Das Studierendenpanel der TH Nürnberg

Etwa ein Drittel der Studierenden an Hochschulen für angewandte Wissenschaften bricht das Studium ab. Was sind die Gründe dafür und für welche Gruppen von Studierenden ist das Risiko eines Abbruchs besonders hoch? Diese Fragen untersucht die Technische Hochschule Nürnberg seit dem WS 2014/15 mit einem Monitoring der Studienverläufe. Neben einer fortlaufenden Analyse der administrativen Daten, die ebenfalls eine Kohortenbetrachtung erlauben, werden mittels wiederholter Befragungen einer Studierendenkohorte Informationen über Studienmotivation, Studierverhalten, Studienzufriedenheit usw. erhoben und mit den administrativen Daten verknüpft. Auf dieser Basis entwickelt die TH Nürnberg geeignete Maßnahmen zur Prävention von Abbrüchen und zur Förderung des Studienerfolges.

Mit einem systematischen Monitoring werden an der TH Nürnberg Muster von Studienverläufen und insbesondere Studienabbrüche untersucht. Auf dieser Basis werden geeignete Maßnahmen zur Prävention von Abbrüchen und zur Förderung des Studienerfolges entwickelt. 

Das Monitoring baut auf zwei Datenquellen auf:

Seit dem WS 2014/15 wird eine Datenbank aus den in den Studierenden- und Prüfungsdatenbanken (HIS SOS/POS) gehaltenen administrativen Daten aufgebaut. Diese beinhalten soziodemographische Daten und Daten zu Merkmalen des Studienverlaufs (z.B. ECTS-Leistungspunkte), die auch in einer Kohortenbetrachtung analysiert werden können.

Ergänzend wird eine Panelstudie der Studienanfänger des Wintersemesters 2015/16 durchgeführt. Damit können die administrativen Daten um wichtige Informationen zur Bedeutung studienbezogener Einstellungen und Verhaltensweisen (Studienmotivation, Abbruchneigung, Zeitaufwand für das Studium usw.) sowie von Merkmalen der Lebenslage (Erwerbstätigkeit, Kindererziehung usw.) ergänzt werden.

Die Informationen aus dem Studierendenpanel können – anonymisiert – mit den administrativen Daten verknüpft werden, sofern die Studierenden ihre Matrikelnummer angeben.

Die Befragungen im Studierendenpanel werden online durchgeführt. Dabei wird ein Teil der Fragen immer wieder gestellt, um Veränderungen auf der individuellen Ebene im Zeitablauf abbilden zu können. Daneben haben die Befragungswellen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, in Abhängigkeit vom Fortschritt des Studiums: In der ersten Welle wurde bspw. nach der Gründen der Fachwahl gefragt und Fragen zur akademischen und sozialen Integration gestellt. In der zweiten Welle lag der Schwerpunkt auf den Erfahrungen der ersten Prüfungsphase. Inhalte der kommenden Befragungswellen sind u.a. Leistungsstand und –motivation, das Studier- und Prüfungsverhalten oder Gründe für ein Hinausschieben des Abschlusses.

Am Ende der Online-Befragung werden Sie gebeten, Ihre Matrikelnummer anzugeben. - Warum? Das Studierendenpanel ist eine Form der Befragung, bei der dieselben Personen mehrmals befragt werden. Ziel des Panels ist es, die Studienverläufe der Befragten abzubilden. Zum Beispiel ist es von Interesse, ob Studierende, die zu Beginn ihres Studiums Leistungsprobleme hatten, diese bewältigen konnten. Eine solche Analyse ist nur möglich, wenn die Angaben in den einzelnen Befragungsrunden miteinander verknüpft werden können. Voraussetzung dafür ist, dass alle Befragten einen individuellen Code erhalten, der in allen Befragungswellen gleich bleibt. Es bietet sich an, dafür die Matrikelnummer zu verwenden, da sie den Studierenden immer bekannt ist und sich im Verlauf des Studiums nicht verändert.

Was bedeutet das für die Vertraulichkeit meiner Angaben?

Um die Vertraulichkeit der Datenauswertung garantieren zu können, werden die Matrikelnummern für die Auswertung anonymisiert. Diese Anonymisierung erfolgt durch einen Mitarbeiter der Hochschulverwaltung. Der Datensatz, der Ihre Angaben aus der Befragung enthält und der vom Projektteam ausgewertet wird, enthält also nicht Ihre reale Matrikelnummer und selbstverständlich auch nicht Ihre Emailadresse oder gar Ihren Namen. Dieses Vorgehen wird in den nächsten Befragungswellen wiederholt, so dass die Angaben der einzelnen Wellen miteinander über den anonymisierten Code verknüpft werden können. Der Datenschutzbeauftragte der Hochschule hat diesem Verfahren zugestimmt. 

Auch die Ergebnisse werden ausschließlich in anonymisierter Form veröffentlicht. Das bedeutet, dass niemand erkennen kann, welche Person welche Angaben gemacht hat. 

Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?

Die Befragungsdaten werden ausschließlich auf einem hochschuleigenen Server gespeichert, auf den Dritte keinen Zugriff haben.

Projektleitung

Prof. Dr. Sabine Fromm

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Andrea Rülling (M.A. Soziale Arbeit)


Ziel ist es, Muster von Studienverläufen zu untersuchen und dabei problematische – aber auch gelingende oder besonders erfolgreiche – Studienverläufe zu identifizieren. Es soll untersucht werden, welche Faktoren auf den Studienverlauf einwirken und wie sich verschiedene Studienverlaufsmuster erklären lassen. Nach Auswertung der Ergebnisse sollen Maßnahmen entwickelt werden, um dem Studienabbruch entgegenzusteuern und um die Studierenden passgenau zu unterstützen.

Das Projekt wird finanziert im Rahmen der aktuellen Zielvereinbarung zwischen der Technischen Hochschule Nürnberg und dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Laufzeit des Studierendenpanels: 10/2015 bis 12/2018

Publikationen zum Projekt

  • Fromm, S.; Rülling, A. (2019): Von „Angekommenen“, „Orientierungslosen“ und „Selbstläufern“ – Heterogene Studienanfänger an der TH Nürnberg. Sonderdruck Schriftenreihe der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Mai 2019 (PDF)
  • Fromm, S.; Rülling, A. (2018): Studienabbruch revisited – Studierendentypen und Studienerfolg. Vortrag beim Workshop „Angewandte Hochschulforschung“ an der TH Nürnberg am 25.09.2018 (Vortragspräsentation)
  • Fromm, S.; Gerlach-Newman, A.; Oberbeck, N. (2017): Motivation und Zielsetzung des Studienverlaufsmonitorings, in: duz 06/2017, S. 69-71
  • Fromm, S.; Weindl, M. (2016): Erster Zwischenbericht: Studieneinmündung und erste Prüfungserfahrungen. Sonderdruck Schriftenreihe der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm Nr. 65, August 2016 (PDF)

Übersicht über die bisherigen Befragungswellen

 

Drei Befragungswellen mit folgenden Themen wurden bereits durchgeführt:

Welle 1 (Dezember 2015):
  • Erwartungen an das Studium und Vorkenntnisse zu Studienbeginn
  • Gründe für die Wahl des Studienfachs
  • Einmündung ins Studium
  • Zufriedenheit mit dem Studium
  • Persönliche Lebenssituation
Welle 2 (April 2016):
  • Verlauf der ersten Prüfungsphase
  • Studierverhalten
  • Abbruchneigung
  • Persönliche Lebenssituation
Welle 3 (Oktober/ November 2017):
    • Erfahrungen im Praxissemester
    • Leistungsstand
    • Studienfortschritt
    • Lernziele
    • Persönliche Lebenssituation
    Welle 4 (November/ Dezember 2018):
    • Studienfortschritt
    • Abbruchneigung
    • Bewertung des Studiums
    • Perspektiven nach dem Studium