27.03.2026

Neue Lernwelten: KI, XR & VR prägen den KI‑Stammtisch BYTES & BIER

Beim KI‑Stammtisch BYTES & BIER am TTZ Digitale Intelligenz in Kronach‑Neuses drehte sich alles um die Frage, wie Künstliche Intelligenz, XR und VR die Bildungswelt nachhaltig verändern. Zahlreiche Gäste aus Bildung, Wirtschaft und Verwaltung nutzten die Gelegenheit zum Austausch – praxisnah, inspirierend und wie immer in lockerer Stammtisch‑Atmosphäre.

KI in der Bildung – Neue Lernwelten mit erweiterter Realität

Die Referenten Florian Brückner (Stiftung Bildungspakt Bayern) und Oliver Neupert (Lorenz-Keim-Schule, Berufliches Schulzentrum Kronach) gaben eindrucksvolle Einblicke in die aktuellen Entwicklungen rund um KI‑gestützte Lernprozesse, hybride Lernlandschaften und neue didaktische Möglichkeiten. Schon zu Beginn wurde klar: Die Rahmenbedingungen des Lernens verändern sich rasant. Internationale Klassen, heterogene Sprachniveaus, digitale Plattformarbeit sowie die Verschmelzung von Lern‑ und Arbeitsorten stellen Schulen vor neue Herausforderungen. „Unterschiedliche Nationalitäten mit unterschiedlichen Sprachen und Sprachniveaus im Unterricht sind eine riesige Herausforderung für Lehrkräfte.“, so Florian Brückner. Doch KI eröffnet hier neue Wege: „Die Übersetzungsqualität mit KI ist inzwischen wirklich sehr gut“, erläuterte Neupert.

Wie KI heute schon den Unterricht unterstützt

Anhand vieler praktischer Beispiele zeigten die Referenten, wie KI bereits heute sinnvoll eingesetzt werden kann:

  • Erstellung kompletter Unterrichtseinheiten, inkl. Verlaufsplänen, Arbeitsblättern, digitalen Übungen und Lernzielkontrollen
  • Umwandlung von Texten in einfache Sprache – ein enormer Vorteil für heterogene Lerngruppen
  • Automatisierte Leistungsnachweise und KI‑gestützte Lösungswege für Aufgabenstellungen
  • „Inverse Arbeitsblätter“: KI erzeugt mehrsprachige oder didaktisch variierte Texte – die Lehrkraft bewertet dann Plausibilität, Verständlichkeit und fachliche Korrektheit
  • Erzeugung künstlicher („Fake“) Bilder als Einstieg, Diskussionsimpuls oder kritisches Lehrmaterial

Neupert betonte dabei, dass KI ein mächtiges Werkzeug sei – aber kein autonomer Ersatz für Lehrkräfte: „Ein Mix aus analogen und digitalen Medien bleibt entscheidend.“

Lernen am Arbeitsplatz – neu gedacht

Brückner zeigte außerdem, wie sich der Lernort Arbeitsplatz weiterentwickelt hat: Hybride Lernlandschaften, Online‑Communities und modernes Wissensmanagement ermöglichen Lernen dort, wo es gebraucht wird – flexibel, kollaborativ und individuell.

Damit verbunden sind wichtige systemische Fragen:

  • Wie wird datengestützte Schulentwicklung genutzt, um Förderbedarfe präziser zu erkennen?
  • Wie verändern sich Prüfungskulturen, Lernräume und Teamstrukturen?
  • Welche neuen Kompetenzen benötigen Lehrkräfte selbst?

Im Publikumsgespräch wurde deutlich: In der Lehrerausbildung gewinnt KI an Bedeutung, ist aber (noch) nicht systematisch verankert. „KI kann Lehrkräften Feedback geben, ob sie pädagogisch auf dem richtigen Weg sind“, ergänzte Neuperth.

XR & VR: Neue Welten für Sicherheit, Kompetenzaufbau und Ressourcen

Ein besonderes Highlight war der Einblick in moderne XR‑ und VR‑Lernszenarien. Die Präsentation zeigte:

  • Wie VR sichere, kostengünstige Trainingsumgebungen schafft
  • Wie komplexe Tätigkeiten risikofrei geübt werden können
  • Wie VR‑Anwendungen sowohl Fachkompetenzen als auch Soft Skills fördern

Live vorgestellt wurden unter anderem:

  • Senselab.io – ein niedrigschwelliger Einstieg in VR‑Erprobung
  • VR²epair – eine offene Lernressource (OER), entwickelt aus universitärer Kooperation, die Reparaturroutinen realistisch simuliert
  • Interaktive Szenarien zur Vermittlung der 5 Sicherheitsregeln

 

Die Teilnehmenden konnten nachvollziehen, wie immersives Lernen Hürden abbaut und neue Formen der beruflichen Ausbildung ermöglicht. Dieser KI‑Stammtisch zeigte einmal mehr, wie dynamisch und praxisnah KI‑Entwicklungen in der Bildung bereits genutzt werden – und wie groß das Potenzial für Schulen, Ausbildungsbetriebe und Weiterbildung ist.

 

Verfasser: Mario Pfeuffer, Referent Wissenschaftskommunikation

 

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