09.12.2025

True Cost Studie bei der Konferenz „The Politics of Limits: Sustainability and Democracy in Times of Changing Climates“ an der Universität Duisburg-Essen

Paul Glöckner (studentische Hilfskraft bei Prof. Gaugler, Fakultät BW) hatte am 09.12.2025 die Möglichkeit seine aktuelle Forschungsarbeit mit dem Titel „True Cost Accounting (TCA) - eine Idee, deren Zeit gekommen ist?“ auf der Konferenz „The Politics of Limits: Sustainability and Democracy in Times of Changing Climates“ an der Universität Duisburg-Essen vorzustellen.

Die zweitägige Veranstaltung brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Politik zusammen, um über politische, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Nachhaltigkeit und Demokratie unter den Bedingungen multipler Krisen - insbesondere angesichts des fortschreitenden Klimawandels - neu gedacht und miteinander in Beziehung gesetzt werden können. 

In den vergangenen Jahren ist ein Rückgang ambitionierter Nachhaltigkeitsbestrebungen zu beobachten - insbesondere dann, wenn Wachstum mit steigendem Ressourcenverbrauch einhergeht. Um diese möglicherweise grundlegende Spannung produktiv zu reflektieren, rückte die Konferenz politische Konzepte in den Fokus, die einen theoretischen Rahmen für notwendige Begrenzungen bieten kann. Die Teilnehmenden diskutierten, inwiefern Freiheitsbeschränkungen Ansatzpunkte für ökonomische Limitierungen bieten und wie sich demokratische Gerechtigkeitsvorstellungen mit Fragen wirtschaftlichen Wachstums - sowohl auf der Ebene politischer Ideen als auch konkreter Praktiken - verbinden lassen. 

Vor diesem Hintergrund fügte sich Paul Glöckners Studie in das Konferenzthema ein und zeigt, wie nicht nachhaltige Praktiken im Agrar- und Lebensmittelsektor erhebliche ökologische Schäden verursachen und wie TCA als Ansatz dienen kann, externe ökologische und soziale Kosten sichtbar zu machen sowie in wirtschaftliche Entscheidungen zu integrieren. Im Forschungsteam von Prof. Gaugler wird untersucht, wie Agenda-Setting-Prozesse rund um TCA auf Bundesebene in Deutschland verlaufen könnten, wobei zu erwähnen ist, dass TCA 2021 in den Koalitionsvertrag gelangte. Basierend auf Multiple-Streams-Frameworks und Experteninterviews wird deutlich, dass die politischen Rahmenbedingungen damals günstig standen und das Thema strategisch vorangetrieben werden konnte. Da TCA letztlich nicht umgesetzt wurde, beleuchtet die Arbeit nicht nur die Gründe, sondern auch die veränderten politischen Dynamiken bis zur Bundestagswahl 2025, um die politische Realisierbarkeit solcher Nachhaltigkeitskonzepte besser zu evaluieren. 

TCA zielt darauf ab, die bislang externalisierten Umwelt- und Sozialkosten von Produkten - etwa von Lebensmitteln - sichtbar und ökonomisch wirksam zu machen. Damit berührt der Ansatz zentrale Fragen der politischen Ökonomie: Wer trägt Verantwortung für ökologische Schäden? Wie können demokratische Entscheidungsprozesse mit der Notwendigkeit ökologischer Begrenzung in Einklang gebracht werden? Und welche Rolle spielt der Staat im Spannungsfeld zwischen Marktlogik, Gemeinwohlorientierung und generationengerechter Politik? 

Herzlicher Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz, die diesen offenen Raum für Dialog und Reflexion geschaffen haben, sowie allen Beteiligten für ihre inspirierenden Beiträge. 

Weitere Informationen gibt es hier

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