30.03.2026

Ein Jahr TikTok Shop: Interview mit Prof. Tripp im BR-Radio

Der TikTok Shop ist seit einem Jahr in Deutschland verfügbar und integriert den gesamten Kaufprozess in die Plattform. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erläuterte Christoph Tripp, Professor für Distributions- und Handelslogistik an der TH Nürnberg, die Abgrenzung zu klassischen Onlineshops sowie Chancen und Risiken des Modells für kleine und mittlere Unternehmen.

Mit über 27 Millionen monatlichen Nutzerinnen und Nutzern in Deutschland verfügt die TikTok-Plattform über eine enorme Reichweite, die für Händler neue Zielgruppen, hohe Sichtbarkeit und einen stark wachsenden Absatzkanal bieten kann. Prof. Tripp schätzt, dass inzwischen ca. 2.500 bis 5.000 Unternehmen aus Bayern den TikTok Shop als Vertriebskanal nutzen. Allein in Deutschland erzielt der TikTok Shop einen Bruttowarenumsatz von ca. 700 Millionen Euro und zählt damit nach nur einem Jahr zu den 15 größten Onlinehändlern des Landes. Besonders umsatzstark sind die Kategorien Beauty, Mode, Elektronik und Wohnen. 

Gleichzeitig weist er auf zentrale Risiken hin, darunter unvollständige Händlerinformationen, Datenschutzbedenken sowie die besondere Anfälligkeit von Kindern und Jugendlichen für impulsgetriebenes Einkaufsverhalten. Zudem bestehen operative Herausforderungen wie ein hoher Bedarf an regelmäßigem Content, steigender Margendruck und die starke Fokussierung auf aktionsgetriebene Verkäufe. Bemerkenswert ist, dass TikTok Shop inzwischen nicht mehr nur junge Zielgruppen anspricht, sondern auch Konsumentinnen und Konsumenten im Alter zwischen 46 und 66 Jahren erreicht. 

Für die Forschung und Lehre an der TH Nürnberg ist das Thema hochrelevant: Social bzw. Discovery Commerce gewinnen sowohl wissenschaftlich als auch praktisch an Bedeutung. TikTok Shop verdeutlicht exemplarisch, wie digitale Plattformen Handelsstrukturen transformieren und neue Konsummuster erzeugen. Insbesondere für die Bereiche Logistik, Handel und Supply Chain Management ergeben sich wertvolle Einblicke in moderne digitale Wertschöpfungssysteme. 

Den verkürzten Artikel mit den zentralen Aussagen von Prof. Tripp findet man unter:
www.br.de/nachrichten/wirtschaft/teleshopping-am-smartphone-wie-tiktok-millionen-generiert,VF4RCZy 

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