Wohnraumakquise und Housing First in Nordbayern

Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit ist ein in Deutschland bestehendes Phänomen extremster Armut, welches auf eine unzureichende wohlfahrtsstaatliche Politiken zurückzuführen ist. Ein vielversprechender Ansatz zur Bekämpfung der Wohnungsnot, stellt der US-amerikanische Housing First-Ansatz dar. Dieser wurde in den USA, Kanada, europäischen Ländern, aber auch in Deutschland bereits erfolgreich erprobt. Der Housing First-Ansatz setzt mit einer Kombination von Wohnraumakquise und (freiwillig nutzbaren) sozialarbeiterischen Angeboten unmittelbar an dem dringendsten Bedarf von wohnungslosen Menschen an – der Bereitstellung einer eigenen Wohnung.

Projektlaufzeit: 01.11.2022–31.10.2023

Prof. Dr. Frank Sowa (Projektleitung)

Dr. Anna Tissot (Projektleitung)

Dr. Nora Sellner

Das qualitativ-rekonstruktiv angelegte Forschungsvorhaben möchte ein tiefergehendes Verständnis über die Prozesse zur Vermittlung von Wohnraum an eine stigmatisierte Gruppe wie die der wohnungslosen Menschen, die Lebenslagen und Bedarfe dieser Zielgruppe sowie die möglichen Veränderungen der wohlfahrtsstaatlichen Bearbeitung von Wohnungslosigkeit durch die Soziale Arbeit gewinnen. Dabei werden erste Modellprojekte in Nordbayern anhand verschiedener Arbeitspakete analysiert, die die Perspektiven der neuen Mieter:innen, der Sozialarbeiter:innen bzw. der Sozialen Arbeit und der Vermieter:innen berücksichtigen, um so die umfassenden Prozesse und Mechanismen mit ihren verschiedenen Akteur:innen ganzheitlich in den Blick zu nehmen und ihre subjektiven Deutungen und Relevanzsetzungen rekonstruieren zu können.

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) / Regierung von Mittelfranken