Hochschulgebäude in der Oedenberger Straße.

Die Geschichte der Fakultät Betriebswirtschaft - Die Anfänge in den 70er Jahren

1963
Vorläufereinrichtung der Ausbildungsrichtung Wirtschaft war die seit 1963 bestehende Höhere Wirtschaftsfachschule der Stadt Nürnberg.

1971
Die Fachhochschule Nürnberg (FHN) wurde als staatliche Fachhochschule des Freistaates Bayern am 1.8.1971 aufgrund des Bayerischen Fachhochschule Gesetzes als Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet. Sie umfasst 4 Ausbildungsrichtungen: Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung. Mit dem Inkrafttreten des Fachhochschulgesetzes 1971 wurde die Höhere Wirtschafts-Fachschule (HWF) der Stadt Nürnberg zum Fachbereich Betriebswirtschaft der Fachhochschule Nürnberg. Gründungsdekan des Fachbereiches war Prof. Karlheinz Lochner im aktiven Dienst. Der Freistaat Bayern plante daher die Zusammenführung der gesamten Fachhochschule Nürnberg in Wöhrd. Wenn man einst unter dem Dach ist, lassen sich Teams von Ingenieuren, Wirtschaftlern und Designern denken, die Projekte gemeinsam bearbeiten. Die Umwandlung des Ohm-Polytechnikums in die Fachoberschule Nürnberg mit der Angliederung von 3 neuen Ausbildungsrichtungen, Betriebswirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung sowie die Ausweiterung der Ausbildungsrichtung Technik ist der Anlass  für die Erreichung der Erweiterungsneubauten. Dort soll die Hochschule nun zügig auf 4100 Studienplätze (2300 Technik, 860 Wirtschaft, 740 Sozialwesen, 200 Gestaltung) ausgebaut werden. Dass die Ausbildungsrichtung Gestaltung mit der für Wirtschaft in einem Fachbereich organisiert ist, stellt ein deutsches Hochschul-Unikum dar.

1974
Seit 1.10.1974 gilt das Bayerische Hochschulgesetz einheitlich für Universitäten, Kunsthochschulen und Fachhochschulen. Hierzu kam die Höhere Fachschule für Graphik und Werbung der Stadt Nürnberg, die als Fachrichtung Gestaltung in die Fachhochschule Nürnberg integriert und im WS 74/75 organisatorisch der Fachrichtung Betriebswirtschaft zugeordnet wurde zum Fachbereich Betriebswirtschaft/Gestaltung (FB BW/G). Diese beiden Fachrichtungen Betriebswirtschaft und Gestaltung verblieben in ihren städtischen Räumen, die Fachrichtung Gestaltung in der Schule Adam-Kraft-Straße, die Fachrichtung Betriebswirtschaft in der Volksschule Oedenberger Straße und im Kalbsgarten.

1978
Praktisch gleich geblieben sind die Studentenzahlen in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft mit 624 und in der Ausbildungsrichtung Gestaltung mit 157.

1979
Herausragendes Ereignis während des Jahres 1979 war der Abschluss eines Mietvertrages für das Gebäude der Fa. Metrawatt in der Welserstraße 43. Nach jahrelang beharrlichen Forderungen des Fachbereichs auf angemessene Unterbringung und energischen Initiativen des Präsidenten der Hochschule unterzeichnete die Fachhochschule Nürnberg im September 1979 die Urkunde. Das umzubauende Fabrikgebäude soll die Fachrichtung Betriebswirtschaft und einen Teil der Fachrichtung Gestaltung bis zum Neubau an der Wassertorstraße vorübergehend aufnehmen. Die Ausbildungsrichtungen Wirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung- sie haben ihre Wurzeln in ehemaligen Höheren Fachschulen der Stadt Nürnberg- sind bisher über das Stadtgebiet verstreut. Vom WS 1971/72 bis WS 1979/80 habe 992 Absolventen die Hochschule Betriebswirt (grad.) verlassen.

Hochschulgebäude in der Welserstraße.

Die Weiterentwicklungen in den 80er Jahren

1981
Der Fachbereich Betriebswirtschaft und Gestaltung kann im Jahre 1981 über erfreuliche Entwicklungen und Tendenzen berichten. Mit der ECOLE SUPERIEURE DE CONNERCE ET D´ADMINISTRATION DES ENTREPRISES TOULOUSE bahnt sich eine Partnerschaft an. Die E.S.C.A.E. gehören zu den Grandes Ecoles, also – wie die Fachhochschulen – zum tertiären Bildungssektor.
Am 10. Dezember 1981 fand anlässlich der Inbetriebnahme des eigenen Lehrgebäudes der ehemaligen Metrawatt-Fabrik in der Welserstraße 43 eine Feier statt, zu der die Fachhochschule zahlreiche Freunde und Förderer begrüßen konnte. Das „neue“ Domizil beherbergt neben dem Dekanat und einigen Professorenzimmern Hörsäle verschiedener Größe, ein Sprachlabor und eine Bibliothek für die Ausbildungsrichtung Wirtschaft sowie Labors der Ausbildungsrichtung Gestaltung. In Anbetracht der stark wachsenden Studentenzahlen konnten die Räume im Schulhaus Oedenbergerstraße nicht aufgegeben werden, so dass die Fachrichtung Wirtschaft noch immer nicht geschlossen untergebracht wurde. 10 Jahre besteht die Fachhochschule Nürnberg nunmehr als eine Hochschule neuen Typs, deren Aufgabestellung in ganz besonderer Weise auf die Praxis hin orientiert ist. Das Studium Betriebswirtschaft umfasst 8 Semester. Das dritte und sechste Semester sind für alle Studenten verbindliche praktische Studiensemester. Der Studierende soll im ersten Praxissemester Einblicke in Arbeitsablauf und Arbeitsmethoden des verschiedenen Bereichs eines Wirtschafts- oder Verwaltungsbetriebes erhalten. Im zweiten Praxissemester wird er an die selbständige Lösung von Aufgaben in den Betrieben herangeführt und somit praxisnah auf seine Berufstätigkeit vorbereitet. Während der beiden Praxissemester wird der Student an seinen Arbeitsplatz durch den laufenden Kontakt zwischen den Professoren der Hochschule und den Firmen betreut. Praxisbegleitende Lehrveranstaltungen an der Hochschule vertiefen diesen Kontakt. Dieses praxisorientierte Studium nach dem sogenannten Bayerischen Modell sichert den Absolventen einen raschen Einstieg in die Berufswelt und erhöht die Chancen am Arbeitsmarkt. Es können künftig weitere Studienschwerpunkte eingerichtet werden, z.B. Steuern, Logistik, Fremdverkehr, Außenhandel. Nach bestandener Abschluss Prüfung wird der akademische Grad Diplom-Betriebswirtschaft verliehen. In der Fachrichtung Betriebswirtschaft lehren z.Zt. rund 20 Professoren. 24 Lehrbeauftragte aus Wirtschaft und Verwaltung vertiefen die Kontakte zur Praxis. Außerdem unterstützt ein sehr aktiver „Absolventen- und Förderverein (AUF)“ die Studenten und Hochschullehrer im Beruf und an der Hochschule.
Gestatten sie mir aber die kurze Feststellung, dass sich in den 10 Jahren des Bestehens der Fachhochschule Nürnberg, der zweitgrößten Bayerns, die Studentenzahl auf fast 5.200 verdoppelt hat. Davon studieren in der Ausbildungsrichtung Technik über 3.200, in Sozialwesen fast 900, in Wirtschaft 860 und in Gestaltung 160 junge Menschen, die zu fast 70% aus unserer Region kommen.

1983
Zum 1.3.1983 wurde die Ausbildungsrichtung Gestaltung als selbständiger Fachbereich der Fachhochschule Nürnberg aus dem Doppelfachbereich Betriebswirtschaft/Gestaltung ausgegliedert. Sowohl Betriebswirtschaft als auch Gestaltung sind damit wieder eigenständige Fachbereiche in der FH Nürnberg. Im Bereich des Faches „Berufspädagogik“ hat sich der Modellversuch konsolidiert. Im Rahmen des Studiums kann das Fach als Wahlfach studiert werden. Die Studenten erhalten damit die zusätzliche Berechtigung, als Ausbilder in Betrieben tätig zu werden (AdA-Schein).

1984
Mittlerweile waren 1.400 im Studiengang Betriebswirtschaft eingeschrieben. Mit dem Napier College of Commerce and Technology in Edinburgh wurden Kontakte angebahnt. Zunächst kommen zwei Studentinnen aus Edinburgh zu Nürnberger Gastfamilien; ein Nürnberger Student wird dafür nach Edinburgh gehen.

1986
Den Studenten soll ab Herbst 1986 die Möglichkeit gegeben werden, sich in einem neuen Schwerpunkt „Außenwirtschaft“ – es ist der achte in der Angebotspalette von BW – zu spezialisieren. Exportkundige Führungskräfte, besonders für Mittel- und Kleinbetriebe, sollen hier sachkundige Grundbildung erhalten. Das Projekt ist für Bayern einmalig im Hochschulbereich: Weder Universitäten noch andere Fachhochschulen bilden spezielle Exportpraktiker aus.

1987
Die Raumsituation hat sich zu genau dem entwickelt, was im letzten Jahresbericht befürchtet wurde, zum Engpass für alle Planungen. Die Sanierungen unserer Außenstelle im Schulhaus Oedenberger Straße und die Aufteilung der Semestergruppen auf Welserstraße, Heroldsberger Weg und Julius-Leber-Straße brachte zeitweise fast unüberwindbare Schwierigkeiten mit sich. Die Begeisterung für den neuen Schwerpunkt Außenwirtschaft hat sich auch in der Nachfrage unserer Studenten nach Auslandpraktika niedergeschlagen und zu der Gründung des „Ohm International Club“ geführt. Mit dem Wintersemester 1987/88 begann der Fachbereich einen Modellversuch „Studium mit Zusatzpraxis“, bei dem der Praxisanteil des Fachhochschulstudiums von 40 auf 64 Wochen erhöht wurde.

1988
Nach Einführung eines Numerus Clausus für die Fachbereiche Betriebswirtschaft durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat der Fachbereichsrat BW beschlossen, für Nürnberg die bisherigen Studienanfänger-Zahlen auch weiterhin zuzulassen.

Die Umgestaltungen in den 1990er, 2000er und 2010er Jahren

1999
Rechtzeitig zum Beginn des Sommersemesters 1999 am 15. März konnte der Neubau für die Fachbereiche Betriebswirtschaft und Sozialwesen in der Bahnhofstraße 87 fertiggestellt werden. Rund 3.000 Studierende und ca. 100 Dozenten und Mitarbeiter waren unmittelbar vom Umzug betroffen.

2013
Zum Wintersemester 2013/2014 konnte die Fakultät Betriebswirtschaft gemeinsam mit den Fakultäten Architektur, Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik und Sozialwissenschaften ein zusätzliches Hochschulgebäude in der Bahnhofstraße 90 mit Hörsälen, Seminarräumen und büros beziehen.

Hochschulgebäude in der Bahnhofstraße.

Heute

Die Fakultät für Betriebswirtschaft ist eine der führenden Einrichtungen für angewandtes Management in Deutschland. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis lehren und forschen mehr als 50 Professorinnen und Professoren mit langjähriger Berufserfahrung aus der freien Wirtschaft. Die Dozentinnen und Dozenten sind in ihren wirtschaftswissenschaftlichen Fachgebieten international gefragte Expertinnen und Experten, sie sind mit den Unternehmen der Metropolregion eng vernetzt. Das Studienprogramm besteht aus deutsch- und englischsprachigen Studiengängen auf Bachelor- und Masterniveau mit über 3.000 Studierenden. Zahlreiche renommierte Lehrbeauftragte aus führenden Unternehmen sowie Lehrassistentinnen und Lehrassistenten der betriebswirtschaftlichen Fächergruppen sichern eine qualifizierte fachliche Betreuung. Ein modernes Lernumfeld und virtuelle Lehrunterstützung führen zu einer exzellenten Qualität in der Lehre.