02.10.2026

Internationale POF-Fachwelt zu Gast an der Ohm

Die 34. Internationale Conference on Plastic Optical Fibers (POF 2026) brachte rund 80 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie in Nürnberg zusammen. Vom 29. September bis 1. Oktober war die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) Gastgeberin der Konferenz. 

Die POF-Konferenzserie gilt seit 1992 als die führende internationale wissenschaftliche Plattform für Forschung und Anwendung polymerer optischer Fasern (POF). Rund 60 Programmpunkte mit Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Präsentationen gaben in diesem Jahr Einblicke in aktuelle Forschung und industrielle Anwendungen. 

Ein Schwerpunkt der POF 2026 war der Einsatz der robusten und flexiblen Kunststoff-Lichtwellenleiter. POF können dort eingesetzt werden, wo herkömmliche elektronische Sensoren und Messfühler aufgrund der Umgebungsbedingungen nicht geeignet sind. Ein Beispiel dafür ist die Überwachung von Rotorblattlagern in Windkraftanlagen. Das Polymer Optical Fiber Application Center (POF-AC) der Ohm hat gemeinsam mit dem Nürnberger Unternehmen eolotec GmbH ein Messsystem auf Basis einer polymeren optischen Faser entwickelt. Es ermöglicht, Schäden an den Lagern frühzeitig zu erkennen. Die Technologie wird inzwischen europaweit an mehreren hundert Windkraftanlagen eingesetzt.

Ein zweiter Schwerpunkt der Konferenz ist die Nutzung polymerer optischer Fasern für die Datenübertragung in industriellen Maschinen und Anlagen. Ein wesentlicher Vorteil der optischen Datenübertragung liegt hier darin, dass sie unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen ist, und dass Lichtwellenleiter als Isolatoren keine Kurzschlüsse verursachen können. Damit eignet sich die Technologie unter anderem für Anwendungen in der Hochspannungselektronik. Ein Beispiel ist die Steuerung und Regelung leistungsstarker Elektromotoren, wie sie etwa bei Antrieben in Schienenfahrzeugen zum Einsatz kommen. 

„Die Forschung zu polymeren optischen Fasern entwickelt sich in viele Richtungen. Die POF 2026 machte diese Bandbreite sichtbar und brachte Wissenschaft und Industrie miteinander ins Gespräch“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rainer Engelbrecht, einer der Leiter des POF-AC. „Das Institut POF-AC trägt seit seiner Gründung im Jahr 2001 im Rahmen der High-Tech Offensive zur anwendungsorientierten Erforschung dieser Lichtwellenleitertechnologie bei“, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Olaf Ziemann als weiter Institutsleiter. Gegründet von Prof. Dr. Hans Poisel, der inzwischen im Ruhestand die Konferenz verfolgte, feiert das POF-AC in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum.

Neben den regulären Fachvorträgen gehörten eingeladene Plenary Talks renommierter internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den Höhepunkten der POF 2026. Sie gaben Einblicke in aktuelle Spitzenforschung und diskutieren Entwicklungen, die für die Zukunft der Polymeroptik relevant sind.

Die POF 2026 findet bereits zum dritten Mal an der Ohm statt, dabei erstmals im neuen Ohm Innovation Center (OIC). Bereits 2004 und 2015 war die internationale Fachgemeinschaft in Nürnberg zu Gast. Koordiniert werden die weltweite POF-Fachgemeinschaft und die Konferenzserie von der International Cooperative on Plastic Optical Fibers (ICPOF). Die Organisation der diesjährigen Konferenz übernahmen das Polymer Optical Fiber Application Center (POF-AC) der Ohm in Zusammenarbeit mit der ICPOF.

Zurück
Anfahrt