Erfolgreicher Auftakt für das Forschungsvorhaben BioBond an der Ohm

Mit einem erfolgreichen Kick-off ist das Forschungsprojekt BioBond (Biobasierte Binder-Systeme für Hochleistungskeramiken als Alternative zu nicht-regenerativen Bindemitteln) offiziell gestartet. Zum Auftakttreffen an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) kamen neben dem Projektteam auch die beteiligten Industriepartner zusammen, um die wissenschaftlichen und organisatorischen Grundlagen für die kommenden vier Jahre zu legen. Das gemeinsame Treffen markierte den Beginn eines ambitionierten Forschungsvorhabens, in dessen Rahmen nachhaltige Lösungen für die keramische Industrie entwickelt werden sollen.

  • Kick-off des Vorhabens BioBond mit den gemeinsamen Industriepartnern (Foto: Herbert Schlachter)

Die Herstellung technischer Keramiken ist energieintensiv und steht vor der Herausforderung, ihre Prozesse zunehmend klimafreundlich zu gestalten. Während bereits intensiv an der Nutzung regenerativer Energien für Formgebung und Sinterung gearbeitet wird, rückt mit BioBond ein bislang weniger beachteter Aspekt in den Fokus: die Nachhaltigkeit der eingesetzten Rohstoffe. Im Zentrum des Projekts steht daher die Entwicklung biobasierter Bindemittelsysteme, die künftig fossile Binder in Hochleistungskeramiken ersetzen sollen.

Aufbauend auf den Ergebnissen eines Vorlaufforschungsprojekts werden erstmals biobasierte Polymere systematisch hinsichtlich ihrer Eignung als Bindemittel für technische Keramiken untersucht. Neben der Entwicklung praktikabler und industriell nutzbarer Lösungen sollen grundlegende Erkenntnisse über die Struktur-Eigenschafts-Beziehungen zwischen Bindern und keramischen Werkstoffen gewonnen werden. Damit leistet BioBond einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Keramikindustrie hin zu einer ressourcenschonenden und klimafreundlichen Produktion.

Gefördert wird das Forschungsvorhaben vom fachlich zuständigen Ressort des Freistaats Bayern sowie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Programms Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in der Förderlinie HAW-ForschungsPraxis. Das Projekt läuft vom 1. April 2026 bis 31. März 2030.

Der Kick-off bot den Projektbeteiligten die Gelegenheit, die Projektziele und Arbeitspakete detailliert zu diskutieren, Verantwortlichkeiten festzulegen und die Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums zu stärken. Insbesondere der direkte Austausch zwischen Hochschule und Industriepartnern bildete eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens.

Abgerundet wurde das Treffen durch ein gemeinsames Mittagessen im Nürnberger Restaurant Kim Chung, bei dem die Teilnehmenden die Gelegenheit nutzten, sich auch über fachliche Themen hinaus auszutauschen und persönliche Kontakte weiter auszubauen. Die offene und konstruktive Atmosphäre unterstrich den gemeinsamen Anspruch, innovative und nachhaltige Lösungen für die keramische Industrie zu entwickeln.

Mit BioBond soll ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in der keramischen Industrie geleistet werden. Durch die Substitution fossiler Bindemittel durch nachhaltige, biobasierte Alternativen werden neue Wege für ressourcenschonende Herstellungsprozesse eröffnet. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Innovationskraft der beteiligten Unternehmen und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Ohm.

Mehr zum Vorhaben BioBond ist unter folgendem Link zu finden: https://www.th-nuernberg.de/fakultaeten/ac/forschung/makromolekulare-chemie/forschungsvorhaben/

Erfolgreicher Auftakt für das Luftfahrtforschungsvorhaben BiohM an der Ohm

Mit einem gelungenen Kick-off im Juni 2026 ist das Forschungsprojekt BiohM (Biobasierte Prepregs durch hochenergieeffiziente Mikrowellentechnologie) offiziell gestartet. Zum Auftakttreffen begrüßte die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) alle beteiligten Projektpartner (Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Diehl Aviation Laupheim GmbH, Isovolta Kassel GmbH, Weiss Technik GmbH) sowie den Projektträger (Projektträger Luftfahrt DLR) vor Ort in Nürnberg. Damit fiel der Startschuss für ein ambitioniertes Verbundvorhaben, das der Luftfahrtbranche neue Impulse für mehr Nachhaltigkeit geben soll.

 

  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Herbert Schlachter)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)
  • Kick-off des Luftfahrtforschungsvorhabens BiohM (Foto: Christian Dreyer)

Das Projekt BiohM adressiert zentrale Herausforderungen der Luftfahrt im Kontext des Klimawandels: Ressourcen- und Energieeffizienz. Unter der gemeinsamen Leitung des Lehr- und Forschungsgebiets Makromolekulare Chemie und Kunststofftechnik der Ohm sowie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP bündeln zwei starke Partner ihre Expertise. Ziel ist es, biobasierte Harzsysteme mit einer energieeffizienten Prepreg-Produktion auf Basis innovativer Mikrowellentechnologie zu kombinieren.

Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms LuFo Klima VII-1. Der Projektzeitraum erstreckt sich vom 1. März 2026 bis 28. Februar 2030.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung nachhaltiger Alternativen zu den bislang in der Luftfahrt dominierenden, petrochemisch basierten Materialien. Prepregs, die wichtigsten Halbzeuge für Faserverbundkunststoffe, werden derzeit überwiegend aus fossilen Rohstoffen hergestellt und energieintensiv verarbeitet. BiohM setzt hier an: Durch den Einsatz biobasierter Epoxidharze und die Nutzung einer am Fraunhofer IAP entwickelten Mikrowellendurchlaufanlage soll eine ressourcen- und energieeffiziente Gesamtlösung entstehen.

Die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung neuer biobasierter Harze wurde bereits in vorangegangenen Arbeiten an der Ohm gelegt. Ziel des Teilvorhabens ist es nun, diese Materialien in Richtung industrieller Anwendung weiterzuentwickeln und ihre Skalierbarkeit zu demonstrieren. Dies stellt einen wichtigen Schritt hin zu nachhaltigen Werkstoffen in der zivilen Luftfahrt dar.

Der Kick-off bot den Projektpartnern Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen, die nächsten Schritte abzustimmen und die gemeinsame Vision zu konkretisieren. 

Neben dem fachlichen Programm stärkte auch ein gemeinsamer Auftaktabend den Verbundgedanken. Bei einer traditionellen Nürnberger Bierkellertour erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die historischen Felsenkeller der Stadt, die einst zur Lagerung von Bier genutzt wurden. Der Abend klang in einem der typischen Nürnberger Gasthäuser in geselliger Runde aus, ein gelungener Rahmen für den Aufbau persönlicher Kontakte innerhalb des Konsortiums.

Mit BiohM wird nicht nur ein wichtiger Beitrag zur umweltfreundlichen Luftfahrt geleistet, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Industriepartner gestärkt und der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert. Das Projekt leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Luftfahrtbranche.

Mehr zum Vorhaben BiohM ist unter folgendem Link zu finden: https://www.th-nuernberg.de/fakultaeten/ac/forschung/makromolekulare-chemie/forschungsvorhaben/

Best Poster Award für unsere Doktorandin Elisabeth Schamel

Großer Erfolg für unsere Nachwuchsforschung: Unsere Doktorandin wurde beim Macromolecular Colloquium 2026 in Freiburg mit dem Best Poster Award ausgezeichnet. Der renommierte Preis wurde von Wiley verliehen und würdigt herausragende wissenschaftliche Beiträge im Bereich der Polymerforschung.

Im prämierten Poster mit dem Titel Bio-Based Epoxy Resins as Substitutes for Fossil-Based DGEBA: Structure-Property Insights stellte die Doktorandin Elisabeth Schamel, M.Sc., ihre aktuellen Forschungsergebnisse zur Entwicklung biobasierter Epoxidharze mit hohen Glasübergangstemperaturen vor. Diese Materialien bieten ein vielversprechendes Potenzial, konventionelle, fossilbasierte Epoxidharze wie DGEBA zu ersetzen und damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kunststofftechnologie zu leisten.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie sich molekulare Strukturmerkmale auf die mechanischen und thermischen Eigenschaften biobasierter Epoxidharze auswirken.

Wir gratulieren herzlich zu dieser herausragenden Leistung und freuen uns über die Anerkennung dieser wichtigen Forschungsarbeit!

  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026
  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026
  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026
  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026
  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026
  • Macromolecular Colloquium Freiburg 2026

Das Macromolecular Colloquium Freiburg 2026 fand am 12. und 13. Februar 2026 in der Messe in Freiburg statt und brachte zahlreiche Wissenschaftler:innen aus der Makromolekularen Chemie zusammen. Die traditionsreiche Veranstaltung zählt zu den weltweit bedeutendsten Treffen rund um Polymere und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Diese reicht bis zu den frühen Arbeiten von Hermann Staudinger. Alljährlich dient die Veranstaltung als zentrale Austauschplattform für die Forschenden. Neben Vorträgen und Posterpräsentationen bietet das Treffen vielfältige Gelegenheiten, aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie zu diskutieren und Kooperationen auszubauen oder zu begründen. Durch die breite Beteiligung aus Deutschland, Europa und darüber hinaus gilt das Kolloquium als einer der wichtigsten Treffpunkte für alle, die an modernen Fragestellungen der Makromolekularen Chemie arbeiten.

Insgesamt stellte die Arbeitsgruppe drei Beiträge im Rahmen des Macromolecular Colloquium Freiburg 2026 vor:

  • Florian Bauer: From Ortho to Para: How Isomerism Impacts Flame Resistance in Epoxy Resins Based on Benzenedicarboxylic Acids,
  • Julian Beier: Designed for Recycling – Acetal Cross-Linkers for Selectively Cleavable Silicone Elastomers,
  • Elisabeth Schamel: Bio-Based Epoxy Resins as Substitutes for Fossil-Based DGEBA: Structure-Property Insights.

 

REHAU Technikpreis 2025 für Masterabsolvent Julian Beier

Für seine herausragende Leistung im Bereich Makromolekulare Chemie und Kunststofftechnik wurde Julian Beier, Absolvent des Masterstudiengangs Angewandte Chemie, mit dem REHAU Technikpreis 2025 ausgezeichnet. Der Preis würdigt innovative Ideen und besondere Beiträge in den Bereichen Technik, Wissenschaft und Recycling. Die feierliche Verleihung des mittlerweile zum 19. Mal vergebenen Preises fand im REHAU Art statt. Im Anschluss erhielten die Gäste eine exklusive Führung durch den Museumsbereich des Unternehmens und der Abend fand mit einer Abendveranstaltung ein würdiges Ende.

  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)
  • REHAU Technikpreis 2025 (Foto: Patrick Pleßgott / REHAU Industries SE)

Für seine herausragende Leistung im Bereich Makromolekulare Chemie und Kunststofftechnik wurde Julian Beier, Absolvent des Masterstudiengangs Angewandte Chemie, mit dem REHAU Technikpreis 2025 ausgezeichnet. Der Preis würdigt innovative Ideen und besondere Beiträge in den Bereichen Technik, Wissenschaft und Recycling. Die feierliche Verleihung des mittlerweile zum 19. Mal vergebenen Preises fand im REHAU Art statt. Im Anschluss erhielten die Gäste eine exklusive Führung durch den Museumsbereich des Unternehmens und der Abend fand mit einer Abendveranstaltung ein würdiges Ende.

Der Betreuer der Arbeit, Prof. Dr.-Ing. Dominik Söthje, zeigte sich beeindruckt:

„Julian Beier fiel bereits in den Lehrveranstaltungen durch seine Begeisterungsfähigkeit und seine besondere Sorgfalt auf, Dinge wirklich verstehen zu wollen. Mit seiner Masterarbeit hat er einen wichtigen Grundstein gelegt; nicht nur für seine Promotion, sondern auch für zahlreiche weitere Arbeiten im Bereich recyclingfähiger polymerer Netzwerke.“

 

Mit seiner Masterarbeit „Selektiv spaltbare Gruppen zum chemischen Recycling polymerer Netzwerke“ leistet Julian Beier einen wichtigen Beitrag zum übergeordneten Ziel, die kunststoffverarbeitende Industrie ressourcenschonender zu gestalten und geschlossene Stoffkreisläufe zu etablieren.

Vernetzte Polymere bilden die Grundlage zahlreicher industrieller Werkstoffe und zeichnen sich durch ihre hohe mechanische, thermische und chemische Stabilität aus. Bislang existieren jedoch keine etablierten Recyclingverfahren für diese Materialien. Die vielversprechendste Methode ist das chemische Recycling. Allerdings erfordert diese Methode aktuell zumeist toxische Lösungsmittel, korrosive Reagenzien sowie hohe Temperaturen und Drücke. Diese aggressiven Bedingungen führen zu einem unselektiven Abbau des Polymernetzwerks.

Eine Lösung bietet die gezielte Einführung spaltbarer Gruppen in das Netzwerk, um Spaltungsreaktionen unter milderen Bedingungen und mit höherer Selektivität zu ermöglichen. In seiner Arbeit untersuchte Herr Beier verschiedene funktionelle Gruppen auf ihre Eignung als selektiv spaltbare Zentren. Dazu synthetisierte er geeignete Modellsubstanzen und analysierte deren Abbauverhalten.

Der REHAU Technikpreis ist mit 1.500 Euro dotiert und zeichnet herausragende Abschlussarbeiten sowie besondere Leistungen in Technik und Recycling aus. Wir bedanken uns für die Auszeichnung und das wirklich großartige Event.

Lange Nacht der Wissenschaften

Die Lange Nacht der Wissenschaften in Nürnberg war ein riesiger Erfolg - und wir waren dabei!

 

  • Lange Nacht der Wissenschaften 2025 (Foto: Herbert Schlachter)
  • Lange Nacht der Wissenschaften 2025 (Foto: Herbert Schlachter)
  • Lange Nacht der Wissenschaften 2025 (Foto: Dominik Söthje)

Kunststoffe – elastisch oder fest, kostengünstig, langlebig und in allen Formen herstellbar – sind die Werkstoffe der heutigen Zeit! Kunststofftechnologien ermöglichen ein modernes Leben - ob zu Hause, unterwegs oder am Arbeitsplatz. Viele Produkte wären ohne Kunststoffe nicht herstellbar. Faserverbundkunststoffe ermöglichen darüber hinaus den Leichtbau und der Einsatz recyclingfähiger oder biobasierter Kunststoffe könnte dem steigenden Bedarf an Erdöl entgegenwirken. Da Kunststoffe sehr flexibel einsetzbar sind, werden unzählige Güter daraus hergestellt. So auch eine große Anzahl an Einwegartikeln und Verpackungen. Viele dieser Produkte werden gerade einmal für wenige Minuten genutzt und enden kurz darauf im Abfall. Im Vortrag wurden die Historie und die Materialklasse der Kunststoffe beleuchtet und Probleme und Lösungen zum Umgang mit diesen Werkstoffen diskutiert. Im Rahmen der Vorführung wurden im Technikum Maschinen und Prüfmethoden eingesetzt.