Alumniinterviews

Wie geht es nach dem Abschluss an der TH-Nürnberg weiter? Welche Karrieremöglichkeiten und Branchen stehen mir offen? Welche Qualifikationen brauche ich für meinen Traumjob? 

Im Interview berichten unsere erfolgreichen Alumni, die sich vermutlich die gleichen Fragen gestellt haben, über Ihre spannenden Karrierewege nach dem Studium und geben Tipps für den Berufseinstieg. Sie geben einen Einblick in die vielen unterschiedlichen Wege, die Absolventinnen und Absolventen einschlagen können.

Regine Barth
Regine Barth

Barth, Regine (2018)

Sehr geehrte Frau Regine Barth, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.

Sie sind seit 2000 in der Geschäftsführung bei Joh. Barth & Sohn GmbH & Co. KG tätig. Wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Als Eigentümerin und Geschäftsführerin habe ich ein sehr breit gefächertes Arbeitsspektrum. Insbesondere bin ich zuständig für den kaufmännischen Bereich, die Verarbeitungswerke in der Hallertau als auch in England. Mein Studium war BWL mit dem Schwerpunkt Personalführung. Daher lag es nahe, dass ich mich beim Geschäftseinstieg im Jahr 2000 der Einführung des Bereichs Personalwesen widmete. Durch die Erstellung eines Personalkonzepts konnten wir diesen Bereich sukzessive auf- und ausbauen. Mittlerweile umfasst diese Abteilung 5 Mitarbeiter und betreut unter anderem auch unsere Tochtergesellschaften. In den Folgejahren kamen nach und nach mehrere Führungspositionen in den Verarbeitungswerken hinzu.
Die strategische Ausrichtung der Firmengruppe, Großinvestitionen und Bauvorhaben werden immer gemeinsam mit dem Management Team und den Gesellschaftern (meine Cousins Alexander W. Barth und Stephan J. Barth und mir) beschlossen.

Sie sind als erstes weibliches Mitglied bei Barth & Sohn in die Geschäftsführung aufgenommen worden. Frauen waren jedoch im ursprünglichen Gesellschaftervertrag nicht vorgesehen. Was hat dieser Wandel damals im Unternehmen ausgelöst?
Mein Bruder, der ursprünglich für die Nachfolge im Familienunternehmen vorgesehen war, hat sich nach seinem Studium in den USA beruflich und räumlich umorientiert und die Unternehmensnachfolge letztlich nicht angetreten. Unser Vater und bisheriger Geschäftsführer sowie die weiteren Alt-Gesellschafter traten dann während meinem Abschlussarbeitssemester mit der Überlegung an mich heran, ob nicht ich mir in diesem bislang rein männerdominierten Unternehmen den Unternehmenseinstieg vorstellen könnte. Daraufhin wurde schließlich der Gesellschaftervertrag dahingehend geändert, dass ab diesem Zeitpunkt auch Frauen in leitenden Funktionen tätig sein könnten.

Wie wurden Sie an Ihrer ersten Arbeitsphase als Unternehmenslenkerin von den männlichen Geschäftsführungskollegen und Mitarbeitern aufgenommen? Und was waren rückblickend Ihre ersten wichtigen Amtshandlungen?
Mein Einstieg war holprig, ich wurde nicht sehr einladend aufgenommen. Insbesondere von meinem Vater wurde ich extrem gefordert, um im harten Geschäftsalltag in der Hopfenwelt zu bestehen.
Es herrschte ein autoritärer Stil auf Gesellschafterebene, Kommunikation wie wir es heute verstehen und leben, gab es nicht.
Nach meiner zweijährigen Ausbildung, davon 1 Jahr in den Verarbeitungswerken Hallertau, wurde mir ein äußerst unangenehmes Personaltrennungsgespräch mit dem Werksleiter übertragen. Dieser war bis zu diesem Zeitpunkt mein Ausbilder und Mentor. Dieses Gespräch blieb mir bis heute in Erinnerung.
Insgesamt wurde ich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Zentrale und in den Werken hingegen sehr gut aufgenommen.
Nach der Geburt meines Sohnes hatte ich erneut starke Zweifel, in die Geschäftsführung einzutreten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war schwer umzusetzen.
Als mein Vater im Jahr im Jahr 2000 aus der Geschäftsführung austrat, hat sich mein Verhältnis im Gesellschafterkreis – und auch zu ihm persönlich in beratender Funktion als Vater – positiv gewandelt. Gemeinsam mit meinen Cousins bildeten wir einen Schulterschluss, der für die Entwicklung der BARTH-HAAS Gruppe sehr wichtig war. Unter den Geschäftsführern ergänzen wir uns außerordentlich.
Im Personalstudium und in meiner Diplomarbeit setzte ich mich stark mit dem Thema Führungskräfte - Coaching auseinander. Deshalb war mir ein Coach, der mich die ersten Jahre begleitete, extrem wichtig. So konnte ich in der männerdominierenden Unternehmenswelt meine Persönlichkeit und meine Fähigkeiten einbringen und Anerkennung und Respekt erlangen.

Ihr Unternehmen Barth & Sohn besteht bereits in der 8./9. Generation als traditionelles Familienunternehmen seit 1794. Welche Schlüsselfaktoren sind für Familienunternehmen wichtig, um über eine so lange Zeit am Markt bestehen zu können?
Besondere Schlüsselfaktoren sind bei uns die Qualität der Produkte im Markt-Kunden-Verhältnis und die Qualität der Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierbei darf man als Unternehmen keine Trends verschlafen. Ein fruchtbares Verhältnis zwischen den Eigentümern ist genauso wichtig wie der stetige Wandel im Geschäftsumfeld. Man muss mit der Zeit gehen. Die Strategie wie auch die Philosophie eines Familienunternehmens ist essentiell. Die Bereiche Vision, Mission, Strategie, Ziele und Werte müssen strukturiert erarbeitet und verfolgt werden. Von meinem prägenden Personal - Professor Dr. Theo Knicker habe ich verinnerlicht, „Es kommt alles zu seiner Zeit - wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.“

Die Dachgesellschaft BARTH-HAAS Group ist Weltmarktführer rund um den Hopfen. Wie gelangt man und – vor allem – wie bleibt man an der Spitze in dieser globalisierten Welt?
Nichts geht ohne eine stetige Weiterentwicklung und beständige Forschung. Man muss seine Organisationseinheiten an dem Puls der Zeit ausrichten. Man darf keine Scheu vor inner- wie außerbetrieblichen Veränderungen haben. Die Sichtbarkeit auf dem Markt- und dem Wettbewerberumfeld ist entscheidend, wie auch eine ausgerichtete Kommunikation im Marktumfeld. Der Hopfenmarkt ist geprägt von intensiven Preisschwankungen. Die Vision der BARTH-HAAS Group ist: „Wir sind die Hopfen-Experten für den besten Biergeschmack weltweit.“ Neben den konkurrierenden Preisen spielt bei uns die Kundenberatung und –betreuung, eine entscheidende Rolle.

Sie waren in einem zweijährigen Ausbildungsprogramm in den ausländischen Gesellschaften in Großbritannien, USA, Australien und Tasmanien tätig. Welche wertvollen Erfahrungen konnten Sie aus Ihren Auslandsaktivitäten in den Firmen, Hopfenanbaugegenden, Produktionsstätten und Forschungslabore mitnehmen?
Die länderspezifischen Kulturen und unterschiedlichsten Arbeitsweisen wurden mir am stärksten nahegebracht. Es war ein übliches Training-on-the-Job in den jeweiligen Anbaugegenden bei den Hopfenpflanzern und -veredlern in einer mir bis dato völlig unbekannten Branche. Der Aufenthalt in Großbritannien ist mir besonders in Erinnerung geblieben, da ich dort fantastisch aufgenommen wurde und auch viel in Theorie und Praxis lernen durfte. Auch in den Verarbeitungswerken der Hallertau wurde ich vom damaligen Werksleiter fachlich exzellent vorbereitet.

Die Karriere im Familienunternehmen wird von einigen Unternehmerkindern nicht zielgerichtet angestrebt. Wie ist Ihre Haltung dazu? Was spricht für einen Einstieg in die Familientradition?
Ich bin hierzu absolut kritisch eingestellt und lehne eine zu strenge betriebsausgerichtete Erziehung in Unternehmerfamilien ab. Eigene Kinder in eine bestimmte Richtung zu leiten und zu drängen ist nicht zielführend. Man sollte die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und sie nach den jeweiligen Fähigkeiten ohne Zwang entfalten lassen. Das handhabe ich auch bei meinem Sohn und fördere ihn dementsprechend. Am entscheidendsten ist es, herauszufinden, welche Nachfolgeentscheidung für die Firma am wertvollsten ist. Das sind können auch andere Lösungen sein, die nicht in der eigenen Familie zur Anteilserhaltung liegen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie als Personalerin Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus? Was müssen Absolventinnen und Absolventen mitbringen, die bei BARTH-HAAS Karriere machen wollen?
Neben fachlichen Kompetenzen ist uns vor allem wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich zu uns als Unternehmen und in das jeweilige Team passen. Wünschenswert ist eine hohe Übereinstimmung der Werte und eine Identifikation mit unserer Mission und Vision. Wir nehmen uns im Auswahlprozess ausreichend Zeit, die Bewerberinnen und Bewerber als Person kennen zu lernen. Unser Fokus liegt im Vorstellungsgespräch daher mehr auf der Persönlichkeit als auf den Kompetenzen. Eventuell noch fehlendes Fachwissen kann unserer Auffassung nach leichter entwickelt werden als Persönlichkeit. Hier sind wir auch gerne bereit, in die passenden Mitarbeiterin oder den passenden Mitarbeiter zu investieren. Wir versuchen indessen generationsübergreifend zu denken, insbesondere auch im Hinblick auf eine passgenaue Mütterintegration in den Betrieb.

Was haben Sie im Studium für Fähigkeiten gesammelt, die Sie noch heute einsetzen?
Prof. Dr. Theo Knicker, den ich sehr schätze und der mir auch nach meinem Unternehmenseinstieg vor einigen Jahren mit Rat zur Seite stand, brachte mir bei, dass jede Führungskraft die Rolle eines Coaches innehat, genauso wie ein Dirigent sein Orchester dirigiert. Dies ist eine Fähigkeit, die nicht jeder Mensch besitzt und somit nicht erlernt werden kann.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Bei Professor Glückert in seiner Vorlesung in Wirtschaftsrecht mit praxisnahen und erfreuenden Fallbeispielen hat es großen Spaß gemacht und der Vorlesungsraum in der Welserstraße war regelmäßig übervoll. Insgesamt habe ich fast das gesamte Dozententeam als total kollegial und kooperativ wahrgenommen. Es mag vielleicht überraschend klingen, aber ich kenne von damals noch immer meine Matrikelnummer auswendig. Außerdem – daran kann ich mich erinnern – haben wir bei der Notenbekanntgabe früher unter den Mitstudierenden immer gelost, wer in der Welserstraße den Aushang, im 5. Stock ohne Aufzug, für alle anderen einsehen musste.

Wie kann die TH Nürnberg aus Ihrer Sicht von Ihren Alumni profitieren?
Die TH kann fortwährend profitieren, indem die Absolventinnen und Absolventen im Berufsleben das „eine Prozent“ anwenden, was sie an der Hochschule gelernt haben. Knicker sagte immer: „Ihr müsst nicht alles wissen, ihr müsst wissen wo es steht“.
Wenn nur einige Prozent des Gelernten hängen bleiben und in der Praxis umgesetzt werden können, dann ist bereits das schon eine gute Basis.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Ich habe noch intensiven Kontakt zu einer Mitstudierenden, die auch in einem mittelständischen Familienunternehmen Finanzleiterin ist. Wir helfen uns immer wieder mit unserem Fachwissen aus. Ich coache sie in heiklen Personalfragen und sie berät mich in unternehmerischen Finanzfragen. Die damalige Einser-Studentin ist immer noch eine sehr gute Freundin von mir.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in und um Nürnberg, an dem Sie sich schon immer gerne aufgehalten haben?
Ich bin auf dem Land aufgewachsen und wohne auch heute noch im Nürnberger Land. Mit meinen Tieren, halte ich mich immer gerne in der Natur auf. Wir besitzen drei Hunde, vier Katzen und zwei Pferde mit denen ich viel Zeit verbringe und ich dabei viel Energie tanken kann.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Mein Unternehmen ist für mich ...
… eine Herausforderung. Das ist es immer schon gewesen und es wird für mich weiterhin so sein.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?

Das kann man nicht sagen. Ich habe damals im Studium bei der DATEV ein Praktikum im Personalleasing gemacht und hätte ein vorliegendes Jobangebot annehmen und einen anderen Weg realisieren können. Ich trauere diesen Entscheidungen für den Firmeneinstieg nicht nach. Der Weg als Unternehmerin war zwar nicht immer einfach zu gehen. Ich hoffe allerdings durch mein Wirken für alle nachfolgenden Frauen einen leichteren Weg geebnet zu haben.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Entscheidungen sollen – beruflich wie privat – stets zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit den richtigen Menschen getroffen werden.


Sehr geehrte Frau Regine Barth. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Alexander Weih
Alexander Weih

Weih, Alexander (2018)

Sehr geehrter Herr Alexander Weih, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.

MADELEINE, im Jahre 1978 von drei Mitarbeitern mit einem ersten 52-seitigen Spezial-Katalog gegründet, feiert 2018 „40 Jahre Leidenschaft für Mode“. Auf welche Besonderheiten blicken Sie bei diesen ereignisreichen Jahren bei MADELEINE gerne zurück?
Das Jubiläum wurde im Sommer 2018 in unserer Firmenzentrale in Zirndorf mit unseren Mitarbeitern/innen gefeiert. Um sich als (Nischen)Anbieter für hochwertige Frauenoberbekleidung im frequentierten Marktgeschehen zu behaupten, waren in diesen 40 Jahren ein langer Atem und eine klare Vision für das Unternehmen notwendig. Als hochwertige Ausgründung der Quelle-Gruppe waren meiner Meinung nach drei Meilensteine entscheidend für die Entwicklung. Die erste wichtige Entscheidung war der Schritt hin zu einem vertikalen Geschäftsmodell mit Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Verkauf. Der feste Glaube an den Unternehmenserfolg trotz finanziell steiniger Anfangsjahre war unerlässlich. In einer rückblickend dritten wichtigen Phase wurde aus der Not eine Tugend gemacht und eigenständige Zentraleinheiten wie der Finanzbereich oder die IT bei der Firmenausgründung losgelöst und neu aufgebaut.

Im Jahr 2009 sind Sie in die Geschäftsführung der MADELEINE Mode GmbH eingestiegen und leiten dort seit 2011 als Geschäftsführer (CEO), zunächst alleine, unterstützt von einem CFO, und seit Ende 2012 mit einem zweiten Geschäftsführer, die Geschicke des Modeunternehmens. Wie fühlt es sich an und wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Ich sehe mich als Motivator, Feuerlöscher, Rückenfreihalter, Sparringspartner, Personalentwickler und Stratege. Unser Team muss frühzeitig zusammen mit mir als treibender Kraft – mal als Pionier, mal als Follower – die Marktgegebenheiten und Trends im digitalen E-Commerce-Zeitalter identifizieren. Ein ebenso wesentlicher Punkt im Tagesgeschäft ist das Thema Personalentwicklung. Über 30 Prozent unserer Angestellten bis hinein in die Führungsebene ist in Teilzeit bei uns tätig. Der Frauenanteil übersteigt die 80-Prozent-Marke. Es war mir daher wichtig, ein familienfreundliches und flexibles Unternehmen zu führen, denn damit halten wir Potenzialträger und Führungskräfte in unserem Unternehmen.

MADELEINE steht für Stil, Qualität und modische Kompetenz für die Frau. Wie gelingt es Ihnen und was motiviert Sie, sich Tag für Tag in die modebewusste Frauenwelt hineinversetzen zu können.
Das ist eigentlich schlichtweg unmöglich. Analyse, künstliche Intelligenz und Gefühl sind meiner Meinung nach die wichtigsten Faktoren für uns, um unsere Kundinnen verstehen zu lernen. Schon im BWL-Studium habe ich die Frauen-Mehrheit unter den Studierenden wahrgenommen. Unser tagtäglicher Ansporn ist es, uns in die komplexeren und ganzheitlichen Denkmuster unserer weiblichen Kundin hinein zu fühlen, um die Damenwelt immer wieder aufs Neue zu inspirieren.

Ihr Kerngeschäft bei MADLEINE ist der Versandhandel. Welche Schwierigkeiten – auch im Hinblick auf die Digitalisierung, E-Commerce und die Internationalisierung – mussten Sie in den vergangenen Jahren in diesem schnelllebigen Business umschiffen? Was kommt nach Ihrer Einschätzung im Besonderen noch auf Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren zu?
Wichtig ist Flexibilität. Im Modebusiness kämpfen viele Geschäftsmodelle mit einer zu behäbigen Reaktionszeit und dem zu langen Festhalten an alten Strukturmustern. MADELEINE versucht flexibel auf moderne Themen und Anforderungen zu reagieren.
90 Prozent unserer Kollektion wird jede Saison neu kreiert und wird - direkt ohne langfristige Verträge - über unseren Hauptkanal, dem B-to-C-Geschäft, vertrieben.
Im Dialogmarketing müssen wir bei der langfristigen Bindung zu unserer vertrauensvollen Stammkundschaft immer am Puls der Zeit sein. Zeitpunkt, Ansprache und Kollektion auf das Höchstmaß miteinander zu vereinen, ist dabei unser Hauptanspruch.
Wir sind früh in den E-Commerce eingestiegen, was uns nun Vorteile bringt. Eingespielte Kommunikationskanäle z. B. der klassische Katalog, der als Inspirationsquelle auch eine Imagefunktion hat, gilt es, wandelbar auf aktuelle Geschäftsmodelle anzupassen und zusätzlich den E-Commerce-Umsatz zu steigern.
Uns ist es wichtig, dass die Kundin entscheiden kann, wo sie bestellt. MADELEINE entwickelt sich auch immer stärker als internationales Unternehmen. Der Wandel gepaart mit unserer E-Commerce-Strategie ist unser herausfordernder Unternehmensweg in der Zukunft.

Mittlerweile hat sich MADELEINE zu einem eigenständigen und international erfolgreichen Modelabel mit einem Jahresumsatz von mehr als 170 Millionen Euro entwickelt. Können Sie bei solchen gewachsenen Dimensionen und der Verantwortung für zahlreiche Mitarbeiter/innen Nachtens ruhig schlafen?
Meistens schlafe ich sehr, sehr gut. Wenn ich mal schlecht schlafe, dann weil ich über konstruktive, ungelöste und noch nicht etablierte Themen nachdenke. Häufig geht es dabei um das Thema Personalbesetzung in Projekten. Eine Balance zwischen der strategischen Positionierung und dem richtigen Setup des zuständigen Teams ist ein wichtiger Ansatzpunkt bei MADELEINE. Ab und an sorgen die Familienplanungen unserer Mitarbeiter/innen für Schwung in einigen Projektphasen. Wir sehen dies aber immer auch als Chance hinsichtlich passender Personalentwicklungsmöglichkeiten für nachrückende Kolleginnen und Kollegen. Unser größter Erfolgsfaktor ist das MADELEINE-Team.

Sie sind als exklusiver Fashion-Partner der BAMBI-Verleihung mit Ihren Kleidungsstücken in Kontakt mit erfolgreichen Frauen wie Toni Garrn, Franziska Knuppe oder Nina Ruge rund um aufregende Events in Kontakt. Wie kann man sich den speziellen Umgang mit solchen prominenten Persönlichkeiten vorstellen?
Das sind ganz normale Menschen mit unterschiedlichen, interessanten Extremen, die mit uns als Mode-Partner einen familiären, freundschaftlichen Umgang pflegen. Einen gewissen Nervenkitzel bei den ersten glamourösen Red-Carpet-Veranstaltungen kann ich aber nicht abstreiten. Diese Partnerschaften wollen wir als strategische Markenpositionierung in den nächsten Jahren langfristig ausbauen.

MADELEINE gibt auf der eigenen Internetseite allen Interessenten einen Einblick in ein beachtliches Modelexikon. Welchen Stellenwert bemessen Sie Mode in unserer aktuellen Gesellschaft bei?
Es ist im Wesentlichen ein Statement, sich perfekt zu jedem Anlass zu kleiden. Mode ist ein Ausdruck der Inszenierung und des Bekleidens zur Einpassung in die Gesellschaft. Der Kauf von Mode ist eine Selbstbelohnung für das eigenerwirtschaftete Einkommen. Frauen mit einer sehr hohen Selbstbestimmung belohnen sich am liebsten selbst mit Mode.

Was haben Sie im Studium für Fähigkeiten gesammelt, die Sie noch heute einsetzen?
Ich durfte das Handwerkszeug im Studium erlernen. Wir haben gelernt, mit Freude an die Arbeit zu gehen. Es wurde uns beigebracht, zu jedem maßgeblichen Punkt die volle Leistungsfähigkeit abzurufen.
Als Zweites greife ich gern auf die Kombination von Theorie, Strategie und Praxis zurück, die uns Professor Dr. Heinz Heidemann im Hauptstudium sehr authentisch vermittelt hat.

Welche Parallelen zwischen Hochschule und Mode sehen Sie?
Es besteht in beiden Welten eine ähnliche Saisonalität, nur mit unterschiedlichen Inhalten. Von der Anlaufphase über die Lernphasen bis hin zum Abrufen des eigenen Leistungspotenzials in den Saisonendphasen. Die Modebranche lebt wie die universitäre Welt von den Inspirationsabschnitten, von harter Arbeit und von den Erfolgen in den Abschlussphasen. Aber auch Prüfungsphasen und Semesterferien zum Durchatmen zwischen den Jahreszeiten gehören im übertragenen Sinne in der Mode zum Geschäft dazu.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Prof. Dr. Wolf Dettmer ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich denke neben den amüsanten und kuriosen Erlebnissen besonders noch an die eigenwilligen Klausuren bei ihm zurück. Diese hart gestellten Prüfungen durften dafür mit Unterrichtsmaterial-Unterstützung und Kommilitonen-Austausch – bis dato ein Novum - bewältigt werden. Rückblickend war Professor Dettmer damit aber auch sehr nah am realen Leben, in dem Problemlösungen nur unter Einbindung von gewachsenen Netzwerken am zielführendsten funktionieren können.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Ja, es haben sich gute Freundschaften mit einigen Kommilitonen entwickelt, die auch nach etlichen Jahren halten. Wir profitieren durch diese enge Verknüpfung gegenseitig sowohl von einem unternehmerischen Ideenaustausch sowie von einer gewachsenen Unabhängigkeit. Zudem haben wir einige TH-Absolventen/innen als anschließende Arbeitnehmer/innen für unser Unternehmen einstellen können.

Wären Sie gern noch einmal Student?
Ich schaue immer nach vorne. Daher liegt aus der jetzigen Perspektive dieser Lebensabschnitt, den ich sehr genossen habe, in der Vergangenheit. Jedoch habe ich durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Flensburg und der Hochschule Kempten fortwährend sehr viel Kontakt zu Studierenden, was ich besonders schätze. Ich kann mir in der Zukunft z. B. in meinem Ruhestand tendenziell sogar ein Seniorenstudium vorstellen.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in und um Nürnberg, an dem Sie sich schon immer gerne aufgehalten haben?
Das Altstadtgebiet rund um die mittelalterliche Sankt Sebald Kirche in Nürnberg bis hinunter zur Pegnitz ist meine alte Heimat, zu der ich in gemütlicher Atmosphäre beispielweise für Restaurant-besuche gerne zurückkehre. Nun genießen meine Familie und ich derzeit intensiv unseren aktuellen Lebensmittelpunkt im Grünen in Fürth.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Mein Unternehmen ist für mich ...
… wie eine zweite Tochter.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Ja, karrieretechnisch habe ich weit mehr erreicht, als ich mir vorgenommen hatte. Es war und ist mir wichtig, mit den richtigen Kolleginnen und Kollegen Projekte erfolgreich zu erarbeiten und abzuschließen und das funktioniert am besten einfach mit Spaß an der Arbeit.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Lachende und zufriedene Menschen sind erfolgreicher.


Sehr geehrter Herr Alexander Weih. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Michael Zagel
Michael Zagel

Zagel, Michael (2017)

Sehr geehrter Herr Michael Zagel, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.

Am 1. März 1987 haben Sie den Schritt in die Selbständigkeit als eigenständiger Handelsvertreter im Verkauf gewagt und im Jahr 2017 das Jubiläum von 30 Jahre Immobilienvermittlung feiern dürfen. Auf welche Besonderheiten blicken Sie bei diesen ereignisreichen Jahren bei SOLLMANN+ZAGEL gerne zurück?
30 Jahre ist eine lange Zeit. Und Erfahrung ist nicht ausnahmslos nur gut, sondern ab und an auch schlecht. Der Markt entwickelt sich so schnell weiter, dass viel Gelerntes später für das tägliche Geschäft gar nicht mehr zu gebrauchen ist. Geschäftstechnisch kann ich aktuell die letzten 5 bis 10 Jahre verwenden. Alles andere davor ist nicht mehr aktuell. Jedoch kann ich über 30 Jahre die menschlichen Eigenheiten als wichtigste Erfahrung sehr gut mitnehmen. Und das ist sicherlich branchenübergreifend der Fall. In den letzten 5 Jahren gab es mehr Veränderungen im Immobilienbereich als in den 25 Jahren zuvor. Das Immobiliengeschäft ist etwas Besonderes, da man mit dem Individuum Mensch zu tun hat und jede Person unterschiedlich ist. Jeder Mensch ist ein Unikat und auch das Produkt Immobilie ist darüber hinaus ebenfalls einzigartig. Das sind zwei unsichere Ebenen. Zu jeder Objektverwertung in den vergangenen 30 Jahren könnte man eine Geschichte schreiben, manchmal ein kleines Heftchen, ein anderes Mal ein großes Buch. Und genau das macht das Besondere in meinem Beruf aus.

Was haben Sie als junger Hochschulabsolvent bei Ihrem Berufseinstieg im Vertrieb und in der Vermietung von Wohn- und Gewerbeimmobilien alles gelernt?
Ich habe gelernt, dass das Studium nur eine Eingangsebene und Zugangsberechtigung zur Weiterentwicklung ist. Danach sind Faktoren wie Eigeninitiative und Innovationsdenken wichtig. Auch gefragt ist natürlich insbesondere der Umgang mit Menschen und in gewissen Situationen das Einsetzen von Ecken und Kanten zur richtigen Zeit. Es wird desweiteren verlangt, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Der Faktor Mensch, wie beispielhaft die Sympathie des Kunden zum Makler, ist meist entscheidend. Unser Leitspruch ist: „Wir vermitteln nicht Immobilien, sondern wir bringen Menschen zusammen.“

Ihre Karriereleiter ging nach der Station als Assistent der Geschäftsleitung und der Verkaufsleitung dann stetig weiter bis zur Geschäftsführung bei der IMMOBILIEN SOLLMANN+ZAGEL GmbH. War dieser Weg für Sie so vorgeplant?
Nein, denn direkt vier Wochen nach dem Berufseinstieg habe ich mich schon für einen ersten Kurswechsel entschieden. Schon früh habe ich die Entscheidung getroffen, anstelle als Assistent der Geschäftsleitung weiterzuarbeiten, als selbstständiger Verkaufsberater mit höheren Verdienstmöglichkeiten einzusteigen. Erst später bin ich den Weg zurück in die Geschäftsleitung über diesen Umweg gegangen. Dieses Beispiel zeigt, dass ich schon immer, auch im Berufsleben, das gemacht habe, was mir Spaß am Leben bereitet hat.

Sie sind nun alleiniger geschäftsführender Gesellschafter des eigenen Unternehmens mit über 50 Mitarbeitern. Wie fühlt es sich an und wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Ich habe einen sehr guten Lehrherrn mit Theodor Sollmann gehabt und bin in die Geschäftstätigkeit hervorragend hineingewachsen. Auch hatte ich ausreichend Zeit, mich in die Geschäftsführung einzugliedern. Daher war es kein klassischer Sprung ins kalte Wasser. Alleinverantwortlich ohne Partner zu sein, hat natürlich nicht nur Vorteile wie zum Beispiel bei Urlaubsvertretungen. Jedoch kenne ich einen Tag ohne Termine eigentlich so gut wie gar nicht. In unserem Immobilien-Business und in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ist immer etwas los. Die Mitarbeiter wissen, dass ich für sie im täglichen Arbeitsalltag jederzeit ansprechbar bin.

Ihnen ist die Qualität Ihres Familienunternehmens im wettbewerberreichen Immobilienmarkt sehr wichtig. Was kann man sich darunter im Vergleich zur Konkurrenz vorstellen? Können Sie uns dazu ein konkretes Beispiel nennen?
Der Ruf eines Maklers ist weiterhin als schwierig anzusehen. Beim Immobilienmarkt hat vieles selbstverständlich mit Quantität und Qualität zu tun. Ich selbst arbeite vergleichsweise seit über 30 Jahren 6 Tagen die Woche. Meine Verkaufsmitarbeiter sind sich aber auch der qualitativen Verantwortung bewusst. Ihnen ist unverkennbar, dass man mit wesentlichen Vermögenswerten der Kunden arbeitet und die Provisionen dabei nicht im Vordergrund stehen sollen. Wichtig ist als Fundament eine gute Ausbildung meiner Mitarbeiter. Wir haben ein Mentoren-Programm eingeführt, das die erfahrenen mit den jungen Mitarbeitern im Geschäftsalltag zusammenbringt und durch das gemeinsam Kenntnisse mit den einbezogenen Kunden geteilt werden können. Ein gut funktionierendes Back-Office im Hintergrund und genormte Prozessstrukturen spielen ebenfalls als wichtige Elemente in der Qualitätsbewertung eine wichtige Rolle. Die Dokumentation nach außen wurde in den vergangenen Jahren über die DIN EN ISO 9001-Zertifizierung geleistet, die wir als erste Nürnberger Immobilienmakler überhaupt erfolgreich abgeschlossen haben. Darüber hinaus sind wir bei den anerkannten Maklerbewertungen wie im Capital Makler-Kompass oder Focus online transparent und in der Spitzengruppe vertreten. Man kann mit diesen Themen genauso überzeugen wie mit guten Wiederempfehlungsraten und geringen Stressquoten. Neuerungen wie die 360-Grad-Aufnahmen oder das Objekt-Tracking für die Kundschaft sind für uns in diesem Markt wichtige Impulsgeber.

In seiner Entwicklung muss ein Unternehmen auch Rückschläge hinnehmen. Was würden Sie bei dieser Thematik jungen Unternehmern raten? Und welche Tipps haben Sie für Studierende, die wie Sie vor der Herausforderung der Selbständigkeit stehen?
Selbstständigkeit birgt immer die Komponente Risiko mit sich. In schwierigen Phasen, die Anstrengung und Nervosität ansteigen lässt, gilt es durchzuhalten und stetig weiterhin viel zu arbeiten. Der Erfolg wird sich dann nach meinen Erfahrungen durch das weitere Anpacken und Machen wieder einstellen. Als Selbständiger hat man keine Sicherheit, außer sich selbst. Eine Gewähr zum Erfolg gibt es nicht. Das Tragen des Selbständigkeitsrisikos wie auch der Mehraufwand an Arbeitszeit ist nicht für jedermann etwas. Vorsorge und Bescheidenheit sind gleichermaßen wichtige Aspekte. Mein Tipp für Selbständige wäre: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not.“

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus? Was müssen Absolventinnen und Absolventen mitbringen, die bei SOLLMANN+ZAGEL Karriere machen wollen?
Hohe Motivation, Lerninteresse und Einsatzbereitschaft sind entscheidende Faktoren. Junge Berufseinsteiger bringen in ein Unternehmen einen neuen Drive mit einem guten Kundenzugang in einem stets wandelbaren Markt mit. Der gegenseitige und durchaus zeitintensive Austausch von Erfahrenen mit Einsteigern ist für jede Firma unabdingbar.

An welche besonderen Begegnungen in Ihrem Berufsleben denken Sie sich noch heute rückblickend sehr gerne und warum?
Eine äußerst herzliche Dankeskarte eines sehr netten 80-jährigen Kunden, der eine Immobilie für seinen Lebensabend gesucht hatte, war für mich überwältigend und emotional, nachdem wir seine Traumwohnung schließlich finden konnten.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Mein Studium lief relativ reibungslos, organisiert und geordnet ab. Mit netten Mitstudentinnen haben wir fast täglich gemeinsam die Vorlesungsmaterialien unter dem Semester bei abendlichen Kaffee-Treffen ausgetauscht. Richtig lernintensiv waren regelmäßig immer die letzten Wochen vor den Prüfungen, die ich dann sehr diszipliniert durchgezogen habe.

Wie kann die TH Nürnberg aus Ihrer Sicht von ihren Alumni profitieren?
Geld ist nicht das wichtigste und Lebenserfahrung alleine ist für jüngere Generationen nicht die oberste Prämisse. Junge Leute müssen eigene Erfahrungen sammeln und diese in den sich ändernden Zeiten immer wieder einbringen. Wenn man überhaupt Erfahrung weitergeben kann an eine andere Studierendengeneration, dann wären das die menschlichen Erfahrungen. Wichtig finde Ich außerdem, was andere Menschen und Geschäftstätige denken. Von erfolgreichen Persönlichkeiten kann man viel lernen. Ich kann von meinen Eindrücken weitergeben, neugierig zubleiben, Geduld mitbringen und fortdauernd Neues auszuprobieren. Von erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen einige Aspekte mitzunehmen für den eigenen Weg, ist bereits ein kostbarer Mehrwert.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Es gibt leider nur noch ganz wenig Kontakte zu den ehemaligen Mitstudierenden. Nur eine Handvoll sind mir noch bekannt. Damals hätte ich mich jedoch noch mehr in das Hochschulnetzwerk einklinken können, um im späteren Geschäftsleben davon zu profitieren. Wenn die TH hier zukünftig als Netzwerk-Förderer fungieren und hierbei gegenüber den Studierenden aktiv werden kann, wäre das eine tolle Sache.

Stellen Sie sich einen perfekten Tag vor. Was gehört unbedingt dazu?
Ein exzellenter Kaffee, tolle Gespräche mit Mitarbeitern wie Kunden und zum Abschluss die Anbahnung eines Geschäftsabschlusses zwischen zwei zufriedenen Vertragsparteien wäre für mich der perfekte Tag.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Mein Unternehmen ist für mich ...
… mit meiner Familie mein Leben.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Mit 21 war ich noch sehr desorientiert ohne berufliche Vorplanungen. Ich habe relativ spät, mit 22, die Studienlaufbahn aufgenommen. Mit 25 und dem Berufseinstieg habe ich mir dann tatsächlich feste Ziele gesteckt, die ich mit 31 bereits erreichen konnte. Der Mensch wächst mit seiner Verantwortung. Und so wachsen ebenso die eigenen Ziele. Mittlerweile sehe ich die weiteren Arbeitsjahre als Kür an ohne weitere unerfüllte und monetäre Ziele. Solange ich gesund bin und mir die Tätigkeit in meinem Geschäft Spaß macht, möchte ich weiterarbeiten und alle Beteiligten weiterbringen. Das ist mittlerweile mein Ziel geworden. Ich sehe meinen Betrieb grundlegend als Uhrwerk an, in dem ich als Geschäftsführer nur ein Teil bin, aber ein ganz bestimmtes, nämlich die Unruhe.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Ich weiß, dass ich nichts weiß.


Sehr geehrter Herr Michael Zagel. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Prof. Dr. Manuela Weller
Prof. Dr. Manuela Weller

Weller, Prof. Dr. Manuela (2017)

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Manuela Weller, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.

Sie haben einen beeindruckenden wissenschaftlichen Werdegang, angefangen von einem Abschluss als Diplom-Betriebswirtin (FH) über MBA-Studium sowie Promotion bis zu einer Professur an der Technischen Hochschule Mittelhessen, vorzuweisen. Wie haben Sie dies alles erreichen können?
Man muss Spaß am Entdecken von neuen Dingen haben und gerne mal über den Tellerrand hinausschauen. Herausforderungen nehme ich generell gerne an und verfolge diese mit einer Portion Beharrlichkeit und Fleiß, denn es wird nie alles immer geschmeidig laufen.

Würden Sie im Nachhinein bei diesen akademischen Stationen irgendetwas anders machen?
Nein, ich würde nichts anders machen. Jeder Schritt hat irgendwie so seinen Sinn gehabt.

Ein besonders Anliegen ist Ihnen die Unterstützung von promotionswilligen Hochschulabsolventen/innen. Wie wurden Sie selbst während der Promotion als Fachhochschulabsolventin von den Universitätsabsolventen/innen aufgenommen und welche Erfahrungen können Sie aus dieser Zeit an interessierte Promovenden/innen weitergeben?
In Österreich bzw. an der Universität Innsbruck, an der ich promoviert habe, war der Umgang mit Fachhochschulabsolventen als Doktoranden sehr viel geläufiger als dies damals in Deutschland der Fall war. Durch die klare Struktur des Doktorratsstudiums mit seinen vier Privatissima (Pflichtfächer) ist mir der Einstieg in die Planung meines Forschungsprojekts leichter gefallen.
Promotionsinteressierten FH-Absolventen kann ich nur empfehlen, ein Thema auszuwählen, dass sie wirklich interessiert und für das sie „brennen“, denn das Projekt „Doktorarbeit“ wird einen mehrere Jahre beschäftigen. In dieser Zeit wird man neben motivierenden Erfolgserlebnissen auch Rückschläge verkraften müssen. Das Durchleben dieser Höhen und Tiefen gehört nach meiner Ansicht aber auch zur Promotion dazu und umso mehr freut man sich am Ende sein fertiges Werk in Händen zu halten. Zudem ist es wichtig, sich möglichst bald mit der Doktormutter bzw. Doktorvater über den Ablauf der Betreuung auszutauschen und dabei sollten auch wichtige Meilensteine im Promotionsprozess fixiert werden.

In Ihrer Dissertation haben Sie sich mit der sozialen Positionierung von mitarbeitenden Ehefrauen in klein- und mittelständischen Familienunternehmen beschäftigt. Welche Potentiale sehen Sie generell für Frauen in familiengeführten Unternehmen im Bezug einer stärker anwachsenden Geschlechtergleichstellung?
Am besten lässt sich ihre Frage anhand der Nachfolgeplanung in Familienunternehmen beantworten. Die frühere Regel dem Erstgeborenen Sohn das Unternehmen zu übergeben findet sich in der Praxis immer weniger, stattdessen übernehmen zunehmend mehr Frauen bzw. Töchter die Verantwortung in familiengeführten Betrieben. Ich bin der Meinung, dass im digitalen Zeitalter das soziale Geschlecht immer weniger eine Rolle spielen wird – vielmehr werden Eigenschaften wie zum Beispiel Kreativität oder unternehmerisches Denken an Bedeutung gewinnen.

Ihr wissenschaftlicher Fokus liegt insbesondere auf Kleinbetrieben, Mittelständlern und Familienunternehmen. Was ist besonders spannend an dieser speziellen Unternehmergruppe?
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bzw. Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaft und Garant für den Wohlstand unseres Landes. Dennoch begann man sich forschungstechnisch erst in den 90iger Jahren mit familiengeführten Unternehmen näher zu beschäftigen, da die klassische Managementlehre die Familie in einem Unternehmen vielfach als Störgröße wahrgenommen hat. Doch genau der Einfluss der Familie macht diese Unternehmen so besonders, d.h. man muss beide Subsysteme „Familie“ und „Unternehmen“ gleichberechtigt betrachten. Durch die unterschiedlichen Wertvorstellungen, Normen und Zielsetzungen die in den jeweiligen Subsystemen vorherrschen wird in diesen Unternehmen einem bestimmt Dynamik freigesetzt. Genau diese besondere Dynamik macht das Forschungsfeld klein und mittelständische Familienunternehmen für mich so spannend – es ist einfach meine Welt.

Sie sind auch bestens vertraut mit dem Themengebiet Unternehmensgründungen und Entrepreneurship. Welche Tipps würden Sie Studierenden geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?
Viele Gründer machen den Fehler sich mit ihrer Idee in ein „stilles Kämmerlein“ zurückzuziehen und verbringen Jahre damit an ihrer Unternehmensidee zu feilen, ohne das sie sich Feedback von außen einholen. Nicht selten entwickeln Gründer durch dieses Vorgehen am Markt bzw. am Kunden vorbei und ihre ganzen Bemühungen waren schlichtweg für die Tonne. Um dies zu vermeiden lautet mein Rat an alle Gründungsinteressierten – suchen sie so früh wie möglich Kontakt zur Zielgruppe, Experten usw. und stellen sie ihre Businessidee auf den Prüfstand und das nicht nur einmal, sondern fortwährend. Anhand der Rückmeldungen entwickeln sie ihre Gründungsidee dann weiter, ähnlich dem Design Thinking Process. Auch sollte das Gründerteam möglichst heterogen zusammengesetzt sein. Je vielschichtiger die Fähigkeiten der Teammitglieder desto besser gelingt die Umsetzung der Unternehmensgründung.

Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz bzw. was waren Ihre größten Erfolge?
Besonders stolz bin ich auf meinen erfolgreichen Promotionsabschluss und auf die drei Wissenschaftspreise, die mir für meine Dissertation im Anschluss verliehen wurden.

An welches Ereignis aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne?
Gerne erinnere ich mich noch an die Zeit als Studentin an der „Real FH“ in der damaligen Welserstraße. Klasse war der persönliche Kontakt zur Professorenschaft, in dem ehemaligen Fabrikgebäude und die gute Stimmung zwischen den Studierenden. An manche Vorlesung erinnere ich mich heute noch gerne – so an die Wirtschaftsprivatrechtsfälle von Prof. Dr. Waldemar Glückert oder an das tolle Marketing-Praxisprojekt, das von Herrn Prof. Dr. Heinz Heidemann organisiert wurde. Es war auch Herr Prof. Heidemann der mich während meiner Zeit an der Bayerischen Akademie der Werbung auf die Idee gebracht hatte an der FH Nürnberg zu studieren.

Was muss man unbedingt im Studium als Erstsemesterstudierende/r im 1. Studienabschnitt gemacht haben?
Unbedingt die Angebote der Studierendenvertretung bzw. Fachschaft nutzen, hier kann man viele wertvolle Tipps zum Studium erhalten. Auch die Teilnahme an Mentoring-Programmen halte ich für sehr wichtig. Zudem kann ich den Studienanfängern nur empfehlen frühzeitig an einer Bibliotheksschulung teilzunehmen, um sich so mit den Tools rund ums wissenschaftliche Arbeiten vertraut zu machen.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Leider habe ich kaum mehr Kontakte zu ehemaligen Mitstudierenden aufgrund meiner längeren Auslandaufenthalte. Auch gab es damals noch keine Absolventenfeier, wo man sich hätte vernetzen können.

Wären Sie gern noch einmal Studentin?
Ja. Es gibt sehr interessante neue Studienrichtungen. Studieren heißt ja erforschen und als Professorin bin ich ja auch immer wieder in der Position einer Studierenden, die sich neuen Feldern annähert und diese erforscht. Man lernt im Leben ja nie aus.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Nürnberg, an dem Sie sich schon immer gerne aufgehalten haben?
Ein Highlight für mich ist immer noch der Besuch der Nürnberger Burg und der Ausblick den man von dort oben über die Stadt hat – das fasziniert mich bis heute. Und danach bei schönem Wetter einen Espresso in einem der Cafes am Albrecht-Dürer-Platz genießen.

Wie und womit können Sie in Ihrer Freizeit vom Berufsalltag am besten abschalten?
Meine Freizeitgestaltung ist vielschichtig - Theater, Konzerte und Wanderungen. Mein größtes Hobby seit meinem 13. Lebensjahr ist aber das Kochen und das sammeln von Rezepten. Meine Sammlung von Kochbüchern ist in der Zwischenzeit auf 400 angewachsen. Schon bei der Auswahl der Rezepte setzt bei mir die Entspannungsphase ein. Das anschließende Einkaufen und kochen macht mich dann richtig happy.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Mit 21 habe ich das studieren begonnen und das klare Ziel vor Augen, irgendwann das Diplom in Händen zu halten. Das habe ich auch erreicht.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann geh mit anderen zusammen.


Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Manuela Weller. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Michael Neumann
Michael Neumann

Neumann, Michael (2016)

Sehr geehrter Herr Michael Neumann, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen für dieses Interview.

Sie waren viereinhalb Jahre lang Geschäftsführer vom Finanzdienstleister Qualitypool. Was waren Ihre Haupttätigkeitsbereiche und wie sehen Ihre neuen Vorstandverantwortlichkeiten bei Dr. Klein Privatkunden innerhalb des Finanzdienstleistungskonzerns Hypoport aus?
Ich war bei der Qualitypool GmbH für das Ergebnis des Bereichs Finanzierung verantwortlich, d.h. konkret für die Produktbereiche Baufinanzierung, Bausparen und Ratenkredit.
Als Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG bin ich für die Ressorts Marketing, IT, Niederlassungen und Versicherung & Vorsorge verantwortlich.

Neue Besen kehren gut, besagt ein Sprichwort. Wie kann man sich einen solchen Vorstandspositionswechsel wie Ihren innerhalb eines Konzerns vorstellen? Wie sehen unter Vorständen Übergaben und Übergangsphasen aus?
Wir haben im Zuge meiner Bestellung den Vorstand von Dr. Klein erweitert. Damit haben sich die Verantwortlichkeiten für alle Ressorts auf Vorstandsebene verändert. Auf eine längere Übergabephase haben wir bei Dr. Klein bewusst verzichtet und einen harten „Cut“ vollzogen, da alle Vorstände weiterhin im Konzern tätig sind und bei Bedarf auf Wissen zugegriffen werden kann. Bei der Übergabe meiner Verantwortung als Geschäftsführer der Qualitypool GmbH an einen externen Manager haben wir die Übergabe kompakt innerhalb von 14 Tagen umgesetzt.

Neue Anforderungen der Kunden an die digitale Zukunft verändern und bedrohen etablierte Geschäftsmodelle auch in der Finanzdienstleistung. Insbesondere auch für einen internetbasierter Anbieter wie Ihren. Wie packen Sie diese Chancen und Risiken an?
Wir sehen in der Digitalisierung für unser Unternehmen große Chancen. Dr. Klein ist Vermittler von Finanzdienstleistungen und als solcher sind wir nicht nur Partner für unsere Kunden, sondern auch Partner von Produktanbieter wie Banken und Versicherungen. V.a. in der Zusammenarbeit mit letzteren sehen wir durch die fortschreitende Digitalisierung enormes Potential, Prozesse und Arbeitsabläufe zu verschlanken und zu optimieren und letztlich zusätzlichen Nutzen für unsere Kunden zu generieren.

Es wird behauptet, die Finanzdienstleistungsbranche hätte trotz lukrativer Gehälter nicht den besten Ruf unter jungen Menschen. Was würden Sie dem entgegenhalten?
Aus meiner Sicht sollte man die Finanzdienstleistungsbranche differenziert betrachten. V.a. der Beruf des Vermittlers von Finanzdienstleistungen bietet die Chance, Menschen enorme Vorteile  bei der Gestaltung ihrer Altersvorsorge und bei der Absicherung von Risiken zu ermöglichen und dabei auf die besten Produkte am Markt zugreifen zu können.

Hohe Gehälter locken häufig Berufsanfänger – auch direkt nach einem abgeschlossenen Studium – in die Finanzdienstleistungsbranche. Was macht diesen Wirtschaftszweig neben diesen guten Einkommenskonditionen noch besonders attraktiv für Hochschulabsolventen/innen?
Potentielle Neukunden kommen aktiv auf Dr. Klein zu, um von unseren Spezialisten Unterstützung auf der Suche nach der Finanzierung ihrer Wunschimmobilie zu erhalten. Unsere Spezialisten lernen täglich interessante Menschen kennen, denen sie bei der Erfüllung ihres Traumes nach einem Eigenheim behilflich sind. Wir ermöglichen unseren Kunden einen vollständigen Marktüberblick und helfen ihnen viel Zeit zu sparen und beste Konditionen zu erhalten. Auf unsere Mitarbeiter warten sehr abwechslungsreiche Aufgaben in einem autonomen Unternehmen mit flachen Hierarchien und einem hohen Maß an Eigenverantwortung.

Ihr Unternehmen ist im norddeutschen Lübeck beheimatet. Das klingt jetzt nicht nach einem hippen Finanzplatz wie Frankfurt am Main. Was ist trotzdem das Besondere an Ihrem Standort?
Dr. Klein ist in 7 großen Städten in Deutschland mit Niederlassungen vertreten und hat über 140 weitere Standorte im gesamten Bundesgebiet. Unser Hauptsitz befindet sich im verglichen mit Frankfurt/Main beschaulicheren Lübeck. Lübeck hat mit seiner historischen Altstadt, dem Holstentor und der Nähe zur Ostsee aus meiner Sicht andere Reize.

Was denken Sie, wie stark die Brexit-Veränderungen auch auf Ihre Geschäftsbereiche auswirken werden?
Wir rechnen aus heutiger Sicht nicht mit gravierenden Auswirkungen durch den Brexit auf unser Geschäftsmodell. Einige Bereiche des Finanzdienstleistungssektors und der Standort Frankfurt/Main können tendenziell vom Brexit profitieren.

Welche drei Eigenschaften muss ein Vorstand – verantwortlich für die Ressorts Niederlassungen, Versicherung und Marketing – mitbringen?
Generell muss man in der Lage sein, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Analog zu anderen Führungspositionen ist es nicht entscheidend, fachlich der größte Knowhow-Träger zu sein, sondern die besten Mitarbeiter zu finden, zielgerichtet einzusetzen und ihnen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, um ihr Potential optimal ausschöpfen zu können. Ein hohes Maß an Entscheidungsfreudigkeit ist ebenfalls notwendig.

Haben Sie schon Vorstellungen, wie es beruflich noch weitergehen könnte?
In den kommenden Jahren möchte ich dazu beitragen, dass immer mehr Kunden den Weg zu professionellen Finanzdienstleistungsvermittlern finden und Dr. Klein weiter Marktanteile gewinnt.

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie an der Hochschule erworben haben, wenden Sie bei Ihrer täglichen Arbeit an?
Ich habe an der Hochschule die Fähigkeit erworben, mich schnell in neue Themen einzuarbeiten. Auch die Erkenntnis, nicht alles selbst wissen zu müssen, sondern zu wissen, wo es zu finden ist bzw. wer eine Frage beantworten kann, hilft mir in meiner täglichen Arbeit.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Ich habe Kontakt zu einigen ehemaligen Kommilitonen. Einer davon ist für ein Schwesterunternehmen innerhalb unseres Konzerns tätig, so dass wir seit einigen Monaten regelmäßig berufliche Berührungspunkte haben.

Gibt es etwas, das Sie heute – besonders in Bezug auf das Studium – anders machen würden?
Ich würde aus heutiger Sicht ein Auslandssemester in mein Studium integrieren, um eine fremde Kultur kennen zu lernen.

Wie und womit können Sie Ihrer Freizeit vom Berufsalltag am besten abschalten?
Da ich beruflich sehr viel auf Reisen bin, nutze ich meine Freizeit und verbringe sie am liebsten mit meiner Familie und mit guten Freunden.

Wenn Sie sich einen perfekten Tag vorstellen − was gehört unbedingt dazu?
Ein ausgiebiges Frühstück ohne Zeitdruck mit meiner Frau.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Was ich mir mit 21 vorgenommen habe, habe ich erreicht. Für mich ist es wichtig, dass ich mich regelmäßig selbst reflektiere und mir immer wieder neue Ziele setze.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Aus beruflicher Sicht: „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“.


Sehr geehrter Herr Michael Neumann. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Friedrich Fleischmann
Friedrich Fleischmann

Fleischmann, Friedrich (2016)

Sehr geehrter Herr Friedrich Fleischmann, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich persönlich zu treffen.

Sie sind seit Februar 2015 Geschäftsführer der GfK GeoMarketing GmbH. Wie sieht dieser neue Verantwortungsbereich für Sie konkret aus?
Das Thema GeoMarketing ist ein sehr spannendes Feld und beschäftigt sich in erster Linie mit der Regionalisierung von  Informationen. Wir können mit unserem Service und Produkt Portfolio die Fragen nach dem WO beantworten. Wo ist das größte Potential? Wo ist der beste Standort? Wo befinden sich unsere potentiellen Kunden/Zielgruppe? Da wir dies nicht nur für Deutschland anbieten können, sondern für die meisten Länder der Welt kommt mir mein globales Netzwerk aus meiner früheren Tätigkeit als Global Director Retail innerhalb der GfK sehr entgegen. Damit kann ich die Internationalisierung von GfK GeoMarketing innerhalb des 100 Länder GfK Netzwerks weiter auszubauen und dabei Produkte und Methoden der klassischen GfK Welt mit unseren Geo-Informationen zu neuen Kunden-relevanten Lösungen verbinden.

Wie kann man sich die Unternehmensleitung über die drei Standorten Nürnberg, Bruchsal und Hamburg hinweg in der Praxis vorstellen?
Das hatte ich mir anfänglich schwieriger vorgestellt; da wir aber sehr gut in Teams organisiert sind und diese nicht Standort-bezogen agieren ist es mit wöchentlichen Lync/Skype Calls sehr gut zu machen. Dass man trotzdem regelmäßig vor Ort ist versteht sich von selbst.

Was gefällt Ihnen an dem neuen Aufgabenbereich im Besonderen?
Dinge voranbringen, die Arbeit mit dem gesamten GeoMarketing Team; aus dem guten Produkt und Service Portfolio über neue Ansätze und Kombinationen ein noch besseres und für den Markt noch relevanteres Paket zu machen. Mag vielleicht platt und nach Allgemeinplatz klingen, ist aber in meiner täglichen Realität in keinster Weise der Fall.

Ein neues Wirtschaftswunder – wie kann es aussehen und worauf kommt es aus Ihrer Sicht besonders an?
Die aktuelle Situation in Europa in Kombination mit den noch nicht absehbaren und auch nicht quantifizierbaren Folgen des Brexit ist eine neue Herausforderung, die von unterschiedlich düsteren Szenarien begleitet wird. Der Wirtschaftsstandort Europa braucht gesunde Volkswirtschaften und der reine Banken und Finanzsektor hat im letzten Jahrzehnt eher negativ dazu beigetragen. Eine Rückbesinnung der Banken auf die Finanzierung von Unternehmen mit langfristigen und verlässlichen Engagement ist betriebswirtschaftlich und mittel-und langfristig auch volkswirtschaftlich sinnvoller.

Wie wird das Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Markt behandelt?
Da wir reiner Informationsdienstleister sind kann man im Vergleich zu früheren Zeiten einen Aspekt anführen; das Druckvolumen der an unsere Kunden gelieferten Informationen hat sich drastisch reduziert :-); dass wir alles daran setzen nachhaltig verlässliche und für unsere Kunden relevante Informationen zu liefern ist für uns selbstverständlich.

Wohin geht die Reise Ihres Unternehmens in den kommenden Jahren?
Mit Hilfe des globalen Netzwerks der GfK SE werden wir uns noch stärker international ausrichten und bei Produkt- und Methodenentwicklungen noch enger mit unseren Kollegen zusammenarbeiten.

In seiner Entwicklung muss ein Unternehmen auch Rückschläge hinnehmen. Was würden Sie dazu jungen Unternehmern raten? Und welche Tipps haben Sie für Studierende, die wie Sie einmal eine Geschäftsführung anstreben?
Nicht bei jedem Gegenwind einknicken; klare und offene Information und  Kommunikation mit allen Mitarbeitern (sei es direkt oder über die Team und Bereichsleiter) bzgl. Strategie und Ausrichtung. Und vor allem Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen.

Wie sammeln Sie Energie für neue Taten?
Indem ich noch genügend Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringe und bei vielen Dingen, die mir einfach Spaß machen.

Welche Bedeutung würden Sie Ihrem Studium für Ihren späteren Berufsweg in der Marktforschungsbranche beimessen?
Ich würde die Bedeutung gar nicht auf die Marktforschungsbranche beschränken, sondern sage rückblickend: das BWL Studium hat mir ein gutes Basisportfolio gegeben, um unterschiedlichste Aufgabenbereichen in meinem 28 Berufsjahren erfolgreich zu managen. Sachverhalte im Kontext des Ganzen zu sehen und nicht nur fachspezifisch hilft sehr und sollte im Studium noch stärker vermittelt werden.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Die Studienzeit ist nach wie vor eine Zeit an die ich mich immer gerne erinnere; die Zeiten, in denen das Studium eher weniger Spaß machte, hatte man meist selbst zu verantworten; Aus heutiger schmunzeln kann man sicher über die ersten IT Vorlesungen und das zur Verfügung stehende Material Mitte der 80er Jahre.

Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?
Das war nicht schwierig und als Aufzählung ist es hier zu lang.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Leider nur noch vereinzelt.

Welchen Tipp würden Sie heutigen Studierenden für ihren Berufsweg geben?
Schon während des Studiums interessante Praktika auswählen, bei Unternehmen, die Studierende in Projekte einbeziehen. Über die Erfahrungen rausfiltern, was einem Spaß macht, Aufgaben und Tätigkeiten, die man nicht automatisch als Arbeit sieht, sondern auch gern macht.

Mit welcher Persönlichkeit aus Politik, Medien, Sport, Politik oder Wirtschaft würden Sie gerne mal an Ihrer alten Hochschule einen Kaffee trinken?
Die Erwartungshaltung an solche Treffen/Gespräche ist meistens höher als die dann erfahrene Realität. Lieber würde ich mich mit meinem GSO-Abschluss-Jahrgang treffen, da gäbe es sicher genügend Interessantes zu besprechen.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Meistens, aber das hatte eher mit kurzfristigen Dingen zu tun. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich damals schon einen konkreten Plan gehabt hätte; insbesondere rückblickend :-).

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Ein gesunder Optimismus gepaart mit Humor und offen auf Menschen zugehen.

Sehr geehrter Herr Friedrich Fleischmann. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Dr. Frank Schlemmer
Dr. Frank Schlemmer

Schlemmer, Dr. Frank (2015)

Sehr geehrter Herr Dr. Frank Schlemmer, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich persönlich zu treffen.

Sie führen seit 2006 als Geschäftsführer das mittelständische Augenoptik-Familienunternehmen Optik Schlemmer GmbH & Co. KG. Wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil jeder Tag anders ist. Vielleicht ist es am besten wenn ich die letzten Tage als Beispiel nehme. Ich war jetzt am Wochenende auf der Brillenmesse in Mailand. Dort habe ich mich über die neuesten Trends informiert und mich mit einigen wichtigen Lieferanten getroffen um die Zusammenarbeit für die nächsten Monate zu besprechen. Anschließend bin ich nach Paderborn geflogen um einen potentiellen Kunden zu treffen. Als ich dann zurück in Nürnberg war hat erst einmal ein voller Schreibtisch auf mich gewartet. Deswegen war gestern Bürotag angesagt.

Was waren die wichtigsten Aspekte, die Ihnen Ihre Unternehmensvorgänger, Ihr Großvater und Ihr Vater, mitgegeben haben?
Wenn man in eine Unternehmerfamilie geboren wird, dann lernt man schon als Kind, dass das Unternehmen einen ganz besonderen Stellenwert hat. Man lernt, dass nur eine konsequente und nachhaltige Arbeitsweise erfolgreich sein kann.

Was treibt Sie an, Innovationen und strategische Weichenstellungen in Ihrem Unternehmen stetig weiterzuverfolgen?
Das sind die Aufgaben, die mir am meisten Spaß machen. Repetitive Aufgaben langweilen mich sehr schnell. Spannend sind für mich immer die neuen Themen.

Wie beeinflussen neue Medientechniken Ihre Unternehmensentwicklung und Ihre tägliche Arbeit?
Das geht ehrlich gesagt langsam. Meine Kunden und Geschäftspartner sind leider relativ langsam wenn es darum geht neue Technologien anzunehmen. Viele verwenden tatsächlich noch regelmäßig ein Fax. Warum begreife ich auch nicht (lacht).

In seiner Entwicklung muss ein Unternehmen auch Rückschläge hinnehmen. Was würden Sie dazu jungen Unternehmern raten? Und welche Tipps haben Sie für Studierende, die wie Sie vor der Herausforderung der Familiennachfolge im Unternehmen stehen?
Rückschläge sind natürlich immer bitter, sie sind aber ein wichtiger Teil des Entwicklungsprozesses zum erfolgreichen Unternehmer. Man muss sich bewusst machen, dass Misserfolge Teil des unternehmerischen Lebens sind, das geht allen anderen Unternehmern genauso. Jedes Problem ist aber auch eine Chance für Verbesserungen in der Zukunft. Man kann immer etwas draus lernen. Ich glaube gerade in solchen Momenten ist es wichtig eine starkes soziales Netzwerk zu besitzen. Damit meine ich Partner, Familie und Freunde. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man das Private nicht vernachlässigen darf, und auch in stressigen Zeiten den engen Familien- und Freundeskreis pflegen muss. Gerade in schwierigen Zeiten ist es vorteilhaft, wenn man das Gefühl hat, dass der Beruf, und die damit verbundenen Probleme nicht das ganze Leben sind. In meinem Freundeskreis gibt es einige erfolgreiche Unternehmer, und alle haben mindestens ein Hobby das sie sehr ernst nehmen. Das kann Sport, Musik oder etwas Kulturelles sein. Ich halte diesen Ausgleich aber für extrem wichtig.
Bei der Familiennachfolge halte ich die Vorbereitungsphase für besonders wichtig. Die fachliche Kompetenz muss einfach da sein. Ein BWL-Studium, wie bei mir, ist sicherlich ausgesprochen hilfreich. Man sollte außerdem vorher in ein paar anderen Unternehmen gearbeitet haben. Diese Eindrücke können sehr nützlich sein.

An welche besonderen Begegnungen in Ihrem Berufsleben erinnern Sie sich noch heute rückblickend sehr gerne und warum?
Ich glaube der eindrucksvollste Mann den ich getroffen habe war der amerikanische Designer Calvin Klein. Er hat bei einem Management-Seminar erzählt wie er sich aus ganz kleinen Verhältnissen in Brooklyn hochgearbeitet hat und einen weltweiten Konzern aufgebaut hat. Beim Mittagessen saßen wir dann zufällig an einem Tisch, und da hat mich besonders seine ruhige und bescheidene Art beeindruckt. Er wirkte teilweise fast etwas schüchtern. So hatte ich mir einen Superstar aus der New Yorker Mode-Branche nicht vorgestellt.

Woher haben Sie in jungen Jahren den Mut für eine Promotion hergenommen? Und was konnte Ihnen aus Ihrem Studium für Ihre Promotion weiterhelfen?
Ich finde, dass die Rolle des Unternehmers eigentlich viel mehr Mut erfordert als die eines Doktoranden. Bei einer Promotion läuft ja alles recht geplant und strukturiert ab. Im Unternehmen ist es da viel chaotischer (lacht wieder). Im Studium wurden schon die Grundkenntnisse gelegt. Ich hatte ja vorher keine Ahnung von BWL. Außerdem wurde ich im Studium auch regelmäßig mit intellektuell anspruchsvollen Themen konfrontiert. Das ist schon ein gutes Training.

Welche wertvollen Erfahrungen konnten Sie aus Ihrer Promotionszeit an der an der Queen's University of Belfast in Nordirland mitnehmen?
Als ich in Belfast angekommen bin gab es eine Begrüßungsveranstaltung für alle Doktoranden von allen Fakultäten. Da wurde gesagt Ziel der Promotion ist es die analytischen und kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Genau das ist dann auch geschehen. Davon profitiere ich heute noch.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Die Professoren Dr. Theo Knicker und Dr. Werner Fees habe ich in ganz besonders positiver Erinnerung. Beide haben mich sowohl durch Ihre fachliche Kompetenz als auch Ihre sympathische Art beeindruckt. Sie haben mich mit sehr viel Engagement unterstützt, und mit wirklich weiter geholfen. Es gab schon einige Professoren, die einen ausgezeichneten Sinn für Humor hatten. Beispielsweise Prof. Dr. Stefan Bolz, der eine Vorlesung gab, die von den meisten Studenten als sehr schwierig eingeschätzt wurde. Er hat zu Beginn jeder Vorlesung gesagt „Guten Morgen, es ist Montagmorgen. Willkommen zu Statistik II. Das ist die leichteste Vorlesung, die Sie jemals gehört haben.“. Oder da gab es Prof. Dr. René Heelein. Er hat in der Vorlesung immer sehr viele Scherze gemacht, die er selbst am lustigsten fand. Diese Stimmung war dann aber so ansteckend, dass man selbst mitlachen musste.

Wie kann die TH Nürnberg aus Ihrer Sicht von ihren Alumni profitieren?
Puhh, das kann ich natürlich nur sehr schwer beantworten. In wie weit Alumni sinnvoll aktiv mitarbeiten können weiß ich nicht. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass Alumni bereit sind Geld zu spenden. Ich habe beispielsweise bei meiner letzten Geburtstagsparty meine Gäste gebeten mir nichts zu schenken, sondern stattdessen an den Förderverein der TH zu spenden. Ich habe mir sagen lassen, dass da auch ein nettes Sümmchen zusammengekommen ist.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen? Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?
Da sind leider nur noch zwei übrig. Da ich aber nach dem Abschluss in Frankfurt und Belfast gelebt habe, sind viele Kontakte leider verloren gegangen. Das finde ich sehr bedauerlich.

Wie und wo finden Sie Erholung vom Berufsalltag?
Mir sind meine sozialen Kontakte, also Familie und Freunde, sehr wichtig. Außerdem brauche ich noch meinen Sport. Momentan ist es gerade Triathlon, das kann sich aber auch wieder ändern.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Mein Unternehmen ist für mich ...
... mein zweites Zuhause. Also ein ganz wichtiger Teil meines Lebens.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Mit 21 hatte ich noch keine konkrete Vorstellung was ich eigentlich erreichen möchte. Ich bin aber wohl der Typ, der nie am Ziel ankommt und dann sagt, jetzt habe ich alles erreicht und lehne mich zurück. Mein Weg wird hoffentlich immer weiter gehen.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Ein konkretes Lebensmotto habe ich eigentlich nicht. Der Autor James March hat aber auf eine ähnliche Frage in einem Interview einmal geantwortet „What makes a difference … is whether in our tiny roles, in our brief time, we inhabit life gently and add more beauty than ugliness“. Dem schließe ich mich gerne an.

Sehr geehrter Herr Dr. Frank Schlemmer. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Claus Schuster
Claus Schuster

Schuster, Claus (2015)

Sehr geehrter Herr Claus Schuster, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich persönlich zu treffen.

Sie sind seit 2001 Geschäftsführer bei der defacto marketing GmbH. Wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Meine drei wichtigsten Themen als Unternehmer sind Mitarbeiter, Strategie und Kunden. Meine Arbeit ist heute weniger operativ als früher, dafür ist sie strategischer geworden. Will heißen: Langfristige Planung hält das Unternehmen auf Kurs. Natürlich kann man Weltwirtschaftskrisen oder Verluste großer Kunden gar nicht oder kaum beeinflussen, aber viele Faktoren des Unternehmenserfolgs sind doch durch vorausschauende Planung und Konsequenz in der Umsetzung von Entscheidungen beeinflussbar. Bestandskundenpflege, Neukundengewinnung und der Ausbau des Netzwerkes sind wichtige Eckpfeiler. Ein Erfolgsfaktor ist sicher die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Kontaktpflege mit unseren Kunden. Und auch für mich als Unternehmer und für die gesamte Führungsmannschaft bleibt die Nähe zum Tagesgeschäft Pflicht. Nicht zuletzt ist es immer wieder eine Kunst, die richtigen Mitarbeiter an der richtigen Stelle einzusetzen.

Was treibt Sie an, fortwährend Gründungen und Geschäftsumwandlungen in Ihren Unternehmen voranzutreiben?
Lassen Sie mich diese Frage so beantworten: Erfolg ist die schönste Droge. Erfolg macht unheimlich viel Spaß. Sich auf die Zukunft einzustellen, das Unternehmen in die richtige Richtung weiterzuentwickeln und zu verändern, ist wichtig. Der Satz „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ trifft es. Wir müssen in dem dynamischen Markt agil bleiben, offensiv akquirieren und die Märkte aktiv mitgestalten. Wer als Unternehmer so weitermacht wie bisher, der wird scheitern.

Was sind für Sie die wichtigsten Aspekte für einen erfolgreichen Unternehmer?
Ein Leitsatz, der mir in diesem Zusammenhang gut gefällt, ist „Das Leben ist eine Pyramide. Je breiter das Fundament ist, umso höher geht es hinauf“. Ein erfolgreicher Unternehmer muss in erster Linie Gas geben. Grundvoraussetzungen sind für mich Einsatzbereitschaft, Disziplin und der Anspruch, zu den besten seines Fachs zählen zu wollen. Auch die Fähigkeit, Menschen zu begeistern, Empathie und die gelebte authentische Persönlichkeit gehören für mich dazu. Darüber hinaus ist es wichtig, sich eine Kombination aus Geduld und Ungeduld zu erhalten. Außerdem sollten auch Führungspersönlichkeiten noch fähig und willens sein, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Führung erfolgt nie durch Kraft. Und noch ein abschließendes Credo dazu: Das Fundament nachhaltig erfolgreicher Unternehmen ist Langfristigkeit.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus? Was müssen Absolventen mitbringen, die bei defacto Karriere machen wollen?
Soziale Kompetenz, fachliche Kompetenz und Engagement. Eine weitere wichtige Komponente ist die Übereinstimmung der Wertesysteme. Was das Engagement betrifft, erwarten wir von unseren Nachwuchskräften, dass sie sich einen eigenen Weitblick, ein generalistisches Know-how, erarbeiten, denn dies ist in unserem Arbeitsumfeld erforderlich. Das ist harte Arbeit und erfordert Geduld. Dieser Weitblick muss auch immer wieder unter Beweis gestellt werden.

An welche besonderen Begegnungen in Ihrem Berufsleben erinnern Sie sich noch heute rückblickend sehr gerne und warum?
Mein Berufsleben wurde durch meinen Vater geprägt, der mir früh die Gelben Seiten von Nürnberg-Fürth-Erlangen als Vertriebshandbuch nahegelegt hat. Damit habe ich mir tatsächlich meinen ersten Vertrieb via Telefon aufgebaut. Die ersten Vertriebstermine mit meinem Vater waren sehr lehrreich. Ich habe viele Kundenübereinkommen trotz Anwesenheit gar nicht wahrgenommen. Das hat mich oft verblüfft. Darüber hinaus werde ich nie vergessen, wie ich meinen Schwager davon überzeugt habe, zu defacto zu wechseln: bei einem Kasten Bier und bis zum nächsten Morgen. Das wird mir als besonders schönes Erlebnis immer im Gedächtnis bleiben.

Sie haben sicherlich einen straffen Terminplan. Wie erholen Sie sich und wo schöpfen Sie persönlich Kraft für neue Energien?
Private Verabredungen stehen genauso in meinem Kalender wie berufliche Termine. Von einer krampfhaften Vereinbarung von Job und Familie halte ich nichts. Besonders an den Wochenenden genieße ich das Zusammenleben mit meiner Familie und die Beschäftigung mit Dingen, die mir Freude bereiten. Am Ende des Tages kommt es darauf an, dass man zu einer hilfreichen Gelassenheit und Wege findet, mit Stress umzugehen.

Man soll Sie schon ab und zu im Fußballstadion beim 1. FC Nürnberg, am Tenniscourt oder auf der Skipiste antreffen können. Das entspricht nicht immer dem klassischen Bild eines Geschäftsmannes. Was bedeutet es für Sie, in Ihrer Freizeit aus Klischees auszubrechen?
Mit Fußball, Skifahren und Tennis beschäftige ich mich schon seit meiner Kindheit. Das macht mir Spaß und schafft einen guten Ausgleich zum Beruf. Bezüglich meiner Begeisterung für den 1. FC Nürnberg hat ein Kunde einmal zu mir gesagt „Nicht du suchst dir den Verein aus, sondern der Verein sucht dich aus“. So bin ich dann wohl beim Club gelandet, eine Passion, die für mich einfach dazugehört.

Woher haben Sie in jungen Jahren als Studierender den Mut für eine Firmengründung und -nachfolge hergenommen?
Mein Vater hat das Unternehmen gegründet und ich konnte dieses nun als Nachfolger weiterführen. Als junger Unternehmensnachfolger bringt man zweifellos neue Ideen und Phantasie ins Unternehmen ein. Der Drang, Verantwortung zu übernehmen, zu gestalten und voranzugehen war bei mir immer vorhanden. Allerdings sollte man immer darauf achten, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Ich bin gern ein Teil einer gut eingespielten Mannschaft.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium belegt und was konnten Sie aus Ihrem Studium für Ihr Berufsleben mitnehmen?
Zunächst einmal wollte ich herausfinden, was zu mir passt und welche Arbeit ich mir für später vorstellen könnte. Mir als Praktiker lag die Kombination aus einer Industriekaufmannslehre und dem praxisbezogenen Hochschulstudium näher als ein wissenschaftliches Universitätsstudium. Meiner Ansicht nach prägt der frühe Praxiskontakt einen ungemein. Marketing und Sprachen haben mir besonders Freude bereitet. An der Fachhochschule habe ich in dieser Zeit das strukturierte und effiziente Arbeiten intensiv erleben und erlernen können.

Welche wertvollen Erfahrungen konnten Sie aus Ihrem Auslandssemestern bei Schaeffler in den USA und bei der französischen Partnerhochschule ISG Paris mitnehmen?

Während des Auslandssemesters in Paris, zu dem ich durch meine Hartnäckigkeit über ein Austauschprogramm kam, konnte ich mein Französisch polieren und den Alltag in Frankreich kennenlernen. Mit meinen Kommilitonen verbrachte ich auch neben dem Studium viel Zeit auf dem Tennisplatz oder mit der Fußballmannschaft des ISG, mit der wir bis ins Finale der Grand ecoles nach Saint Etienne gekommen sind. In der ISG Paris wurde viel Wert darauf gelegt, dass man sich in Projektarbeiten selbst organisierte. Auf diese Art haben wir von der Weinernte bis zum Strandsäubern an der Côte d'Azur viel mitbekommen. Und auch mein halbjähriges amerikanisches Auslandspraktikum bei Schaeffler hat mir persönlich sehr gut getan.

An welches Ereignis, welchen Menschen oder welchen Ort aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich immer wieder gerne zurück? Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Die Marketingprojekte in Studentengruppen von Prof. Dr. Heinz Heidemann waren neben den Auslandserfahrungen prägend und hoch motivierend. Schmunzeln muss ich speziell über unsere spielerische Zusammenfassung der Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Theo Knicker, dessen Vorlesungen ich ausnahmslos immer gerne besucht habe. Volker Biermann und ich lieferten davon im vollbesetzten Audimax-Hörsaal eine Rap-Variante.

Haben Sie als Unternehmer mit Visionen einen Ratschlag, den Sie der Technischen Hochschule Nürnberg mitgeben können?
Grundsätzliche gebe ich keine Ratschläge. Für unser Unternehmen versuchen wir eine motivierende Vision für jeden Einzelnen zu entwickeln. Ich kann nur jedem ans Herz legen, für sich eine ambitionierte Vision zu entwickeln, wofür man stehen will, was man sein will. Auch wenn diese Vision noch so unerreichbar scheint, spornt das ungemein an.

Haben sich in den vergangenen Jahren Berührungspunkte mit Studierenden der TH Nürnberg ergeben?
Der Austausch mit den Hochschulen ist uns extrem wichtig. Neben den Projektgruppen mit den Betriebswirten arbeiten wir intensiv mit der Fakultät Design im Kreativbereich zusammen. Mit der Studenteninitiative Marketing zwischen Theorie und Praxis (MTP) haben wir ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht und entwickeln tolle gemeinsame Konzepte. Defacto braucht den Dialog mit Hochschulen wie der TH Nürnberg unbedingt für die eigene Entwicklung.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Die Metropolregion Nürnberg ist für mich ...
… eine ebenso relevante wie selbstbewusste Region in Deutschland mit einer nicht zu unterschätzenden Größe. Ich bin stolz darauf, dass unsere Kunden uns als „fränkischen Weltmarktführer“ bezeichnen.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Ich bin zufrieden und ich fühle mich wohl in meiner Haut. Eine gesunde Familie, ein geregeltes Leben und ein erfolgreiches Unternehmen sind für mich die größten Reichtümer. Zudem arbeite ich mit Menschen und Freunden zusammen, mit denen ich gerne zusammen arbeite.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Ich verrate Ihnen sogar zwei: „Geht nicht gibt’s nicht“ und „Kann ich nicht heißt will ich nicht“.

Sehr geehrter Herr Claus Schuster. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)

Rainer Zietsch
Rainer Zietsch

Zietsch, Rainer (2014)

Sehr geehrter Herr Rainer Zietsch, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich persönlich zu treffen.

Sie sind seit Oktober 2006 Leiter des NachwuchsLeistungsZentrum (NLZ) beim 1. FC Nürnberg. Wie kann man sich Ihre tägliche Arbeit vorstellen?
Die Arbeit ist sehr vielfältig mit einem Verantwortungsbereich über zehn Juniorenmannschaften hinweg. Die Hauptaufgaben liegen im Gespräche führen, organisieren und delegieren sowie in der Problemlösung, die sehr wichtig ist. Die Planung und die Weiterentwicklung des NachwuchsLeistungsZentrum im Wettbewerb mit anderen Fußballvereinen stehen besonders im Fokus.

Welche Rolle spielen Netzwerke bei Ihrer täglichen Arbeit?
Netzwerke sind im Bezug auf Spieler- und Mitarbeiterakquise auf dem nationalen Fußballmarkt sehr wichtig. Digitale Medien wie beispielsweise die Benutzung eines Smartphones nehmen eine immer wichtigere Rolle, auch in der Mannschaftbetreuung, ein. Entscheidend sind jedoch immer noch die persönlichen Gespräche mit den Spielern, Eltern und Trainern.

Woher nehmen Sie die Motivation, Jahr für Jahr Spielertalente für den Club auszubilden? Wo schöpfen Sie persönlich Kraft für neue Energien?
Es macht enormen Spaß mit jungen Menschen zu arbeiten und Ihnen Wege zu einem erfolgreichen Fußballleben aufzuzeigen. Die eigenen Erlebnisse helfen dabei, auch trotz der geänderten Zeiten, auf neue Einflüsse zu reagieren. In der Fußballbranche gibt es keinen Standard, jeder Spieler ist anders. Der Antrieb ist da, dass so viele junge Spieler wie möglich nachhaltig beruflich im Fußball bleiben können. Kraft schöpfe ich aus meinem private Umfeld, der Familie und dem Sport an sich, den ich regelmäßig als Ausgleich zum Berufsleben betreibe.

Nach verschiedenen Jugendtrainerstationen und Ihrem Engagement bei der Jugendfußballinitiative fD21 GmbH. Was ist Ihr großer Traum im Jugendfußballbereich?
Mein Leben wurde durch den Fußball bestimmt. Dieser Sport fasziniert und reizt mich noch heute. Das versuche ich auch den Jugendspielern zu vermitteln. Ein Traum als Verantwortlicher ist, dass so viele Jungs wie möglich bei den Profis ankommen. Die Fußballbegeisterung und Persönlichkeitsentwicklung soll tiefgreifend bei so vielen Spielern wie möglich über die kommenden zehn, zwölf Jahre hinweg beibehalten werden. Einen Nationalspieler aus den eigenen Reihen aufrücken zu sehen wäre fantastisch.

Was sind für Sie die wichtigsten Aspekte für eine/n Profisportler/in?
Die Mentalität ist inszwischen genau so wichtig wie die Qualität. Erfolge werden von den Sportlern erreicht, die am meisten bereit sind, für den Sport zu geben. Einer der wichtigsten Aspekte ist, die Gier und Profieinstellung im Übergang in den Herrenbereich beizubehalten.

An welche Spielertalente, die Sie betreuen durften, erinnern Sie sich noch heute sehr gerne zurück und warum?
Schöne Erinnerungen habe ich bei allen Spielern, die Ihren Berufsweg über den Fußball gepackt haben und bei denjenigen, die für Ihre Persönlichkeit viel mitgenommen haben. Und natürlich freut man sich immer, wenn man sich wiedersieht und die Spieler sich positiv an ihre Zeit beim Club erinnern. Unabhängig davon, wie lange und erfolgreich sie war.

Was muss man bei der Arbeit mit jungen Menschen heutzutage besonders berücksichtigen?
Die veränderte Mediennutzung birgt auch Gefahren. Spieler beim 1. FC Nürnberg sind keine ausschließlichen Privatpersonen, die mit der Kommunikation in den sozialen Netzwerken bewusst umgehen müssen. Wir versuchen den Spielern mitzugeben, sich nicht über diese Kanäle angreifbar zu machen. Die Schüler verlassen auch das Gymnasium früher. Wir als Verein sind hier gefordert, eine flexible Interessensweckung für Berufswege nach dem Fußball abzusenden, um jeden die Erreichung eines zweiten Standbeins zu ermöglichen.

Was fällt Ihnen spontan ein – auch aus Ihren eigenen Erfahrungen –, wenn ich Sie nach „Derby zwischen Nürnberg und Fürth“ frage?
Das Derby hat eine sehr hohe Bedeutung in allen Bereichen. Man bemerkt dies auch bereits bei den Aufeinandertreffen in den Jugendmannschaften. Trotzdem sind alle gefordert, diese Rivalität – auch schon bei den Jugendspielen bei den Verantwortlichen und Eltern – wieder normalisieren und nicht weiter eskalieren zu lassen. Rivalität ja, aber der Spaß an den Derbys darf nicht verloren gehen.

Sie haben neben Ihrer aktiven Spielerzeit bei der SpVgg Greuther Fürth an der Fachhochschule Nürnberg studiert. Worüber müssen Sie noch heute schmunzeln?
Ich habe in einem Alter das Studium aufgenommen, welches mindestens zehn Jahre über dem meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen lag. Da hat man sich schon das ein oder andere Mal als alter Mann gefühlt. Die Studierendengruppe war zur damaligen Zeit jedoch sehr familiär und so konnte man auch hier bereits die Kontakte zu den Mitstudierenden optimal nutzen.

Welche Parallelen zwischen Hochschule und Fußball sehen Sie?
Sowohl an der Hochschule als auch im Fußball ist eine gewisse Selbstorganisation, strukturiertes Arbeiten und Eigenmotivation unumgänglich. Die Jugendspieler betreiben einen riesen Aufwand, um Fußball und Schule in Einklang zu bringen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen gilt es, sich in beiden Bereichen zu Nutze zu machen für eine erfolgreiche Zielerreichung.

Was konnten Sie aus Ihrem Studium für Ihr Berufsleben mitnehmen?
Ich habe das Studium damals schon fokussiert mit klaren Zielvorstellungen angetreten. Diese Herangehensweise und fußballerisches Know-How habe ich auch aus dem Sportbereich mitgenommen. Die gewonnenen Unternehmenskontakte und die Praxiserfahrungen während des Studiums halfen immens weiter für den weiteren Karriereweg.

Welchen konkreten Rat geben Sie unseren Absolventen in der momentanen Situation?
Die vielfältigen Erfahrungsausprägungen bildet die Grundlage im weiteren Berufsleben. Der Austausch zwischen Theorie und Praxis an der Hochschule ist bedeutend. Die Praktika sollten von den Studierenden wohlüberlegt ausgewählt werden, um so viele Fertigkeiten wie möglich mitnehmen und die eigenen Interessen ausfindig zu machen zu können.

Haben sich in den vergangenen Jahren Berührungspunkte mit Studierenden der TH Nürnberg ergeben?
Bei fD21 haben wir Studierende für spezielle Bereiche – darunter auch eine Kommilitonin – eingestellt.

Welche Beiträge können Alumni Ihrer Meinung nach zu einer positiven Entwicklung der TH Nürnberg leisten?
Beeindruckende Alumnikarrieren können als vorbildliche Aushängeschilder verwendet werden. Die Vergabe von Praktikumsplätzen oder gemeinsame Praxisprojekte an leistungsfähige Studierende helfen den Unternehmen wie auch der Hochschule bei einer positiven Außendarstellung.

Haben Sie erreicht, was Sie sich mit 21 vorgenommen hatten?
Mit 21 war kein stringenter Lebensplan bei mir vorhanden. Nach dem Abitur und den ersten beiden Profifußballjahren war das Studium doch immer im Hinterkopf. Im Fußball galt es, diesen so erfolgreich wie möglich zu betreiben. Aus zwei Jahren entwickelten sich trotz eines zwischenzeitlichen Fernstudiums – die erste Prüfung in Mathematik und Statistik konnte ich zufallsbedingt an einem Samstag aufgrund einer Rotsperre mitschreiben – fünfzehn Jahre bis zum Studieneinstieg an der Hochschule in Nürnberg. Ich bin aber auch ohne genaueren Plan damit sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Zum Erfolg gibt es keinen Lift, wir müssen die Treppe benutzen.

Sehr geehrter Herr Rainer Zietsch. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit genommen haben!

(Interview: Daniel Großhauser)