10.07.2026

Ausstellung zu historischen Bauten der Metropolregion

Masterstudierende aus der Fakultät Architektur beschäftigten sich mit Sichtbetonfassaden. Ihre Arbeiten sind noch bis zum 31. Juli im Offenen Büro der Stadt Nürnberg zu sehen.

Beton gilt seit dem 20. Jahrhundert als wichtigstes Material im Hoch- und Tiefbau. Ab Mitte der 1960er gerieten Großbauten aus Beton jedoch als “Betonmonster” in die Kritik, wurden teilweise abgerissen oder sind vom Abriss bedroht. In der Metropolregion Nürnberg finden sich viele Beispiele für diesen Baustil. 

Die Studierenden hatten die Aufgabe, 52 zwischen 1960 und 1980 realisierte Gebäude zeichnerisch und fotografisch zu analysieren. Beispielhafte Ausschnitte der plastischen Struktur mussten außerdem betoniert werden. Dadurch eröffnet die Ausstellung Einblicke in eine architektur- und bautechnikgeschichtlich spannende Epoche anhand ausgewählter Bauten, die neben Kurzdokumentationen mit Fassadenreliefs präsentiert werden.

Die Ausstellung lenkt den Blick außerdem auf ein zweites Problemfeld: Bauen ist extrem klimaschädlich. Der Gebäudesektor verursacht rund 40 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen und 60 Prozent des weltweiten Mülls. Hauptgründe dafür sind der immense Energieverbrauch bei der Baustoffproduktion, die Zerstörung natürlicher Flächen sowie Abriss und Betrieb der Gebäude.

Anknüpfend an diverse Forschungsarbeiten zu nachhaltigen und CO2-reduzierten Betonen untersuchten Architektur- und Bauingenieurstudierende der Ohm im Masterstudium neuartige Zusammensetzungen mit alternativen Bindemitteln und organischen Zusätzen.

Ergebnisse der praxisnahen Materialexperimente sind im Offenen Büro zu sehen. Sie zeigen neue nachhaltige Optionen für Leichtbetone, insbesondere im Bereich von plattenförmigen Bauteilen durch den Einsatz von Sekundärmaterialien, also Recycling. Mittels beispielhafter Rezepturen, dem Vergleichen von Kennwerten und Musterplatten entwickelten die Studierenden Nachhaltigkeitsstrategien im Betonbau.

Die Ausstellung soll eine profundere Wahrnehmung und Diskussion des Baustoffs Beton anstoßen.

 

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