Nürnberg. (Foto: Axel König / StMWK)

Bildinformation „25-04-16_Ohm_Reinraum-2.jpg“: Der bayerische Ministerialdirigent Dr. Tobias Haaf, Prof. Dr. Marcus Reichenberger, Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck, die Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, Dr. Andrea Heilmaier, der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume, Prof. Dr. Rainer Engelbrecht, Prof. Dr. Bernd Braun, Prof. Dr. Andreas Stute (von links) vor dem modernisierten Reinraum an der Technischen Hochschule Nürnberg. (Foto: Axel König / StMWK)

Link zum Projekt: https://www.th-nuernberg.de/fakultaeten/amp/forschung/photonik-und-quantentechnologien/

 

Kontakt:

Matthias Wiedmann, Pressesprecher
T +49 911 5880-4101
presse@th-nuernberg.de
www.th-nuernberg.de

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