22.06.2026

DFG-Forschungsimpuls „DuraFuelCell“ veranstaltet erfolgreiche Reihe zu „Unconscious Bias“

Wie objektiv entscheiden wir in Lehre, Forschung und Verwaltung wirklich? Dieser Frage widmete sich Ende Juni eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Unconscious Bias“ (unbewusste Vorurteile) an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Organisiert vom durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsimpuls „DuraFuelCell“, setzte die Reihe ein klares Zeichen für eine faire und diskriminierungsfreie Entscheidungskultur in der wissenschaftlich-akademischen Arbeitswelt. 

Das menschliche Unterbewusstsein bewertet Informationen in Bruchteilen von Sekunden auf Basis von Prägung und Erfahrung. In einer modernen Wissenschaftskultur können diese mentalen Abkürzungen jedoch zur Falle werden: Sie führen dazu, dass Potenziale von Menschen und innovativen Ideen übersehen werden.

Sensibilisierung für den gesamten Campus 

Den Auftakt bildeten am 22. Juni zwei Online-Impulsvorträge, die allen Statusgruppen der Ohm offenstanden. Im Basis-Modul legte Sanin Hasibović die neurowissenschaftlichen Grundlagen offen und erklärte anschaulich, warum unserem Gehirn inklusives Denken oft schwerfällt. Der zweite Block spannte den Bogen zur strukturellen Ebene und beleuchtete, wie unbewusste Filter gezielt in der Wissenschaft – beispielsweise bei der Personalauswahl oder in Berufungsverfahren – wirken.

Praxis-Check für Die Teilprojektleitenden von „DuraFuelCell“ 

Um das theoretische Fundament in konkretes Handeln für die Spitzenforschung zu übersetzen, folgte am 25. Juni ein vertiefender Praxis-Workshop. Dieser war exklusiv für die Projektleiter des Forschungsimpulses „DuraFuelCell“ konzipiert. Die Teilnehmenden analysierten typische Leadership-Biases (wie den Affinitätsbias) und erarbeiteten konkrete Präventionsstrategien. Hasibović vermittelte Werkzeuge des „inclusive Leadership“, um den Einfluss von Vorurteilen bei Entscheidungen aktiv zu neutralisieren und Vielfalt im Projekt als Treiber für Innovation und exzellente Forschungsergebnisse zu nutzen.

Wissenschaftliche Basis trifft Praxis 

Mit Sanin Hasibović (M.A./MES) stand der Reihe ein Experte zur Seite, der die Erfahrung aus über 700 Trainings an Forschungseinrichtungen und Unternehmen mitbringt. Durch seine eigene langjährige Tätigkeit an wissenschaftlichen Einrichtungen verknüpfte er die Erkenntnisse der angewandten Neurowissenschaft passgenau mit den realen Strukturen der Hochschullandschaft.

Die rege Beteiligung an den offenen Vorträgen sowie die intensive Arbeit im Workshop zeigten deutlich: Objektivität ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Auseinandersetzung mit den eigenen Denkmustern.

Das mit rund sechs Millionen Euro von der DFG-geförderte Verbundprojekt DuraFuelCell (Projekt-Nummer 528480942 - FIP 8) untersucht interdisziplinär langlebige und effiziente Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme, um den Weg für ein klimaneutrales Energiesystem in Deutschland zu ebnen. Neben der wissenschaftlichen Arbeit setzt das Projekt durch gezielte Maßnahmen Impulse für eine moderne, diverse und faire Wissenschafts- und Führungskultur.

Mehr erfahren: Weitere Informationen zum DuraFuelCell Forschungsimpuls finden Sie unter www.th-nuernberg.de/durafuelcell.

 

Weiterführende Informationen: Bildaufnahmen von Dr. Marie Liebmann 

Bild 1: Der Trainer Sanin Hasibović analysiert im Praxis-Workshop mit den Projektleitern des Forschungsimpulses „DuraFuelCell“ typische Leadership-Biases.

Bild 2: Sanin Hasibović vermittelte den Projektleitern des Forschungsimpulses „DuraFuelCell“ Werkzeuge des „inclusive Leadership“.

Bild 3: Die Professoren und Teilprojektleiter Rainer Engelbrecht (links) und Maik Eichelbaum (rechts) erarbeiteten im Praxis-Workshop konkrete Präventionsstrategien für unterschiedliche Biases in der Führung. 

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