01.07.2026

Handlungsfähige KI und digitale Zwillinge in der Medizin

Im Rahmen der Ohm Innovation Talks berichtete Prof. Dr. Andrius Patapovas von der Nürnberg School of Health von den Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Steuerung der Abläufe in Krankenhäusern eröffnen. Rund 20 fachlich interessierte Besucherinnen und Besucher vertieften das Thema in einer anschließenden Frage- und Diskussionsrunde.

Patapovas vertritt das Lehrgebiet Digitalisierung im Gesundheitswesen und nutzt KI-unterstützte Simulationen, um Prozesse im Krankenhaus durchzuspielen und Verbesserungsvorschläge zu erproben. Ein aktuelles Beipiel ist der Neubau des Klinikums Fürth. Mit Hilfe eines lokalen Large-Language-Models (LLM) erstellte er einen digitalen Zwilling, also ein exaktes virtuelles Abbild. Dafür müssen viele Informationen integriert werden: über Prozesse, die automatisiert oder halbautomatisiert ablaufen, über die unterschiedlichen Akteure und ihre Berufsbilder und über die räumlichen Gegebenheiten. Ist der digitale Zwilling einmal etabliert, kann man ihn immer wieder mit neuen Informationen füttern. Die Simulation hilft dabei, Spitzen in der Auslastung zu erkennen, Kapazitäten besser zu planen und medizinische Geräte zu lokalisieren. Bei plötzlich auftretenden Ereignissen wie einem größeren Unfall in der Nähe des Klinikums kann sie in kürzester Zeit die Auswirkungen auf den Krankenhausbetrieb berechnen und Lösungen vorschlagen.

Datensicherheit ist eine wichtige Voraussetzung für das Sammeln von Informationen und den Einsatz von KI im Gesundheitswesen. Ist sie zweifelsfrei etabliert, hilft sie allen Beteiligten: Das medizinische Personal kann sich besser auf die Versorgung der Patienten konzentrieren, Verantwortliche im Klinikmanagement sparen Kosten und die Patientinnen und Patienten werden entpannt und störungsfrei durch die Behandlungsabläufe geleitet.

Die Ohm Innovation Talks machen die Forschungsaktivitäten der Hochschule für die Öffentlichkeit sichtbar und transparent: Expertinnen und Experten der Hochschule berichten im Ohm Innovation Center aus ihren Forschungsgebieten, um anschließend mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

 

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