Die Gestaltung der Daseinsvorsorge in den großen und kleinen Gemeinden in Bayern ist eine zentrale Herausforderung, die durch die demografischen Veränderungen in den nächsten Jahren noch erschwert wird.
Auch die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern sind von diesem Wandel betroffen.
Als traditionell fest etablierte Institutionen stellen sie aktuell in vielen Teilen Bayerns einen elementaren Bestandteil der lokalen Daseinsvorsorge dar. Die damit verbundenen Aufgaben sind vielfältig: der akute Einsatz zur Brandbekämpfung, der Dienstabend zur Ausbildung oder die Wartung von Pumpen und Funkgeräten – das alles geschieht auf ehrenamtlicher Basis. Umfassende Qualifikationen und kontinuierliche Übungseinheiten sind notwendig, um mit den technischen Geräten sicher umgehen zu können, um als Team zusammenzuarbeiten und im Notfall für die Aufgaben gerüstet zu sein. Von den Engagierten in den über 7.000 regionalen Feuerwehren in Bayern erfordert dies beständigen zeitlichen Einsatz und hohes „commitment“.

Doch in der modernen Gesellschaft wandelt sich ehrenamtliches Engagement stark, auch bei den Freiwilligen Feuerwehren. Sich verändernde Lebenslagen, berufliches Pendeln, private Verpflichtungen oder konkurrierende Freizeitangebote machen ein ehrenamtliches Engagement schon lange nicht mehr „selbstverständlich“. Um zu gelingen, braucht es im Ehrenamt daher fördernde Rahmenbedingungen, die wissenschaftlich als „Freiwilligenmanagement“ diskutiert werden.

Das Projekt macht deshalb die Freiwillige Feuerwehr zum Forschungsthema: Wer wird künftig löschen? Welche Instrumente des Freiwilligenmanagements können hier konkret hilfreich sein? Unter welchen Bedingungen lassen sich auch künftig Menschen gewinnen, dieses Ehrenamt auszuüben? Wie kann der wichtige Auftrag in den Freiwilligen Feuerwehren auch künftig sichergestellt und gefördert werden? Und wo sind u.U. die Grenzen ehrenamtlichen Engagements - an welchen Stellen braucht es künftig stärker auch hauptberufliche Strukturen?

Das praxisorientierte Forschungsprojekt leistet damit einen wissenschaftlich fundierten, empirischen Beitrag für die weitere Gestaltung der kommunalen Daseinsvorsorge.

 

Laufzeit: September 2021 bis Dezember 2023

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Doris Rosenkranz (Fakultät SW)

Projektmitarbeiter/in:

  • Enya Buchner, M.A.
  • Brigitte Limbeck, Dipl.-Soz.Päd. (FH)

Ziel ist die Ableitung von praxisorientierten Handlungsempfehlungen für die künftige Sicherung kommunaler Daseinsvorsorge im Bereich der Feuerwehren.
Im Ergebnis werden Rahmenbedingungen benannt, mit denen (auch) künftig das Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren gefördert und gesichert werden kann.

Das Projekt wird bis Ende 2023 gefördert durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.

Forschungsdesign

Mixed-Methods-Design:

  • Statistische Erhebungen und Projektionen zur aktuellen und künftigen Mitgliederstruktur in den Freiwilligen Feuerwehren in Bayern
  • Empirische Befragungen und Analysen zum Umgang mit den Folgen des sozialen und demographischen Wandels im Bereich der Feuerwehren