21.12.2020

Mit dem Lastenrad zum Umweltpreis

Forschungsprojekt der TH Nürnberg gewinnt Auszeichnung der Bayerischen Landesstiftung

Das Lastenfahrrad bietet viele Vorteile für Kommunen, das Handwerk und lokale Unternehmen und trägt dabei auch zum Umweltschutz bei. Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski von der Fakultät Betriebswirtschaft der TH Nürnberg und sein Projektteam forschen umfassend an der Lastenrad-Logistik und wurden nun mit dem Umweltpreis 2020 der Bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet.

Nürnberg, 21. Dezember 2020.
Das Forschungsprojekt „PedeListics“ der TH Nürnberg erhält den Umweltpreis 2020 der Bayerischen Landesstiftung. Einmal im Jahr zeichnet die Stiftung herausragende Leistungen auf den Gebieten Kultur, Soziales und Umweltschutz mit je 10.000 Euro aus. Das Lastenrad-Projekt setzt sich für die gewerbliche Nutzung von Lastenfahrrädern und damit für die Reduktion des Kfz-Verkehrs und der Emissionen ein. Mit diesem Ziel reiht es sich in die Forschungsprojekte rund um die Lastenrad-Logistik ein, die Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski von der Fakultät Betriebswirtschaft gemeinsam mit seinem Projektteam seit 2016 durchführt. Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski: „Der Bayerische Umweltpreis ist eine große Ehre und zugleich ein weiterer Ansporn für das Projektteam. Die Lastenrad-Logistik leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur städtischen Lebensqualität. Im Gegensatz zu E-Autos und E-Lkw, die meist die vorhandene und oftmals ressourcenintensive Methodik der fossilen Logistik übernehmen, verfolgt sie intelligente Konzepte, welche nur minimalinvasiv in den öffentlichen Stadtraum eingreifen.“ Auch Barbara Stamm, Landtagspräsidentin a.D. und Vorstandsvorsitzende der Stiftung, gratulierte zu der Auszeichnung und bedankte sich im Namen des Vorsitzenden des Stiftungsrats, Ministerpräsident Dr. Markus Söder, für das großartige Engagement und die außergewöhnlichen Leistungen. Sie betonte, dass die Ansätze der entwickelten Lastenrad-Logistik nicht nur die Antriebsart umweltfreundlich gestalteten, sondern auch die Verkehrsplanung von Grund auf zukunftsfähig denke und so das Projekt zu einem mehr als würdigen Umweltpreisträger der Bayerischen Landesstiftung mache.
Das Ziel vom Projekt „PedeListics“ ist es, die Nutzung von Lastenfahrrädern in den vier Partnerstädten Nürnberg, Erlangen, Landshut und Regensburg zu untersuchen, wobei der Fokus bei jeder Stadt unterschiedlich ist. Das Projektteam, bestehend aus einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin und drei wissenschaftlichen Mitarbeitern, erforscht, wie Kommunen, das Handwerk und lokale Unternehmen bei passenden Anwendungen vom Auto oder Lkw auf das Lastenrad umsteigen können. Dazu analysieren sie bestehende Prozesse und geben gegebenenfalls Anpassungsvorschläge. Die Testpartner erhalten für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen ein großes, gewerbliches Lastenrad mit bis zu 180 Kilogramm Nutzlast, das die Hersteller BAYK AG und b&p engineering mobility GmbH als Teil des Projektes kostenlos zur Verfügung stellen. Diese Testphase begleitet das Projektteam wissenschaftlich und sammelt die Erkenntnisse in einer Datenbank. Am Ende des Projektes soll so ein Leitfaden entstehen, der Kommunen, Handwerk und Unternehmen wissenschaftlich fundiert dabei unterstützt, Lastenräder einzusetzen. Zudem ergründen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sie die junge Fahrzeugklasse „gewerbliches Lastenrad“ noch optimieren und erweitern können und welche Hemmnisse und Treiber für das Thema Lastenrad existieren, beispielsweise im Bereich der Infrastruktur.
Ein Vorgängerprojekt von Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski und seinem Team in der Paketbranche zeigte, dass Lastenräder sowohl ideale Voraussetzungen aufweisen, wie beispielsweise eine höhere Wendigkeit und eine daraus resultierende Zeitersparnis, als auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten: Im Vergleich zum konventionellen Logistikbetrieb sanken die Stickstoffoxid-, die Feinstaub- und die CO2-Emissionen um 25 Prozent. Darüber hinaus benötigt ein parkendes Lastenrad nur etwa 3 m², während ein Lieferfahrzeug häufig ca. 14 m² einnimmt.
Zu den Projektpartnern gehören neben den Lastenradherstellern die IHK Nürnberg für Mittelfranken, die Handwerkskammer für Mittelfranken und das Center for Transportation and Logistics (CNA) Neuer Adler e.V.


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