31.05.2024

Praxis-Tipps für Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren

„Wer löscht morgen?“ – unter diesem Titel hat ein Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) untersucht, wie das freiwillige Engagement für die Feuerwehren in Bayern derzeit aussieht und wie es sich zukünftig entwickeln wird. Zum Abschluss des Projekts übergab die Projektleiterin Prof. Dr. Doris Rosenkranz von der Fakultät Sozialwissenschaften an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Ergebnisbericht mit Handlungsimpulsen.

„Das Ergebnis des Forschungsprojekts ,Engagement & Freiwillige Feuerwehr/Wer löscht morgen?‘ mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm ist ein wichtiger Beitrag, um das enorme ehrenamtliche Potential in den bayerischen Feuerwehren dauerhaft zu erhalten“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der offiziellen Übergabe des Abschlussberichts. Die Bestandsdaten der Feuerwehren als Datenbasis der Studie zeigen, dass sich derzeit rund 320.000 Menschen aktiv im ehrenamtlichen Feuerwehrdienst einbringen – das bedeutet, dass rund 96 Prozent der Feuerwehrmänner und -frauen in Bayern dieser Tätigkeit ehrenamtlich nachgehen.

Diese Zahl wird wegen der Altersstruktur der Feuerwehr und der zurückgehenden Geburtenrate in Bayern abnehmen. Die Bestandsdaten der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern zeigen, dass die Zahl der Aktiven im Jahr 2041 etwa ein Drittel niedriger sein wird als heute. Um langfristig sicherzustellen, dass genügend Ehrenamtliche für die Aufgaben der Feuerwehren zur Verfügung stehen, empfiehlt das Forschungsteam Maßnahmen aus dem strategischen Freiwilligenmanagement. Prof. Dr. Rosenkranz erklärte: „Es gibt nicht die eine Stellschraube, die sofort für ausreichend Feuerwehrmitglieder sorgt. Zielführend ist ein strategisches und gesamtheitliches Herangehen, das insbesondere die Perspektive der Aktiven und der künftigen Aktiven in den Blick nimmt.“

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört beispielsweise, die Bevölkerung transparent darüber zu informieren, wie Hilfe in Bayern organisiert ist und dass Freiwillige Feuerwehren auf ehrenamtlichem Einsatz basieren. Eine Bindung der Freiwilligen an ihre Feuerwehren könne begünstigt werden, indem der Einstieg von Neuen planvoll gestaltet und begleitet werde, indem demotivierende Rahmenbedingungen durch Entlastungsmaßnahmen verändert würden oder indem durch flexibles Reagieren auf die Bedürfnisse der Freiwilligen, durch eine gute Ausstattung und Beteiligungsmöglichkeiten gute Bedingungen für Engagement geschaffen werden. Auch neue Möglichkeiten der Anerkennung, immateriell, materiell oder finanziell, abgestimmt auf unterschiedliche Lebensphasen, seien wichtig.

Um neue Zielgruppen für das Engagement zu gewinnen, müsse die entsprechende Kommunikation beispielsweise auf Jugendliche, Frauen, Quereinsteigende im mittleren Alter oder Menschen mit Migrationshintergrund abgestimmt werden. Generell empfiehlt das Forschungsteam, bayernweit strategische Kernbotschaften, beispielsweise zu gesellschaftlicher Offenheit und Selbstwirksamkeit der Engagierten zu entwickeln, um die Kommunikation und Werbung wirkungsvoll zu gestalten. Gleichzeitig sollten die regionalen Feuerwehren genügend Spielraum erhalten, ihre Kommunikation an die lokalen Gegebenheiten anzupassen.

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration hat das Forschungsprojekt mit 207.000 Euro gefördert. Die Übergabe des Abschlussberichts an Innenminister Joachim Herrmann schließt das Projekt nun ab. Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck betonte zur Veröffentlichung: „Auf der Grundlage evidenzbasierter Forschungsergebnisse können komplexe Probleme besser verstanden und fundierte Lösungsansätze entwickelt werden.“ Das Projekt sei damit ein gutes Beispiel für den Transfer, den die Ohm leistet, indem sie neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell und effektiv in konkrete Handlungsempfehlungen überführt.

 

Weiterführende Informationen:

Bildinformation „24-05-31_Ohm_Feuerwehr-Forschung.jpg“: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nahm am Freitag an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm den Ergebnisbericht des Projekts „Wer löscht morgen?“ von Prof. Dr. Doris Rosenkranz entgegen. (Foto: Katrin Poese)

Zusammenfassung des Ergebnisberichts: www.wer-loescht-morgen.de 

 

Kontakt:

Matthias Wiedmann, Pressesprecher
T +49 911 5880-4101
presseatth-nuernbergPunktde

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