05.10.2026

Aktuelles rund um das Forschungsteam von Prof. Dr. Tobias Gaugler zu „wahren Preisen“ und nachhaltigem Konsum

Die Frage, was nachhaltiger Konsum tatsächlich bedeutet und wie die „wahren Preise“ für Lebensmittel gesellschaftlich diskutiert werden, steht zunehmend im Fokus von Öffentlichkeit und Medien. Aktuelle Berichte zeigen, dass die Debatte um Kostenwahrheit, Umweltfolgen und politisch-strukturelle Rahmenbedingungen nicht nur die Wissenschaft beschäftigt, sondern ein breites gesellschaftliches Umdenken benötigt.

Wie lassen sich die versteckten Umweltkosten von Mahlzeiten senken, ohne dass es Kindern nicht mehr schmeckt? Dieser Frage ging eine Fallstudie im FOODCoST-Projekt (Case Study 10) nach. In sechs Schulkantinen in Deutschland, Frankreich und Österreich wurden zunächst die externen Kosten von Standardgerichten berechnet und anschließend gemeinsam mit den Küchenteams nachhaltigere Alternativen entwickelt. Die Unterschiede sind deutlich: Eine Bolognese mit Fleisch verursachte 1,83 Euro externe Kosten pro Portion, die vegetarische Variante nur 0,12 Euro. Bei Hähnchenschnitzel und vegetarischer Gyrospfanne waren es 0,92 zu 0,13 Euro. Die Alternativgerichte kamen bei Kindern und Küchenteams überwiegend gut an, und zu höheren Einkaufspreisen führten sie in der Regel nicht. Beteiligt waren neben der TH Nürnberg die Projektpartner Ecozept, gutessen consulting und Tollwood. Ökolandbau.de https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/ausser-haus-verpflegung/kuechenmanagement/betriebswirtschaft/mehr-nachhaltigkeit-und-weniger-externe-kosten-in-schulkantinen/ hat die Ergebnisse nach einem Interview mit Lennart Stein aufbereitet Hitze und Trockenheit https://www.sciencemediacenter.de/angebote/futtermittelknappheit-und-ernteausfaelle-in-deutschland-26204 haben die Landwirtschaft in diesem Sommer stark belastet. Das Science Media Center Germany holte dazu Einschätzungen von Fachleuten ein, darunter die von Prof. Gaugler. Sein Fazit: Es handle sich um ein strukturelles Problem, für das punktuelle Hilfen nicht genügen. Kurzfristige Unterstützung müsse an einen Umbau des Ernährungssystems gekoppelt sein. Er sieht „kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“. Nötig seien regionale, resiliente Ernährungssysteme mit auskömmlichem Einkommen für Landwirtinnen und Landwirte. Auf Verbraucherseite nannte er Ernährungsempfehlungen wie die Planetary Health Diet und eine niedrigere Mehrwertsteuer auf gesunde, nachhaltige Lebensmittel. Die Aussagen fanden Eingang in die Berichterstattung, unter anderem im Wochenmagazin FORUM („Diese Dürre hat Folgen“ https://www.magazin-forum.de/de/diese-duerre-hat-folgen) und im Tagesspiegel („Dürre trifft nicht nur Bauern“, Tagesspiegel Plus https://www.tagesspiegel.de/wissen/wenn-die-ernte-vertrocknet-wie-der-durresommer-die-preise-im-supermarkt-treiben-konnte-15960201.html).

 

Im Rahmen der „8th International Summer School on Circular Bioeconomy and Sustainable Development 2026“ erhielt Katharina Wunder (ehemalige studentische Hilfskraft von Prof. Tobias Gaugler und derzeitige EU Bioeconomy Youth

Ambassador) die Gelegenheit, zentrale Inhalte zu True Cost Accounting sowie das im Sommer erfolgreich geendete EU-Projekt FOODCoST https://www.foodcost-project.eu/  vorzustellen. Aufbauend auf einem fachlichen Austausch mit dem Team um Prof. Gaugler erläuterte sie den Ansatz der „wahren Kosten“ und die Zielsetzung des FOODCoST-Projekts, ökologische und soziale Folgekosten systematisch sichtbar zu machen. Ihre Präsentation ordnete beide Themen in den größeren Kontext der europäischen Bioökonomie-Strategie ein und zeigte, wie True Cost Accounting und FOODCoST als praxisnahe Instrumente dienen können, um Externalitäten zu reduzieren und nachhaltige Transformations-pfade zu stärken.

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