TriP – Trialog in der Praxis. Peer-Beratung in sozialpsychiatrischen Einrichtungen

Im Projekt „TriP - Trialog in der Praxis“ ging es um die Implementierung von Peer-Beratung durch Betroffene und Angehörige in sozialpsychiatrischen Einrichtungen in Unterfranken. „Trialog“ bedeutet, dass Psychiatrie-Erfahrene als Experten durch Erfahrung, Professionelle als Experten durch Ausbildung und Angehörige voneinander lernen. Der Trialog-Gedanke und Peer-Beratung wird bereits in einer Vielzahl stationärer und ambulanter sozialpsychiatrischer Einrichtungen in Deutschland mit Erfolg erprobt. Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige werden in einer einjährigen Ausbildung nach dem zertifizierten Konzept von Ex-In Deutschland e.V. auf ihre Tätigkeit als sogenannte Genesungsbegleiter vorbereitet. Rund 50 unterfränkische Einrichtungen können zukünftig auf ausgebildete Genesungsbegleiter zurückgreifen.

In dem Projekt wurde untersucht, welche förderlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Peer-Beratung in sozialpsychiatrischen Einrichtungen identifiziert werden können. Weiter wurde der Frage nachgegangen, welche typischen Erwartungen und Schwierigkeiten bei der Integration von Peer-Beratung bestehen (z. B. Nutzen und Vorteile von Peer-Beratung bzw. strukturelle Probleme, Rollenkonflikte, Ängste und Bedenken) und wie die Einrichtungen mit den Herausforderungen konstruktiv umgehen können.

(Laufzeit: 1.5.2016 bis 31.12.2018)

Robert-Kümmert-Akademie, Würzburg

E-Beratungs-Institut an der TH Nürnberg Georg Simon Ohm

Prof. Dr. Christoph Walther, TH Nürnberg Georg Simon Ohm

 

Das Forschungsprojekt hatte drei Ziele:

  1. eine systematische Literaturrecherche zu deutschsprachigen Studien, die sich im weiteren Sinne mit der Fragestellung beschäftigen: „Förderliche Rahmenbedingungen der Integration von Peer-Beratung in sozialpsychiatrischen Einrichtungen“
  2. zwei Befragungen der beteiligten Einrichtungen in Unterfranken zu verschiedenen Zeitpunkten über Motive, Bedenken, Erfahrungen und Perspektiven bei der Implementierung von Peer-Beratung, deren Analyse und Auswertung mit den Einrichtungen
  3. konkrete Unterstützung und Beratung von interessierten sozialpsychiatrischen Einrichtungen, die bei sich Peer-Beratung einrichten wollen

 

 

 

Förderung durch Aktion Mensch

Weitere Informationen:

Themen der Befragung per Fragebogen:

·       aktuelle Beschäftigungssituation

·       Einstellung und Strategien der Einrichtungen vor dem Zeitpunkt der Aufnahme von Genesungsbegleitern

·       Erfahrungen mit Genesungsbegleitern in der Einrichtung

·       Perspektiven für weitere Mitarbeit von Genesungsbegleitern

Ergebnisübersicht der Befragung der teilnehmenden Einrichtungen (2018): Projektauswertung

 

Publikationen:

Christoph Walther, Jelena Oljaca (2016): Förderliche Rahmenbedingungen der Integration von Peer-Beratung in sozialpsychiatrischen Einrichtungen. Eine Übersicht empirischer Studien in Deutschland. Literaturrecherche im Rahmen des Projektes „Trialog in der Praxis – TriP“ in Unterfranken

Jelena Hoghe; Christoph Walther (2018): Förderliche Rahmenbedingungen für die Partizipation von Genesungsbegleiter_innen in der sozialpsychiatrischen Regelversorgung. Ergebnisse aus Erfahrungsberichten und empirischen Studien in Deutschland. In: Michaela Köttig, Dieter Röh (Hrsg.): Soziale Arbeit in der Demokratie – Demokratieförderung in der Sozialen Arbeit. Theoretische Analysen, gesellschaftliche Herausforderungen und Reflexionen zur Demokratieförderung und Partizipation. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich. S. 162- 171