Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR

Die Metropolregion zukünftig machen: Nachhaltigkeitsakteure vor Ort

Mittwoch, den 11.10.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Impuls: Die Metropolregion als Nachhaltigkeitsraum

Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Verbindungen schaffen, gemeinsam weiterdenken – nachhaltigkeitsorientierte Netzwerke in der Metropolregion

Prof. Dr. Frank Ebinger, TH Nürnberg


Mittwoch, den 25.10.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Energiewirtschaft im Spannungsfeld der drei Nachhaltigkeitsdimensionen

Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE


Mittwoch, den 08.11.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Zusammenkommen, gemeinsam handeln und kommunizieren: Akteure für Nachhaltigkeit aus Politik, Bürgerschaft und Journalismus

Prof. Dr. Beatrice Dernbach, TH Nürnberg


Mittwoch, den 22.11.2017, 17:30 Uhr, WD.001

In Nürnberg leben und arbeiten – die Stadt als Nachhaltigkeitsraum

Dr. Peter Pluschke, Umweltreferent der Stadt Nürnberg


Mittwoch, den 06.12.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Alte Häuser erhalten, neues Wohnen ermöglichen – nachhaltige Quartiersentwicklung in Nürnberg

Prof. Dr. Birgit Eitel und Prof. Dr. Eric Simon, TH Nürnberg


Mittwoch, den 20.12.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft umsetzen – der Weg für kleine und mittlere Unternehmen

Dr.-Ing. Robert Schmidt, Leiter Geschäftsbereich Innovation | Umwelt, IHK Nürnberg für Mittelfranken

Technikfolgenabschätzung zwischen Vision Assessment und Visioneering

Dienstag, 20.06.2017, 18:00 Uhr, Raum KA.111

PD Dr. Andreas Lösch, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

In Technikvisionen drücken sich Vorstellungen zukünftiger soziotechnischer Zustände aus. In Prozessen der Technikentwicklung und Innovation haben sie funktionale Rollen – z. B. als Mittel der Aufmerksamkeitserzeugung, Kommunikation, Koordination oder der strategischen Beeinflussung. Seit einigen Jahren lässt sich eine wachsende Aufmerksamkeit für solche Zukunftsbilder in Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft feststellen. Die Technikfolgenabschätzung (TA) sieht sich zunehmender Nachfrage gegenüber, in der Gegenwart zirkulierende Zukunftsvorstellungen zu beurteilen und sie gar durch Szenarien, Foresight oder „Visioneering“ mitzugestalten. Für die TA relevant sind diese Vorstellungen nicht als Prognosen, sondern in ihrer Bedeutung und Wirkmächtigkeit in der Gegenwart. Für ihre Analyse und Bewertung haben sich in der TA Verfahren des „Vision Assessments“ (Grunwald) etabliert. Am ITAS werden Technikvisionen im Grundlagenforschungsprojekt „Leitbilder und Visionen als sozio-epistemische Praktiken“ in unterschiedlichen Praxiskontexten – wie z.B. forschungspolitischen Aushandlungen, Realexperimenten, Laborkommunikation und auch Mediendebatten – hinsichtlich ihrer Funktionen und Wirkungen in Innovationsprozessen untersucht. Fokussiert wird dabei auf die Wechselseitigkeit von sozialen Prozessen und Wissensordnungen. Damit werden Visionen als konstitutive Elemente in Diskursen und Praktiken begreifbar, die Kommunikationsprozesse, Handlungen und sachtechnische Hervorbringungen gleichermaßen ermöglichen und verändern. Der Vortrag expliziert dieses Verfahren anhand von Fallbeispielen – wie z.B. Visionen in Diskursen zu Big Data, Visionen zukünftiger Smart Grids in Realexperimenten der Energiewende, Visionen der Openness in der Organisation von offenen Werkstätten (FabLabs) des Open Designs. Dabei wird das „prekäre“ Verhältnis zwischen Vision-Assessment und Visioneering in der TA Praxis diskutiert.

 

„Digital Health – Chancen einer digitalen Gesundheitsversorgung mit Praxisbeispielen aus dem Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg“

Montag, 29.05.2017, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Dr. Steffen Schmidt, Medical ValleyEMN e. V.

Digitale Lösungen bringen erhebliches Potenzial für mehr Effektivität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung mit sich. Die Umsetzung der sogenannten p4-Medizin – präventiv, prädiktiv, partizipativ und personalisiert – erscheint durch digitale Unterstützung nicht mehr als Fiktion, sondern als realistisches Alltagsszenario. Big Data, Künstliche Intelligenz, etc. sind Begriffe, die zunehmend auch im Gesundheitswesen Einzug halten. Auf der anderen Seite ist es keine Seltenheit, dass Patientenakten, Medikationspläne, usw. ausschließlich in Papierform vorliegen und der Versorgungsalltag weitestgehend noch analog abläuft. Wieso besteht also zwischen dem heute technisch Möglichen und dem tatsächlich Umgesetzten bisweilen eine eklatante Lücke? Welche Kontextfaktoren müssen bei der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung beachtet werden und welche Erfolgsbeispiele geglückter Digitalisierungsprojekte aus dem Medical Valley können aufgezeigt werden?

 

Journalismus Data-driven oder Data-informed? – Das  Listening Center der Rheinischen Post misst den Social Media Puls

Montag, 22.05.2017, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Daniel Fiene, Leiter redaktionelle Digitalstrategie Rheinische Post
 
Daten aus 400 Millionen Quellen im Netz auswerten, in Echtzeit strukturieren und als Reports für die Redaktion zusammenfassen. Das leistet das Listening Center als redaktionelles Thementool der Rheinischen Post aus Düsseldorf, weil, so die Verantwortlichen dpa und eigene Telefonrecherche nicht mehr ausreichen.  Die Landtagswahl in NRW am 14. Mai ist die Nagelprobe: hält das Tool, die Technik und die dahinterstehende Programmierung was sie versprochen haben? Wie steht es um Nutzen für die Redaktion, die Akzeptanz bei den Journalistinnen und Journalisten? Und: wie ist das Verhältnis zu einem wesentlichen Geldgeber für das Projekt, der Digital News Initiative von Google?
 
Referent: Daniel Fiene ist Social-Media-Chef der Rheinischen Post in Düsseldorf und leitet dort auch das Audience-Engagement-Team.

Der (des)informierte Bürger. Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern

Montag, 05.12.2016, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Prof. Dr. Wolfgang Schweiger, Institut für Kommunikationswissenschaft Universität Hohenheim
 
Führen die sozialen Medien zu einer einseitigen Pseudo-Informiertheit von Bürgern und verstärken damit die Polarisierung der Gesellschaft? Der Nachrichten- und Informationskosmos im Internet befindet sich im Umbruch – mit beunruhigenden Folgen für die Demokratie. Lange waren journalistische Medien, alternative Angebote und die öffentliche Kommunikation unter Bürgern getrennt. In Facebook, YouTube, Google und Co. vermischen sie sich. Nachrichten, Verschwörungstheorien und Hasskommentare stehen direkt nebeneinander. Das überfordert die Medienkompetenz vieler Bürger. Obwohl sie das Nachrichtengeschehen kaum überblicken, fühlen sie sich gut informiert. Gleichzeitig bleiben die Meinungslager unter sich (Filterblase) und schaukeln sich gegenseitig auf (Echokammer). Das trägt zur verzerrten Wahrnehmung der öffentlichen Meinung durch den Einzelnen bei, verändert die Meinungsbildung und verschärft die Polarisierung der Gesellschaft. Indizien sprechen dafür, dass besonders die politisierte Bildungsmitte betroffen ist.

 

Der Mensch im Spannungsfeld zwischen digitaler Apokalypse und digitaler Aufklärung

Montag, 14.11.2016, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Martina Kainz

Die Digitalisierung und die globale Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien ist eine der größten Herausforderungen nicht nur für die Gesellschaft und deren politische RepräsentantInnen und EntscheidungsträgerInnen, sondern auch für die Technikfolgenabschätzung. Digitalisierung und die damit verbundenen Auswirkungen für den Menschen werden entweder verklärt oder dämonisiert. Beide Positionen sind für Bewältigung der aktuellen Herausforderungen nicht hilfreich. Extrempositionen und einseitig orientierte Meinungsbildungsprozesse – wie dies häufig auch im Kontext mit anderen „Grand Challenges“ wahrnehmbar ist – basieren auf verschiedenen Mythen bzw. Utopien. Beispiele für die – sowohl positiv als auch negativ besetzten – Mythen oder Medienutopien der Gegenwart sind jene Erwartungen, die an das Web 2.0, an den 3D-Druck aber auch in jüngster Zeit an die Industrie 4.0 geknüpft wurden.

Anhand der Sichtweise des französisch-kanadische Medienphilosophen Hervé Fischer werden die mythischen Aspekte digitaler Technologien beschrieben und die metaphorische Symbolik, die mit den digitalen Technologien im Zusammenhang steht analysiert.

Mag.a Martina Kainz, MSc ist Pädagogin und Referentin/Trainerin der Fachstelle Niederösterreich im Bereich neue Medien/digitale Kommunikationstechnologien. Sie promoviert am Institut für Philosophie der Schlesischen Universität Katowice.

mobile reporting – es geht nicht ohne

Montag, 13.06.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Malte Burdekat

„mobile reporting“ ist kein Modebegriff mehr, sondern hat sich inzwischen etabliert, obschon die Kritiker nicht müde werden, Inhalten, die mit mobilen Endgeräten produziert werden, grundsätzlich mangelnde Qualität zu unterstellen. Noch gibt es große Camcorder und Ü-Wagen – sie werden in absehbarer Zeit auch nicht gänzlich verschwinden. Trotzdem ist mobile reporting viel mehr als eine Notlösung, denn der Bedarf an Bildern, Videos und Tönen in Journalismus und PR wächst stetig. Die Budgets wachsen nicht in gleichem Maße mit – vieles muss sofort und vor Ort in Bilder, Videos und Töne umgesetzt werden. Die Bedeutung des journalistischen Handwerks ist dabei größer denn je – im besten Falle verschwinden sogar bisherige bürokratische Unnötigkeiten des Arbeitsalltags.

Und doch ist vieles unklar – beispielsweise, ob sich neben mobile reporting und mobile journalism auch der Begriff Tablet-Journalismus durchsetzt. Aber: Nur dieser Begriff Tablet-Journalismus berücksichtigt die medientheoretische Besonderheit, dass in den Massenmedien erstmals Produktions- und Empfangsgerät das gleiche sind. Das hat unmittelbare arbeitssoziologische und demokratierelevante Folgen. Medienmacher können ihren Status immer weniger mit  der verwendeten Produktionstechnologie erhalten, sondern müssen inhaltliche Stärken beweisen. „Mobilität“ allein ist im Journalismus dagegen keine Neuerung, sondern Teil des Wesenskerns. Dass gerade sie nun so betont wird, macht handwerkliche Defizite der Vergangenheit und Gegenwart sichtbar.

Die Auswirkungen des mobile reporting auf die gesamte Form der Berichterstattung lässt sich derzeit wohl am besten beim Fernsehen feststellen. Die Integration von Videos, die mit Smartphones aufgenommen wurden, ist keine Besonderheit mehr, sondern allgegenwärtig und in vielen Fällen sogar redaktionell bereichernd. Es ist sogar davon auszugehen, dass mangelnde journalistische Qualität bei der Verwendung einfacher Produktionsmittel sehr viel schneller deutlich wird als in althergebrachten Strukturen, die manche Ungenauigkeit hinter aufwändiger Technik und der x-ten Konferenz zum gleichen Thema verbergen.

Aus guten Gründen also ist mobile reporting inzwischen Teil jeder guten Journalistenausbildung. Niemals ließen sich Ideen und Vorgehensweisen in der Bild, Audio- und Videoproduktion schneller erfahren und umsetzen als heute. Die in der Ausbildung erfahrenen Kreativitätstechniken mit mobilen Endgeräten bieten dabei im folgenden Arbeitsleben echte Wettbewerbsvorteile.

Malte Burdekat ist Soziologe, Produzent und Dozent, u. a. an der Technischen Hochschule Nürnberg und der Journalistenakademie München.

 

Industrial News-Games – Konzepte, Einsatz, Potentiale

Montag, 30.05.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Robert Weber

Games – ein Schlagwort, das aus den Netzwelten nicht mehr wegzudenken ist. Inzwischen messen sich Gamer in E-Sports-Wettbewerben vor Massenpublikum oder eigene Videokanäle zeigen Spielabläufe. Aber: Games sind auch Instrumente zur Wissensvermittlung. Zunehmend werden Game-Elemente oder komplette Games in Medienhäusern zur Erläuterung von Hintergründen oder in der Unternehmenskommunikation im Changemanagement oder aber im Recruiting eingesetzt. Vor allem für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten und Lösungen aus der Automatisierungstechnik eignen sich Games-Ansätze, um Zielgruppen komplexe Dinge näher zu bringen. Im Vortrag werden anhand von Beispielen Einsatzmöglichkeiten von Games-Elementen und Games in Industrieunternehmen gezeigt und diskutiert.

Robert Weber war lange Chefredakteur von B2B-Magazinen und betreut jetzt Kunden aus der Automatisierungsindustrie und konzipiert Industrielle Newsgames.

 

Bloggen nicht nur in Text Live-Ticker mit multimedialen Inhalten

Montag, 23.05.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Oliver Seidl, Fotojournalist und Mitgründer von storytile

Bilder sind in der journalistischen Onlinearbeit ein Muss. Aktualität und Schnelligkeit aber ebenso. Bislang wird auf Portalen Liveberichterstattung in sogenannten Tickern gelöst. Tabellarische Darstellung von Texten, häufig nur mit Archiv-Bildern. Neue Tools sollen helfen, Blogs fast in Echtzeit mit Fotos zu bestücken und so einen Liveticker mit aktuellem Bild- sowie Videomaterial zu erstellen. storytile hat ein solches Tool entwickelt, dass laut Firma ein neues Format des „storytellings“ im Internet darstellt. Mit dem Tool lassen sich Bilder, Texte aber auch Tweets und Youtube-Videos integrieren. Redakteure vor Ort können Kamera und Smartphone verbinden und so Bilder und Videos live in die Redaktion senden.

Im Vortrag werden die Möglichkeiten des Tools beschrieben und Einsatzfelder diskutiert.

 

Orientierung in der Informationsflut – Kuratierter Journalismus

Montag, 18. April 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Marcus von Jordan, Geschäftsführer piqd

Informationen sind ein zentrales Gut in der Wissensgesellschaft. Aber was passiert, wenn es zu viele Informationen gleichzeitig gibt? Die Rezipienten verlieren den Überblick, sehen sich einer Nachrichtenflut gegenüber und suchen nach Ankerpunkten in der Unübersichtlichkeit digitaler Medienangebote.

Leseempfehlungen von Algorithmen sind eine Lösungsmöglichkeit. Eine andere sind Empfehlungen von Experten und Journalisten, die auf Plattformen zusammengestellt werden. Damit haben die Nutzer die Möglichkeit, den Nachrichtenstrom zu personalisieren und so den eigenen Interessen und Bedürfnissen anzupassen. Und: Auf der Plattform des Münchner Start-up Piqd erklären sogar die Experten jeweils in einem Kurztext, warum man sich ausgerechnet für diesen Text Zeit nehmen soll. Diese Experten sind nicht nur Journalistinnen und Journalisten, sondern auch Abgeordnete oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Anhand von Piqd werden Konzepte des kuratierten Journalismus erläutert und Chancen und Grenzen diskutiert.

 

Journalismus automatisieren?! Potentiale und Konsequenzen von Roboterjournalismus für Medien und PR

Montag, 11. April 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Johannes Sommer

Unter dem Stichwort Roboterjournalismus wird üblicherweise die mit Algorithmen automatisierte Textproduktion von Sport- oder Börsennachrichten verstanden. Textproduktion ist aber nur ein Aspekt, den Technologie für Journalismus und PR bieten. Neben dem Sortieren von Daten in der Recherche und der Produktion journalistischer Kurzformen bieten Automatisierungslösungen für Archivmaterial, für Suchroutinen und oder die Suchmaschinenoptimierung vielfältige Ansatzpunkte. Ansatzpunkte, die letztlich die gesamte Wertschöpfungskette in Journalismus und PR beeinflussen können.
Anhand von Anwendungsbeispielen werden in der Veranstaltung die Potentiale und die Konsequenzen von Automatisierungslösungen im Journalismus und PR erläutert und diskutiert.

Johannes Sommer ist Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing der Retresco GmbH (Berlin) und Experte für Medien und die Digitalisierung der Verlagsbranche. Er arbeitete bei der Südwest Presse Online, zuletzt als Leiter Digitale Medien, und zuvor als Assistent der Geschäftsführung der Neuen Pressegesellschaft in Ulm. Sommer hat Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule für Technik & Wirtschaft in Berlin und Media Management (MBA) an der Hamburg Media School studiert.

Mit Vollgas in den Klimawandel – Risiken, Konsequenzen und mögliche Maßnahmen

Montag, 11. Januar 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.034

Prof. Dr. Manfred Stock, Potsdam-Institut für Klimaforschung

In dem Vortrag wird der Bogen geschlagen von dem Bericht der Arbeitsgruppe 1 des Weltklimarates (IPCC) zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel und den Ergebnissen der Klimamodelle bis hin zu den Ergebnissen der UN-Klimakonferenz in Paris. Schwerpunkt des Vortrags werden die naturräumlichen Auswirkungen des Klimawandels sein.

 

Podiumsdiskussion: Industrie 4.0 und die IT-Sicherheit: Angriffsrisiko oder nur Herausforderung?
 
Montag, 14. Dezember 2015, 18:00 Uhr, Raum BL.005

Industrie 4.0 ist im Maschinenbau angekommen, so der VDMA. In den Produktionsanlagen von morgen kommunizieren Maschinen fast autonom untereinander und optimieren den Produktionsprozess selbst, so das Fraunhofer Institut. Aber: 90 Prozent aller Unternehmen verzeichnen Cyberangriffe, so der aktuelle Security Report der Telekom. Es fühlen sich aber nur 60 Prozent der Firmen gut gegen Angriffe gewappnet. Bereits vor zwei Jahren befragte der VDMA die Unternehmen zu „Industrial Security“. Und: Security-Vorfälle haben bei 29 Prozent der befragten Unternehmen zu Produktionsausfällen geführt. Was steckt hinter den Angriffen aus dem Netz? Reine Störungsabsicht? Die Absicht der Sabotage und Gefährdung? Oder „nur“ Industriespionage?
Hersteller und Systemintegratoren sind gefordert, eine sichere IT-Basis zu schaffen, die die neuen Geschäftsmodelle der Digitalisierung unterstützt und das notwendige Vertrauen in Industrie 4.0 ermöglicht.
 
Über die Möglichkeiten und Grenzen diskutieren auf dem Podium:

  • Prof. Dr. Andreas Aßmuth (Ostbayerische TH Amberg)
    Lehrgebiet Rechnernetze, Mathematik, Kryptologie, Informationssicherheit
  • Prof. Dr. Peter Heß (TH Nürnberg)  
    Lehrgebiet Produktionsautomatisierung, Angewandte Informatik, Robotik
  • Dipl.-Ing. (FH) Johann Hofmann (Maschinenfabrik Reinhausen GmbH)
    Leiter Geschäftsbereich Value Facturing
  • Dipl.-Ing. Stephan Reiß  (Baumüller Nürnberg GmbH)
    Vertriebsleiter
  • Prof. Dr. Ing. Linus Schleupner (Rheinische Fachhochschule Köln)
    Lehrgebiet marktorientierte Unternehmensführung, Mitautor „Industrie 4.0 im internationalen Kontext: Kernkonzepte, Ergebnisse, Trends“

Moderation:
Prof. Volker Banholzer

Keynote Prof. Dr. Schleupner:
Industrie 4.0 – sind CPS, Vernetzung, Clouds im Maschinenbau und der Zulieferindustrie schon angekommen und akzeptiert? Der Mittelstand zwischen Verbandseuphorie und Zukunftsfragen.
 
Keynote Prof. Dr. Heß:
Anforderungen des Konzepts Industrie 4.0 an die Maschinenbau-Praxis – sind dank Mechatronik Informatik und Software schon im Denken von Maschinenbauern verankert? Mentalitätswandel angesichts Kollege Roboter?
 
Keynote Prof. Dr. Aßmuth:
Digitale Geschäftsmodelle und vernetzte Fertigungen schützen – technisch kein Problem? Kryptographie, Architekturen und Experten – Potentiale aus Sicht der Mathematik und Informatik


„Konstruktiver Journalismus“ in der Risikogesellschaft?

Montag, 7. Dezember 2015, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Dr. Maren Urner, Perspective Daily

Der konstruktive, lösungsorientierte Journalismus gewinnt international zunehmend an Bedeutung. Die Idee: Neben Problemen und Herausforderungen werden auch mögliche Lösungen und Zukunftsvisionen diskutiert. Ziel ist es so eine vollständigere Berichterstattung zu gewährleisten, die auch „Grautöne“ und einen Blick nach vorn zeigt. Dabei spielt die Wahrnehmung von Risiken und Chancen eine entscheidende Rolle, z.B. bei der öffentlichen Akzeptanz neuer Technologien und Verfahren. Als Gründern des neuen Online-Mediums Perspective Daily beleuchtet Dr. Maren Urner die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmungen, Gewohnheiten und Journalismus – und fordert die eigenen Perspektiven heraus.

Dr. Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin gründete zusammen mit zwei weiteren Naturwissenschaftlern das Projekt Perspective Daily

 

Wie lässt sich das Klima der Zukunft berechnen?

Dienstag, 1. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst, Offenbach

Der Vortrag stellt zunächst einige grundlegenden Prinzipien der Klimamodellierung dar. Im Anschluss werden die Grenzen der Vorhersagbarkeit beleuchtet, die je nach Vorhersagezeitraum von unterschiedlichen Faktoren und Prozessen hervorgerufen wird. Im dritten Teil des Vortrags werden die bereits erfahrenen Änderungen des Klimas deren zukünftiger Entwicklung gegenübergestellt. Dabei liegt der Fokus auf der 2m Lufttemperatur, dem Niederschlag und dem Wind als den Klimaelementen, die derzeit am meisten nachgefragt werden.

 

Risiken des Klimawandels

Montag, 9. November 2015, 18:00 Uh, KA.213

Ernst Rauch, Head of Corporate Climate Centre, Munich RE

Zusammenfassung folgt

AUTOMOBIL PRODUKTION – an der Schnittstelle von Technik- und Wirtschaftsthemen

Montag, 4. Mai 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Bettina Mayer, Chefredakteurin AUTOMOBIL PRODUKTION

Theoretisch könnte AUTOMOBIL PRODUKTION das „Manager Magazin der Autoindustrie“ sein. Die Kontakte zu den höchsten Führungskräften hat die Redaktion. Auch das nötige Hintergrundwissen. Allerdings könnte das Branchenmagazin mit Wirtschaftsnachrichten allein finanziell nicht überleben. Erst durch die Verbindung von Wirtschaft und Technik-Schwerpunkten funktioniert das Geschäftsmodell: Die Business-News stellen sicher, dass die richtige Zielgruppe zum Heft greift. Und die Inserenten wollen diese Zielgruppe als „Leser“ ihrer Produktinformationen, sprich Anzeigen.

Gleichzeitig muss AUTOMOBIL PRODUKTION nicht nur über die Entwicklungen in der Automobilindustrie berichten, sondern versteht sich als Community für Vorstände und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen. Und das weltweit. Oftmals ist AUTOMOBIL PRODUKTION die erste Anlaufstelle, wenn neue Kontakte oder Partner gefunden werden müssen.

 

Der Wechseln vom Journalismus hin zur PR

Montag, 27. April 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Martin Kerscher, Leiter tv media bei der ergo Unternehmenskommunikation

Warum setzen sich erfolgreiche Manager für einen Film auf ein Bobby-Car? Warum muss man vor allem auch gut aussehen, wenn man für das Fernsehen arbeiten will? Was spricht dafür, als Journalist in die PR-Beratung zu gehen, was dagegen? Das sind einige Fragen, die Martin Kerscher beantworten kann. Er war stellvertretender Chefredakteur beim Nachrichtensender n-tv und leitet heute bei der PR-Agentur ergo Unternehmenskommunikation den Geschäftsbereich „Film und Medientraining“. Eine Powerpoint-Präsentation wird er nicht halten: Im Mittelpunkt stehen Filme aus der Praxis – Imagefilme, Erklärfilme, Interviews. Welche Filme gezeigt und welche Themen besprochen werden, das entscheiden die Studenten.

 

Die Wünsche der Rezipienten – Trends und Entwicklungen im Technikjournalismus

Montag, 20. April 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Ken Fouhy, Chefredakteur VDI nachrichten

Was wollen Ingenieure lesen? Das ist die zentrale Frage. Und: Wie werden die Themen für die VDI nachrichten identifiziert und wie Beiträge für verschiedene Kanäle – Print und Digital – von der Redeaktion ausgewählt und aufbereitet? Und wie finanzieren sich neue redaktionelle Formate?

Die Antworten auf diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Vortrages. Beispielhaft dargestellt an der Formatänderung der VDI nachrichten. Vor rund vier Monaten wurde die Zeitung vom Nordischen Format auf Tabloid umgestellt. Welche Ziele dabei gesteckt und welche Ergebnisse erreicht wurden, erfahren die Zuhörer in der Vorlesung.

Außerdem hat der Verlag der VDI nachrichten erste Erfahrungen mit Paid Content gesammelt. Die VDI nachrichten haben mit „Ingenieur.deWissen“ ein E-Magazin auf den Markt gebracht. Nach inzwischen sechs Monaten fasst Ken Fouhy die ersten Erfahrungen und Erkenntnisse zusammen und stellt die neuen Bedingungen dar, wie sich Journalisten unter diesem neuen Kontext auf die Beitragserstellung einstellen müssen.

 

Fachjournalist 2020: Wie sich die Welt von Fachmedien ändert und wie Fachjournalisten künftig arbeiten werden

Montag, 30. März 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Johann Wiesböck, Chefredakteur ELEKTRONIKPRAXIS

Das Geschäft von Fachverlagen verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Printerlöse sind nachhaltig rückläufig. Internetgestützte Geschäftsmodelle sollen den Rückgang kompensieren. Doch es gelingt nur wenigen, die Umsatzverluste digital zu kompensieren.

Im Rahmen der Ringvorlesung wird gezeigt, wie ein Traditionsverlag dieses Change-Prozess durchschreitet und welche Veränderungen das für die Redaktionsarbeit bringt. Analysiert wird sowohl die Strategie des Verlages – der Mediengruppe – als auch die ganz konkrete Vorgehensweise einer führenden Deutschen Fachzeitschrift und Medienmarke.

Beschrieben werden die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten einer crossmedial arbeitenden Redaktion und das erfolgreiche Zusammenspiel mit Verkauf, Marketing, Layout und IT sowie mit Unternehmen, Hochschulen, Experten, Agenturen und natürlich Lesern und Usern.

Mathematisch Physikalisches Kolloquium

Sommersemester 2018

Titel folgt

Dienstag, 5. Juni 2018, 17:30 Uhr

Dr. Andreas Bärmann, FAU Erlangen

 

Titel folgt

Dienstag, 15. Mai 2018, 17:30 Uhr

Prof. Dr. Wolfgang Joppich, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

 

Titel folgt

Dienstag, 17. April 2018, 17:30 Uhr

Erich Gründlinger, VAG Nürnberg

 

Mathematische Optimierung für Multimodales Energy Management von thermischen Netzen

Dienstag, 27. März 2018, 17:30 Uhr

Dr. Thomas Baumgärtner, Siemens AG, Erlangen

Nach kurzer Vorstellung der Firma Siemens und deren zentraler Forschungsabteilung werden aktuelle Arbeiten zur Entwicklung von Energiemanagement Systemen für kommerzielle Gebäude und Industrie-Anlagen vorgesellt.

Diese basieren auf der Lösung von gemischt-ganzzahligen, teilweise nichtlinearen Optimierungsproblemen.

Es werden die Problemstellung und entsprechende Anwendungsfälle skizziert, die die Entwicklung von umfassenden Energiemanagement Systemen erforderlich machen.

Der aktuelle Prototyp war zentraler Bestandteil der Entwicklungen in einem früheren EU Projekt names "Internet of Energy for Electric Mobility".

Momentan wird er in einer realitätsnahen Labor-Umgebung innerhalb des Horizon 2020 Projektes "Sensible" sowie im Feldeinsatz in der Seestadt Aspern in Wien weiterentwickelt und getestet.

Wintersemester 2017/18

Kalibrierkörper für CT-Systeme

Dienstag, 12. Dezember 2017, 17:30, KA.215

Prof. Dr. Peter Jonas, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Die Bildqualität von tomographischen Anwendungen hängt entscheidend von der genauen Kenntnis der geometrischen Parameter, wie Quell- und Detektorposition ab. In manchen Anwendungen sind diese geometrischen Parameter aber nicht verfügbar oder nur schwer zugänglich. Eine Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist der Einsatz von Kalibrierkörpern. Dabei wird ein bekanntes Objekt, der sogenannte Kalibrierkörper, in den Strahlengang der Anlage gebracht, und aus der daraus entstehenden Messung sollen die fehlenden Information abgeleitet werden.

In diesem Vortrag wird auf die wesentlichen Eigenschaften eingegangen, die ein Kalibrierkörper haben sollte, damit die Geometriedaten zuverlässig ermittelt werden können. Zusätzlich wird ein neues Verfahren vorgestellt, das zur Berechnung eingesetzt werden kann. Dieses Verfahren bietet einige wesentliche Vorteile gegenüber den zur Zeit benutzen Standardverfahren.

 

Klassische numerische Verfahren und neue Herausforderungen der multikriteriellen Optimierung

Dienstag, 28. November 2017, 17:30, KA.215

Prof. Dr. Gabriele Eichfelder, TU Ilmenau

Der Vortrag gibt zunächst eine Einführung in die multikriterielle Optimierung, d.h. in die Lösung von Problemen, bei denen mehrere konkurrierende Zielfunktionen gleichzeitig optimiert werden sollen. Ein klassisches Beispiel ist die Portfolio-Optimierung, bei der Risiko und Erwartungswert gleichzeitig optimiert werden sollen. Solche Probleme treten jedoch in allen Anwendungsbereichen auf. Etwa in der medizinischen Strahlentherapieplanung sucht man nach Behandlungsplänen, die alle gesunden, um einen Tumor liegenden Organe gleichzeitig möglichst schonen. In den Ingenieurswissenschaften wird oft nach Designs gesucht, die möglichst leicht und dabei jedoch stabil sind.

Es wird zunächst der klassische Optimalitätsbegriff der Edgeworth-Pareto-Optimalität vorgestellt und es wird gezeigt, wie solche optimalen Lösungen mittels Hilfsproblemen wie der gewichteten Summe gefunden werden können. Anschließend wird eine aktuelle Fragestellung der multikriteriellen Optimierung genauer betrachtet: die Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Realisierung der gefundenen Optimallösung. Dies führt auf Mengenoptimierungsprobleme, d.h. Optimierungsprobleme mit einer mengenwertigen Zielfunktion. Dazu müssen Mengen mathematisch verglichen werden und es stellt sich die Frage nach sinnvollen, zur Anwendung passenden Optimalitätskonzepten.

 

Der Inquisitionsprozess gegen Galilei – Die schwierige Beziehung von Ratio und Religio

Dienstag, 14. November 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Pierre Leich

Das Reformationsjubiläum liefert den Anlass für die Frage nach der Beziehung von Wissenschaft und Religion. Neben den Tischreden von Martin Luther und den Querelen von Johannes Kepler ist es besonders der Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei, der als Zeuge für die Unvereinbarkeit von Ratio und Religio steht, und nur zu gerne sehen wir Galilei als Heilige Jungfrau von Orleans der Naturwissenschaften.

Doch wie sind aus heutiger Sicht Galileis „Beweise“ einzuschätzen? Warum nahm er von Kepler keine Notiz und was war wirklich der Anlass für den Konflikt mit dem Vatikan? Zwischen Fallversuchen, Jupitermonden, seiner Gezeitentheorie und dem Inquisitionsprozess zeichnet der Vortrag ein ambivalentes Bild aus eitlem Hitzkopf und genialem Forscher, der fast in einem Zug das Gebäude der Bewegungslehre errichtete.

 

Geburtstage, Würfel, Produkte und Karten: Einige kombinatorisch-stochastische Betrachtungen

Dienstag, 7. November 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Edgar M. E. Wermuth, TH Nürnberg, Fakultät AMP

In diesem Vortrag sollen einige elementare, aber etwas kniffligere Aspekte und Beispiele aus den im Titel genannten Bereichen vorgestellt und diskutiert werden, die ich mir im Laufe der Zeit im Rahmen meiner Vorlesungstätigkeit hier in Nürnberg zurechtlegte. Zum Teil sind diese Überlegungen einfach dem Wunsch nach etwas interessanterem Beispielmaterial und der eigenen Neugier entsprungen, zum Teil wurden sie durch Fragen Studierender angeregt.

 

Einstein und die mathematische Community

Dienstag, 24. Oktober 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. habil. Renate Tobies, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Welches Verhältnis hatte Albert Einstein (1879-1955) zur Mathematik und zu Mathematiker/innen? Der Vortrag berücksichtigt neuere Ergebnisse der Einstein-Forschung, erörtert die Diskussionen über Mileva Marić-Einstein (1875-1948) zum Thema „Keine Mutter der Relativitätstheorie“, basiert auf der Analyse der Korrespondenz zwischen Einstein und dem Mathematiker Felix Klein (1849-1925), erhellt Einsteins Unterstützung der wohl bedeutendsten Mathematikern des 20. Jahrhunderts Emmy Noether (1882-1935) und fragt danach: Gab es einen Prioritätsstreit zwischen Einstein und David Hilbert (1862-1943) bei der Begründung der Allgemeinen Relativitätstheorie, worüber international in jüngerer Zeit vielfältig spekuliert wurde.

Sommersemester 2017

Neue Verfahren der Raster-Elektronenmikroskopie zur 3D Bildgebung an biologischen Proben

Dienstag, 13. Juni 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Jörg Lindenau, Carl Zeiss Microscopy GmbH, Jena

Beim Einsatz der Elektronenmikroskopie in den Bio-Wissenschaften ließen sich in der Vergangenheit im Wesentlichen zwei Anwendungsgebiete benennen. So wurden zum einen Ultradünnschnitte biologischer Proben zur Ultrastrukturaufklärung membranbegrenzter Zell-Organellen mithilfe von Transmissions-Elektronenmikroskopen (TEM) untersucht. Raster-Elektronen Mikroskope (REM) wurden hingegen hauptsächlich zur hochauflösenden Darstellung von Oberflächen eingesetzt. Zur 3D-Analyse zellulärer und subzellulärer Strukturen war es notwendig, Serienschnitte im TEM sequentiell zu mikroskopieren und die Bilddaten anschließend zusammenzusetzen. Eine andere Möglichkeit bestand in der Aufnahme von Kippbildserien (Tomogrammen) aus denen sich ein begrenztes 3D Bildvolumen zurückrechnen lässt. Beide Verfahren sind aufwendig und nur auf kleine Volumina anwendbar.

Technische Weiterentwicklungen der Raster Elektronen Mikroskope haben dazu beigetragen, dass die heutigen REMs deutlich schneller, höher auflösend und vor allem sensitiver sind als ihre Vorgänger. Die Summe dieser Eigenschaften, sowie verbesserte Protokolle der Probenpräparation erlauben es, REMs zur Untersuchung von Ultradünnschnitt-Serien und Oberflächen von Probenblöckchen einzusetzen. Die resultierenden Methoden (Array Tomography und Serial Block Face Imaging) bieten wesentliche Vorteile gegenüber den genannten TEM-basierten Verfahren zur 3D Bildgebung. So lassen sich durch die weitgehende Automatisierung heute Probenvolumina digitalisieren, an die bis vor einigen Jahren nicht zu denken war.

Die wichtigsten 3D REM-Verfahren sind Array Tomography (AT), Serial Block Face Imaging (SFBI) und Focused Ion Beam Milling (FIB-Milling). Bei der Array Tomography werden automatisch erzeugte Serienschnitte auf großflächige feste Probenträger aufgebracht und mithilfe des Rückstreuelektronen- Kontrastes im REM abgebildet. Beim Serial Block Face Imaging schneidet ein in die Probenkammer des REM integriertes Ultramikrotom dünne Schichten von eine Blockprobe. Der 3D Datensatz entsteht durch die serielle Aufnahme von der jeweiligen neuen Blockoberfläche. Ganz ähnlich funktioniert das Ionenstrahl-Milling. Hier jedoch wird das Material der Blockoberfläche durch einen fokussierten Ga-Ionenstrahl abgetragen.

Die Kombination der 3D REM-Verfahren mit lichtmikroskopischen Techniken eröffnet weitere Möglichkeiten. So lassen sich über die Erstellung von Referenz-Koordinatensystemen spezifische lichtmikroskopische Markierungen (Immunfluoreszenz) mit Ultrastrukturinformationen aus der Raster Elektronen Mikroskopie kombinieren.

Die rasante Entwicklung der automatisierten Mikroskopie hat gerade erst begonnen. Weitere Innovationen, die immer größere Volumina in überschaubaren Experimenten autonom digitalisieren, werden folgen. Ein Beispiel hierfür ist das erste Multi-Beam REM, dass die Probe gleichzeitig mit 61 bzw. Elektronenstrahlen simultan abtastet.

 

Funksignale über den Atlantik - Meilensteine auf dem Weg zur globalen Informationsgesellschaft

Dienstag, 23. Mai 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Thomas Lauterbach, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Der heute überall und jederzeit verfügbare Zugang zu weltweiter Kommunikation in "Echtzeit" lässt leicht vergessen, dass der unmittelbare Informationsaustausch zwischen den Kontinenten und vor allem mit "mobilen Teilnehmern", z.B. Schiffen auf den Weltmeeren, erst durch die Funktechnik möglich wurde. Die Übertragung über den Atlantik zwischen Nordamerika und Europa war dabei jeweils die Herausforderung für Forschung und Entwicklung. Kurz nach der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Hertz gelang Marconi schon 1901 die erste Transatlantik-Funkübertragung.

Der Vortrag zeichnet die weitere wissenschaftliche und technische Entwicklung nach: Vor etwa 100 Jahren konnte erstmals weltumspannender Funkverkehr realisiert werden, allerdings zunächst nur mit Morse-Telegrafie. Es folgten in den 1920er Jahren die erste Transatlantik-Telefonübertragung auf Langwelle und die Entdeckung und Erforschung der Kurzwellen-Fernausbreitung. Dadurch wurde in den 1930er Jahren die "Live-Berichterstattung" aus Übersee im Radio möglich. Schließlich konnte 1962 die erste Übertragung von Fernsehsignalen und die erste Datenverbindung zwischen Computern beiderseits des Atlantiks über den Telstar-Satelliten realisiert werden. Neben den technischen Voraussetzungen für diese Entwicklungen wird auch auf die jeweiligen physikalischen Grundlagen eingegangen.

 

Industrielle Computertomographie - Anwendungen aus Industrie und Forschung

Dienstag, 16. Mai 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Math. Tobias Schön, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Fürth

Die Röntgen-Computertomographie (CT) ist nicht nur in der medizinischen Diagnostik sondern auch in der industriellen Materialprüfung ein wichtiges bildgebendes Verfahren. Die industrielle CT besitzt im Vergleich zu vielen anderen Prüftechnologien den Vorteil, Werkstoffe zu charakterisieren und Bauteile innen wie auch außen zu prüfen, ohne diese in ihrer Funktion zu beeinträchtigen, d.h. es ermöglicht eine zerstörungsfreie Prüfung. Der Vortrag zeigt unterschiedliche Anwendungsgebiete der industriellen CT, wie z.B. Klimaforschung und Automobilindustrie, sowie die hierbei entstehenden Herausforderungen in der Umsetzung. Dabei wird eine der kleinsten wie auch eine größten CT-Anlagen der Welt präsentiert.

 

Automatische Tests für autonome Fahrzeuge? Hardware in-the-Loop Tests in der Automobilindustrie

Dienstag, 25. April 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Ing. Florian Spiteller, iSyst Intelligente Systeme GmbH

Moderne Serienfahrzeuge bieten eine Fülle an neuen Funktionen für das (teil-)autonome Fahren. Die Komplexität und der Aufwand für die Absicherung solch sicherheitsrelevanter Systeme ist dadurch nochmals stark gestiegen.

Im Rahmen des Vortrages wird der entwicklungsbegleitende Test eines Automobil-Steuergerätes erläutert. Zum Einsatz kommt dabei die Hardware in-the-Loop Methode die es erlaubt, das reale Steuergerät in einer simulierten Umgebung zu testen. Neben den Grundlagen werden auch die aktuellen Herausforderungen beschrieben die dazu führen, dass in aktuellen Projekten der Testaufwand den Entwicklungsaufwand teilweise schon übersteigt. Neben einem Überblick über die verschiedenen Testebenen wird auf die Vorteile die sich durch die komplette Automatisierung des Testablaufes ergeben, eingegangen. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends.

 

Einfluss von Biokraftstoffen auf die Rußbildung bei der Benzindirekteinspritzung

Dienstag, 11. April 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr.-Ing. Lars Zigan, Lehrstuhl für Technische Thermodynamik, FAU Erlangen-Nürnberg

Die Nutzung von Biokraftstoffen in Kombination mit der Benzindirekteinspritzung (BDE) kann einen essentiellen Beitrag für die Reduktion der globalen CO2-Emissionen leisten. Jedoch kann bei BDE-Motoren ein erhöhter Feinstaubaustoß festgestellt werden. Der Grund dafür liegt in der kürzeren verfügbaren Zeit für die Gemischbildung. Als Folge gewinnen die physikalischen Kraftstoffeigenschaften bei Zumischung von Biokomponenten (wie z.B. der Siedebereich oder die hohe Verdampfungsenthalpie von Ethanol und Butanol) stärkeren Einfluss auf die Verdampfung und Vermischung. Dies führt zu einer komplexen Interaktion der Teilprozesse Einspritzung, Gemischbildung und Verbrennung, was Voraussagen zur Rußbildung erschwert.

Um diese motorische Wirkkette ganzheitlich zu verstehen, sind Grundlagenuntersuchungen notwendig. In dieser Studie wird die Rußbildung für Ethanol- und Butanol-Benzingemische mittels optischer Messtechniken an einem optisch-zugänglichen Motor mit Direkteinspritzung für eine Vielzahl von Betriebspunkten untersucht. Es kommen u.a. die Messtechniken der planaren laserinduzierten Fluoreszenz (LIF), High-Speed Visualisierung der Verbrennung und laserinduzierte Inkandeszenz (LII) zum Einsatz. Die experimentellen Daten werden durch CFD-Simulationen der Einspritzung und Gemischbildung sowie Verbrennung untermauert. Die Ergebnisse zeigen, dass für einzelne Betriebspunkte (z.B. beim Kaltstart) Biokraftstoffgemische mit geringem Ethanol- oder Butanolanteil sogar höhere Rußemissionen zeigen als der reine Ottokraftstoff. Für hohe Biokraftstoffanteile kann meist eine verminderte Rußbildung festgestellt werden.

 

A Simple and Efficient Dichotomic Search Algorithm for Multi-Objective (Mixed-)Integer Linear Programmes

Dienstag, 21. März 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Anthony Przybylski, Département informatique, Université de Nantes, Frankreich

In this talk, we present a new algorithm to determine all nondominated extreme points in the outcome set of a Multi-Objective (Mixed-) Integer Linear Problem. More precisely, the goal is to find one feasible solution for each extremal supported nondominated point. This is easily achievable in the bi-objective case, because the natural order of nondominated points in this context allows to deduce a weight from two supported points to seek for other supported points with a procedure based on a dichotomic scheme.

However, this problem has long remained unsolved with p objectives, where p is greater than or equal to three. Indeed, the weight defined using p supported points in objective space does not necessarily have only positive components. Consequently, a direct extension of the classical dichotomic scheme is not possible.

After reviewing the main concepts introduced in the exact methods by Przybylski et al. (2010) and Özpeynirci and Köksalan (2010), and in the approximation method by Schandl et al. (2002), we give new insights about the main difficulties in the extension of the dichotomic scheme to the multi-objective case. Next, we propose a new exact method for which only weights with strictly positive components are considered. In contrast to the preceding propositions in the literature, this new method is at the same time, easy to understand, easy to implement, and computationally efficient. Experimental results on instances of the multi-objective assignment problem and of the multi-objective knapsack problem show the practical efficiency of the method.

Die Entdeckung der verschollenen Grossen Arithmetic des Nürnberger Rechenmeisters Anton Neudörffer (1571-1628)

Dienstag, 22. November 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Alfred Holl, TH Nürnberg, Fakultät Informatik

Der Nürnberger Schreib- und Rechenmeister Anton Neudörffer (1571-1628), Enkel des berühmten Nürnberger Modisten Johann Neudörffer (1497-1563), ist durch seine mehrfach aufgelegte Anweisung in die Arithmetic bekannt. Die seit 1616 dort angekündigte Grosse Arithmetic blieb in den Wirren des 30jährigen Krieges ungedruckt; es ist auch kein Manuskript überliefert. Die Bayer. Staatsbibliothek München besitzt aber eine über 1400seitige Handschrift (Cgm 3789), deren Bedeutung für die Neudörffer-Forschung erst 2014 erkannt wurde. Der in Nürnberg ausgebildete Regensburger Rechenmeister Georg Wendler (1619-1688) bearbeitet darin Aufgaben aus fast 40 Rechenbüchern, darunter auf 190 Seiten 280 Prosa- und Reim-Textaufgaben der Grossen Arithmetic. Ausgewählte Beispiele aus diesem herausragenden Dokument der Nürnberger Kaufmannsmathematik sollen diskutiert werden, um deren Qualität ebenso wie Probleme einer Edition zu zeigen.

 

Über eine vergessene Formel der Matrizenrechnung

Dienstag, 8. November 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Rudolf Rupp, TH Nürnberg, Fakultät AMP

In diesem Vortrag stellen wir eine zu Unrecht in der Lehrbuchliteratur vergessene Formel zur Berechnung der Matrix-Exponentialfunktion von 2x2-Matrizen auf. Durch Einsetzen der Matrizenelemente können wir direkt die Exponentialmatrix berechnen, ohne den Umweg über eine Basis aus Eigenvektoren (so überhaupt existent) oder die Jordansche Normalform (mittels Hauptvektoren) gehen zu müssen. Als Anwendung ergibt sich eine fertige Formel zur Lösung des Anfangswertproblems eines homogenen linearen 2x2-Differentialgleichungssystems mit konstanten Koeffizienten.

 

Selbsterregte Schwingungen am Schienenfahrzeug - Wirkmechanismen, Methoden der Beherrschung, Herausforderungen

Dienstag, 25. Oktober 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Math. Thomas Benker, LogoMotive GmbH, Nürnberg

Im betrieblichen Umfeld eines Schienenfahrzeuges führen Schwingungen unterschiedlicher Art und Ausprägung zur Belastung von Fahrzeug, Fahrweg und Transportgut. Die Beherrschung solcher Schwingungen stellt somit einen wichtigen Baustein im Rahmen der Auslegung und Optimierung von Fahrzeugen und Fahrzeugkomponenten dar.

Zwei wesentliche Schwingungen bei Eisenbahnfahrzeugen gehören zu der Gruppe der sogenannten selbsterregten Schwingungen. Hierbei handelt es sich um den Wellenlauf des Radsatzes und um Torsionsschwingungen am Radsatz. Im Rahmen des Vortrages wird dargestellt, was selbsterregte Schwingungen auszeichnet, wie sie entstehen und welche besonderen Maßnahmen man ergreifen muss um sie zu beherrschen.

Der Vortrag schlägt den Bogen von betrieblichen Erfahrungen und Umweltbedingungen zu theoretischen Betrachtungen, wie physikalische Ersatzmodelle und mathematische Simulationsmodelle. Er zeigt relevante Wirkmechanismen ebenso wie die Methoden zur Beherrschung der Phänomene auf. Vor- und Nachteile unterschiedlicher Lösungsansätze werden diskutiert.

 

Raumflugbetrieb beim DLR in Oberpfaffenhofen

Dienstag, 11. Oktober 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Tobias Göttfert, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Oberpfaffenhofen

Das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum (German Space Operations Center, GSOC) als Teil des DLR Raumflugbetriebs betreibt verschiedenste Raumflugmissionen, von der Erdbeobachtung bis hin zu bemannten Missionen. Prominente Beispiele sind das Columbus-Modul der ISS, die Zwillings-Radarmission TerraSAR-X und TanDEM-X im engen Formationsflug oder das Europäische Daten-Relay-System EDRS. Auch die Entwicklung von neuen Technologien zur Raumfahrt, wie z.B. Telepräsenz, autonomem Docking oder raumfahrttauglicher Hard- und Software, sowie die Entwicklung von Höhenforschungsraketen zum Einsatz rund um den Globus gehören zu seinen Aufgaben. Der Vortrag beleuchtet einige ausgewählte physikalische, mathematische und informationstechnische Fragestellungen und Herausforderungen, vor denen die Wissenschaftler und Raumfahrtingenieure stehen und gibt einen Einblick in die Berufsbilder an der Einrichtung.

Gravitationswellen - was ist daran so interessant?

Dienstag, 28. Juni 2016, 17:30 Uhr, KA.002

Dr. Walter Winkler, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover

Im ersten Teil wird das "Ereignis" vorgestellt und besprochen: das erste registrierte Gravitationswellensignal. Es folgt eine Beschreibung der Eigenschaften von Gravitationswellen. Schließlich wird die Entwicklung von Gravitationswellendetektoren vom Anfang bis zum gegenwärtigen Stand beschrieben. Abschließend folgt ein Ausblick auf die geplante weitere Forschung auf diesem Gebiet.

 

Ausbreitung von Infrarot-Licht in Räumen

Dienstag, 7. Juni 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Henrik Schulze, Fachhochschule Südwestfalen, Standort Meschede

Mit Infrarot-Übertragung in Räumen kommt jeder in Berührung, der eine TV-Fernbedienung in der Hand hat. Weit verbreitet sind auch Kopfhörer mit Infrarot-Übertragung.

Die Übertragung deutlich höherer Datenraten ist möglich, z.B. für WLAN-Verbindungen. Auch ist nicht unbedingt immer eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger notwendig. Infrarot-Übertragung kann im Prinzip sehr gut funktionieren, wenn die direkte Komponente abgeschattet ist und nur ein diffuses Signal über die Reflexionen an Wänden und Einrichtungsgegenständen empfangen wird.

Um die Qualität einer derartigen optische Verbindung vorherzusagen, muss man aber die Ausbreitung des Infrarot-Lichts genauer beschreiben können. Gerade für die diffuse Verbindung spielt dabei bei hohen Datenraten nicht nur die optische Empfangsleistung eine Rolle, sondern auch der Frequenzgang, der durch das Echomuster der Reflexionen verursacht wird.

In diesem Vortrag wird ein neuartiger Ansatz vorgestellt, um den optischen Übertragungskanal für einen vorgegebenen Raum zu berechnen. Dieser Ansatz beinhaltet nicht nur Reflexionen bis zu einer bestimmten endlichen Ordnung, sondern berechnet die unendliche Summe der Beiträge aller Ordnungen, die zu der Übertragungsfunktion beitragen.

Dieses Verfahren wird an Hand konkreter Beispiele für Szenarien in Räumen erläutert. Die numerischen Ergebnisse werden vorgestellt und die optischen Ausbreitungsverhältnisse diskutiert.

 

Röntgenbildgebung in der Medizin – Was die Physik zur Diagnose beiträgt

Dienstag, 24. Mai 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Peter Bartl, Siemens Healthcare GmbH, Erlangen

Bildgebende Verfahren sind in der heutigen Medizin ein höchst wertvolles und nicht wegzudenkendes diagnostisches Mittel. An Beispielen von Produkten der Siemens Healthcare GmbH wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Technik der Röntgenbildgebung gegeben. Im Besonderen wird außerdem technisch und physikalisch auf die Bildqualität eingegangen.

 

Simulationen von Ionenantrieben - zwischen Numerik und Experiment

Dienstag, 3. Mai 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Phys. Julia Duras, ITSIM-Projekt, TH Nürnberg bzw. Uni Greifswald

Ionenantriebe, wie sie zur Lagekorrektur eines Satelliten verwendet werden, liefern typischerweise Schübe im mN-Bereich bei einem Plasmavolumen von einigen 10-100cm^3. Durch dieses geringe Volumen sind typische Messmethoden häufig invasiv und können daher nur schwer zum Verständnis der physikalischen Prozesse im Antrieb beitragen. Hier können numerische Simulationen Abhilfe schaffen und darüber hinaus auch experimentelle Rahmenbedingungen untersuchen wie sie zum Beispiel in Vakuumkammern auf der Erde nicht zu realisieren sind.

Im Vortrag möchte ich einen Einblick in die Simulation von Ionenantrieben gegeben, wie sie unter Anderem im Projekt "ITSIM" der TH Nürnberg verwendet werden. Hierbei soll neben den physikalischen Mechanismen und den numerischen Techniken vor allen Dingen das Wechselspiel zwischen Simulation und Experiment im Vordergrund stehen.

 

Ionentriebwerke für Raumfahrtanwendungen

Dienstag, 26. April 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Norbert Koch, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Raumfahrtantriebe beruhen auf dem Rückstoßprinzip, bei dem die Schubkraft auf den Raumflugkörper durch das Produkt des vom Triebwerk ausgestoßenen Treibgas-Massenflusses und dessen Austrittsgeschwindigkeit bestimmt ist. Während bei den bisher mehrheitlich verwendeten chemischen Triebwerken die Austrittsgeschwindigkeit durch die chemische Bindungsenergie auf etwa 3000 m/s beschränkt ist, können durch Ionenantriebe, bei denen der Treibstoff zuerst ionisiert und die Ionen dann elektrostatisch beschleunigt werden, bis zu 20-fach höhere Austrittsgeschwindigkeiten realisiert werden. Die daraus resultierende Treibstoffeinsparung führt zu einer signifikant reduzierten Startmasse des Raumflugkörpers. Dadurch können einerseits manche wissenschaftliche Missionen in den tiefen Weltraum erst ermöglicht und andererseits kommerzielle Satelliten entweder kosteneffizienter ins All gebracht oder nutzlastoptimiert werden. Im Kolloquiumsvortrag werden die physikalischen Grundlagen, der grundsätzlichen Aufbau eines Ionentriebwerkssystems und die gängigen Ionentriebwerkstypen - Gitter-, Hall-Effekt- und Hocheffizienz-Mehrstufen-Plasma-Triebwerke - in Konzept, Leistungscharakteristik und Betriebseigenschaften auf Komponenten- und Systemebene vorgestellt. Ebenso wird auf Missionsanforderungen wie Lebensdauer, Betriebsstabilität und Integrationsaspekte eingegangen. Abschließend wird auf die Aktivitäten der TH Nürnberg im Bereich der Simulation von Ionentriebwerken eingegangen.

 

Prinzipien des blockbasierten Hybridcodecs und die Anwendung in aktuellen Videocodierstandards

Dienstag, 19. April 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr.-Ing. Eugen Wige, Citrix Online Germany GmbH, Dresden

Heutzutage ist es nahezu jederzeit und überall möglich Videosignale in einer sehr hohen Qualität auf verschiedenste Art und Weise betrachten zu können. Um den Transport der Videosignale effizient zu gestalten, werden diese digitalisiert und anschließend quellencodiert. Dabei hat sich vor allem das Prinzip der blockbasierten Hybridcodierung durchgesetzt, welche auch die Basis des aktuellen H.264/AVC und des gerade ankommenden H.265/HEVC Videocodierstandards darstellt.

In der Quellencodierung von Videosignalen versucht man einerseits Redundanzen zu beseitigen und andererseits die Irrelevanz zu reduzieren. Unter der Berücksichtigung mancher Videosignaleigenschaften und unter bestimmten Annahmen landet man bei der sogenannten blockbasierten hybriden Videocodierung.

Der Vortrag soll einen Einblick in wesentliche Techniken der Videokompression geben und zeigen wie auch die aktuellen Videocodierstandards nach diesen Prinzipien arbeiten.

Wirtschaft und Physik – wie passt das zusammen?

Dienstag, 12. Januar 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Andreas Thümmel, Hochschule Darmstadt

Differentialgleichungen sind für Naturwissenschaftler unverzichtbarer Bestandteil der Modellierung und Berechnung von Effekten und Vorgängen ihrer Disziplinen. Weniger bekannt sind jedoch die Ansätze dieser Modellierungen in den Wirtschaftswissenschaften. Die Verknüpfung von Physikalischen Gesetzen mit wirtschaftlichen Phänomenen begründet eine interdisziplinäre Fachrichtung, die Econophysic oder Wirtschaftsphysik.

Der Vortrag soll anhand einfacher Modelle die Parallelität zwischen bestimmten Gleichungen der Physik und den Bilanzgleichungen der Wirtschaftswissenschaften aufzeigen. Besondere Beachtung wird der Erklärung und der Eliminierung von stochastischen Effekten zu deterministischen (gewöhnlichen und partiellen) Differentialgleichungen gegeben. Ein Ausblick auf die Spieltheorie ergänzt die Anwendungen von physikalischen Modellen in dieses besonders interessante und sehr aktuelle Fachgebiet.

 

Dynamik dünner Flüssigkeitsfilme -- physikalische Fragestellung und mathematische Antworten

Mittwoch, 16. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Günther Grün, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik 1, FAU Erlangen

In diesem Vortrag soll am Beispiel von Fragestellungen, die sich in Zusammenhang mit dem Benetzungsverhalten dünner Flüssigkeitsfilme ergeben, dargestellt werden, in welcher Weise Angewandte Mathematik mit rigoros analytischen und numerischen Methoden zur Problemlösung beitragen kann. Insbesondere werden wir die Grundidee numerischer Verfahren für die zugrunde liegende zeitabhängige partielle Differentialgleichung vierter Ordnung erläutern.  Simulationsrechnungen werden die Vorhersagekraft dieses Zugangs demonstrieren.

In welcher Weise die hierzu notwendigen Kompetenzen im Rahmen eines Masterstudiums an der Universität Erlangen-Nürnberg vermittelt werden, wird Gegenstand des zweiten Teils des Vortrags sein.

 

Wie lässt sich das Klima der Zukunft berechnen?

Dienstag, 1. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst, Offenbach

Der Vortrag stellt zunächst einige grundlegenden Prinzipien der Klimamodellierung dar. Im Anschluss werden die Grenzen der Vorhersagbarkeit beleuchtet, die je nach Vorhersagezeitraum von unterschiedlichen Faktoren und Prozessen hervorgerufen wird. Im dritten Teil des Vortrags werden die bereits erfahrenen Änderungen des Klimas deren zukünftiger Entwicklung gegenübergestellt. Dabei liegt der Fokus auf der 2m Lufttemperatur, dem Niederschlag und dem Wind als den Klimaelementen, die derzeit am meisten nachgefragt werden.

 

Die Simulation des Wälzkontakts und die Mathematik dahinter

Dienstag, 3. November 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Technomath. Alexander Liebel, Schaeffler Technologies, Herzogenaurach

Wälzlager werden überall dort eingesetzt, wo sich Dinge bewegen müssen. Sie sind unterschiedlichsten Lasten und Bewegungen ausgesetzt. Bei der Auslegung und der Produktentwicklung kommen heutzutage unterschiedliche Simulationswerkzeuge zum Einsatz. Eines davon ist die Kontaktsimulation, die den Blick zwischen zwei Elemente, wie zum Beispiel die Laufbahn und einen Wälzkörper gewährt und unterschiedlichste Fragen, beispielsweise nach dem Schmierungszustand, beantworten soll.

Dahinter verbirgt sich, für die Anwender der Software weitgehend unsichtbar, jede Menge Mathematik, um das Problem zu beschreiben und schließlich zu berechnen. Als Beispiele seien hier die Elastizitätsgleichung und die Reynolds-Gleichung genannt, die die elastischen Verformungen bzw. den Ölfluss im Schmierspalt beschreiben.

In diesem Vortrag wird ein Überblick über die Gleichungen und die eingesetzten Lösungsverfahren gegeben, sowie die Simulation selbst vorgestellt werden.

 

Machen Gene krank? Auf der Suche nach dem Einfluss genetischer Varianten auf den Menschen am Beispiel der Altersabhängigen Makuladegeneration

Dienstag, 20. Oktober 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Inf. Mathias Gorski, Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin, Universität Regensburg

 

Das Universitätsklinikum Regensburg widmet sich der medizinischen Versorgung von Patienten, der Ausbildung von Ärzten und der Weiterentwicklung der Medizin durch international renommierte Forschung. Der Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie in Regensburg untersucht dabei den Einfluss von genetischen Varianten und deren Wechselwirkung mit Lebensstil- und Umweltfaktoren für Merkmale und Erkrankungen im Menschen.

Der Vortrag ermöglicht einen Einblick in die genetische Forschung und zeigt auf, wie die Genetik und personengebundene Daten digitalisiert und verarbeitet werden. Es wird der Weg von den erfassten Rohdaten bis hin zu genetischen Assoziations-Analysen vorgestellt und am Beispiel der Altersabhängigen Makuladegeneration veranschaulicht.

Ein dedizierter Blick in die verwendeten mathematischen Modelle und die Einbettung der Arbeiten in Hochleistungsrechensysteme erläutert dabei die praktische Bedeutung für Studierende der Technischen Hochschule Nürnberg.

Reaktorsicherheit nach Fukushima - Unfallablauf, -ursachen und Lessons Learned?

Dienstag, 16. Juni 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Christoph Pistner, Öko-Institut e.V. Darmstadt

Am 11.03.2011 führte ein schweres Erdbeben und darauf folgender Tsunami im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi zum weltweit zweiten katastrophalen Unfall (INES 7) – knapp 25 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl. Damit wurde erneut das Problem der Reaktorsicherheit in die öffentliche Diskussion gerückt.

Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick zum heutigen Stand der Kernenergienutzung und der grundsätzlichen Probleme der Reaktorsicherheit. Darauf aufbauend werden der Ablauf, die wesentlichen Ursachen und die Folgen des Unfalls von Fukushima Dai-ichi dargestellt und auf die heutige Situation und die offenen Probleme eingegangen.

In der Folge des Ereignisses wurden weltweit Überprüfungen der Reaktorsicherheit bei laufenden wie geplanten Reaktoren vorgenommen, in Europa als sogenannter „EU-Stresstest“. Aufbau und Umfang dieser Überprüfung sowie wesentliche Erkenntnisse werden dargestellt und diskutiert.

 

Simulation von elektromagnetischen Feldern - Theorie, Numerik, Anwendungen

Dienstag, 2. Juni 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Georg Wimmer, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Langsam veränderliche elektromagnetische Felder werden beschrieben durch die quasistatische Approximation der Maxwell Gleichungen, bei der Wellenausbreitungseffekte vernachlässigt werden. Für eine große Zahl von technischen Geräten, wie z.B. Elektromotoren, Transformatoren, Generatoren trifft dies zu.

Für die Simulation am Rechner muß zunächst der physikalische Prozess, der durch partielle Differentialgleichungen beschrieben wird, mit geeigneten gitterbasierten Methoden, wie z.B. der Finiten Integrationstechnik (FIT) oder der Finiten Elemente Methode (FEM), im Raum sowie mit Zeitintegrationsverfahren in der Zeit diskretisiert werden. Die resultierenden großen linearen Gleichungssysteme erfordern spezielle Lösungsverfahren, welche durch Projektionstechniken beschleunigt werden können.

 

Learning in the presence of Adversaries

Dienstag, 28. April 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Giorgio Ciacinto PhD, Università di Cagliari, Italien

Nowadays machine learning techniques are increasingly employed to perform detection tasks where the goal is to filter out unwanted or illicit patterns. Security applications offer different examples of these types of tasks, such as, spam filtering, malware detection, phishing detection, biometric authentication, etc.

In order to evade detection, attackers try to attack the learning algorithm first, either by poisoning the training data, or by crafting the malicious patterns so that they classified as benign patterns. In this talk I will present the activities carried out at the PRA Lab of the University of Cagliari where we proposed a methodological approach to the security evaluation of pattern classifiers, we tested the approach on different application scenarios, and we provided some suggestions to the development of robust pattern classifiers.

 

Auslegung von Brennstäben für Kernreaktoren – mathematisch physikalische Behandlung

Dienstag, 24. März 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Phys. Martin Sperlich, AREVA, Erlangen

Sicherheitsanalysen in der Kerntechnik umfassen die Anwendung von Methoden und Modellen aus der Mathematik, der Physik und den Ingenieurwissenschaften. Am Beispiel der Auslegung von Brennstäben für Kernreaktoren wird die Komplexität des Zusammenspiels zwischen den verschiedenen technischen Bereichen in der Praxis gezeigt, um solche Analysen führen zu können. Dies umfasst die Modellbildung zur Beschreibung physikalischer thermomechanischer Eigenschaften und des Verhaltens des Kernbrennstoffs und der Brennstabhülle, analytische Herangehensweisen aus den Ingenieurwissenschaften zur Auslegung sowie die Anwendung mathematischer Methoden wie der Monte Carlo Simulation auf Basis von rechnergestützten Analysen.