Über die Qualifizierung

Was ist der AdA-Schein?

Der sogenannte AdA-Schein ist der Nachweis deiner berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO). Damit kannst du unter anderem Auszubildende im Unternehmen begleiten und ausbilden und dich für Aufgaben in den Bereichen Ausbildung, Personalentwicklung und Führung qualifizieren.

Was bringt mir die Ausbilderqualifizierung?

Mit der Ausbilderqualifizierung erwirbst du die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach AEVO und schaffst damit eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit als betriebliche/r Ausbilder/in. Gleichzeitig erweiterst du deine Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Führung, Didaktik und Ausbildungsorganisation.

Ablauf und Studium

Welche Fächer gehören zur Ausbilderqualifizierung?

Die Qualifizierung besteht aus fünf Modulen:

  • Die duale Ausbildung: Von der Berufswahl zum Onboarding
  • Berufsbildungsrecht
  • Kommunikation und Führung in der Berufsausbildung
  • Didaktik in der Berufsausbildung
  • Praxisprüfung zur Ausbildereignung

Wann werden die Module angeboten?

Die fünf Module werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeboten. Einige finden im Sommersemester (F18.3.1, F18.3.2, F18.3.5), andere im Wintersemester (F18.3.3, F18.3.4) statt. Deshalb empfiehlt es sich, den individuellen Studienverlauf frühzeitig zu planen.

Welche Prüfungsformen erwarten mich?

Diese unterscheiden sich je nach Modul. Die theoretischen Module ( F18.3.1 bis F18.3.4) werden in einer schriftlichen Klausur geprüft. Bei der Praxisprüfung zur Ausbildereignung handelt es sich um ein Kolloquium (praktische Anwendung und mündliche Prüfung). 

Wie lange dauert die Qualifizierung?

Je nachdem, wann du mit der Qualifizierung beginnst, dauert sie in der Regel 2 bis 3 Semester.

Plane dein Studium daher so, dass du ausreichend Zeit für diesen zweisemestrigen Ablauf einplanst.

Mit einer guten Studienplanung und Organisation kannst du die Qualifizierung vollständig während deines Bachelorstudiums absolvieren. Falls du anschließend ein Masterstudium an der TH Nürnberg OHM aufnimmst, besteht auch die Möglichkeit, die Qualifizierung während des Masterstudiums abzuschließen.

Tipp: Wenn du frühzeitig startest (z. B. bereits im 3. oder 4. Semester), kannst du die Module flexibel über mehr Semester verteilen. So entzerrst du deinen Studienverlauf und musst nicht mehrere Module im selben Semester belegen.

Muss ich mich anmelden?

Ja, eine Anmeldung ist zwingend erforderlich – und zwar in zwei separaten Schritten:

  1. Anmeldung zur Lehrveranstaltung: Für die anmeldepflichtigen Module musst du dich zu Semesterbeginn über VirtuOhm anmelden. Dazu gehören die Module F18.3.4 und F18.3.5. Für die übrigen Module ist keine separate Anmeldung zur Lehrveranstaltung erforderlich. Bitte beachte, dass einzelne Module teilweise als Blockveranstaltung stattfinden können. Weitere Informationen erhaltest du in der ersten Veranstaltung und im jeweiligen Moodle-Kurs.
  1. Anmeldung zur Prüfung: Unabhängig von der Kursanmeldung musst du dich später im Semester innerhalb des offiziellen Zeitraums über StudyOhm für die Prüfungen der jeweiligen Module anmelden.

 

Wichtig: Die aktuellen Termine und Informationen zu den Anmeldungen findest du auch im Vorlesungsverzeichnis 

Kann ich die BAP-Fächer als Wahlpflichtfächer für mein Studium anrechnen lassen?

Ja, das ist problemlos möglich! Die BAP-Module (F18.3.1 bis F18.3.5) sind offiziell als Fachwissenschaftliche Wahlpflichtfächer (FWPF) im Rahmen des Moduls F18 verankert.

  • Anrechnung im Studium: Gemäß der Studien- und Prüfungsordnung (SPO 2016) musst du in deinem Bachelor-Studium zwei Fachwissenschaftliche Wahlpflichtfächer wählen. Du kannst also zwei der angebotenen BAP-Fächer regulär als deine erforderlichen FWPF in dein Studium einbringen und dir anrechnen lassen.
  • Vollständiger AdA-Schein: Bitte beachte, dass du für den Erwerb der kompletten berufs- und arbeitspädagogischen Zusatzqualifikation (den AdA-Schein) alle fünf Module (F18.3.1 bis F18.3.5) erfolgreich absolvieren musst. Die drei restlichen Module belegst du in diesem Fall als freiwillige Zusatzleistung.

 

Kann ich die fünf Module in beliebiger Rheinfolge absolvieren?

Eine feste oder zwingende Reihenfolge gibt es nicht – du kannst dir deine Module flexibel nach deinem Zeitplan zusammenstellen.

Eine Ausnahme solltest du jedoch beachten: Die Praxisprüfung zur Ausbildereignung setzt das theoretische und didaktische Vorwissen voraus und sollte daher sinnvollerweise erst ganz am Ende deiner Qualifizierung abgelegt werden.

Wie ist die Praxisprüfung aufgebaut?

Die Praxisprüfung ist praxisorientiert und enthält nur wenig Theorie. Du wählst ein Thema aus einer aktuellen Ausbildungsordnung und führst dazu selbstständig eine Unterweisung durch. Dabei werden dir Fragen zu deiner Unterweisung und deinem Vorgehen gestellt. Anschließend folgt ein kurzes Fachgespräch mit Herrn Prof. Dr. Verstege sowie Feedback der Studierenden.

Zur Vorbereitung entwickelt ihr zu Beginn des Semesters in Gruppen eine eigene Unterweisung und führt diese durch. Anschließend wertet ihr die dazugehörige Videoaufnahme aus und erstellt einen Analysebericht. So könnt ihr eure Durchführung reflektieren und gezielt verbessern.

In Welchen Bereichen kann ich den AdA-Schein einsetzen?

Der AdA-Schein ist branchenübergreifend einsetzbar und qualifiziert dich für die pädagogische und methodische Betreuung von Nachwuchskräften. Welche Ausbildungsberufe du selbst aktiv ausbilden darfst, hängt dabei von deinem eigenen fachlichen Hintergrund ab.

Übernimmst du später eine Führungsposition im Ausbildungsmanagement, kannst du auch die Gesamtverantwortung für Ausbildungsberufe außerhalb deines eigenen Fachgebiets übernehmen. Dabei steht die Führung des Ausbildungsteams, die strategische Planung und die Organisation der Ausbildung im Mittelpunkt.

Ab wann kann ich mit den Modulen starten?

Grundsätzlich kannst du die Module (FWPFS F18.3.1 bis F18.3.5) belegen, sobald du den ersten Studienabschnitt (Grundlagenmodule G1–G12) erfolgreich absolviert hast.

Das Praxissemester ist keine Voraussetzung, um mit den Modulen zu starten.

Zertifikat und Voraussetzungen

Wie erhalte ich die Ausbilderqualifizierung?

Für die Qualifizierung absolvierst du die fünf BAP-Module und bestehen die jeweiligen Prüfungen. Nach erfolgreichem Abschluss aller fünf Module erhaltest du das Zertifikat der Fakultät, das deine berufs- und arbeitspädagogische Eignung bescheinigt.

Muss ich zusätzlich eine AEVO-Prüfung bei der IHK ablegen?

Nein. Nach erfolgreichem Abschluss der fünf Module erhaltest du das Hochschulzertifikat. Dieses wird von der IHK anerkannt und ersetzt die entsprechende zusätzliche Prüfung; für die Anerkennung kann eine Verwaltungsgebühr der IHK Nürnberg für Mittelfranken anfallen.

Brauche ich Berufserfahrung?

Nein. Berufserfahrung ist keine Voraussetzung, für den Erwerb der Berufs- und Arbeitspädagogischen Eignung. Die Qualifizierung vermittelt die notwendigen Grundlagen und Kompetenzen für die spätere Tätigkeit als Ausbilder/in. Grundsätzlich ist es sehr zu empfehlen, gleichzeitig praktische Berufserfahrung zu sammeln.

Kann ich die BAP auch studieren, wenn ich kein BWL studiere?

Ja. Die Ausbilderqualifizierung ist nicht ausschließlich für eine spätere Tätigkeit in der kaufmännischen Ausbildung relevant. Die vermittelten Kompetenzen sind auch für Studierende anderer Fachrichtungen interessant, wenn du später Auszubildende begleiten, anleiten oder Führungsverantwortung übernehmen möchten.

Kann ich die Qualifizierung auch als Master-Student/in absolvieren?

Auch Master-Studierende haben die Möglichkeiten, die Ausbilderqualifizierung zu erwerben. Die Fächer der Berufs- und Arbeitspädagogik werden in diesem Fall als (nicht endnotenbildende) freiwillige Wahlfächer angerechnet. Zudem besteht die Möglichkeit, schon im Bachelorstudium zwei bis drei Module abzuschließen und die restlichen Fächer flexibel im Master nachzuholen.