05.06.2026

Aufbruch in bewegten Zeiten

Von Matthias Wiedmann

Zu Beginn des Sommersemesters am 15. März hat die neue Hochschulleitung an der Ohm ihre Arbeit aufgenommen. Prof. Dr. Niels Oberbeck startete mit vier Vizepräsidentinnen und -präsidenten in seine zweite Amtszeit. Und das in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.

Der demographische Wandel, ein spürbarer Rückgang der Studienbewerberzahlen, der anhaltende Fachkräftemangel insbesondere im MINT Bereich sowie volatile Anforderungen aus Arbeitswelt und Gesellschaft prägen die Rahmenbedingungen. Gleichzeitig muss die Hochschule mit knappen Ressourcen und steigenden Kosten handlungsfähig bleiben.

Vor diesem Hintergrund formuliert die neue Hochschulleitung einen klaren Anspruch: Die Ohm soll ihre Stärken gezielt weiterentwickeln und sich als leistungsfähige, international sichtbare Hochschule positionieren, die Qualität in Lehre und
Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.

Gut aufgestellt in der Lehre, verankert in der Region

Die hohe Qualität in Forschung und Lehre, Kooperationen, die starke regionale Vernetzung und eine ausgeprägte Kollegialität bilden dabei das Fundament. Zugleich benennt die Hochschulleitung offen die Handlungsbedarfe: vom Bildungsangebot über Internationalisierung und Interdisziplinarität bis hin zu Effizienz und Ressourcenfragen.

Der Blick richtet sich dabei deutlich nach vorn. In der Vision „Die Ohm 2032“ zeichnet die Hochschulleitung das Bild einer Hochschule mit rund 14.000 Studierenden, davon etwa 20 Prozent aus dem Ausland.

Englischsprachige Studiengänge, interfakultative Angebote etwa in den Bereichen Energietechnik, Medien und Technik oder
KI und Robotik sowie ein Ausbau von Promotions- und Technologietransferzentren sollen diese Entwicklung ergänzen.

Hochschulleitung stellt sich neu auf

Zentrales Element dieser Strategie ist nicht zuletzt die organisatorische Neuausrichtung der Hochschulleitung selbst. Das bisherige Ressort Forschung und Transfer wird geteilt: Prof. Dr. Tilman Botsch aus der Fakultät Verfahrenstechnik, der in den vergangenen sechs Jahren für diesen Bereich verantwortlich war, übernimmt künftig das neu geschaffene Amt des Vizepräsidenten Transfer. Seine langjährige Erfahrung bildet die Grundlage für eine stärkere Fokussierung auf Technologietransfer und Kooperationen mit Wirtschaft und Gesellschaft sowie das Hineinwirken von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Technologien und Innovationen in die Gesellschaft.

Den Bereich Forschung verantwortet nun Prof. Dr. Areti Papastavrou aus der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik, die als Vizepräsidentin ihre umfassende Expertise aus nationalen und internationalen Forschungsprojekten sowie ihre Führungserfahrung in zentrale Entwicklungsprozesse einbringt.

Kooperationen werden ausgebaut

Internationales und Diversität bündelt Prof. Dr. Frank Pöhlau in seinem Ressort. Der langjährige Dekan der Fakultät Elektro-
technik Feinwerktechnik Informationstechnik ist international vernetzt und steht für den Ausbau bestehender Kooperationen.

Gleichzeitig bleibt mit Prof. Dr. Christina Zitzmann aus der Fakultät Sozialwissenschaften eine erfahrene Vizepräsidentin für Bildung im Amt. Seit 2020 prägt sie zentrale Themen der Lehr- und Kompetenzentwicklung, der Qualitätssicherung und der akademischen Weiterbildung.

Verabschiedet wurde Prof. Dr. Uwe Mummert, der das Ressort Internationalisierung und Diversität seit 2020 entscheidend geprägt hat. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Gründung der Ohm International School, neue englischsprachige Studiengänge und die Anerkennung unserer europäischen Hochschulallianz DIVERSE durch die Europäische Kommission. Sein Wirken hat die internationale und diverse Ausrichtung der Hochschule nachhaltig sichtbar gemacht.

Gemeinsam steht die neue Hochschulleitung nun vor der Aufgabe, ambitionierte Ziele mit realen Rahmenbedingungen zu
verbinden.

Zurück
Anfahrt