23.10.2019

Gut für Mensch, Tier und Umwelt – Studierende bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Studierende des Bachelorstudiengangs „Management in der Biobranche“ besuchten im Modul „Nachhaltige Unternehmensführung und biologische Landwirtschaft“ am 23. Oktober 2019 gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Niessen die Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn. Hier erhielten die Studierenden einen umfassenden Einblick in das vielseitig aufgestellte Vorzeigeunternehmen und wie dort vom Acker bis zum Teller hochwertige Lebensmittel produziert und vermarktet werden.

Bei der Betriebsführung durch Frau Angelika Gsellmann über das Herrmannsdorfer Landgut wurde den Studierenden die Systeme und Vorteile einer biologischen und artgerechten Tierhaltung veranschaulicht. Die bilderbuchähnliche Kulisse beeindruckte alle sehr. Die sich im Schlamm suhlenden, glücklichen Schweine und die eigene Zucht von Zweinutzungshühnern, welche sowohl für die Fleischproduktion, als auch für die Eierproduktion geeignet sind und somit die Tötung der Bruderküken umgeht, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Ein Teil des Konzeptes der Herrmannsdorfer Landwerkstätten ist denn auch das Zusammenleben von Hühnern, Schweinen und Rindern, welche synergetisch voneinander profitieren.

Außerdem ermöglichte Herr Karl Schweinsfurth, Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer, Einblicke in die Grundsätze der Bio-Landwirtschaft und wie ein weitgehend geschlossener und vielfältiger Betriebskreislauf funktionieren kann. Mit einer hauseigenen Schlachterei, einer Metzgerei, einer Bäckerei, einer Käserei, einem Restaurant, einem Bio-Fachgeschäft und einer Kindertagesstätte sind insgesamt 280 Mitarbeiter auf dem Betrieb beschäftigt. Umso beeindruckender ist das entspannte und ruhige Ambiente, das sich auch schnell auf die Studierenden übertragen hat.

Dabei wurden den Studierenden die spezifischen Ansätze und Erfolgsfaktoren der Herrmannsdorfer Landwerkstätten durch das Zusammenspiel von Urproduktion, Lebensmittelhandwerk, Vermarktung und Kommunikation nahegebracht. So wird beispielsweise durch die sogenannte Warmfleischverarbeitung die natürliche Totenstarre der geschlachteten Tiere genutzt, um so auf den Gebrauch von Bindemitteln in der Wurst zu verzichten. Ein weiterer Teil des Herrmannsdorfer Konzeptes ist es, den Kunden des Landgutes durch spezielle Kochkurse den Umgang mit weniger beliebten Fleischstücken des Schlachttiers näherzubringen, um durch die Verwertung des ganzen Tieres (from nose to tail) zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung durch „Konsumkompetenzen“ entgegen zu wirken.

Beeindruckend war der umfassende Ansatz zur Kreislaufwirtschaft. Zur energetischen Verwertung von nicht weiter genutzten Pflanzen und Tierdung wird eine Biogasanlange betrieben. Dies wiederum führt dazu, dass der Ressourcenverbrauch des Betriebs enorm reduziert wird. Insbesondere für das Modul „Nachhaltigen Unternehmensführung und biologische Landwirtschaft“, in dem Grundlagen zur Biobranche und nachhaltigen Unternehmensführung erlernt werden, hat die Exkursion für die Studierenden wesentliche Aspekte des Fachs und der Branche veranschaulicht.

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