10.03.2026

Miniatur‑Reallabor stärkt Forschung und Nachwuchs für Energie- und Wasserstofftechnik

Das Projekt RealEnergy am Ohm Innovation Center der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) soll nicht nur Forschung am Puls der Zeit ermöglichen, sondern auch Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft enger vernetzen. Neben dem Aufbau eines Reallabors entstehen praxisorientierte, interdisziplinäre Lernangebote, die Schülerinnen und Schüler sowie Studierende für technische Studiengänge und nachhaltige Energie- und Wasserstoff-Lösungen begeistern. Ende Februar fand das Projekt-Kick-off mit Unternehmen, Institutionen und Schulen statt.

Um die Klimaziele zu erreichen und die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranzubringen, sind hochqualifizierte Fachkräfte in der Energie- und Wasserstoffbranche nötig. Zugleich sinken die Studierendenzahlen in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen, besonders in der Energietechnik, seit Jahren. An der Ohm entsteht daher ein Miniatur-Reallabor „Energie & Wasserstoff“, das junge Menschen frühzeitig für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistert und ihnen praxisnahe Qualifizierung ermöglicht. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt in den nächsten vier Jahren mit rund 2,6 Millionen Euro. 

Das Reallabor ist als offene Laborplattform konzipiert, die sowohl hochschulinternen als auch externen Akteuren offensteht. Dadurch soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie, Verbänden, Politik und Medien gestärkt werden. Auch Schülerinnen und Schüler sowie Studierende können hier zukünftig selbstständig und in einem realitätsnahen Umfeld im Bereich Energie und Wasserstoff experimentieren und eigene Ideen entwickeln. 

Der Begriff „Miniatur-Reallabor“ beschreibt Anlagen, die größer sind als typische Forschungsanlagen an Hochschulen, aber kleiner als industrielle Großanlagen. Es ermöglicht vernetztes Forschen in Themenfeldern wie Künstliche Intelligenz für Energiesysteme, Elektrotechnik, Material-, Verfahrens- und Energietechnik, Betriebswirtschaft und Nachhaltigkeit. Der Forschungsraum bildet eine vollständige wasserstoffbasierte Prozesskette von der Herstellung über die Speicherung bis zur Nutzung von Wasserstoff ab. Der Forschungsschwerpunkt liegt sowohl auf einem innovativen Konzept zur Wasserstoffspeicherung in Form von Feststoffen, das eine sichere, energieeffizientere und kompaktere Speicherung ermöglicht, sowie auf der wärmetechnischen Integration des Gesamtsystems.

„Das Projekt RealEnergy trägt entscheidend zur Energiewende bei, indem es innovative Ansätze zur Effizienzsteigerung und Integration von Wasserstoff-Technologien in reale Energiesysteme erforscht“, betont Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Thomas Metz. 

Neben dem Forschungsaspekt umfasst das Projekt RealEnergy auch ein umfangreiches Bildungs-, Qualifizierungs- und Kommunikationskonzept. Erkenntnisse aus dem Reallabor sollen unter anderem über soziale Medien und einem Podcast vermittelt werden. „Mit seinem Fokus auf Bildungsangebote und Wissenschaftskommunikation leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, um die gesellschaftliche Akzeptanz von Wasserstofftechnologien und deren Rolle in einer nachhaltigen Zukunft zu stärken“, betont Prof. Dr. Tilman Botsch, Vizepräsident für Forschung und Transfer. 

Beim Kick-off Ende Februar präsentierte das Projektteam die geplanten Projektmodule und Forschungslinien und trat in einen konstruktiven Dialog mit den Teilnehmenden. Daraus sollen konkrete Maßnahmen und Kooperationsformate entstehen, etwa Praktika- und Schulkooperationen, gemeinsame Forschungsprojekte mit Unternehmen sowie Formate zur Wissenschaftskommunikation. In den kommenden Monaten werden technische Planung abgeschlossen, Kooperationsvereinbarungen konkretisiert und erste Bildungsangebote entwickelt. 

 

 

Weiterführende Informationen:

Bildinformation „25-03-10_Ohm_RealEnergy.jpg“: Zum Kick-off des Projekts “RealEnergy” kamen Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung in das Ohm Innovation Center. (Foto: Felix Zeiss).

 

 

Kontakt: 

Matthias Wiedmann, Pressesprecher
T +49 911 5880-4101
presse@th-nuernberg.de
www.th-nuernberg.de

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