Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR

Siehe Termine zur Ringvorlesung Nachhaltigkeit weiter unten!

Siehe Termine zur Ringvorlesung Nachhaltigkeit weiter unten!

Siehe Termine zur Ringvorlesung Nachhaltigkeit weiter unten!

Siehe Termine zur Ringvorlesung Nachhaltigkeit weiter unten!

Ringvorlesung Virtual & Augmented Reality


Die Ringvorlesung wird live auf YouTube gestreamt:
https://www.youtube.com/channel/UCqgTO4WePL0Di_pQgOG9hEQ

Augmented Reality: Spielerei oder unterschätztes Disruptionspotenzial?

Montag, 11. Oktober 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Philipp A. Rauschnabel, Professor für Digitales Marketing und Medieninnovation an der Universität der Bundeswehr München

Reality Revolution! Nach dem Hype von Pokémon Go ist Augmented Reality wieder aus dem Alltag vieler Menschen verschwunden. Allerdings gewinnt das Thema gerade enorm an Momentum: Apple, Facebook, Google, Amazon und Co. kündigen nahezu täglich neue Features, Patente oder Pläne an. Schon in Kürze wird es möglich – und vielleicht auch ganz normal – sein, seine Wahrnehmung der Realität mit virtuellen Inhalten anzureichern. Auf einige Dinge – beispielsweise Dekorationsartikel oder Screens – könnten wir dann komplett verzichten und Ad Blocker schützen uns vor ungewollter Werbung im Alltag. Die Kehrseite der Medaille: Statt Werbung könnten ungewollte Personengruppen ausblendet werden, Konzerne platzieren ihre Werbebotschaften als Hologramme in unseren Gärten und statt nur unsere eigenes Privatleben preiszugeben, erstellen wir ungewollt 3D-Scans anderer Menschen. Grund genug, sich frühzeitig mit AR als Disruptor – und nicht als weiteres Gimmick – zu beschäftigen.

Virtual, Augmented & Mixed Reality – Die Zukunft ist heute!

Montag, 25. Oktober 2021, 19:00 Uhr

Julia Wittmann, Projektmanagerin für Augmented-, Mixed- & Virtual Reality des XR HUB Nürnberg

Komm mit auf eine Reise durch die Möglichkeiten von Extended Reality (=XR): Was ist XR überhaupt und was sind die Unterschiede zwischen AR, VR & MR? Welche erfolgreich realisierten AR/VR/MR-Projekte gibt es bereits? Welche XR-Unternehmen gibt es in der Metropolregion Nürnberg? Wie sieht die Zukunft im Bereich XR aus? Freue Dich auf viele Use Cases und lass Dich inspirieren!

Wie Virtual und Augmented Reality die Wahrnehmung von Stadt ändert

Montag, 8. November 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, Universität Augsburg

Stadtbild und Stadterleben sind mittlerweile von einer Vielzahl digitaler Medieninhalte geprägt – seien es Navigations-Apps auf dem Smartphone oder dynamische Werbeanzeigen auf Großbildschirmen. Während es sich dabei größtenteils um zweidimensionale Inhalte handelt, die sich mehr oder weniger künstlich in das Stadtbild einfügen, überlagern Augmented Reality (AR)-Anwendungen den Stadtraum mit dreidimensionalen virtuellen Objekten (Hologrammen). Durch diese natürliche Realitätsüberlagerung hat AR das Potenzial, das Alltagsleben in der digitalen Stadt noch stärker zu beeinflussen als andere Medientechnologien vor ihr. Dies gilt besonders für die Wahrnehmung öffentlicher Räume und Plätze, die im Alltagsleben und den täglichen Routinen eine große Bedeutung spielen, ohne dass sie immer explizit wahrgenommen werden. Doch was passiert, wenn der Stadtraum in Zukunft auch durch größere virtuelle Objekte überlagert wird? Wie verändern zum Beispiel Hologramme von Gebäuden öffentliche Plätze in den Augen der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner? Und wie können diese Veränderungen durch AR wissenschaftlich untersucht werden?

Rechtsfragen der Augmented Reality

Montag, 22. November 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Stefan Koos, Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht der Universität der Bundeswehr München

Augmented Reality ist neben der Künstlichen Intelligenz eine weitere Entwicklung, die disruptive Einflüsse auf die Gesellschaft haben kann. Disruption im Recht hat es jedoch mit den technologischen Entwicklungen in der Vergangenheit kaum gegeben. Das Recht hat sich bisher ausreichend flexibel gezeigt, um die Digitalisierung zu erfassen. Das kann sich mit der Augmented Reality ändern. Der Vortrag zeigt ausgewählte Rechtsprobleme auf, die in diesem Zusammenhang auftreten können.

Augmented Journalism zwischen Nutzwert, Spielerei und echter Innovation

Montag, 6. Dezember 2021, 19:00 Uhr

Dr. Till Krause, SZ Magazin, München

Das Süddeutsche Zeitung Magazin vom 19. August 2010 war eine Premiere: Als erste Zeitschrift in Deutschland erschien diese Ausgabe mit einem digitalen Eigenleben in Augmented Reality. Mit Smartphone und spezieller App konnte man die Artikel durch digitale Zusatzinhalte anreichern. Heute ist Augmented Reality eine etablierte Technologie. Der Journalist und SZ-Magazin-Redakteur Dr. Till Krause war damals verantwortlich für die Augmented-Reality-Sonderausgabe – und hat die Entwicklungen dieser Technologie weiterverfolgt. In dieser Ringvorlesung zeigt er aktuelle Trends und Experimente im Spannungsfeld von Journalismus und AR und diskutiert deren Nutzen, Bedeutung und gibt Ausblicke in künftige Entwicklungen in diesem Bereich.


Die Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR wird in Kooperation mit den Nürnberger Nachrichten, der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dem Nürnberg Digital Festival, der Nürnberger Initiative für Kommunikation (NIK), den CommClubs Bayern, der Akademie Frankenwarte Würzburg, dem MedienCampus Bayern und dem Deutschen Institut für Change-Prozesse und digitale Geschäftsmodelle durchgeführt.

Kontakt bei Rückfragen: Prof. Markus Kaiser (markus.kaiseratth-nuernbergPunktde)

Medien- & Digitalethik

Die Ringvorlesung wird live auf YouTube auf dem Channel der VideoUnit gestreamt:
https://www.youtube.com/c/VideoUnit

Diskussionsrunde über aktuelle Aspekte der Medien- und Digitalethik

Montag, 22. März 2021, 19:00 Uhr

Prof. Johanna Haberer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Michael Husarek, Nürnberger Nachrichten
Inci Strauß, Nürnberger Initiative für Kommunikation (Moderation)

Ethik in und auf sozialen Plattformen

Montag, 22. März 2021, ca. 19:45 Uhr

Prof. Dr. Thomas Zeilinger, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Social Media sind in nicht viel mehr als zehn Jahre selbstverständlich gewordene Kommunikationsräume. Auf den entsprechenden Plattformen findet in unterschiedlichsten Formaten Austausch statt: Text, Bild, Ton und Video. Phänomene wie Fake News, Hatespeech und Shitstorms werfen nicht nur Fragen nach Anstand und Respekt im Netz auf, sondern rufen Politik und Rechtsprechung auf den Plan. Welche ethischen Leitplanken geben Orientierung im Reich von Posting und Tagging, von Likes und Hashtags? Prof. Dr. Thomas Zeilinger ist Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft und außerplanmäßiger Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Bereich Medienkommunikation und Medienethik.

Ethische Praxis im Tablet-Journalismus

Montag, 12. April 2021, 19:00 Uhr

Malte Burdekat, Technische Hochschule Nürnberg

Tablet-Journalismus ist mehr als mobile reporting. Er bietet neue Perspektiven auf Handlungsmaximen professioneller Kommunikatoren. Daraus ergeben sich Fragestellungen, die im Kern nicht neu sind – deren Wesen nun aber deutlicher zu Tage tritt. So stellt sich beispielsweise die Frage, wie altgediente Handlungsroutinen praktikabel in den digitalen Journalismus übersetzt werden können. Der Blick auf die aktuellen Anforderungen in der Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten ist ein guter Ausgangspunkt für den Diskurs. Malte Burdekat ist Medienschaffender, Soziologe und Dozent. Als Journalismuslehrer ist er an mehreren Hochschulen und Journalistenschulen tätig, zudem berät er Unternehmen.

Verlorene Unschuld. Vom (un-)verantwortlichen Handeln der Medien- und Plattformunternehmen

Montag, 26. April 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Claas Relotius eine so große Menge an gefälschten Beiträgen im „Spiegel“ veröffentlichen konnte? Von welcher Verantwortung spricht der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags, wenn er über die Berichterstattung der Bild-Zeitung spricht? Warum tun sich Plattformen wie Facebook und Twitter so schwer mit Regeln gegen Hassnachrichten und Lügen? Diese Fragen leiten den Beitrag von Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der sich mit den verschiedenen Relationen von Verantwortung auseinandersetzt. Auf dieser theoretischen Grundlage wird anhand von Beispielen diskutiert, warum und wodurch Medien und Plattformen ihre Unschuld im Hinblick auf gemeinwohlorientierte und demokratiesichernde Vermittlung von Inhalten verloren haben.

Be right, but first be first? „Alte“ professionelle Standards im Lichte neuer medialer Gegebenheiten

Montag, 10. Mai 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Markus Behmer, Otto-Friedrich-Universität Bamberg und MedienCampus Bayern

Genauigkeit gehe im Zweifel vor Aktualität. Man nutze mindestens zwei Quellen. Was „unter drei“ gesagt ist, bleibe vertraulich. Journalisten machen keine PR. Leitsätze wie diese und ethische Grundprinzipien gibt es viele im „klassischen“ Journalismus. Immer schon wurden sie auch gebrochen. Doch sind sie überhaupt noch zeitgemäß in Zeiten der News in Permanenz, neuer Kommunikationsräume, der Durchmischung zwischen „Laienpräsenz“, „Expertokratie“ und beruflicher Kommunikationsgestaltung? Teils exemplarisch, teils mit allgemeinen Erwägungen soll im Vortrag versucht werden, Anreize zur Diskussion zu geben. Der Vortragende ist Professor für Kommunikatorforschung und Dekan der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften an der Universität Bamberg sowie Vorstandsmitglied des MedienCampus Bayern.

Online-Gaming als ewiges Streitthema

Montag, 31. Mai 2021, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Claudia Paganini, Hochschule für Philosophie München

Am Handy oder am iPad zockende Kinder und Jugendliche treiben den meisten Eltern tiefe Sorgenfalten in die Stirn. „Jetzt ist es aber genug, noch 10 Minuten maximal!“ Und schon ist er da: der schönste Familienstreit. Aber muss das sein? Sind Computerspiele tatsächlich so schlecht wie ihr Ruf? Was ist gefährlich am Online-Gaming? Das Gewaltpotenzial der Ego-Shooter oder das Unvermögen einer Generation von Erwachsenen, mit ihren spielenden Kindern umzugehen? Die Vortragende vertritt im Sommersemester 2021 die Professur für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München.

 

Die Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR wird in Kooperation mit dem MedienCampus Bayern, den Nürnberger Nachrichten, der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dem Nürnberg Digital Festival, der Nürnberger Initiative für Kommunikation (NIK), den CommClubs Bayern und dem Deutschen Institut für Change-Prozesse und digitale Geschäftsmodelle durchgeführt.

Medien & Daten

Die Ringvorlesung wird live auf YouTube auf dem Channel der VideoUnit gestreamt;
https://www.youtube.com/channel/UC1x2Kl48gNG3JXFu38KP6pw

Roboterjournalismus und das Zukunftsmodell einer „hybriden Redaktion“

Montag, 12. Oktober 2020, 19:00 Uhr

Saim Alkan, AX Semantics, Stuttgart

Ob Sport-, Wahl-, Wetter- oder Feinstaubberichte – der Roboterjournalismus ist mit unterschiedlichsten Anwendungen mittlerweile fester Bestandteil vieler Verlagshäuser und Redaktionen. Doch was steckt hinter dem Begriff „Roboterjournalismus“? Werden die Texte wirklich von einer Maschine geschrieben? Welche Rolle und welchen Einfluss auf die Texte haben Redakteure, die automatische Textgenerierung einsetzen? Antworten darauf gibt Saim Alkan, Gründer und Geschäftsführer von AX Semantics, einer der führenden Softwarehersteller zur automatischen Textgenerierung, in der Ringvorlesung Medien & Daten des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR der TH Nürnberg. Zudem stellt er die Funktionsweise der „hybriden Redaktion“ als Zukunftsmodell für Redaktionen vor.

Datengestützte Kampagnen in Wirtschaft und Politik

Montag, 26. Oktober 2020, 19:00 Uhr

Dr. André Haller, FH Kufstein Tirol, Kufstein

Marketing und PR haben einen massiven Wandel durch die digitale Transformation durchlaufen. Insbesondere die Segmentierung, also die Identifikation einzelner Zielgruppen, wird heute unter dem Einsatz von Datenbeständen über die Gesellschaft durchgeführt. In der anschließenden Ausführung von Kommunikationsmaßnahmen werden unterschiedliche Variablen genutzt, um Gruppen und Einzelpersonen passgenau anzusprechen. Der Vortrag zeigt die theoretischen Hintergründe und praktischen Funktionsweisen datengestützter Kampagnen in Wirtschaft und Politik auf. Es wird unter anderem auf den Einsatz von Daten in professionellen Wahlkampagnen und in digitalen Marketingstrategien eingegangen. André Haller, Hochschullehrer für Marketing, Kommunikationsmanagement und Digitales Marketing an der FH Kufstein, zeigt außerdem digitale Maßnahmen auf, um Kunden einzigartige Erlebnisse während ihrer Customer Journey zu bieten, Mehrwerte für sie zu schaffen und sich von der Konkurrenz abzuheben. Abschließend sollen in der Vorlesung weitere Beispiele für den Einsatz digitaler Instrumente in der Marketingplanung und -Ausführung diskutiert und entwickelt werden. Es wird außerdem diskutiert, welche ethischen Probleme durch den Einsatz digitaler Kampagnen entstehen können.

Tschüss Bauchgefühl! Wie Redaktionen dank Audience Development wirklich wissen, was „der Leser“ will

Montag, 9. November 2020, 19:00 Uhr

Achim Bergmann und Kilian Trabert, Nürnberger Nachrichten

„Die Leser wollen das so!“ Noch vor einigen Jahren war es nicht unüblich, diesen Satz in Redaktionskonferenzen zu hören. Heute wissen wir: Sich rein auf das Bauchgefühl zu verlassen, reicht längst nicht aus.  Genauso wenig wie „Publish and Pray“ - also Inhalte online stellen und hoffen, dass sie ihr Publikum schon finden. Stattdessen arbeiten Medienunternehmen analytisch und datenorientiert, um die Reichweite auf allen digitalen Kanälen – Webseiten, Apps, Podcasts oder Newslettern – zu erhöhen. Und sie gehen noch einige Schritte weiter, denn neben rein quantitativen Zahlen werden qualitative Daten immer wichtiger: Das Ziel ist, neue oder gelegentliche Nutzer durch positive Erfahrungen als loyale Kunden zu binden, die etwa ein Abonnement abschließen oder regelmäßig Events besuchen. Das ist die Aufgabe von Audience Development. Neben viel Zahlenarbeit bedeutet das vor allem: Zuhören. Die Nürnberger Nachrichten achten deshalb mehr denn je auf die Leser und User in der Region, auf ihre Bedürfnisse, Fragen und Interessen. Wie das funktioniert und welche Konsequenzen das für ein Medienunternehmen hat, erklären Achim Bergmann und Kilian Trabert vom Team Digitale Projekte der Nürnberger Nachrichten.

Akteure und Algorithmen – medienethische Überlegungen

Montag, 23. November 2020, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Christian Schicha, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Algorithmen sind im digitalen Zeitalter in unterschiedliche Informationsbereiche eingebettet. Dazu gehören Suchmaschinen (u.a. Google), Plattformen für nutzergeneriere Inhalte (u.a. YouTube), Micro-Blog-Plattformen (u.a. Twitter) und Soziale Netzwerke (u.a. Facebook). Zunächst computerunabhängige Rechenprozesse werden auf der Basis von Software an Computer delegiert, die wesentlich schneller Berechnungen durchführen können als Menschen. Grundlegend geht es um Analysen von vorliegenden Daten, um gesicherte und informierte Entscheidungen für die Zukunft fällen zu können. Sie existieren als Programme, die Datenquellen filtern und beobachten können, um aktuelle Themen zu identifizieren. In dem Vortrag werden konkrete Einsatzfelder von Algorithmen identifiziert und anhand konkreter Beispiele aus einer normativen Perspektive kritisch reflektiert. Dabei geht es unter anderem um Einsatzfelder bei Wikipedia, den computergenerierten Journalismus, die Autovervollständigung und Haftung bei Google, digitale Partnerschaftsbörsen und den Einsatz gegen Plagiate. Abschließend werden offene Fragen für die weitere Forschung im Bereich einer „Algorithmenethik“ im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine skizziert.

Datenjournalismus – mehr als lose Zahlen

Montag, 7. Dezember 2020, 19:00 Uhr

Sylke Gruhnwald, Republik Magazin, Zürich

Vorratsdatenspeicherung, Überwachungstechnologien, Berge von Justizakten aus Deutschland und der Schweiz: Zahlen und Dokumente liefern Puzzleteile für solche investigative Recherchen genauso wie Daten aus offenen Quellen und Akten aus Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Aus all den Puzzleteilen entsteht ein Datensatz. Der wird in Form gebracht, verifiziert und analysiert. Dabei helfen R, Python und Machine Learning. Bei der Datenarbeit müssen ethische und rechtliche Grundsätze beachtet werden – damit die Publikation nicht scheitert.


Die Ringvorlesung des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR im Sommersemester 2021 widmet sich dem Schwerpunkt Medien- und Digitalethik. Bei der Ringvorlesung handelt es sich um eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der TH Nürnberg, der Akademie für Politische Bildung Tutzing, der Nürnberger Nachrichten, des Nürnberg Digital Festivals der CommClubs Bayern, der Nürnberger Initiative für Kommunikation (NIK) und des Deutschen Instituts für Change-Prozesse und digitale Geschäftsmodelle.

Künstliche Intelligenz

Überblick über künstliche Intelligenz

Montag, 6. April 2020, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Dr. Niraimathi Appavu-Gauss, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Dresden

In den vergangenen Jahren wurde Künstliche Intelligenz immer präsenter in sozialen und digitalen Medien. Industrie- und Entwicklungsländer ergreifen Maßnahmen, um auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einzunehmen. Aber was ist künstlich an dieser Intelligenz und warum ist sie plötzlich so wichtig? Es gibt eine riesige Angst davor, dass Künstliche Intelligenz und Roboter Arbeitsplätze ersetzen können: Arbeitsplätze von Menschen. Viele kleinere und mittelständische Unternehmen stellen die Frage, ob KI eine Gefahr oder eine Chance für ihren Industriezweig und ihr Geschäftsmodell darstellt. Wie sollten sich die Industrien vorbereiten, um in einer KI-Welt ihren Weg zu finden, in der ihre derzeitigen Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren? Um darauf Antworten zu finden, ist es wichtig, sich mit Künstlicher Intelligenz zu beschäftigen. Dr. Niraimathi Appavu gibt einen Einblick in KI und die Struktur dahinter. Außerdem wird sie Beispiele für Anwendungen aufzeigen, in denen KI bereits eingesetzt wird, und Chancen und Nachteile von KI vorstellen. In ihrem Vortrag gibt sie einen Überblick, wie KI verschiedene Industrien beeinflusst, und zeigt mögliche Perspektiven auf, wie KI unser heutiges Leben verändern kann.

Der Livestream ist unter https://www.youtube.com/channel/UC1x2Kl48gNG3JXFu38KP6pw zu finden.

Selbstlernende Chatbots

Montag, 20. April 2020, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Dirk Kiefer, CGI Deutschland

Im Jahr 2016 hatte der von Microsoft entworfene Chatbot Tay für Schlagzeilen gesorgt: Der Chatbot hatte vom Menschen lernen sollen und war innerhalb von 24 Stunden mit sexistischen und rassistischen Kommentaren aufgefallen, so dass er wieder offline genommen werden musste. Trotzdem werden in sozialen Netzwerken und auf Websites immer öfter Chatbots eingesetzt, um rund um die Uhr einen Kundendienst zu ermöglichen, neue Nutzererlebnisse zu schaffen, dem User einen Concierge zur Verfügung zu stellen oder einen dialogorientierten Medienkanal aufzumachen. In seinem Vortrag erläutert Dirk Kiefer, Director Public Innovations von CGI Deutschland, wie sein Unternehmen selbstlernende Chatbots baut, wie diese heute genutzt werden können und wohin sich der Bereich entwickelt.

Künstliche Intelligenz – zwischen Hype und Realität

Montag, 11. Mai 2020, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Prof. Dr. Florian Gallwitz, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Unter dem Label „Künstliche Intelligenz“ wird heute eine breite Palette von unterschiedlichsten Technologien und Anwendungen vermarktet. In einigen Bereichen hat es in den vergangenen Jahren tatsächlich dramatische Fortschritte gegeben. Hierzu gehören zum Beispiel die automatische Gesichtserkennung, die automatische Erkennung von Hautkrebs, die automatische Spracherkennung und die Generierung von sogenannten „Deep Fakes“. Anwendungen wie das autonome Fahren werden dagegen wohl noch deutlich länger auf sich warten lassen, als viele glauben. Und schließlich gibt es noch zahlreiche höchst fragwürdige Produkte und Lösungen, die unter dem Label „KI“ angepriesen werden, wie etwa die automatisierte Auswahl von Bewerbern, „KI“- Lügendetektoren oder das sogenannte „Predictive Policing“. Im Rahmen dieser Ringvorlesung wird Florian Gallwitz versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen und den Zuhörern einen Eindruck der Möglichkeiten, insbesondere aber auch der Grenzen aktueller „KI“-Methoden zu vermitteln.

Künstliche Intelligenz – Herausforderung und Chance für das Recht

Montag, 25. Mai 2020, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Baltasar Cevc, Rechtsanwalt und Berater zu Legal Tech und datengetriebenem Recht, Erlangen

Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr Bereiche des Lebens vor. Sie bietet die Chance, dass neuer Zugang zum Recht eröffnet wird. Sie kann Basis dafür sein, dass kleine Fälle bearbeitet werden, Personen mit wenigen Ressourcen auch zu ihrem Recht kommen. Computerintelligenz stellt uns gleichzeitig vor Herausforderungen. Ihre Systeme sind aus sich heraus kaum verständlich, dennoch sind wir als Gesellschaft gefordert, ihnen Regeln zu setzen. Wir benötigen Vorgaben im Umgang mit autonomer Entscheidungsfindung, also etwa dem Verhalten von selbstfahrenden Autos im Konfliktfall, kurz vor dem Unfall. Ebenso können datenbasierte Entscheidungen diskriminierend wirken, beim Zugang zum Wohnungsmarkt oder Beruf etwa. Der Vortrag gibt Einblicke in diese Themen und wagt einen Ausblick auf die notwendige weitere Entwicklung.

AI in der Content-Produktion: Wie Algorithmen die Medienbranche verändern

Montag, 8. Juni 2020, 19:00 Uhr Bahnhofstraße 90, BB.103

Prof. Dr. Roland Frank, Mediadesign-Hochschule München

In Fragen der Digitalisierung war die Medienbranche schon immer einen Tick schneller als andere Branchen. Neue Produktionssysteme, individualisierte Werbeformen und digitale Vertriebsformen wurden häufig zunächst in den Medien ausgetestet. Die Wertschöpfungskette von Unternehmen wie Netflix gilt bereits heute als nahezu vollständig digitalisiert: von der Entwicklung der Ideen über die Produktion bis hin zur Ausspielung der Inhalte. Und so verwundert es nicht, dass auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (AI) in der Medienbranche bereits weiter vorangeschritten ist als in vielen anderen Branchen. Die Ringvorlesung von Roland Frank mit dem Titel „AI in der Content-Produktion: Wie Algorithmen die Medienbranche verändern“ gibt einen Überblick über mögliche Einsatzszenarien für Künstliche-Intelligenz-Anwendungen in der Medienbranche und den aktuellen Stand der technischen Umsetzung.

 

Die Ringvorlesung des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR im Wintersemester 2020/2021 widmet sich dem Schwerpunkt Medien & Daten. Auftakt ist am Montag, 12. Oktober 2020, (19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, Hörsaal BB.103) mit einem Vortrag von Saim Alkan, Gründer und Geschäftsführer von AX Semantics, über Roboterjournalismus. Die weiteren Termine sind am 26. Oktober, 9. November, 23. November und 7. Dezember 2020.

Change-Prozesse und digitale Transformation

Change Management in der Kommunikationsbranche

Montag, 28.Oktober 2019, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Prof. Markus Kaiser, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Newsrooms, Social Media und weitere Medieninnovationen: Die Medien- und Kommunikationsbranche steckt im Umbruch. Diese Change-Prozesse müssen durch ein Change Management und Change Communication begleitet werden, eine Change-Kultur muss in den Unternehmen etabliert werden - nur so gelingt der Wandel. In seinem Vortrag geht Prof. Markus Kaiser auf die Besonderheiten der Medien- und Kommunikationsbranche ein und erklärt, wie Change-Prozesse erfolgreich verlaufen können. Die Ringvorlesung Change-Prozesse und digitale Transformation des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR wird in Kooperation mit den Nürnberger Nachrichten, der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dem Deutschen Institut für Change-Prozesse und digitale Geschäftsmodelle, dem Nürnberg Digital Festival und dem Media Lab Bayern in Ansbach durchgeführt.

Der Change vom Fachverlag zur Communications Group

Montag, 11. November 2019, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Dr. Gunther Schunk, Vogel Communications Group, Würzburg

Wir leben im kommunikativsten Zeitalter der Weltgeschichte. Formate, Techniken und Kanäle der Kommunikation vervielfältigen sich explosionshaft. Und auch die Zahl derer, die Inhalte erzeugen und verbreiten wächst. Was bedeutet das für die Unternehmenskommunikation? Und für die Verlage, die lange nahezu alleine Träger der B2B-Kommunikaton waren? Die Vogel Communications Group ist ein 128 Jahre altes Medienhaus, das sich derzeit völlig neu als B2B-Kommunikationsdienstleister aufstellt.

Digitale Transformation im News-Journalismus

Montag, 25. November 2019, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Maren Lamersdorf, ProSiebenSat.1 TV Deutschland, Unterföhring

Die Digitalisierung hat nicht nur das Medienangebot von Grund auf transformiert, sondern auch einen tief greifenden Veränderungsprozess in den Redaktionen hervorgerufen. Welchen Herausforderungen muss sich ein Digitaler News-Redakteur bei ProsiebenSat.1 heute stellen und welche Skills braucht es wirklich? Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen TV-Business und Digital-Redaktion konkret aus und wie sinnvoll ist ein isoliertes Arbeiten von Publishing, Produkt und Technik? In der Ringvorlesung soll es Antworten auf diese Fragen geben und über Chancen und Risiken im multimedialen News-Geschäft diskutiert werden.

Agile Methoden in der Unternehmenskommunikation

Montag, 9. Dezember 2019, 19:00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Thomas Wenzel, ZF Friedrichshafen

Abstract folgt!

Wenn eine 240jährige das Internet erobert – Was digitale Transformationsprozesse für Medienhäuser wie die Neue Züricher Zeitung bedeuten, und wie sich Medienunternehmen und ihre Mitarbeiter ändern müssen, um Leserinnen und Leser heute und morgen zu begeistern.

Montag, 13. Januar 2020, 19:00 Uhr Bahnhofstraße 90, BB.103

Sigrun Albert, Neue Züricher Zeitung

1780 gründete Salomon Gessner die Zürcher Zeitung, aus der 1821 die Neue Zürcher Zeitung hervorging. Über 200 Jahre lang funktionierte deren Geschäftsmodell fast unverändert – treue Leserinnen und Leser abonnierten die Zeitung, oft ein Leben lang, Einnahmen aus Anzeigen waren eine weitere verlässliche Einnahmequelle.
Doch seit einigen Jahren sind die Print-Auflagen und die Werbeumsätze rückläufig – wie in fast allen Zeitungshäusern. Wichtigster Grund dafür ist die Digitalisierung. Auch ein Medienhaus mit internationalem Ruf und jahrhundertelanger Geschichte muss deshalb wieder zum Startup werden. Herausfinden, was Kundinnen und Kunden heute begeistert. Für welche Inhalte sie zu zahlen bereit sind. Muss sich als Marke neu erlebbar machen.
Sigrun Albert, Chief Product Officer bei der Neuen Zürcher Zeitung, berichtet, was der digitale Wandel für ein Medienhaus wie die Neue Zürcher Zeitung bedeutet, und welche Parallelen es dabei zu anderen Medienhäusern gibt. Wie muss eine Organisation aussehen, um flexibel und kreativ auf Kundenwünsche eingehen zu können? Welche Rolle spielt Innovation, wie haltbar sind heutzutage Prozesse und Strukturen? Und was bedeutet der digitale Wandel für die Menschen, die ihn gestalten sollen?
Sigrun Albert wird in diesem Vortrag Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen aus der Arbeit für Medienhäuser und mit verschiedenen digitalen Startups geben und diese in Beziehung setzen zu Methoden und Erkenntnissen aus der traditionellen wie aktuellen Managementliteratur.

Medien & Marken

Medien erschaffen erfolgreiche Marken dank Werbung oder journalistischer Berichterstattung. Und Marken gründen immer häufiger ihre eigenen Medien. Nicht nur ein österreichischer Brausehersteller hat sich ein eigenes Medienimperium aufgebaut; Corporate Publishing wird für Unternehmen immer wichtiger. Nicht zuletzt werden aber auch Journalisten dank Social Media immer öfter zu eigenen Medienmarken. Medien und Marken stehen aufgrund der Digitalisierung zudem vor ganz neuen Herausforderungen: Es gilt, nicht nur neue Geschäftsmodelle zu erfinden, sondern Marken auch erfolgreich ins digitale Zeitalter zu transformieren.

Experten aus der Medienbranche, dem Sport und der Wissenschaft beleuchten in der Ringvorlesung aus verschiedensten Blickwinkeln die Beziehungen zwischen Medien und Marken. Die Ringvorlesung richtet sich dabei auch an die interessierte Öffentlichkeit, um einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen zu erhalten. Sie ist aber auch als ein Forum in der Europäischen Metropolregion Nürnberg gedacht, um über Medien und Medieninnovationen ins Gespräch zu kommen. Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.

Die Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR wird in Kooperation mit den Nürnberger Nachrichten, der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dem Nürnberg Digital Festival und dem Media Lab Bayern in Ansbach durchgeführt..


Brand New World – Innovatives Markenmanagement des Bayerischen Rundfunks in der digitalen Welt

Montag, 15. April 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Dr. Markus Riese, Bayerischer Rundfunk, München

Die digitale Revolution verändert die Welt der Medien in rasantem Tempo – mit faszinierenden Möglichkeiten und Chancen für die Art und Weise wie wir kommunizieren. Aber freilich auch mit weitreichenden Konsequenzen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die für Medienunternehmen daraus resultierende Komplexität erfordert ein kontinuierliches, systematisches Markenmanagement. Im Fokus dieser Ringvorlesung stehen dabei ebenso die strategische Markenkommunikation des BR wie innovative Marken-Konzepte auf digitalen Plattformen anhand von aktuellen Praxisbeispielen.


Markenorientierte Kommunikation im Public Management

Montag, 29. April 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Dr. Anton Preis, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, München

Markenorientierung im Public Management bietet in einer Zeit, in der Komplexitätsreduktion und immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen beim Mediennutzer vorherrschen, interessante Möglichkeiten zur Außendarstellung, einen hohen Wiedererkennungswert und Identifikationspotenzial beim Bürger. Konsequente Darstellung und Strategiefit sind wichtig für den Erfolg.


Der Journalist als Marke

Montag, 20. Mai 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Richard Gutjahr, Journalist und Blogger, München

Journalisten sind Rockstars. Sie wissen es nur nicht. In einer vernetzten Welt, in der Information- wie Desinformationen 24/7 auf uns einprasseln, brauchen die Menschen Orientierung. Orientierung in Form von Köpfen, nicht von Marken. Parteien, Verbände und Medienhäuser verlieren an Bedeutung, die Zeit der Zwischenhändler ist vorbei. Wer beizeiten damit beginnt, sein Profil als Journalist zu schärfen und sich einen eigenen Namen aufzubauen, kann entspannt in die Zukunft blicken.


Nach dem Ironman-Aus: Wie dank unermüdlichem Einsatz und Social Media mit dem Challenge-Triathlon eine weltweit beliebte Sportmarke geschaffen wurde

Montag, 3. Juni 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Felix Walchshöfer, Challenge Roth, Roth

2001 war das Jahr des Umbruchs für den traditionsreichen Triathlon in Roth. Nachdem der damalige Veranstalter Detlef Kühnel es wegen unzumutbarer Vertragsbedingungen ablehnte, den Vertrag mit „Ironman“ zu verlängern, gründete sein Nachfolger Herbert Walchshöfer die neue Qualitätsmarke „Challenge“. Die Kernpunkte der neuen Challenge-Philosophie waren von Anfang an genau definiert: eine starke Fokussierung auf die Wünsche der Athleten, stetige Investitionen in Wettkampf- und Servicequalität und eine intensive Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis Roth sowie der Bevölkerung. Heute bilden jährlich mehr als 7.500 freiwillige Helfer das Rückgrat der Veranstaltung, die sich längst „weltgrößter Langdistanz-Triathlon“ nennen darf. Eine ständige intensive Kommunikation mit allen Beteiligten über Social Media und andere Kanäle fördert den Zusammenhalt und steigert das „Wir-Gefühl“. Das Rennen, das jedes Jahr binnen Sekunden ausverkauft ist, hat bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten.


kicker – Von der Bibel des Fußballs zum Alexa-Skill

Montag, 17. Juni 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Werner Wittmann, Olympia Verlag, Nürnberg

Der „kicker“, eine der traditionsreichsten deutschen Medienmarken, stellt sich seit vielen Jahren sehr erfolgreich dem Transformationsprozess vom gedruckten „Sportmagazin“ zur digitalen Plattform und ist heute in allen Digital-Rankings sehr weit vorne vertreten. Wie man eine Spitzenposition erreicht hat, welche Strategien, organisatorischen Veränderungen und Produkte es dafür gebraucht hat und wie man in Zukunft weiter ganz oben mitspielen möchte, stellt Ihnen Werner Wittmann, Leiter Digitale Medien im Olympia-Verlag, vor.


Fachjournalisten: Influencer oder Meinungsführer? Der Chefredakteur als Marke in der B2B-Kommunikation

Montag, 24. Juni 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Prof. Volker M. Banholzer, Technische Hochschule Nürnberg

Wer sind die #REZOs des Maschinenbaus? Digitale Kommunikation über Social-Media-Kanäle wird auch im B2B immer wichtiger. Agenturen vertreten die These, dass sich B2C- und B2B-Kommunikation immer weiter angleichen. Also wird Influencer-Kommunikation auch im B2B-Bereich immer wichtiger. Aber: Gibt es überhaupt Influencer im B2B? Und wenn ja, wie viele? Sind das Journalistinnen und Journalisten oder CEOs oder Blogger? Oder ist das ein Tool bzw. Phänomen, das eben nicht für B2B geeignet ist? Diesen Fragen geht der Vortrag nach. Ausgehend von einer Gegenüberstellung von Konzepten der Meinungsführerschaft (Journalistik/BWL) und der Influencer (Kommunikationswissenschaft werden Wirkmöglichkeiten, Glaubwürdigkeiten und bisherige Praxis in der B2B-Kommunikation analysiert. Ein Fokus dabei ist der Fachjournalismus sowie die „twitternden CEOs“. Im Vortrag werden Ergebnisse einer explorativen Studie im Forschungsschwerpunkt Innovationskommunikation der TH Nürnberg präsentiert, die Social-Media-Aktivitäten von Technikjournalisten in Nachrichten- und Fachmedien analysiert hat. Also: Muss die Chefredakteurin zur YouTuberin werden?


Im Wintersemester 2019/2020 steht die Ringvorlesung unter dem Titel „Change-Prozesse & digitale Transformation“. Auftakt ist am Montag, 28. Oktober 2019, um 19.00 Uhr.

Technik & Medieninnovationen

Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Blockchain & Co.: Die Digitalisierung führt zu fundamentalen Änderungen in der Medienproduktion und in der Mediennutzung. In der Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR des gleichnamigen Bachelorstudiengangs an der Technischen Hochschule Nürnberg werden Chancen, Perspektiven, aber auch Risiken von technischen Entwicklungen und Medieninnovationen beleuchtet. Experten aus Industrie und Wissenschaft erklären verschiedenste Medieninnovationen und werfen einen Blick in die Zukunft, welches Potenzial hinter den jeweiligen Technologien steckt.
Die Ringvorlesung richtet sich dabei auch an die interessierte Öffentlichkeit, um einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen zu erhalten. Sie ist aber auch als ein Forum gedacht, um über Medieninnovationen ins Gespräch zu kommen. Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.
Die Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR wird in Kooperation mit den Nürnberger Nachrichten und der Akademie für Politische Bildung Tutzing durchgeführt. Die Nürnberg Web Week, das digitale Festival Nürnberg vom 15. bis 22. Oktober 2018, ist Partner der Ringvorlesung (www.nueww.de).


Medieninnovationen & Social Robotics

Montag, 12. November 2018, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Diskussionsrunde mit Michael Husarek (Nürnberger Nachrichten), Dr. Sebastian Haas (Akademie für Politische Bildung Tutzing), Ingo di Bella (Nürnberg Web Week) und Prof. Markus Kaiser (TH Nürnberg) / Moderation: Denise Heller (TH Nürnberg)

Innovationen in den Medien: Wohin die Reise für den Journalismus und die Gesellschaft führt, darüber diskutieren Experten in der Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR.

Diana Hauser, NTT DATA Deutschland, München
Der menschliche Faktor in der Mensch-Maschine-Interaktion: Diana Hauser gibt eine praktische Einführung in „Social Robotics“ mit Anki Cozmo und Amazon Alexa.

Wie Künstliche Intelligenz Unternehmen und Gesellschaft verändert

Montag, 3. Dezember 2018, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Britta Daffner, IBM, München

Künstliche Intelligenz setzt sich in immer mehr Bereichen durch. Wofür eignet sich diese? Welche Nutzungsszenarien gibt es? Und wo sind Grenzen gesetzt? Darüber spricht Britta Daffner von IBM in München bei der Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR.

Internet of Things: Wann es sinnvoll ist, Geräte mit dem Internet und untereinander zu vernetzen

Montag, 17. Dezember 2018, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Jan Wingefeld, Munich Maker Lab e. V., München

Die Welt aus Sicht des Maker, Bastler, Hacker, Internet-of-Things-Prototypenentwickler, Tüftler, Programmierer, Nerd, Schrauber: Jan Wingefeld spricht darüber, wann es sinnvoll ist, Geräte untereinander zu vernetzen. Kühlschrank im Internet? Was soll schon schief gehen?

Beside Bitcoin & anderer Kryptowährungen: Wofür Blockchain-Technologien eingesetzt werden können

Montag, 14. Januar 2019, 19.00 Uhr, Bahnhofstraße 90, BB.103

Prof. Dr. Gilbert Fridgen, Universität Bayreuth

Kryptowährungen wie der Bitcoin werden als neues Zahlungsmittel gehandelt. Dahinter steckt die Blockchain-Technologie. Wie diese funktioniert, was man noch alles damit machen kann und wofür sich Blockchain nicht eignet, erklärt der Bayreuther Wissenschaftler Prof. Dr. Gilbert Fridgen im letzten Vortrag der Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR in diesem Wintersemester.

Journalismus – Berufsbild im Wandel

Mittwoch, 23. Januar, bis Freitag, 25. Januar 2019, Akademie für Politische Bildung, Tutzing

Im Rahmen der Ringvorlesung Technikjournalismus/Technik-PR findet vom Mittwoch, 23. Januar, bis Freitag, 25. Januar 2019, die Tagung „Journalismus – Berufsbild im Wandel“ an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing statt. Es wird diskutiert, welche neuen Berufsbilder wie Audience Development, SEO-Experten oder Channel-Manager in Redaktionen entstehen. Handwerkliches Rüstzeug wird mitgegeben.

Anmeldung unter www.apb-tutzing.de/programm.

Kontakt: Prof. Markus Kaiser markus.kaiseratth-nuernbergPunktde

Technikfolgenabschätzung zwischen Vision Assessment und Visioneering

Dienstag, 20.06.2017, 18:00 Uhr, Raum KA.111

PD Dr. Andreas Lösch, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

In Technikvisionen drücken sich Vorstellungen zukünftiger soziotechnischer Zustände aus. In Prozessen der Technikentwicklung und Innovation haben sie funktionale Rollen – z. B. als Mittel der Aufmerksamkeitserzeugung, Kommunikation, Koordination oder der strategischen Beeinflussung. Seit einigen Jahren lässt sich eine wachsende Aufmerksamkeit für solche Zukunftsbilder in Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft feststellen. Die Technikfolgenabschätzung (TA) sieht sich zunehmender Nachfrage gegenüber, in der Gegenwart zirkulierende Zukunftsvorstellungen zu beurteilen und sie gar durch Szenarien, Foresight oder „Visioneering“ mitzugestalten. Für die TA relevant sind diese Vorstellungen nicht als Prognosen, sondern in ihrer Bedeutung und Wirkmächtigkeit in der Gegenwart. Für ihre Analyse und Bewertung haben sich in der TA Verfahren des „Vision Assessments“ (Grunwald) etabliert. Am ITAS werden Technikvisionen im Grundlagenforschungsprojekt „Leitbilder und Visionen als sozio-epistemische Praktiken“ in unterschiedlichen Praxiskontexten – wie z.B. forschungspolitischen Aushandlungen, Realexperimenten, Laborkommunikation und auch Mediendebatten – hinsichtlich ihrer Funktionen und Wirkungen in Innovationsprozessen untersucht. Fokussiert wird dabei auf die Wechselseitigkeit von sozialen Prozessen und Wissensordnungen. Damit werden Visionen als konstitutive Elemente in Diskursen und Praktiken begreifbar, die Kommunikationsprozesse, Handlungen und sachtechnische Hervorbringungen gleichermaßen ermöglichen und verändern. Der Vortrag expliziert dieses Verfahren anhand von Fallbeispielen – wie z.B. Visionen in Diskursen zu Big Data, Visionen zukünftiger Smart Grids in Realexperimenten der Energiewende, Visionen der Openness in der Organisation von offenen Werkstätten (FabLabs) des Open Designs. Dabei wird das „prekäre“ Verhältnis zwischen Vision-Assessment und Visioneering in der TA Praxis diskutiert.

 

„Digital Health – Chancen einer digitalen Gesundheitsversorgung mit Praxisbeispielen aus dem Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg“

Montag, 29.05.2017, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Dr. Steffen Schmidt, Medical ValleyEMN e. V.

Digitale Lösungen bringen erhebliches Potenzial für mehr Effektivität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung mit sich. Die Umsetzung der sogenannten p4-Medizin – präventiv, prädiktiv, partizipativ und personalisiert – erscheint durch digitale Unterstützung nicht mehr als Fiktion, sondern als realistisches Alltagsszenario. Big Data, Künstliche Intelligenz, etc. sind Begriffe, die zunehmend auch im Gesundheitswesen Einzug halten. Auf der anderen Seite ist es keine Seltenheit, dass Patientenakten, Medikationspläne, usw. ausschließlich in Papierform vorliegen und der Versorgungsalltag weitestgehend noch analog abläuft. Wieso besteht also zwischen dem heute technisch Möglichen und dem tatsächlich Umgesetzten bisweilen eine eklatante Lücke? Welche Kontextfaktoren müssen bei der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung beachtet werden und welche Erfolgsbeispiele geglückter Digitalisierungsprojekte aus dem Medical Valley können aufgezeigt werden?

 

Journalismus Data-driven oder Data-informed? – Das  Listening Center der Rheinischen Post misst den Social Media Puls

Montag, 22.05.2017, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Daniel Fiene, Leiter redaktionelle Digitalstrategie Rheinische Post
 
Daten aus 400 Millionen Quellen im Netz auswerten, in Echtzeit strukturieren und als Reports für die Redaktion zusammenfassen. Das leistet das Listening Center als redaktionelles Thementool der Rheinischen Post aus Düsseldorf, weil, so die Verantwortlichen dpa und eigene Telefonrecherche nicht mehr ausreichen.  Die Landtagswahl in NRW am 14. Mai ist die Nagelprobe: hält das Tool, die Technik und die dahinterstehende Programmierung was sie versprochen haben? Wie steht es um Nutzen für die Redaktion, die Akzeptanz bei den Journalistinnen und Journalisten? Und: wie ist das Verhältnis zu einem wesentlichen Geldgeber für das Projekt, der Digital News Initiative von Google?
 
Referent: Daniel Fiene ist Social-Media-Chef der Rheinischen Post in Düsseldorf und leitet dort auch das Audience-Engagement-Team.

Die Metropolregion zukünftig machen: Nachhaltigkeitsakteure vor Ort

Mittwoch, den 11.10.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Impuls: Die Metropolregion als Nachhaltigkeitsraum

Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Verbindungen schaffen, gemeinsam weiterdenken – nachhaltigkeitsorientierte Netzwerke in der Metropolregion

Prof. Dr. Frank Ebinger, TH Nürnberg


Mittwoch, den 25.10.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Energiewirtschaft im Spannungsfeld der drei Nachhaltigkeitsdimensionen

Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE


Mittwoch, den 08.11.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Zusammenkommen, gemeinsam handeln und kommunizieren: Akteure für Nachhaltigkeit aus Politik, Bürgerschaft und Journalismus

Prof. Dr. Beatrice Dernbach, TH Nürnberg


Mittwoch, den 22.11.2017, 17:30 Uhr, WD.001

In Nürnberg leben und arbeiten – die Stadt als Nachhaltigkeitsraum

Dr. Peter Pluschke, Umweltreferent der Stadt Nürnberg


Mittwoch, den 06.12.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Alte Häuser erhalten, neues Wohnen ermöglichen – nachhaltige Quartiersentwicklung in Nürnberg

Prof. Dr. Birgit Eitel und Prof. Dr. Eric Simon, TH Nürnberg


Mittwoch, den 20.12.2017, 17:30 Uhr, WD.001

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft umsetzen – der Weg für kleine und mittlere Unternehmen

Dr.-Ing. Robert Schmidt, Leiter Geschäftsbereich Innovation | Umwelt, IHK Nürnberg für Mittelfranken

The risks of decision-making processes based on artificial intelligence and big data

Dienstag, 12.06.2018, 17:30 Uhr, KA.002

Dr.-Ing. Julien Siebert, TU Kaiserslautern

Decision making is often helped or even delegated to algorithms. These algorithms rely more and more upon artificial intelligence and big data (i.e. machine learning and datamining). Credit scoring, automatic job candidate selection, predictive policing, or recidivism risk assessment are examples, among others, of already used algorithmic decision-making systems. Recent examples have shown that applying blindly such systems carry the risk of automatic discrimination, wrong decisions, or the spreading of fake news. In this talk, after first introducing the basics of machine learning and datamining, I will discuss the risks associated with algorithmic decision-making systems, how bias present in the data can be amplified, and how decision made during the design phase and the application phase have an impact on the outcome of such Systems.


Lassen wir unsere Zukunft nicht unbeaufsichtigt! Mit systematisch entwickelten Szenarien zu zukunftsrobusten Entscheidungen

Donnerstag, 07.06.2018, 18:00 Uhr, KA.213

Dr.-Ing. Alexander Fink, Scenario Management International AG

Beim Blick in die Zukunft orientieren sich Unternehmen, Organisationen und öffentliche Einrichtungen noch immer an der Idee einer exakt prognostizierbaren Zukunft. In dem Vortrag wird gezeigt, dass dies angesichts zunehmender Ungewissheit und Komplexität nicht mehr funktioniert. An die Stelle eindimensionaler Prognosen treten heute alternative Szenarien, mit denen mögliche „Zukünfte“ vorausgedacht werden. Verdeutlicht wird dieser Ansatz am Beispiel der „Deutschland 2030“-Szenarien, die 2017 in einem partizpativen Prozesse entwickelt und zu strategischen Leitlinien weiterentwickelt wurden. In einem weiteren Teil des Vortrags wird gezeigt, wie einzelne Akteure solche Szenarien nutzen können, um ihre eigenen Entscheidungen robuster zu gestalten oder wichtige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.


Autonomes Fahren – Die nächste Etappe der Digitalisierung

Montag, 07.05.2018, 18:00 Uhr, BB.103

Prof. Dr. Ramin Tavakoli Kolagari,  TH Nürnberg

Mit dem Begriff „Megatrend“ bezeichnete der US-amerikanische Politikwissenschaftler John Naisbitt Anfang der 1980er Jahre langfristige („ewige") Prozesse, die zu Strukturveränderungen in menschlichen Organisationssystemen führen. Die von ihm identifizierten Megatrends sollten Komplexität reduzieren und die Zukunft "berechenbarer" machen. Durch die Langfristigkeit und Langsamkeit der Megatrends lassen sich—mit aller gebotenen Vorsicht—künftige Entwicklungstendenzen abbilden, daher gehören sie zu dem mittlerweile klassischen Merkmal der Zukunftsforscher. Das Zukunftsinstitut identifiziert aktuell zwölf Megatrends: Wissenskultur, Urbanisierung, Konnektivität, Neo-Ökologie, Globalisierung, Individualisierung, Gesundheit, New Work, Gender Shift, Silver Society, Mobilität und Sicherheit. Mit der Digitalisierung wird der seit Jahren beobachtete, für Megatrends typische, Beschleunigungseffekt im Megatrend "Konnektivität" bezeichnet. Das autonome Fahren kann man als Leuchtturmprojekt der Digitalisierung betrachten, wobei es im Schnittbereich ungewöhnlich vieler Megatrends zentral ist, so insbesondere in Konnektivität, Neo-Ökologie, Individualisierung, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit.

Mit dem autonomen Fahren sind hohe Ziele verknüpft: die Politik setzt vor allem auf das autonome Fahren als umfassendes Sicherheitssystem, ohne dass die Ziele aus dem Weißbuch zum Transport der Europäischen Kommission nicht umsetzbar wären: "By 2050, move close to zero fatalities in road transport. In line with this goal, the EU aims at halving road casualties  by 2020. Make sure that the EU is a world leader in safety and security of transport in all modes of transport." Da 90% aller tödlichen Unfälle auf der Straße die Folge von Schläfrigkeit, Ablenkung, Trunkenheit, Schnelligkeit und anderer menschlicher Faktoren sind, ist der Schluss der Politik naheliegend, auf Computersysteme zu setzen, um die Unfallgefahr systematisch zu verringern. Die Erfahrungen mit (aktiven) Sicherheitssystemen und dem hochautomatisierten Fahren geben erfolgversprechende Indizien, so ist durch die Verwendung entsprechender Systeme im Straßenverkehr die die Anzahl der Unfalltoten auf europäischen Straßen von 1991 bis 2012 von 75.000 auf 28.000 gefallen, allerdings bei gleichbleibend hoher Anzahl an Verletzten von jährlich ca. 1,5 Millionen.

Die Fahrzeughersteller verbinden mit dem autonomen Fahren neben der Sicherheit moderne und besonders komfortable Fahrtechnik, die besonders die junge Generation begeistert, Softwaregiganten wie Google und Apple gelang mit innovativen autonomen Fahrzeugsystemen der Einstieg in den Automobilmarkt, der bis in das letzte Jahrzehnt von traditionsreichen Firmen dominiert wurde.

In dem Vortrag soll das autonome Fahren aus der technischen Perspektive dargestellt und gesellschaftliche und ethische Bezüge hergestellt werden.

Der (des)informierte Bürger. Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern

Montag, 05.12.2016, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Prof. Dr. Wolfgang Schweiger, Institut für Kommunikationswissenschaft Universität Hohenheim
 
Führen die sozialen Medien zu einer einseitigen Pseudo-Informiertheit von Bürgern und verstärken damit die Polarisierung der Gesellschaft? Der Nachrichten- und Informationskosmos im Internet befindet sich im Umbruch – mit beunruhigenden Folgen für die Demokratie. Lange waren journalistische Medien, alternative Angebote und die öffentliche Kommunikation unter Bürgern getrennt. In Facebook, YouTube, Google und Co. vermischen sie sich. Nachrichten, Verschwörungstheorien und Hasskommentare stehen direkt nebeneinander. Das überfordert die Medienkompetenz vieler Bürger. Obwohl sie das Nachrichtengeschehen kaum überblicken, fühlen sie sich gut informiert. Gleichzeitig bleiben die Meinungslager unter sich (Filterblase) und schaukeln sich gegenseitig auf (Echokammer). Das trägt zur verzerrten Wahrnehmung der öffentlichen Meinung durch den Einzelnen bei, verändert die Meinungsbildung und verschärft die Polarisierung der Gesellschaft. Indizien sprechen dafür, dass besonders die politisierte Bildungsmitte betroffen ist.  


Der Mensch im Spannungsfeld zwischen digitaler Apokalypse und digitaler Aufklärung

Montag, 14.11.2016, 18:00 Uhr, Raum BB.103

Martina Kainz

Die Digitalisierung und die globale Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien ist eine der größten Herausforderungen nicht nur für die Gesellschaft und deren politische RepräsentantInnen und EntscheidungsträgerInnen, sondern auch für die Technikfolgenabschätzung. Digitalisierung und die damit verbundenen Auswirkungen für den Menschen werden entweder verklärt oder dämonisiert. Beide Positionen sind für Bewältigung der aktuellen Herausforderungen nicht hilfreich. Extrempositionen und einseitig orientierte Meinungsbildungsprozesse – wie dies häufig auch im Kontext mit anderen „Grand Challenges“ wahrnehmbar ist – basieren auf verschiedenen Mythen bzw. Utopien. Beispiele für die – sowohl positiv als auch negativ besetzten – Mythen oder Medienutopien der Gegenwart sind jene Erwartungen, die an das Web 2.0, an den 3D-Druck aber auch in jüngster Zeit an die Industrie 4.0 geknüpft wurden.

Anhand der Sichtweise des französisch-kanadische Medienphilosophen Hervé Fischer werden die mythischen Aspekte digitaler Technologien beschrieben und die metaphorische Symbolik, die mit den digitalen Technologien im Zusammenhang steht analysiert.

Mag.a Martina Kainz, MSc ist Pädagogin und Referentin/Trainerin der Fachstelle Niederösterreich im Bereich neue Medien/digitale Kommunikationstechnologien. Sie promoviert am Institut für Philosophie der Schlesischen Universität Katowice.

mobile reporting – es geht nicht ohne

Montag, 13.06.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Malte Burdekat

„mobile reporting“ ist kein Modebegriff mehr, sondern hat sich inzwischen etabliert, obschon die Kritiker nicht müde werden, Inhalten, die mit mobilen Endgeräten produziert werden, grundsätzlich mangelnde Qualität zu unterstellen. Noch gibt es große Camcorder und Ü-Wagen – sie werden in absehbarer Zeit auch nicht gänzlich verschwinden. Trotzdem ist mobile reporting viel mehr als eine Notlösung, denn der Bedarf an Bildern, Videos und Tönen in Journalismus und PR wächst stetig. Die Budgets wachsen nicht in gleichem Maße mit – vieles muss sofort und vor Ort in Bilder, Videos und Töne umgesetzt werden. Die Bedeutung des journalistischen Handwerks ist dabei größer denn je – im besten Falle verschwinden sogar bisherige bürokratische Unnötigkeiten des Arbeitsalltags.

Und doch ist vieles unklar – beispielsweise, ob sich neben mobile reporting und mobile journalism auch der Begriff Tablet-Journalismus durchsetzt. Aber: Nur dieser Begriff Tablet-Journalismus berücksichtigt die medientheoretische Besonderheit, dass in den Massenmedien erstmals Produktions- und Empfangsgerät das gleiche sind. Das hat unmittelbare arbeitssoziologische und demokratierelevante Folgen. Medienmacher können ihren Status immer weniger mit  der verwendeten Produktionstechnologie erhalten, sondern müssen inhaltliche Stärken beweisen. „Mobilität“ allein ist im Journalismus dagegen keine Neuerung, sondern Teil des Wesenskerns. Dass gerade sie nun so betont wird, macht handwerkliche Defizite der Vergangenheit und Gegenwart sichtbar.

Die Auswirkungen des mobile reporting auf die gesamte Form der Berichterstattung lässt sich derzeit wohl am besten beim Fernsehen feststellen. Die Integration von Videos, die mit Smartphones aufgenommen wurden, ist keine Besonderheit mehr, sondern allgegenwärtig und in vielen Fällen sogar redaktionell bereichernd. Es ist sogar davon auszugehen, dass mangelnde journalistische Qualität bei der Verwendung einfacher Produktionsmittel sehr viel schneller deutlich wird als in althergebrachten Strukturen, die manche Ungenauigkeit hinter aufwändiger Technik und der x-ten Konferenz zum gleichen Thema verbergen.

Aus guten Gründen also ist mobile reporting inzwischen Teil jeder guten Journalistenausbildung. Niemals ließen sich Ideen und Vorgehensweisen in der Bild, Audio- und Videoproduktion schneller erfahren und umsetzen als heute. Die in der Ausbildung erfahrenen Kreativitätstechniken mit mobilen Endgeräten bieten dabei im folgenden Arbeitsleben echte Wettbewerbsvorteile.

Malte Burdekat ist Soziologe, Produzent und Dozent, u. a. an der Technischen Hochschule Nürnberg und der Journalistenakademie München.


Industrial News-Games – Konzepte, Einsatz, Potentiale

Montag, 30.05.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Robert Weber

Games – ein Schlagwort, das aus den Netzwelten nicht mehr wegzudenken ist. Inzwischen messen sich Gamer in E-Sports-Wettbewerben vor Massenpublikum oder eigene Videokanäle zeigen Spielabläufe. Aber: Games sind auch Instrumente zur Wissensvermittlung. Zunehmend werden Game-Elemente oder komplette Games in Medienhäusern zur Erläuterung von Hintergründen oder in der Unternehmenskommunikation im Changemanagement oder aber im Recruiting eingesetzt. Vor allem für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten und Lösungen aus der Automatisierungstechnik eignen sich Games-Ansätze, um Zielgruppen komplexe Dinge näher zu bringen. Im Vortrag werden anhand von Beispielen Einsatzmöglichkeiten von Games-Elementen und Games in Industrieunternehmen gezeigt und diskutiert.

Robert Weber war lange Chefredakteur von B2B-Magazinen und betreut jetzt Kunden aus der Automatisierungsindustrie und konzipiert Industrielle Newsgames.


Bloggen nicht nur in Text – Live-Ticker mit multimedialen Inhalten

Montag, 23.05.2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Oliver Seidl, Fotojournalist und Mitgründer von storytile

Bilder sind in der journalistischen Onlinearbeit ein Muss. Aktualität und Schnelligkeit aber ebenso. Bislang wird auf Portalen Liveberichterstattung in sogenannten Tickern gelöst. Tabellarische Darstellung von Texten, häufig nur mit Archiv-Bildern. Neue Tools sollen helfen, Blogs fast in Echtzeit mit Fotos zu bestücken und so einen Liveticker mit aktuellem Bild- sowie Videomaterial zu erstellen. storytile hat ein solches Tool entwickelt, dass laut Firma ein neues Format des „storytellings“ im Internet darstellt. Mit dem Tool lassen sich Bilder, Texte aber auch Tweets und Youtube-Videos integrieren. Redakteure vor Ort können Kamera und Smartphone verbinden und so Bilder und Videos live in die Redaktion senden.

Im Vortrag werden die Möglichkeiten des Tools beschrieben und Einsatzfelder diskutiert.


Orientierung in der Informationsflut – Kuratierter Journalismus

Montag, 18. April 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Marcus von Jordan, Geschäftsführer piqd

Informationen sind ein zentrales Gut in der Wissensgesellschaft. Aber was passiert, wenn es zu viele Informationen gleichzeitig gibt? Die Rezipienten verlieren den Überblick, sehen sich einer Nachrichtenflut gegenüber und suchen nach Ankerpunkten in der Unübersichtlichkeit digitaler Medienangebote.

Leseempfehlungen von Algorithmen sind eine Lösungsmöglichkeit. Eine andere sind Empfehlungen von Experten und Journalisten, die auf Plattformen zusammengestellt werden. Damit haben die Nutzer die Möglichkeit, den Nachrichtenstrom zu personalisieren und so den eigenen Interessen und Bedürfnissen anzupassen. Und: Auf der Plattform des Münchner Start-up Piqd erklären sogar die Experten jeweils in einem Kurztext, warum man sich ausgerechnet für diesen Text Zeit nehmen soll. Diese Experten sind nicht nur Journalistinnen und Journalisten, sondern auch Abgeordnete oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Anhand von Piqd werden Konzepte des kuratierten Journalismus erläutert und Chancen und Grenzen diskutiert.


Journalismus automatisieren?! Potentiale und Konsequenzen von Roboterjournalismus für Medien und PR

Montag, 11. April 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Johannes Sommer

Unter dem Stichwort Roboterjournalismus wird üblicherweise die mit Algorithmen automatisierte Textproduktion von Sport- oder Börsennachrichten verstanden. Textproduktion ist aber nur ein Aspekt, den Technologie für Journalismus und PR bieten. Neben dem Sortieren von Daten in der Recherche und der Produktion journalistischer Kurzformen bieten Automatisierungslösungen für Archivmaterial, für Suchroutinen und oder die Suchmaschinenoptimierung vielfältige Ansatzpunkte. Ansatzpunkte, die letztlich die gesamte Wertschöpfungskette in Journalismus und PR beeinflussen können. Anhand von Anwendungsbeispielen werden in der Veranstaltung die Potentiale und die Konsequenzen von Automatisierungslösungen im Journalismus und PR erläutert und diskutiert.

Johannes Sommer ist Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing der Retresco GmbH (Berlin) und Experte für Medien und die Digitalisierung der Verlagsbranche. Er arbeitete bei der Südwest Presse Online, zuletzt als Leiter Digitale Medien, und zuvor als Assistent der Geschäftsführung der Neuen Pressegesellschaft in Ulm. Sommer hat Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule für Technik & Wirtschaft in Berlin und Media Management (MBA) an der Hamburg Media School studiert.

Mit Vollgas in den Klimawandel – Risiken, Konsequenzen und mögliche Maßnahmen

Montag, 11. Januar 2016, 18:00 Uhr, Raum KA.034

Prof. Dr. Manfred Stock, Potsdam-Institut für Klimaforschung

In dem Vortrag wird der Bogen geschlagen von dem Bericht der Arbeitsgruppe 1 des Weltklimarates (IPCC) zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel und den Ergebnissen der Klimamodelle bis hin zu den Ergebnissen der UN-Klimakonferenz in Paris. Schwerpunkt des Vortrags werden die naturräumlichen Auswirkungen des Klimawandels sein.


Podiumsdiskussion: Industrie 4.0 und die IT-Sicherheit: Angriffsrisiko oder nur Herausforderung? 

Montag, 14. Dezember 2015, 18:00 Uhr, Raum BL.005

Industrie 4.0 ist im Maschinenbau angekommen, so der VDMA. In den Produktionsanlagen von morgen kommunizieren Maschinen fast autonom untereinander und optimieren den Produktionsprozess selbst, so das Fraunhofer Institut. Aber: 90 Prozent aller Unternehmen verzeichnen Cyberangriffe, so der aktuelle Security Report der Telekom. Es fühlen sich aber nur 60 Prozent der Firmen gut gegen Angriffe gewappnet. Bereits vor zwei Jahren befragte der VDMA die Unternehmen zu „Industrial Security“. Und: Security-Vorfälle haben bei 29 Prozent der befragten Unternehmen zu Produktionsausfällen geführt. Was steckt hinter den Angriffen aus dem Netz? Reine Störungsabsicht? Die Absicht der Sabotage und Gefährdung? Oder „nur“ Industriespionage?
Hersteller und Systemintegratoren sind gefordert, eine sichere IT-Basis zu schaffen, die die neuen Geschäftsmodelle der Digitalisierung unterstützt und das notwendige Vertrauen in Industrie 4.0 ermöglicht.
 
Über die Möglichkeiten und Grenzen diskutieren auf dem Podium:

  • Prof. Dr. Andreas Aßmuth (Ostbayerische TH Amberg)
    Lehrgebiet Rechnernetze, Mathematik, Kryptologie, Informationssicherheit
  • Prof. Dr. Peter Heß (TH Nürnberg)  
    Lehrgebiet Produktionsautomatisierung, Angewandte Informatik, Robotik
  • Dipl.-Ing. (FH) Johann Hofmann (Maschinenfabrik Reinhausen GmbH)
    Leiter Geschäftsbereich Value Facturing
  • Dipl.-Ing. Stephan Reiß  (Baumüller Nürnberg GmbH)
    Vertriebsleiter
  • Prof. Dr. Ing. Linus Schleupner (Rheinische Fachhochschule Köln)
    Lehrgebiet marktorientierte Unternehmensführung, Mitautor „Industrie 4.0 im internationalen Kontext: Kernkonzepte, Ergebnisse, Trends“

Moderation:
Prof. Volker Banholzer

Keynote Prof. Dr. Schleupner:
Industrie 4.0 – sind CPS, Vernetzung, Clouds im Maschinenbau und der Zulieferindustrie schon angekommen und akzeptiert? Der Mittelstand zwischen Verbandseuphorie und Zukunftsfragen.
 
Keynote Prof. Dr. Heß:
Anforderungen des Konzepts Industrie 4.0 an die Maschinenbau-Praxis – sind dank Mechatronik Informatik und Software schon im Denken von Maschinenbauern verankert? Mentalitätswandel angesichts Kollege Roboter?
 
Keynote Prof. Dr. Aßmuth:
Digitale Geschäftsmodelle und vernetzte Fertigungen schützen – technisch kein Problem? Kryptographie, Architekturen und Experten – Potentiale aus Sicht der Mathematik und Informatik


„Konstruktiver Journalismus“ in der Risikogesellschaft?

Montag, 7. Dezember 2015, 18:00 Uhr, Raum KA.213

Dr. Maren Urner, Perspective Daily

Der konstruktive, lösungsorientierte Journalismus gewinnt international zunehmend an Bedeutung. Die Idee: Neben Problemen und Herausforderungen werden auch mögliche Lösungen und Zukunftsvisionen diskutiert. Ziel ist es so eine vollständigere Berichterstattung zu gewährleisten, die auch „Grautöne“ und einen Blick nach vorn zeigt. Dabei spielt die Wahrnehmung von Risiken und Chancen eine entscheidende Rolle, z.B. bei der öffentlichen Akzeptanz neuer Technologien und Verfahren. Als Gründern des neuen Online-Mediums Perspective Daily beleuchtet Dr. Maren Urner die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmungen, Gewohnheiten und Journalismus – und fordert die eigenen Perspektiven heraus.

Dr. Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin gründete zusammen mit zwei weiteren Naturwissenschaftlern das Projekt Perspective Daily.


Wie lässt sich das Klima der Zukunft berechnen?

Dienstag, 1. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst, Offenbach

Der Vortrag stellt zunächst einige grundlegenden Prinzipien der Klimamodellierung dar. Im Anschluss werden die Grenzen der Vorhersagbarkeit beleuchtet, die je nach Vorhersagezeitraum von unterschiedlichen Faktoren und Prozessen hervorgerufen wird. Im dritten Teil des Vortrags werden die bereits erfahrenen Änderungen des Klimas deren zukünftiger Entwicklung gegenübergestellt. Dabei liegt der Fokus auf der 2m Lufttemperatur, dem Niederschlag und dem Wind als den Klimaelementen, die derzeit am meisten nachgefragt werden.


Risiken des Klimawandels

Montag, 9. November 2015, 18:00 Uh, KA.213

Ernst Rauch, Head of Corporate Climate Centre, Munich RE

Zusammenfassung folgt

AUTOMOBIL PRODUKTION – an der Schnittstelle von Technik- und Wirtschaftsthemen

Montag, 4. Mai 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Bettina Mayer, Chefredakteurin AUTOMOBIL PRODUKTION

Theoretisch könnte AUTOMOBIL PRODUKTION das „Manager Magazin der Autoindustrie“ sein. Die Kontakte zu den höchsten Führungskräften hat die Redaktion. Auch das nötige Hintergrundwissen. Allerdings könnte das Branchenmagazin mit Wirtschaftsnachrichten allein finanziell nicht überleben. Erst durch die Verbindung von Wirtschaft und Technik-Schwerpunkten funktioniert das Geschäftsmodell: Die Business-News stellen sicher, dass die richtige Zielgruppe zum Heft greift. Und die Inserenten wollen diese Zielgruppe als „Leser“ ihrer Produktinformationen, sprich Anzeigen.

Gleichzeitig muss AUTOMOBIL PRODUKTION nicht nur über die Entwicklungen in der Automobilindustrie berichten, sondern versteht sich als Community für Vorstände und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen. Und das weltweit. Oftmals ist AUTOMOBIL PRODUKTION die erste Anlaufstelle, wenn neue Kontakte oder Partner gefunden werden müssen.


Der Wechseln vom Journalismus hin zur PR

Montag, 27. April 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Martin Kerscher, Leiter tv media bei der ergo Unternehmenskommunikation

Warum setzen sich erfolgreiche Manager für einen Film auf ein Bobby-Car? Warum muss man vor allem auch gut aussehen, wenn man für das Fernsehen arbeiten will? Was spricht dafür, als Journalist in die PR-Beratung zu gehen, was dagegen? Das sind einige Fragen, die Martin Kerscher beantworten kann. Er war stellvertretender Chefredakteur beim Nachrichtensender n-tv und leitet heute bei der PR-Agentur ergo Unternehmenskommunikation den Geschäftsbereich „Film und Medientraining“. Eine Powerpoint-Präsentation wird er nicht halten: Im Mittelpunkt stehen Filme aus der Praxis – Imagefilme, Erklärfilme, Interviews. Welche Filme gezeigt und welche Themen besprochen werden, das entscheiden die Studenten. 


Die Wünsche der Rezipienten – Trends und Entwicklungen im Technikjournalismus

Montag, 20. April 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Ken Fouhy, Chefredakteur VDI nachrichten

Was wollen Ingenieure lesen? Das ist die zentrale Frage. Und: Wie werden die Themen für die VDI nachrichten identifiziert und wie Beiträge für verschiedene Kanäle – Print und Digital – von der Redeaktion ausgewählt und aufbereitet? Und wie finanzieren sich neue redaktionelle Formate?

Die Antworten auf diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Vortrages. Beispielhaft dargestellt an der Formatänderung der VDI nachrichten. Vor rund vier Monaten wurde die Zeitung vom Nordischen Format auf Tabloid umgestellt. Welche Ziele dabei gesteckt und welche Ergebnisse erreicht wurden, erfahren die Zuhörer in der Vorlesung.

Außerdem hat der Verlag der VDI nachrichten erste Erfahrungen mit Paid Content gesammelt. Die VDI nachrichten haben mit „Ingenieur.deWissen“ ein E-Magazin auf den Markt gebracht. Nach inzwischen sechs Monaten fasst Ken Fouhy die ersten Erfahrungen und Erkenntnisse zusammen und stellt die neuen Bedingungen dar, wie sich Journalisten unter diesem neuen Kontext auf die Beitragserstellung einstellen müssen.


Fachjournalist 2020: Wie sich die Welt von Fachmedien ändert und wie Fachjournalisten künftig arbeiten werden

Montag, 30. März 2015, 18:00 Uhr, KA.034

Johann Wiesböck, Chefredakteur ELEKTRONIKPRAXIS

Das Geschäft von Fachverlagen verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Printerlöse sind nachhaltig rückläufig. Internetgestützte Geschäftsmodelle sollen den Rückgang kompensieren. Doch es gelingt nur wenigen, die Umsatzverluste digital zu kompensieren.

Im Rahmen der Ringvorlesung wird gezeigt, wie ein Traditionsverlag dieses Change-Prozess durchschreitet und welche Veränderungen das für die Redaktionsarbeit bringt. Analysiert wird sowohl die Strategie des Verlages – der Mediengruppe – als auch die ganz konkrete Vorgehensweise einer führenden Deutschen Fachzeitschrift und Medienmarke.

Beschrieben werden die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten einer crossmedial arbeitenden Redaktion und das erfolgreiche Zusammenspiel mit Verkauf, Marketing, Layout und IT sowie mit Unternehmen, Hochschulen, Experten, Agenturen und natürlich Lesern und Usern.

Mathematisch-Physikalisches Kolloquium

Sommersemester 2024

71⁄2 mal der Zweite – wie der Ansbacher Hofastronom Simon Marius regelmäßig zu spät kam

11. Juni, 17:30 Uhr, Raum KA.213

Pierre Leich

Wie oft kann ein Wissenschaftler zu spät kommen? Der markgräfliche Hofastronom Simon Marius bringt es Anfang des 17. Jahrhunderts auf erstaunliche 71⁄2 mal. Am bekanntesten ist die Plagiatsaffaire mit Galileo Galilei um die Entdeckung der Jupitermonde. Aber auch bei Supernovae, Venusphasen und dem Andromedanebel war Marius jeweils Zweiter. Von der Erfindung des Teleskops hörte Marius wohl als erster Astronom – zumindest außerhalb der Niederlande –, aber leider klappte der Nachbau nicht, was wertvolle Zeit kostete. Auch mit einer Euklidübersetzung und dem Tychonischen Weltsystem war er nicht der Erste. In gewissem Sinn ist selbst seine Jupitermondbenamung die Zweite, obwohl die Internationale Astronomische Union im 20. Jahrhundert seine Vorschläge übernahm.

Das Zu-spät-Kommen wird in acht Varianten durchkonjugiert, so dass ein Potpourri astronomischer Einsichten entsteht, mit dem Teile der copernicanischen Wende und mehr erzählt werden können.

 

(Titel liegt noch nicht vor)

14. Mai, 17:30 Uhr, Raum KA.213

Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg

 

Darstellung fluider Bewegung innerhalb einer Kaffeemaschine mithilfe von Röntgenstrahlung

7. Mai, 17:30 Uhr, Raum KA.213

M.Sc. Dimitri Prjamkov, Fraunhofer IIS, Erlangen

Mithilfe eines High-Speed Röntgendetektors werden Röntgenprojektionen mit über 1000 fps aufgenommen. Diese ermöglichen einen Einblick in den inneren Prozess einer Kaffeemaschine.

Um diese Bewegungen dreidimensional zu visualisieren, so wird eine CT-Rekonstruktion verwendet. Hierbei wird nicht wie im klassischen Fall das Objekt gedreht, sondern wie in der Medizin die Röntgenquelle und -detektor, um damit den Brühprozess nicht zu beeinflussen.

Diese 4D-Daten (zeitlich über Raum) können Kaffeeherstellern und -experten helfen herauszufinden, wie sich Mahlgrad und Kompressionsgrad des gemahlenen Kaffees auf den inneren Brühprozess auswirken und folglich auch den Geschmack des Kaffees beeinflussen.

 

Erfolgreiche Lernstrategien im Mathematikstudium

23. April 2024, 17:30 Uhr, Raum KA.213

Martin Fröhlich, Lehrstuhl Didaktik der Mathematik, Uni Regensburg

Die hohe Abbrecherquote bei Studiengängen mit Mathematik legt eine Untersuchung der Bedingungen nahe, die einen Erfolg im Mathematikstudium begünstigen. Um in einer Klausur erfolgreich zu sein, sind begleitend zum Besuch einer Vorlesung sowohl kontinuierliche Lernstrategien während des Semesters sowie spezifisch für die Klausurvorbereitung als auch adäquates Kooperationsverhalten mit anderen Studierenden maßgeblich entscheidend.

Im Vortrag wird die Untersuchung der folgenden beiden Forschungsfragen vorgestellt:

(1) Wie unterscheiden sich verschiedene Studiengänge der Mathematik bezüglich ihrer Lernstrategien?

(2) Welche Lernstrategien und welches Kooperationsverhalten führen zu dem besten Lernerfolg?

An der Universität Regensburg wurden dafür Studierenden der Vorlesung Analysis I und Lineare Algebra II im Hinblick auf deren Lernstrategien und ihr Kooperationsverhalten mit Kommiliton*innen befragt. Insgesamt wurden hierzu 150 Selbsteinschätzungen mittels eines Fragebogens, der aus einer informellen Delphi-Studie innerhalb der Mathematikfakultät sowie ausgewählten Items aus dem LimSt (Liebendörfer et al., 2021) konstruiert wurde, zu drei Messzeitpunkten erhoben.

 

Topographische Inspektion von Oberflächen im Kundentakt

9. April 2024, 17:30 Uhr, Raum KA.213

Dipl.-Ing. Christoph Hildebrandt, Schaeffler Special Machinery, Erlangen

In der Produktion von Schaeffler existiert eine Null-Fehler-Strategie, welche aufwändige 100%-Sichtprüfungen von metallischen Bauteilen zur Sicherstellung der Qualität bedingt. Die Automatisierung dieser Prüfungen mithilfe moderner Bildverarbeitungssysteme zur automatisierten Prüfung in der getakteten Fertigung stellt hierbei eine wichtige Technologie dar, deren Bildgewinnungs-Methodiken und unterschiedliche Einsatzgebiete auch im Kontext des Machine-Learnings im Rahmen des Vortrags gezeigt werden.

 

(Titel liegt noch nicht vor)

26. März 2024, 17:30 Uhr, Raum KA.213

Luis Wachter, SKZ - KFE gGmbH

 

Wintersemester 2023/24

Analyse von räumlicher und gesamt Transkriptomik mittels Machine Learning und fortgeschrittener, statistischer Methoden im Kontext nicht übertragbarer, entzündlicher Hautkrankheiten

9. Januar 2024, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Christina Hillig, Helmholtz-Zentrum München

Etwa 20% der Weltbevölkerung leiden an nicht übertragbaren, entzündlichen Hautkrankheiten wie der Psoriasis oder Neurodermitis, was erhebliche Auswirkungen auf ihre Lebensqualität hat. Diese Erkrankungen können durch Symptome wie gerötete, schuppende und juckende Haut gekennzeichnet sein und gehen oft mit Begleiterkrankungen wie Arthritis oder Herz-Kreislauf-Problemen einher. Neben der Psoriasis und Neurodermitis gibt es noch zahlreiche andere nicht übertragbare, entzündliche Hautkrankheiten, deren Entstehung und Entwicklung noch nicht vollständig verstanden sind.

Eine interdisziplinäre Forschergruppe von Medizinern und Bioinformatikern aus Freiburg, Stockholm und München hat sich zum Ziel gesetzt, diese Hautkrankheiten genauer zu untersuchen. Mit fortschrittlichen Transkriptom-Sequenzierungsmethoden gewinnen sie Einblicke in den Aktionsradius krankheitsfördernder Gene und definieren Hautkrankheiten anhand ihrer genetischen Profile neu. Diese innovative Gruppierung ermöglicht es ihnen z.B. Vorhersagen mittels Machine Learning zu treffen, ob ein Patient auf eine bestimmte medikamentöse Behandlung ansprechen wird.

In diesem Vortrag wird es eine kurze Einführung in die Immunologie und Transkriptom-Sequenzierungsmethoden geben. Der Schwerpunkt wird auf der Vorstellung der Ergebnisse und entwickelten Feature Selection Methoden und Klassifizierungsmodellen liegen.

 

Künstliche Intelligenz in der Praxis

28. November 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Sebastian Erdenreich, trinnovative GmbH, Regensburg

Von optimierter Disposition über die Vorhersage von Ausfällen an Heizungssystemen bis zur automatischen Dokumentenanalyse – das Thema Data Science und KI hat längst den Weg in den Arbeitsalltag gefunden. Sebastian Erdenreich zeigt als Data Scientist anhand konkreter Projekte den Einsatz moderner Verfahren in der Praxis.

 

Zwischen den Disziplinen – Von Angewandter Mathematik und Physik zur Molekularen Mikrobiologie

14. November 2023, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Katrin Khakzar, Uni Konstanz, AG Molekulare Mikrobiologie

Die kleinste lebende Einheit in einem Organismus ist die Zelle. Das Zellinnere ist sehr dicht gepackt, denn es gibt mehrere Organellen und Abertausende von Proteinen mit unterschiedlicher Struktur und Größe. Jedes Protein hat einen zugewiesenen Ort in der Zelle, an dem es seine spezifische Funktion übernimmt. Einige Proteine sind am Transport von Stoffwechselprodukten, dem Pumpen von Ionen, der Katalyse von Reaktionen und vielem mehr beteiligt. Für die Lebensfähigkeit der Zelle ist es essentiell, dass diese Abläufe reibungslos verlaufen.

Die Sortierung der Proteine kann kotranslational am Ribosom erfolgen, der Maschinerie, die neue Proteine aufbaut. Die Mechanismen, die hinter der Sortierung und verschiedenen kotranslationalen Modifikationen stehen, sind nicht bekannt, aber sie sind wichtig.

Falsches Targeting kann zu Krankheiten wie z. Bsp. neurodegenerativen Erkrankungen oder Krebs führen.

Dieser Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die frühen Schritte der Translation und darüber, was notwendig ist, damit eine Zelle und damit ein Organismus überleben kann.

 

Veranstaltung entfällt! (Wie gelingt Wissenschaftsjournalismus in Mathematik, Informatik und Physik? Forschung und Praxis im Experimentierlabor)

Veranstaltung entfällt! (7. November 2023, 17:30 Uhr, KA.213)

Dr. Anna Maria Hartkopf, MIP-Labor, FU Berlin

Wie wäre es, die Zimmer des Hilbert-Hotels nach den Privatsachen berühmter Mathematiker*innen zu durchwühlen oder in einer nicht-euklidischen Traumlandschaft zu verschwinden? Das und mehr erkunden wir am MIP.labor, einer Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus in Mathematik, Informatik und Physik. In unseren Fellowships entwickeln etablierte und angehende Wissenschaftsjournalist*innen mit unserem Team über sechs oder zwölf Monate ein journalistisches Projekt aus einem dieser drei Gebiete. So entstehen in Maßarbeit innovative Medienformate zu komplexen Themen, mit denen wir vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen wollen. Das MIP.labor ist an der Freien Universität Berlin angesiedelt und wird gefördert durch die Klaus Tschira Stiftung.

Die Formate zimmern wir mit unserem eigenen Werkzeug, indem wir aktuelle und etablierte Forschung aus der Wissenschaftskommunikation berücksichtigen, Elemente aus dem Design Thinking einfließen lassen und uns immer wieder an neue Learnings anpassen. Eine wissenschaftliche Begleitung der Formatentwicklung und detaillierte Evaluation einzelner Formate ist ebenfalls Teil unserer Arbeit.

In meinem Talk möchte ich unsere Arbeitsweise vorstellen, Einblicke in abgeschlossene und laufende Projekte bieten und Denkanstöße geben, warum es sich lohnt, die Kommunikation in den komplexen Wissenschaften noch einmal gesondert zu betrachten.

 

100 Jahre Radio in Deutschland – Schlaglichter auf Meilensteine der Rundfunktechnik

24. Oktober 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Thomas Lauterbach, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Am 29. Oktober 1923 wurde in Berlin die erste offizielle Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt. Dies ist der Anlass für diesen Vortrag, der einige Meilensteine der Entwicklung der Funktechnik und des Radios beleuchtet. Die wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen, die die Einführung des Rundfunks ermöglichten, werden vorgestellt. Forschung und Innovation ermöglichten im darauf folgenden Jahrzehnt den Aufbau leistungsstarker Sender, empfindlicherer Empfänger sowie den interkontinentalen Programmaustausch über Kurzwelle. Ab 1948 wurde der UKW-Rundfunk eingeführt, der noch heute mit einigen Erweiterungen in Betrieb ist, wohingegen die in den Anfängen ausschließlich verwendete AM-Übertragung auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle in Deutschland 2015 abgeschaltet wurde. Die Digitalisierung des Radios seit den 1990er Jahren erforderte erneut neue Konzepte. Das dafür grundlegende OFDM-Übertragungsverfahren, das zuerst beim digitalen Radio DAB verwendet wurde, wird vorgestellt, zumal es heute viele Anwendungen hat, z.B. beim digtalen terrestrischen Fernsehen, im Mobilfunk ab 4G und bei WLANs.

 

Über das Phänomen der Schattenkorrosion

17. Oktober 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dipl.-Ing. Roland Geier, Framatome, Erlangen

Angesichts der steigenden Nachfrage nach saubereren, effizienteren und zuverlässigeren Energieformen sucht die Nuklearindustrie weiterhin nach sicheren Mitteln, die Nutzung des Brennstoffs zu maximieren und gleichzeitig die Menge des anfallenden Abfalls zu minimieren. Einer der einschränkenden Faktoren ist das Ausmaß der Korrosion der Hüllrohre aus Zirkonium Legierung. Die Korrosion tritt in verschiedenen Formen auf, aber eine Form ist von besonderem Interesse, die so genannte Schattenkorrosion.

Der Vortrag gibt Einblicke in physikalisch-chemische Aspekte dieser außergewöhnlichen Korrosionsart und erläutert ausgewählte Entwicklungspfade von neuen Materialen für den sicheren Reaktorbetrieb.

Sommersemeser 2023

Trockene Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente

13. Juni 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Radan Sedlacek, Framatome, Erlangen

Nach der Bestrahlung im Reaktor und teilweiser Abkühlung im Abklingbecken werden abgebrannte Brennelemente in Castor-Behältern auf dem Kraftwerkgelände trocken gelagert. Die trockene Zwischenlagerung in Deutschland wurde für maximal 40 Jahre genehmigt. Im Hinblick auf die immer noch laufende Endlagersuche ist es notwendig, die Nachweise für die sichere Zwischenlagerung auf 100 Jahre zu verlängern.

Der Vortrag befasst sich, aus der Sicht der Brennstabauslegung, mit verschieden physikalischen Mechanismen, die sowohl im Reaktorbetrieb als auch in der Trockenlagerung im Brennstab ablaufen. Das Ziel der Brennstabauslegung ist nachzuweisen, dass es dabei zu keinen systematischen Schäden des Brennstabs und insbesondere des Hüllrohrs kommt.

 

Radar-Satelliten: Augen im All

6. Juni 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dr.-Ing. Jens Reimann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen

Eine ganze Flotte hochauflösender Radar-Satelliten umkreist heute unsere Erde. Unabhängig von Wetter und Tageslicht beobachten sie für uns den Planeten. Sie erkennen Deformationen der Erdoberfläche, helfen bei Überschwemmungen und Erdbeben und identifizieren Umweltverschmutzer auf hoher See. Deutschland betreibt zwei solcher Radar-Satelliten: TerraSAR-X und TanDEM-X. Zusammen ermöglichen die beiden Satelliten einen dreidimensionalen Blick auf unseren Planeten und haben damit in den letzten Jahren ein detailliertes Höhenmodell der Erde erstellt.

Dieses Kolloquium soll nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern will auch Lust auf die Technik hinter diesen Radar-Satelliten machen, spannende Aufgaben in diesem Bereich vorstellen und die zukünftigen Herausforderungen aufzeigen.

 

Verschiedene mathematische Fragestellungen aus der Praxis der Bauteilbeschaffung

16. Mai 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Max Grieshammer, Easy2Parts, Deggendorf

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Prozesse hinter dem KI-gestützten Einkaufstool für Bauteile. Dies betrifft die Ähnlichkeitssuche in einem 3D Bauteildatensatz (bestehend aus z.B. .stl, .step Dateien), die Extraktion und Verarbeitung von 2D Informationen (Text und Symbole) und die Kostenkalkulation der Bauteile. Hierbei sollen verschiedene kleinere mathematische Probleme beleuchtet und diskutiert werden. Schließlich werden Ausblicke gegeben, die Raum für die Zusammenarbeit der Hochschule mit der Easy2Parts GmbH bieten.

 

Analytics@PAYBACK: From blackbox to toolbox. We turn data into stories!

9. Mai 2023, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Anja Kaiser und M.SC. Katja Tuzmann, PAYBACK, München

Die Analytics Abteilung ist der zentrale Ansprechpartner für alle analytischen Themen bei PAYBACK. Dazu gehören die Versorgung der verschiedenen Abteilungen mit relevanten Kennzahlen und Kundeninsights, die Konzeption, Beratung und Umsetzung von Kampagnen sowie ein breites Spektrum an innovativen Themen rund um die Datenanalyse.

Wir generieren Insights, die uns, unseren Kollegen und Partnern neue Ideen geben und Kampagnen immer besser machen. Als unternehmensweiter Lieferant von Kennzahlen sorgen wir dafür, dass die Abteilungen und Partner fundierte Entscheidungen treffen können.

Im heutigen Vortrag möchten wir euch in die Welt der Daten bei PAYBACK mitnehmen und euch zeigen, wie ihr das im Studium theoretisch angeeignete Wissen in der Praxis anwenden könnt.

 

Künstliche Intelligenz in der Onboard Diagnose von Fahrzeugen

25. April 2023, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. rer. nat. Andreas Arnold, Audi AG, Ingolstadt

Im Rahmen der Onboard Diagnose von Fahrzeugen ist neben der Einhaltung von Abgasgrenzwerten und der Erkennung defekter Systeme auch die Kommunikation von Diagnose- und Fahrzeugdaten an definierte Tester, sogenannte Generic Scan Tools (GST), gefordert. Die GST Ausgaben umfassen unter anderem aktuelle Diagnoseergebnisse, Fahrzeuginformationen, Statistikdaten und Fehlerspeicherinhalte. Diese Daten werden beispielsweise bei Abgasuntersuchungen oder von freien Werkstätten genutzt.

Mittels Messtechnik können die GST Ausgaben während der Entwicklungsphase eines Fahrzeugs aufgezeichnet werden. Dies sorgt über sämtliche Fahrzeugprojekte hinweg für immense Datenmengen (Big Data). Die zielgerichtete Analyse dieser Daten stellt die technische Entwicklung vor große Herausforderungen. Eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen, besteht im Einsatz von Neuronalen Netzen, welche durch Anomalieerkennung unplausible GST Ausgaben erkennen.

Das Aufspüren von Anomalien in GST Messdaten unterstützt die technische Entwicklung zum Beispiel bei der Identifikation von Fehlern in der Steuergerätesoftware.

 

Modellbildung, Simulation und Datenanalyse - Akustische Betrachtung der elektrischen Parkbremse in Produktentwicklung und Serienfertigung

28. März 2023, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Johannes Osterziel und M.Sc. Simon Dippold, OECHSLER AG, Ansbach

Als „Hidden Champion“ (Zitat FAZ) revolutionierte die Oechsler AG („OECHSLER“) 2001 die mechanische Feststellbremse mithilfe der elektrischen Parkbremse. Diese wird am Hauptsitz in Ansbach stetig weiterentwickelt und weltweit für den globalen Automobilmarkt produziert.

Neben einem angenehmen und wertigem Akustik-Design deutet ein „leises“ Schließen der Bremse auf ein beschädigungsfreies Getriebe der elektrischen Parkbremse und damit eine längere Lebensdauer hin.

In der Produktentwicklung werden zur Geräuschbewertung und -optimierung Gleichungen aus der Akustik und Kinematik mittels der FEM bzw. der Mehrkörpersimulation numerisch berechnet. Ziel ist es, die physikalischen Wirkmechanismen nachzuvollziehen, welche beginnend im Inneren des Aktuators bis hin zum Erreichen des menschlichen Ohrs, zum Tragen kommen.

Am Ende der Fertigungslinien dienen Vibrationssensoren der Qualitätssicherung. Die auftretenden Datenmengen werden mittels deskriptiver Datenanalyse bewertet.

 

Wintersemester 2022/23

Zwischen Attosekundenphysik und Predictive Maintenance: Datenanalyse und Simulation in Forschung und Industrie

10. Januar 2023, 17:30 Uhr, KA.013

Prof. Dr. Thorsten Uphues, Hochschule Coburg

Die Methoden und Möglichkeiten moderner Datenwissenschaften finden gleichermaßen Anwendung in der Grundlagenforschung aber auch in der Industrie. Die Simulation physikalischer Phänomene und die Analyse experimenteller Erkenntnisse nutzt dabei vergleichbare Architekturen und Algorithmen wie den Aufbau und die Nutzung digitaler Zwillinge oder aber die Analyse und Vorhersage sensorischer Daten. In diesem Vortrag sollen Gemeinsamkeiten und Anwendungen ausgewählter Themenfelder betrachtet und ein Einblick in die Algorithmen in Grundlagenforschung und industrieller Anwendung, sowie deren Gemeinsamkeiten gegeben werden.

 

Ein Meterstab aus Licht - Laserentfernungsmessung am Observatorium Wettzell

15. November 2022, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Thomas Klügel, Geodätisches Observatorium Wettzell

Waren wirklich Menschen auf dem Mond? Und warum ist GPS so genau? Antworten auf diese Fragen liefert die Entfernungsmessung mit kurzen Laserpulsen. Während mit "Satellite Laser Ranging" Satellitenbahnen bestimmt und globale Referenzsysteme realisiert werden, beweist das "Lunar Laser Ranging" die Existenz von Reflektoren auf dem Mond. Das Geodätische Observatorium Wettzell im Bayerischen Wald liefert seit 45 Jahren Daten für die Erdmessung, indem Abstände zu Satelliten zentimetergenau bestimmt werden. Mit den wesentlich schwierigeren Messungen zum Mond lassen sich wichtige Größen zur Dynamik des Erde-Mond-Systems bestimmen und Aussagen der Einstein'schen Gravitationstheorie überprüfen. So sind die lebensgefährlichen Einsätze der Astronauten auch 50 Jahre nach der ersten Mondlandung noch immer von großer wissenschaftlicher Bedeutung.

 

Simulationen der Strom- und Temperaturverteilung in einem Leistungsmodul mit parallelen Chips im eingeschwungenen Zustand

8. November 2022, 17:30 Uhr; KA.213

Dr. Pietro Botazzoli, Siemens, Erlangen

Ein Leistungsmodul ist ein elektrisches Bauteil, das in Stromrichtern verwendet wird. Es enthält Transistoren (am häufigsten Insulated Gate Bipolar Transistors - IGBT) und Dioden, die auf ein Kupfersubstrat gelötet sind und eine elektrische Schaltung oder Topologie bilden. Die größten Transistorchips auf dem Markt haben geringere Stromstärken als die, die für Stromrichter mittlerer und hoher Leistung erforderlich sind. Aus diesem Grund muss jeder Schalter aus mehreren parallelen Chips aufgebaut sein.

In dieser Arbeit wird die Strom- und Temperaturverteilung eines 2-Level-Halbbrücken-Leistungsmoduls mit 3 parallelen Chips analysiert. Es werden thermoelektrische Simulationen unter verschiedenen Gleichstrombelastungen durchgeführt. Die simulierten Temperaturverteilungen stimmen gut mit Wärmekameramessungen überein und zeigen, wie wichtig es ist, die nichtlineare, temperaturabhängige Strom-Spannungs-Kennlinie der Chips bei der thermischen Analyse von Modulen mit parallelen Chips zu berücksichtigen.

 

Modelle und Algorithmen zur Zustandsparameterbestimmung von Lithium-Ionen-Batterien

25. Oktober 2022, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Steffen Bockrath, Fraunhofer IISB, Erlangen

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie bietet mit ihrer hohen Umwandlungseffizienz von chemischer zur elektrischen Energie und elektrischer zur chemischen Energie eine effiziente Lösung als dynamischer Energiespeicher. Die Anwendungen, in denen Lithium-Ionen-Batterien (LIB) zum Einsatz kommen reichen von Smartphones und Laptops bis hin zu stationären Speichern, Elektroautos sowie Luft- und Raumfahrzeugen. LIB verlieren jedoch mit der Zeit (kalendarische Alterung) und mit zunehmender Nutzung (zyklische Alterung) an Leistung und Energie.

Für einen sicheren und wirtschaftlich rentablen Einsatz von LIB ist es essenziell, Zustandsparameter, wie den Alterungszustand (engl. State of Health, SOH) genau zu ermitteln. Da der SOH nicht direkt messbar ist, werden Zustandsschätzer zur Ermittlung des Alterungszustandes verwendet. Aufgrund von sich dynamisch ändernden Betriebs- und Umgebungsbedingungen sind traditionelle Zustandsschätzer oft nicht genau genug, um das nichtlineare Verhalten der LIB korrekt abzubilden. Mit ihrer hohen Adaptabilität und Selbstlernfähigkeit bieten datengetriebene Ansätze in Verbindung mit großen Datenmengen das Potential, die Limitierungen herkömmlicher Modelle zu überwinden.

 

Sommersemester 2022

 

KI-gestützte Optimierungsverfahren für medizinische Einrichtungen

21. Juni 2022, 17:30 Uhr, KA.213

B.Sc. Dominik Grimaldi, M.Sc. Alexander Müller, Orgacard Siemantel & Alt GmbH, Rednitzhembach

Im Zeitalter der stetigen Effizienzsteigerung besteht auch im Gesundheitswesen die Notwendigkeit, Prozesse zu analysieren und nachhaltig zu optimieren. Wir, das Team der HCL, haben es uns als Startup der Firma OrgaCard Siemantel & Alt GmbH zur Aufgabe gemacht, bestehende Prozesse in Krankenhäusern zu verbessern, indem wir vorhandene Potentiale nutzen, um Patienten den Klinikaufenthalt angenehmer zu gestalten, das medizinische Personal zu entlasten und Verantwortliche bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Für diese Aufgabe nutzen wir eigens entwickelte, innovative Algorithmen und Methoden aus verschiedenen Forschungsfeldern der künstlichen Intelligenz. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Verfahren der mathematischen Optimierung und des maschinellen Lernens.

Die langjährige Erfahrung von OrgaCard hilft uns dabei, fachliche Anforderungen gezielt zu analysieren und schnell ein Gespür für potenzielle Einsatzmöglichkeiten unserer Methoden zu entwickeln. Wir sind dadurch in der Lage, wissenschaftliche Verfahren auf reale Planungs-, Koordinations- und Managementaufgaben im Gesundheitssektor zu projizieren und diese dort auch tatsächlich zur Anwendung zu bringen.

 

Laserkunststoffschweißen

14. Juni 2022, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Manuel Dillmann, LPKF WeldingQuipment GmbH, Fürth

Kunststoffe finden durch die vielseitigen Materialeigenschaften, den günstigen Preis und der Möglichkeit zum Recycling in allen Bereichen des täglichen Lebens, der Technik und in der Industrie Anwendung. Um bestimmte Funktionen von Bauteilen zu ermöglichen, ist es oft nötig, zwei oder mehrere Teile miteinander zu verbinden.

Bei Kunststoffen kann die Verbindungsart in drei Kategorien eingeteilt werden:
• mechanisch (schrauben, stecken, …)
• chemisch (kleben)
• thermisch (schweißen)

Unter der Vielzahl an Fügetechniken bietet das Laserdurchstrahlschweißen für thermoplastische Kunststoffe einige entscheidende Vorteile. Zum einen ist es ein „sauberes“ Verfahren, das heißt es werden keine Partikel freigesetzt und es sind keine Lösungsmittel oder andere Chemikalien wie Kleber nötig. Zum anderen kann, bei einem gut eingestellten Schweißprozess, die Grundfestigkeit des Ausgangsmaterials erreicht werden. Außerdem werden durch die geringe mechanische Belastung des Bauteils keine Spannungen im Bauteil erzeugt, und es können sensible elektronische Bauteile auch in der Nähe der Verbindung platziert werden.

In diesem Vortrag sollen die Grundlagen der verschiedenen Laserkunststoffschweißverfahren und der Prozesskontrolle vorgestellt werden. Außerdem gebe ich einen kleinen Einblick in meine Tätigkeiten als AMP-Absolvent bei LPKF WeldingQuipment.

 

Grundlagen und Beispiele innovativer Hochleistungmesstechnik für Optiken

31. Mai 2022, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Johannes Pfund, Optocraft GmbH, Erlangen

Der Fortschritt bei Optiken im High-End- und im Massenmarkt stellt auch die Messtechnik vor immer neue Herausforderungen. Extrem kurze Produktionszyklen einerseits und auf die Spitze getriebene Qualitätsanforderungen andererseits sind das Spannungsfeld und die Messlatte für heute und in Zukunft benötigte Messverfahren.

Bestechend einfach und gleichzeitig mit herausragenden messtechnischen Eigenschaften ausgestattet: der Shack-Hartmann Sensor hat sich seit 1904 bis heute von einem eher qualitativen Verfahren hin zu einer echten "Enabling Technology" entwickelt. Heute werden mit dem Shack-Hartmann Sensor Smartphone Optiken, Mikroskopobjektive, Kontaktlinsen, Lasersysteme, Teleskope für die Astronomie und vieles mehr geprüft, so dass die Kunden sicher sein können, die beste und die gewohnte Qualität der Produkte zu erhalten.

Der Vortrag handelt davon, welches Problem J. Hartmann 1904 ursprünglich zu lösen hatte, warum R. Shack 1970 das Verfahren miniaturisiert hat und warum 2001 zwei Absolventen der Uni Erlangen eine Firma gegründet haben, obwohl es bereits kommerzielle Lösungen gab.  So einfach die technischen und algorithmischen Grundlagen sind, so sehr ist aber solides Engineering gepaart mit Kreativität und Erfindertum notwendig, um im heutigen industriellen Hochleistungs-Umfeld mitspielen zu können. Mit Beispielen wird erklärt, welche Wege die Firma Optocraft in der Vergangenheit gegangen ist und voraussichtlich noch gehen wird.

 

Modellbildung, Datenanalyse und Simulation - Use Cases in Produktentwicklung und Serienfertigung der konventionellen sowie additiven Kunststoffverarbeitung

17. Mai 2022, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Simon Dippold und M.Sc. Paul Beck, OECHSLER AG, Ansbach

Die Oechsler AG („OECHSLER“) ist eine der führenden Unternehmensgruppen in der Kunststofftechnik. Mit ihrem Hauptsitz im mittelfränkischen Ansbach agiert das Unternehmen weltweit und beliefert neben der Automobilindustrie auch Branchen wie die Medizintechnik oder Sportartikelindustrie.

Im neuartigen Feld der kunststoffbasierten, additiven Großserienfertigung betreibt OECHSLER eine der weltweit größten 3D-Druckerflotten. Für die erfolgreiche Umsetzung innovativer Technologien sind ebenso innovative Ansätze unerlässlich.

Neben der skriptbasierten Analyse sind mathematische Modelle wichtige Werkzeuge, die dabei helfen, die hohen Ansprüchen der Kunden und die Herausforderungen der additiven Serienproduktion zu vereinen. Im Vortrag werden Anwendungsfälle der Datenanalyse und numerischer Simulation aus verschiedenen Unternehmensbereichen vorgestellt.

 

Entwicklung von Wälzlagern und PEM Elektrolyseuren mithilfe von CFD Simulationen

12. April 2022, 17:30 Uhr, KA.213

Dr.-Ing. Kay Juckelandt, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach

Als global tätiger Automobil- und Industriezulieferer entwickelt Schaeffler innovative Produkte, die einen Beitrag für eine CO2-neutrale und nachhaltige Mobilität leisten. Hierzu zählen Wälzlager und PEM Elektrolyseure.

Für die Entwicklung und Optimierung dieser Produkte werden Strömungssimulation eingesetzt. Im Rahmen des Vortrags wird der Einsatz von CFD Simulationen anhand praktischer Anwendungen vorgestellt.

Wintersemester 2021/22

Ich sehe was, was du nicht siehst: Zerstörungsfreie Prüfung am Kunststoff-Zentrum

11. Januar 2022, 17:30 Uhr, KA.002 oder online (Details siehe unten)

M.Sc. Marcel Mayr, SKZ Kunststoffzentrum gGmbh, Würzburg

Das Kunststoff-Zentrum SKZ in Würzburg steht für Prüfung, Bildung, Forschung, Zertifizierung und Vernetzung im Kunststoff-Bereich. Dieser Vortrag gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über die Aktivitäten des SKZ und geht anschließend auf den Bereich der Forschung und auf die Gruppe der zerstörungsfreien Prüfung ein. In dieser Forschungsgruppe werden Messtechniken wie die Terahertz-, Radar- oder Ultraschall-Technik sowie Thermografie, Shearografie oder Computertomografie eingesetzt, um Kunststoffe in Form eines fertigen Bauteils zu prüfen oder im Prozess die Kunststoffschmelze zu charakterisieren. Dazu werden die Funktionsweisen sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Messtechniken erläutert und Ergebnisse von laufenden bzw. abgeschlossenen Forschungsprojekten gezeigt. Abschließend werden mögliche studentische Arbeiten skizziert.

 

Johannes Kepler und die copernicanische Wende

7. Dezember 2021, 17:30 Uhr, KA.002 oder online (Details siehe unten)

Pierre Leich

Obwohl der große Perspektivenwechsel zu Beginn der Neuzeit mit dem Namen von Nicolaus Copernicus verbunden wird, hat erst Johannes Kepler das Fundament einer neuen Astronomie gelegt. Er erkennt die elliptischen Planetenbahnen und entwirft einen neuen Erklärungstypus für Himmelsbewegungen. Dabei findet er weitere Argumente für den Heliozentrismus, die auch denen Galileis weit überlegen sind. Mit seinen drei Planetengesetzen betritt Kepler Neuland und schlägt ein Kapitel auf, das direkt zu Isaac Newton führt, dem wir die neuzeitliche Vorstellung von Gravitation verdanken. Über Technik und industrielle Revolution steht die Forschung von Johannes Kepler in einer direkten Linie bis zu unserer heutigen Zivilisation und selbst der Entdeckung der dunklen Materie.

Der Vortrag skizziert die Astronomie zur Zeit von Copernicus, führt die teleskopischen Beobachtungen vor Augen und stellt die Leistungen von Kepler in den größeren Zusammenhang.

 

Lichtwerbung und Taylor-Entwicklung: Eine alte Rechenmethode rückt ins Licht der Aufmerksamkeit

23. November 2021, 17:30 Uhr, KA.002 oder online (Details siehe unten)

Alexander von der Grün, MAAS+ROOS Signage GmbH, Hilpoltstein

Mithilfe moderner Computersysteme stehen heutzutage ultraschnelle Hilfsmittel zur Durchführung von Berechnungen zur Verfügung

Der Vortrag gibt einen Einblick in die aktuelle Anwendung von den nach Brook Taylor (1685-1731) benannten mathematischen Reihen zur hinreichenden approximativen Lösung als auch approximativen Rekonstruktion hochkomplexer physikalischer und mathematischer Probleme eines technischen Unternehmens.

Der in Cambridge studierte Taylor hat hierbei mit der Potenzreihenentwicklung ein mathematisches Instrumentarium geschaffen, deren grundlegende Bedeutung erst 1772 Lagrange nach dem Ableben von Taylor bemerkte und es dem modernen Ingenieur ermöglicht, Rechenprogramme für hochkomplexe Probleme zu entwickeln.

Die oftmals von Studierenden unterschätzte weitreichende praktische Bedeutung wird durch Beispiele in der Anwendung des im Süden von Nürnberg sitzenden Unternehmens aufgezeigt.

 

Data Analytics in der Versicherungswirtschaft

9. November 2021, 17:30 Uhr, KA.002 oder online (Details siehe unten)

Dr. Johannes Schupp, Gesellschaft für Finanz- und Aktuarwissenschaften mbH, Ulm

Die gezielte Verarbeitung von Daten zur Erkenntnisgewinnung ist seit jeher eine zentrale Kompetenz der Versicherungswirtschaft in Deutschland. Eine erfolgreiche und präzise Analyse ist hier für den Unternehmenserfolg mitentscheidend. Durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen werden diese Datentöpfe dabei signifikant größer und komplexer, teilweise auch unstrukturierter. Mit Hilfe moderner Data-Analytics-Methoden können aus diesen Daten nun Muster und (nichtlineare) Zusammenhänge erkannt werden, die mit herkömmlichen statistischen Verfahren nicht erkannt werden können.

In diesem Kolloquiumsvortrag wird ein erfolgreich durchgeführter Anwendungsfall in der Privaten Krankenversicherung vorgestellt. Dazu werden ausgewählte Data-Analytics-Konzepte vorgestellt und praxisnah Vor- und Nachteile der Anwendung dieser Konzepte in der Versicherungswirtschaft diskutiert. Die Anwendung und Konzeption geeigneter Data-Analytics-Verfahren ist dabei – nicht nur in der Versicherungswirtschaft – ein spannendes und wachsendes Tätigkeitsgebiet von Absolventen mit analytischen Schwerpunkten.

 

Simulative Aufnahmeplanung zur zerstörungsfreien Prüfung von Bauteilen mittels Computertomographie

2. November 2021, 17:30 Uhr, KA.002

M.Sc. Daniel Suth, Fraunhofer IIS, Fürth

Die Computertomographie gewinnt heute als zerstörungsfreie Prüftechnik in der Industrie zunehmend an Bedeutung.  Die Vorteile der Auswertung von 3D-Informationen sind vielfältig und die Anlagenkosten sind in den letzten Jahren gesunken. Allerdings haben diese Systeme den Nachteil, dass die Durchführung einer Messung komplexer und fehleranfälliger ist als beispielsweise eine reine Radioskopie. Daher sind Anwender mit mehr Können und Erfahrung erforderlich, um das Beste aus dem Scan herauszuholen.

Heutzutage erfolgt die Parametrierung des CT-Scans aufgrund der Vielzahl der für die Messung zur Verfügung stehenden Parameter häufig vollständig manuell und wird meist von Prüfingenieuren durchgeführt. Dazu gehören die räumliche Auflösung, die Vergrößerung, der Abstand zwischen Objekt und Detektor, die Anzahl der Projektionen und vor allem die Positionierung der Probe auf dem Drehtisch. Die Wahl der geeigneten Parameter ist aufgrund des Zusammenspiels zwischen der erforderlichen Bildqualität und der Scanzeit nicht trivial. Daher kann die Ermittlung der optimalen Parameter eine große Herausforderung darstellen.

Das Hauptziel der Aufnahmeplanung ist es, die Prüfaufgabe zuverlässig, ggf. prozesssicher und effizient mit minimalem Zeitaufwand zu lösen.  Die simulationsgestützte Ermittlung der optimalen Parameter kann es ermöglichen, objektive Parameter zu erhalten, die weniger von Experten abhängig sind.

Das Fraunhofer EZRT entwickelt Softwarelösungen, um für eine gegebene Prüfaufgabe eine ideale Scantrajektorie zu ermitteln. Dazu werden CAD-Daten des Bauteils verwendet, um CT-Rekonstruktionen zu simulieren und die Eignung der Parameter im Fokus der Aufgabenstellung zu bewerten. Dabei werden die Bildqualität des Bauteils, z.B. für messtechnische Aufgaben, oder die Erkennbarkeit von Fehlern im Material, z.B. Poren, berücksichtigt.

 

Einige Vorträge finden in Form eine Hybridveranstaltung statt (Präsenz und online).  Um online zuzuhören, benutzen Sie bitte die folgenden Zugangsdaten:

Zoom-Link: https://th-nuernberg.zoom.us/j/94481952049

Meeting-ID: 944 8195 2049 (kein Passwort nötig)

Telefon-Einwahl: +496971049922,,94481952049# oder +496938079883,,94481952049#

Sommersemester 2021

Wegen Corona fanden in diesem Semester keine Vorträge statt.

Wintersemester 2020/21

Wegen Corona fanden in diesem Semester keine Vorträge statt.

Sommersemester 2020

Wegen Corona fanden in diesem Semester keine Vorträge statt.


Wintersemester 2019/20

Shack-Hartmann Sensoren: vom Mauerblümchen zur Hochleistungsmesstechnik

26. November 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Johannes Pfund, Optocraft GmbH, Erlangen

Der Fortschritt im Bereich der Produktionsverfahren für Optiken im High-End und im Massenmarkt stellt auch die Messtechnik vor immer neue Herausforderungen. Extrem kurze Produktionszyklen einerseits und auf die Spitze getriebene Qualitätsanforderungen andererseits sind das Spannungsfeld und die Messlatte für heute und in Zukunft benötigte Messverfahren.

Bestechend einfach und gleichzeitig mit herausragenden messtechnischen Eigenschaften ausgestattet: der Shack-Hartmann Sensor hat sich seit 1904 bis heute von einem eher qualitativen Verfahren hin zu einer echten "Enabling Technology" entwickelt. Heute werden mit dem Shack-Hartmann Sensor Smartphone Optiken, Mikroskopobjektive, Kontaktlinsen, Lasersysteme, Teleskope für die Astronomie und vieles mehr geprüft, so dass die Kunden sicher sein können die beste oder die gewohnte Qualität der Produkte zu erhalten.

Der Vortrag handelt davon welches Problem J. Hartmann 1904 ursprünglich zu lösen hatte, warum R.Shack 1970 das Verfahren miniaturisiert hat und warum 2001 zwei Absolventen der Uni Erlangen eine Firma gegründet haben, obwohl es bereits kommerzielle Lösungen gab.  Er verdeutlicht auch, dass viele gute Ideen lange reifen müssen, bis ihre Zeit gekommen ist. So einfach die technischen und algorithmischen Grundlagen sind, so sehr ist aber solides Engineering gepaart mit Kreativität und Erfindertum notwendig, um im heutigen industriellen Hochleistungs-Umfeld mitspielen zu können.

 

FEM-Simulationen in der Leistungselektronikbranche

12. November 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dipl.-Ing. Marion Kind, SEMIKRON Elektronik GmbH & Co KG, Nürnberg

FEM-Simulationen werden heutzutage in vielen Bereichen eingesetzt und sind in der Produktentwicklung nicht mehr wegzudenken. Auch bei SEMIKRON werden FEM-Simulationen bereits seit Jahrzehnten zur Unterstützung der verschiedenen Abteilungen genutzt. Es wird nicht nur in der Produktentwicklung auf Simulationen zurückgegriffen, sondern auch bei der Optimierung von Bestandsprodukten, zum besseren Verständnis von Fertigungsabläufen oder zur Unterstützung bei der Entwicklung einer neuen Fertigungslinie.

Es soll ein Überblick über die Einsatzbereiche der unterschiedlichen Simulationstypen in der Entwicklung eines Halbleitermoduls gegeben werden. Anhand eines Modulaufbaus können anschaulich die verschiedenen Einsatzbereiche der FEM-Simulationen aufgezeigt werden, die sich nicht nur in elektrischen Simulationen untergliedern, sondern und vor allem auch in mechanische, thermische und zum Teil auch in strömungsmechanische Simulationen. Alle Simulationstypen sollen anhand eines Beispiels näher erläutert werden, um so einen Einblick in die Simulationsarbeit bei der Modulentwicklung zu geben.

 

Warum vermehrt Mathematiker/Physiker bei Banken arbeiten?

29. Oktober 2019, 17:30 Uhr, KA.213

M.Sc. Martin Putz, TeamBank AG, Nürnberg

Die Bankenbranche ist im Umbruch. Sowohl FinTechs, als auch große Konzerne entdecken den Markt der mobilen Bezahllösungen für sich und erobern Marktanteile.

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Auswirkungen für etablierte Anbieter wie die TeamBank.

Digitalisierung und Automatisierung wird vorangetrieben und neue Herausforderung entstehen.

Vor allem technisch versierte Studenten werden als Zielgruppe entdeckt, um die Banken auf dem Weg zu neuen digitalen Produkten zu unterstützen.

Mathematiker und Physiker bringen genau die Skills mit, die gebraucht werden, um am Markt weiter bestehen zu können.

Anhand eines Fallbeispiels wird erklärt, wie statistische Modelle den Markt bereichern, warum Machine Learning in aller Munde ist und Konzepte wie Clusteralgorithmen nicht mehr kollektiv
abgelehnt werden.

Des Weiteren werden Anforderungsprofile und Einsatzmöglichkeiten für Physiker/Mathematiker in Banken diskutiert. 

 

Entwicklung von Regelungen für Walzwerke

22. Oktober 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dipl.-Ing. Daniel Kotzian, Primetals Technologies, Erlangen

Stahl ist durch seine vielseitigen Eigenschaften und durch sein breites Einsatzgebiet ein wichtiger Werkstoff in unserer modernen Industriegesellschaft. Eines der Fertigerzeugnisse von Stahl ist das Band, welches aus gegossenen Brammen in einem Walzwerk geformt wird. Dabei werden hohe Anforderungen an die Toleranzen des Bandes, hoher Durchsatz und große Flexibilität bei der Produktion gefordert. Diese machen eine moderne Prozess- und Basisautomatisierung in einem Walzwerk unverzichtbar.

Im Rahmen des Vortrages wird zuerst die Stahlerzeugung und -umformung mit ihren Herausforderungen vorgestellt. Dabei lösen bestehende Basis-Automatisierungsfunktionen beim Walzen schon viele Problemstellungen wie z.B. die Einhaltung der Stabilität des Walzprozesses. Jedoch benötigen komplexere Problemstellungen wie z.B. die Kompensation von periodischen Störungen den Einsatz von mathematischen und regelungstechnischen Methoden. Dies wird an dem Beispiel der Walzenexzentrizitätskompensation im Vortrag erläutert. Bei der Walzenexzentrizitätskompensation werden Positionskorrekturen für die hydraulische Anstellung des Gerüstes berechnet, damit sich die Walzenexzentrizitäten nicht ins Material einprägen.

 

Multi-level computational modelling of bacteria lung infection: From molecules and cells to agent-based modelling and GPU computing

15. Oktober 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Julio Vera-González, Laboratory of Systems Tumor Immunology, Universitätsklinikum Erlangen

Pneumococcal infection is the most frequent cause of lung infection and one of the most prevalent diseases worldwide. The disease specially affects infants, elderly and immunosuppressed people. The response of the body to bacterial lung infections is a mechanism involving dynamic interactions between several types of immune cells whose activity is controlled by a complex intracellular molecular circuitry involving genes and proteins. We have recently explored the use of multi-level computational modelling to simulate and analyse the very early phase of alveolar invasion of Streptococcus pneumoniae bacteria. To this end, we have combined ODE and agent-based modelling, and we now explore the use of GPU computing to scale the model in time and space.

 

Sommersemester 2019

Fahrerassistenzsysteme - Forschung und Entwicklung bei Valeo in Kronach

18. Juni 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Eugen Wige, M.Sc. Christian Tobias Witt, Valeo (Standort Kronach-Neuses)

Trotz bereits enorm investiertem Forschungs- und Entwicklungsaufwand müssen immer noch viele Probleme für das autonome Fahren gelöst werden, bevor ein Fahrzeug ganz ohne Fahrer selbstständig auf die Straße darf. Eines der wesentlichen Bedingungen für das automatisierte Fahren ist die vollständige und zuverlässige Umfeldwahrnehmung. Dies ist auch der wesentliche Schwerpunkt mit dem sich die Mitarbeiter des in 2017 errichteten Forschungs- und Entwicklungszentrum für assistiertes Fahren von Valeo in der oberfränkischen Stadt Kronach beschäftigen.

Zum Produktportfolio von Valeo gehören verschiedene Sensortypen wie zum Beispiel Ultraschall, Radar, Lidar und Kameras, in deren Datenverabeitung nicht nur klassische Algorithmen zum Einsatz kommen, sondern auch immer mehr solche, die auf maschinellem Lernen basieren. Insbesondere letztere gewinnen in der Automatisierung des Fahrzeugs immer mehr an Bedeutung, da die Resultate für die Erkennung und die Vorhersage im Fahrzeug sehr vielversprechend sind.

Der Kolloquiumsvortrag soll auf der einen Seite einen Einblick in die Forschungs- und Entwicklungsthemen bei Valeo in Kronach geben und auf der anderen Seite die Möglichkeiten des Einsatzes von maschinellem Lernen für verschiede Anwendungen im Fahrzeug aufzeigen.

 

Dienst- und Umlaufoptimierung im ÖPNV mit dem inola AOC

28. Mai 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Thomas Scheidl, inola GmbH, Linz

Die Planung von Diensten und Umläufen im öffentlichen Personennahverkehr ist ein komplexes Optimierungsproblem mit vielen Nebenbedingungen.

Bei der sequentiellen Planung werden erst die Umläufe und anschließend auf Basis der Umläufe die Dienste geplant. Allerdings führt ein optimaler Umlaufplan in der Regel nicht zu einer optimalen Gesamtlösung.

Bei der integrierten Planung erfolgt die Planung der Umläufe und Dienste gemeinsam. Damit sind bessere Gesamtlösungen möglich, die Komplexität steigt jedoch deutlich an. Es müssen alle Rahmenbedingungen aus Umlauf- und Dienstsicht gleichzeitig berücksichtigt werden.

Für realistische Problemgrößen ist eine exakte Lösung im Sinne eines mathematisch beweisbaren Optimums in annehmbarer Zeit nicht möglich, weshalb heuristische Lösungsverfahren eingesetzt werden müssen.

Die inola GmbH setzt für die Lösung dieser und anderer Optimierungsprobleme ein selbst entwickeltes evolutionäres Optimierungsverfahren, den Advanced Optimization Core (AOC), ein.

In diesem Vortrag wird das zugrundeliegende Optimierungsverfahren beschrieben und gezeigt, wie das konkrete Problem der integrierten Dienst- und Umlaufoptimierung damit gelöst werden kann.

Das Neue Kilogramm – „Für alle Zeiten und alle Kulturen“

14. Mai 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Christian Rothleitner, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig

Am 16. November 2018 wurde in Versailles, Frankreich, eine Neudefinition des Internationalen Einheitensystems SI beschlossen. Dieser Beschluss hat zur Folge, dass nun die 7 Basiseinheiten Meter, Sekunde, Ampère, Kilogramm, Mol, Kelvin und Candela über Fundamentalkonstanten definiert werden. Diese Konstanten besitzen im ganzen Universum den gleichen Wert und sind auch zeitlich unveränderlich. Am 20. Mai 2019, dem Welttag der Metrologie, wird die Neudefinition in Kraft treten. Von da an kann nun „jeder“ die Einheiten darstellen. Im Speziellen hat die Neudefinition der Einheit Kilogramm für großes Aufsehen gesorgt. Die Abhängigkeit vom Internationalen Kilogramm-Prototyp, auch Urkilogramm genannt, entfällt somit. Um dies zu ermöglichen wurde „die perfekteste Kugel“ entwickelt und die sogenannten Watt-Waagen oder Kibble-Waagen aufgebaut, welche im Wissenschaftsmagazin Nature einst als eines der 5 schwierigsten Experimente der Gegenwart tituliert wurde. In diesem Vortrag soll die geschichtliche Entwicklung des Kilogramms unter die Lupe genommen werden. Es wird auf die technischen Herausforderungen eingegangen und auf die Frage, wie die Darstellung und Weitergabe zukünftig aussehen wird, bzw. welche Konsequenzen die Neudefinition für die Wirtschaft hat.

 

Die Grundlagen der Bewegung im Atom: Intensive Laser fragen, Elektronen antworten, wir lernen

7. Mai 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Thomas Pfeifer, Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

Elektromagnetische Wellen (z.B. Radio, sichtbares Licht, Röntgen-/Gamma-Strahlung) spielen eine tragende Rolle in den meisten modernen technologischen Anwendungen, vom Fernseher zum Smartphone, von der LED zum Laser, vom Fotoapparat zur medizinischen Bildgebung.  Diese Wellen entstehen durch die Bewegung von Elektronen, typischerweise auf (Schwingungs-)Zeitskalen von vielen Nanosekunden (10-9 Sekunden) bis hin zu Bruchteilen von Attosekunden (10-18 Sekunden, also Trillionstel-Sekunden).  Diese schnellen Elektronen-Bewegungen sind auch die treibende Kraft in chemischen Reaktionen:  Die positiv geladenen Atomkerne in Molekülen werden von den negativ geladenen Elektronen, quasi als atomarer Klebstoff, zusammengehalten.

Am MPIK in Heidelberg erforschen wir schnell bewegte Elektronen durch Einsatz von intensiven ultrakurzen Laserblitzen.  Dazu betreiben wir zeitaufgelöste Spektroskopie, bei der sich die von Elektronen ausgesandten Lichtfrequenzen als Funktion der Zeit (analog: Musik in der Akustik) verändern und damit Rückschlüsse über ihren atomaren Tanz auf der Attosekundenzeitskala erlauben.

Mit starken, kontrollierten Laserfeldern lassen sich diese grundlegenden elektronischen Bewegungsmuster auch gezielt beeinflussen. So gelingt es bereits einige chemische Reaktionen in ihrem Ablauf durch Einstrahlung von intensivem Laserlicht zu steuern, was in der Zukunft bei besserem Verständnis der grundlegenden Prozesse zu einer Revolution in der Chemie und deren technologischen Anwendungen führen könnte.  Durch unsere experimentellen Ergebnisse und deren theoretische Modellierung lernen wir derzeit den grundlegenden Prozess der Absorption und Emission von Licht im Zeitbereich zu beschreiben.  Dieses Verständnis eröffnet nun bereits neue Ansätze in der Steuerung von Elektronen und der Entwicklung von Laser-artigen Röntgenlichtquellen.

 

 

Festkolloquium anlässlich der Einweihung des Radioteleskops

26. April 2019, 17:45 Uhr, KA.002

Dipl.-Ing. Wilfried Speltacker (Nürnberger Astronomische Gesellschaft, Fachgruppe Radioastronomie), Prof. Dr. Thomas Lauterbach (TH Nürnberg, Fakultät AMP), Dipl.-Ing. Hendrik Lieske (Nürnberger Astronomische Gesellschaft, Fachgruppe Radioastronomie), Daniel Firmbach (Bachelor-Student Angewandte Mathematik und Physik)

Seit Karl Jansky 1933 bei der Untersuchung von Störungen im Kurzwellen-Funkverkehr bei Bell-Labs das erste extraterrestrische Radiosignal identifizierte, hat die Radioastronomie das Verständnis des Universums erweitert. Grote Reber, ein Funkamateur aus Chicago, baute 1937 das Vorbild vieler späterer Radioteleskope mit einer Parabolantenne. Eine Forschungsgruppe um H. Ch. van de Hulst entdeckte in den 1940er Jahren die 21-cm-Strahlung neutraler Wasserstoffatome, mit der die Struktur der Milchstraße aufgeklärt werden konnte. Diese Strahlung kann auch mit dem neuen Radioteleskop auf der Nürnberger Regiomontanus-Sternwarte beobachtet werden. Es wurde durch eine Fachgruppe der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft mit Beiträgen der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm errichtet.

Im Jahr 1965 fanden Arno Penzias und Robert Wilson bei Bell Labs die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, das „Echo“ des Urknalls. Dafür erhielten sie 1978 den Physik-Nobelpreis.

Zu Ehren von Arno Penzias wird das neue Nürnberger Radioteleskop seinen Namen tragen. Wir laden deshalb ein zur Namensgebung und Einweihung am Freitag, 26. April 2019, Penzias‘ 86. Geburtstag.

 

Neue Untersuchungen zur Telegraphengleichung

16. April 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Hubert Karl, TH Nürnberg, Fakultät efi

Aus der Mechanik ist das Problem der Schwingungen von elastischen Saiten, welche durch raumfeste Einspannungen gezogen werden, bekannt. Dieses Problem findet seine praktische Anwendung in den Schwingungen von Transmissionsriemen und von Keilriemen. Seine mathematische Bearbeitung ist unerwartet schwierig, da sie auf die Lösung von bestimmten nichtlinearen Randeigenwertproblemenen führt.

In meinem Vortrag wird die Lösung dieses Problems vorgestellt und es wird gezeigt, dass sich die gesamte Problematik auf Aufgabenstellungen der Elektrotechnik übertragen lässt. Schließlich wird eine elektrische Schaltung vorgestellt, die als Grundlage für eine Erweiterung der bekannten Telegraphengleichung dienen kann. Auf weitgehende Konsequenzen aus der Anwendung solch einer weiterführenden Telegraphengleichung wird hingewiesen.

 

Maschinelles Lernen bei Audi - Probabilistische Modelle in Theorie und Praxis

9. April 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr.-Ing. Dominic Springer, Audi AG, Ingolstadt

Audi investiert seit Jahren zielgerichtet in maschinelles Lernen, sowohl im Bereich Forschung und Hochschul-Kooperation, als auch im Bereich Serienproduktion und konkretem Einsatz im Fahrzeug. Dabei gerät der sogenannte Bayes-Ansatz verstärkt in den Fokus: durch die zusätzliche Modellierung von unbekanntem oder nur teilweise bekanntem Wissen in probabilistischer Form können Modellparameter wesentlich präziser geschätzt werden. Auch tiefe neuronale Netze können aus einem Bayes-Blickwinkel interpretiert werden – was faszinierende Einsichten in die Wirkungsweise dieser Netze liefert.

Der Vortrag wird zuerst einen Überblick über die Nutzung des maschinellen Lernens bei der Audi AG geben. Interessante Anwendungsfelder sind beispielsweise autonomes Fahren mit hochpräziser 3D-Umgebungsschätzung, Schwarmdaten-Auswertung, Datenanalytik zur Qualitätssicherung oder CNN-Bildverarbeitung für die Serienfertigung von Blechbauteilen. Viele der hier verwendeten Methoden basieren auf Bayes-Ansätzen oder sind als solche interpretierbar, und so wird anschließend auf die Bayes-Statistik und die Mathematik hinter diesen Methoden eingegangen. Neben Begriffen wie Prior, Likelihood und Posterior werden auch die Grundlagen diskriminativer und generativer Modelle verständlich erklärt, ohne konkretes Vorwissen vorauszusetzen.

Um die Theorie zu veranschaulichen, wird im Rahmen des Vortrags stets Bezug zur Praxis gehalten: welchen Vorteil bieten neuronale Netze für die semantische Segmentierung und Tiefenkartenschätzung im autonomen Fahrzeug? Wieso erforscht Audi sogenannte „LSTMs“? Wieso sind diskriminative Modelle für die Risserkennung in Blechbauteilen sehr gut geeignet? Was sind latente Variablen, und warum sind sie für die Qualitätssicherung wichtig? So entsteht unter dem Gesichtspunkt des Bayes-Ansatzes ein umfassendes Bild des maschinellen Lernens bei Audi, inklusive einem kleinen Ausblick, wohin moderne generative Modelle uns in Zukunft führen könnten.

 

Mathematik(er) im Investmentbanking

26. März 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Holger Fink, Hochschule für angewandte Wissenschaften München

"Investmentbanking", "Heuschrecken", "Derivate als Weapons of Mass Destruction" - viele Schlagworte werden mit Banken und der Finanzindustrie in Verbindung gebracht. Doch worin besteht eigentlich genau das Tagesgeschäft von (Investment-)Banken und an welchen Stellen werden moderne mathematische Methoden in welcher Weise eingesetzt? Diesen Fragen wollen wir uns zuwenden und etwas Licht in das Buzzword-Chaos bringen.

 

Simulanten in der Chemie - oder wie angewandte Quantenmechanik Chemikern nutzt

Dienstag, 8. Januar 2019, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Ralph Puchta, FAU Erlangen-Nürnberg

„Chemie ist wenn’s knallt und stinkt!“ oder „Chemie ist doch nur angewandte Physik!“ diese beiden Aussagen bekommen Chemiker immer wieder (oft scherzhaft) zu hören. Doch was, wenn man diese Aussagen ernst nimmt und kombiniert? In diesem Vortrag wollen wir an konkreten Beispielen der Frage nachspüren, wie wir angewandte Physik, im besonderen Quantenmechanik, nutzen können um (auch) in Verbindung mit experimentellen Studien neue und zusätzliche Einblicke in chemische Fragestellungen zu bekommen. In den letzten knapp 50 Jahren haben sich quantenmechanische Simulationen von Molekülen durch die rasante Entwicklung der Computer zu einem wertvollen und allgegenwärtigen Werkzeug für Chemiker entwickelt.

 

Growth and Characterization of Van der Waal epitaxial GaSe, InSe, GaTe and hetero-structures

Dienstag, 20. November 2018, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Chu-Shou Yang, Department of Electrical Engineering, Tatung University, Taipei, Taiwan

 

Van der Waal epitaxial thin films are payed attention due to the potential application in the nano-scale transistors. The unique two-dimensional (2-D) layer by layer structure make a chance to demonstrate the mono-atomic electrical device. The important issues of 2-D materials are the controllable ultra-thickness, high conductivity, and large area flexible layer. The Van der Waal’s thin films were grown by home-made molecular beam epitaxy. III-XI and IV-XI compounds are considered in this work. Firstly, hetero-epitaxy of GaSe epilayers on a c-sapphire substrate were achieved. The GaSe epitaxial growth was monitored using in situ reflection high-energy electron diffraction (RHEED). Streak RHEED patterns showed a flat and highly crystalline situation. The resulting a-axis lattice constant was approximately 0.37 nm, which is consistent with that of single-crystal GaSe. Furthermore, two RHEED patterns were observed after 15 min of growth, and they were correlated with the m-axis and a-axis of hexagonal GaSe. The single crystal of GaSe was verified using X-ray diffraction and high-resolution cross-section transmission electron microscopy. The full width at half-maximum of (0002) in the XRD rocking-curve spectrum of GaSe epilayer is obtain around 207 arcsec, which is the smallest value observed to date. In order to improve the conductivity, the dopant of zinc and copper are employed. InSe is another candidate due to the high mobility. The crystal structure of InxSey is controlled by In/Se flux ratio. The flexible GaTe and GaSe were transfer successfully from sapphire to a temporary glass holder. Finally, the growth and characterization of Ga2O3/GaSe hetero-structures were studied. Interface condition of GaSe is used in gallium-rich state to assistant the deposition of oxide layer.

 

 

Optimierung für individuelle Dienstpläne im Fahrdienst

Dienstag, 13. November 2018, 17:30 Uhr, KA.213

Dipl.-Inf. Matthias Kramp, Moveo Software GmbH, Potsdam

Die Individualisierung der Dienstpläne im Fahrdienst ist ein Schritt zur Modernisierung der Dienstplangestaltung. Flexible Arbeitszeitgestaltung und Mitarbeitermotivation durch mehr Eigenverantwortung erhöhen die Akzeptanz der Dienstpläne und die Attraktivität der Unternehmen für ihre Mitarbeiter. Ein Dienstplan wird neben individuellen Kriterien durch zahlreiche betriebliche, tarifliche und gesetzliche Rahmenbedingungen bestimmt. Mathematische Optimierungsverfahren ermöglichen eine schnelle und objektive Abarbeitung der Prozesse.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die komplexen fachlichen Anforderungen eines Verkehrsunternehmens wie der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg VAG an den Dienstplan. Es sind Mitarbeiter mit verschiedenen Qualifikationen für U-Bahn, Tram und Bus zu verplanen. Dabei gelten unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen für den Bus- oder schienengebundenen Verkehr. Verschiedene Arbeitszeitmodelle sind zu beachten. Die individuellen Präferenzen der Mitarbeiter für bestimmte Schichtlagen und freie Tage müssen mit der zu verplanenden Dienstmasse in Einklang gebracht werden.

Im Vortrag werden Teilprobleme herausgearbeitet und in Elemente eines mathematischen Optimierungsmodells überführt. Die Modellelemente und Zielfunktionen werden am Beispiel des IBM OPL Studios gezeigt.

Es wird der IBM ILOG CPLEX-Kern für die Optimierung verwendet und die OPL-Modellsprache zur Modellierung eingesetzt. Die OPL-Modellsprache ist leicht verständlich und wird im Vortrag kurz erklärt. Vorkenntnisse in der Sprache sind nicht erforderlich.

 

Ausbildung zum Brückenbauer für Innovation: Beispiel Abwärmenutzung

Dienstag, 30. Oktober 2018, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Andreas Sichert, Orcan Energy AG, München

Physik und Mathematik haben keine Branche. Außerhalb der universitären Laufbahn gibt es kein eindeutiges Berufsbild für Mathematiker und Physiker wie es zum Beispiel für Ingenieure oder Ärzte existiert. Dennoch findet man sie quer durch alle Branchen und meist auch fern ab der angewandten Forschung in Beratungs- und Managementpositionen. Denn Mathematiker und Physiker sind Allrounder. Aber was macht das Leben außerhalb von Newton und Co interessant?

Der Vortrag soll am Beispiel der Tech-Ausgründung Orcan Energy AG zeigen, welche Problemstellungen sich typischerweise beim Aufbau eines Unternehmens ergeben, wie man ihnen begegnet und warum Mathematiker und Physiker (aufgrund ihrer Ausbildung) diese - speziell im interdisziplinären HighTech-Umfeld, gut meistern. Orcan Energy entwickelt und vermarktet Produkte basierend auf einer Weiterentwicklung der ORC-Technologie, mit Hilfe derer Abwärme als Energiequelle erstmalig breit erschlossen werden kann. Orcan ist ein herausragendes Beispiel für den Transfer von universitärer Invention zu Innovation mittels des Konzepts StartUp.

 

Flüssige Wasserstoffspeicher - Wegbereiter einer zukünftigen Wasserstoffgesellschaft

Dienstag, 16. Oktober 2018, 17:30 Uhr, KA.213

Dr. Daniel Teichmann, Hydrogenious Technologies GmbH, Erlangen

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft bietet die Chance auf eine klimaschonende Versorgung mit elektrischem Strom, Wärme und alternativen Kraftstoffen. Aufgrund dessen niedriger Dichte und der leichten Entflammbarkeit stellt die Handhabung von Wasserstoff aber nach wie vor eine Herausforderung dar.

Die LOHC-Technologie (liquid organic hydrogen carrier) bietet eine Möglichkeit, Wasserstoff kostengünstig und sicher durch chemische Speicherung an aromatischen Kohlenwasserstoffen reversibel zu binden. Die Trägerflüssigkeit dient damit als „Pfandflasche“ für Wasserstoff. Diese Technologie bietet Vorteile für die stationäre Energiespeicherung, den Transport regenerativer Energie und neue Formen der Mobilität: Da sich die Trägerflüssigkeit problemlos wie ein heutiger Kraftstoff handhaben lässt, kann dafür die vorhandene und bewährte Infrastruktur an Tankschiffen, Kessel- und Tankwagen sowie Tankstellen genutzt werden. Weder der teure Aufbau einer neuen Versorgungsinfrastruktur ist nötig noch eine aufwendige Kühlung oder Kompression des Wasserstoffs.

Der Vortrag führt zunächst in die Thematik der Nutzung von Wasserstoff als regenerativem Energieträger und die Herausforderungen in dessen Handhabung ein. Das Konzept der flüssigen Wasserstoffträger wird mitsamt einer Einordnung der zugrundeliegenden Chemie vorgestellt und die konkreten Entwicklungsaktivitäten der vergangenen 8 Jahre aufgezeigt. Daneben sollen mit Verweis auf die Historie der Hydrogenious Technologies GmbH auch die Herausforderungen und Chancen einer technologie-intensiven Unternehmensgründung aufgezeigt werden.

 

Messen und Protokollieren der Übertragungsqualität von UKW-Sendern beim Bayerischen Rundfunk – unkonventionell und kostenlos mit Open-Source-Software

Dienstag, 19. Juni 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Johann Sporer, Bayerischer Rundfunk

Der Bayerische Rundfunk verwendet zur Kontrolle der Übertragungsparameter seiner UKW-Sender das multifunktionale Messgerät „ETL“ von Rohde&Schwarz. Viele spezifische Einstellungen sind daran vor Messbeginn vorzunehmen. Zwecks Reproduzierbarkeit der Messung und Zeitersparnis soll der/die Durchführende von einer Applikationssoftware durch den Messablauf geführt werden und bei jedem Schritt die volle Kontrolle behalten.

Dazu wurde ein Programm in der freien Programmiersprache „Python“ geschrieben und ausschließlich kostenlose Open-Source-Software benutzt.

Die wichtigsten Messungen und die Funktion der Mess-Applikation werden vorgestellt und auf Besonderheiten beim Protokollieren der Ergebnisse – Ausfüllen eines docx-Formulars ohne WORD am Rechner – eingegangen.

 

The risks of decision-making processes based on artificial intelligence and big data

Dienstag, 12. Juni 2018, 17:30 Uhr, KA.002

Dr.-Ing. Julien Siebert, TU Kaiserslautern

Decision making is often helped or even delegated to algorithms. These algorithms rely more and more upon artificial intelligence and big data (i.e. machine learning and datamining). Credit scoring, automatic job candidate selection, predictive policing, or recidivism risk assessment are examples, among others, of already used algorithmic decision-making systems. Recent examples have shown that applying blindly such systems carry the risk of automatic discrimination, wrong decisions, or the spreading of fake news. In this talk, after first introducing the basics of machine learning and datamining, I will discuss the risks associated with algorithmic decision-making systems, how bias present in the data can be amplified, and how decision made during the design phase and the application phase have an impact on the outcome of such systems.

 

Mathematische Optimierungsverfahren für energieeffiziente Zugfahrpläne

Achtung, geänderter Termin: Dienstag, 29. Mai 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Andreas Bärmann, FAU Erlangen

Die Kosten eines Eisenbahnverkehrsunternehmens für den Traktionsstrom der Züge hängen von zwei Faktoren ab: der Gesamtmenge des bezogenen Stroms und der zeitlichen Verteilung des Stromverbrauchs. Auf beide Größen hat der Fahrplan großen Einfluss. Durch das Vermeiden zu vieler gleichzeitiger Zugabfahrten kann die im Bahnstromnetz entstehende Last gleichmäßiger über die Zeit verteilt werden. Bereits ein leichtes Verschieben der Abfahrtszeiten um +-3 Minuten in einem gegebenen Fahrplanentwurf schafft eine deutliche Reduktion der Spitzenlast. Zusätzlich kann eine möglichst energiesparende Fahrweise der Züge den Energieverbrauch deutlich senken. Hier ist die Frage, wie Fahrzeitpuffer optimal genutzt werden können, um den Zügen möglichst lange Ausrollphasen zu ermöglichen. Die Herausforderung besteht darin, dies auf abgestimmte Art und Weise für alle im Netz verkehrenden Züge gemeinsam zu tun, und dabei die durch den Fahrplan vorgegebenen Randbedingungen einzuhalten (Mindesthaltezeiten im Bahnhof, Sicherheitsabstände auf der Strecke, Einhalten von Anschlüssen, ...).

In diesem Vortrag stellen wir mathematische Optimierungsverfahren vor, die in der Lage sind, die optimalen Abfahrtszeitpunkte und Geschwindigkeitsprofile der Züge auf der Strecke zu berechnen, so dass Spitzenlast und Energieverbrauch für das Gesamtsystem minimal werden. Als Grundlage für die Lösung dieses Problems werden wir das Cliquen-Problem mit Multiple-Choice-Nebenbedingungen näher betrachten, ein kombinatorisches Problem mit sehr reichhaltiger Struktur, welches als Teilaufgabe bei der Fahrplanoptimierung vorkommt. Wir werden das dahinterstehende zulässige Polytop theoretisch untersuchen, um eine Charakterisierung der konvexen Hülle der ganzzahligen Lösungen in zwei relevanten Spezialfällen zu erhalten. Im Rahmen von Fallstudien für den Personenverkehr der Deutschen Bahn AG und des Nürnberger U-Bahnsystems zeigen wir sowohl die Effizienz der daraus resultierenden Modellreformulierungen als auch das signifikante Kosteneinsparpotenzial unserer Ansätze auf.

 

Die Lattice-Boltzmann-Methode: Methodische Verbesserungen für turbulente und mehrphasige Strömungen

Dienstag, 15. Mai 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Wolfgang Joppich, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Die Lattice-Boltzmann Methode als indirekter Löser für Strömungsprobleme wird chronologisch eingeordnet und das theoretische Fundament vorgestellt. Die prinzipiellen Stärken und Schwächen des Verfahrens werden diskutiert. Für Strömungen im Schmierspalt mit realen Oberflächen wird das ursprünglich auf reguläre Gitter beschränkte Verfahren auf irreguläre Gitter erweitert. Eine Effizienzsteigerung dieses Ansatzes kann dabei durch Integration eines Semi-Lagrange-Verfahrens im Advektionsschritt des Lösers erreicht werden. Für die Simulation von Mehrphasensystemen werden das Prinzip sowie die Stärken und Schwächen pseudopotentialbasierter Verfahren vorgestellt. Der Einfluss des Verfahrens zur Einbindung externer Kräfte auf makroskopische Eigenschaften wird anhand von Kontaktwinkeluntersuchungen und Phasentrennungssimulationen praktisch demonstriert und theoretisch nachgewiesen.

 

Wie funktioniert der Fahrbetrieb in einem Nahverkehrsunternehmen?

Dienstag, 17. April 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Erich Gründlinger, VAG Nürnberg

Der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) ist Rückgrat und wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Mobilität. In den letzten Jahren hat er eine erhebliche Weiterentwicklung erfahren. Barrierefreiheit, Umweltschutz, Mobilitätsketten, E-Mobilität usw. sind die Schlagworte dazu. Aber wie funktioniert ÖPNV in der Praxis? Wie stellen die Verkehrsunternehmen sicher, dass jeder Zug oder jeder Bus (an sieben Tagen pro Woche und von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss), der im Fahrplan als Linienfahrt ausgedruckt ist, auch mit einem Fahrer besetzt ist? Wie organisieren die Unternehmen die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten? Wie werden Fahrzeiten ermittelt? All diese Fragen werden Ihnen im Vortrag "Wie funktioniert der Fahrbetrieb in einem Nahverkehrsunternehmen?" beantwortet.

 

Erlebnis Lernen - Idee und Erfahrungen der "Science Center"

Dienstag, 10. April 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Axel Hüttinger, Hüttinger Interactive Exhibitions

Der Besuch von Lernorten außerhalb der Schule ist eine spannende Alternative (und Unterstützung!) zur theoretischen Wissensvermittlung in Schulen und Universitäten.

Wenn man mehr über den Erfolg des Lernens wissen möchte, dann steht oft am Anfang ein Aha-Erlebnis, die Faszination, Neugierde und Begeisterung etwas lernen zu wollen. Genau das ist die "Raison d'Être" der Science Center. Gute Science Center verstehen sich daher als ein Feld von Experimentierstationen, an welchen ein breites Publikum selber Phänomene erzeugen und variieren kann: Diese Vision verwirklichte der amerikanische Physiker Frank Oppenheimer im Jahre 1969 mit seinem Exploratorium in San Francisco. Nach seinem Muster sind seither weltweit viele weitere sogenannte Science Centers entstanden.

Der Vortrag zeigt die historischen Wurzeln der Science Center und gibt Einblick in das Konzept "konstruktivistisches Lernen".

 

Mathematische Optimierung für Multimodales Energy Management von thermischen Netzen

Dienstag, 27. März 2018, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Thomas Baumgärtner, Siemens AG, Erlangen

Nach kurzer Vorstellung der Firma Siemens und deren zentraler Forschungsabteilung werden aktuelle Arbeiten zur Entwicklung von Energiemanagement Systemen für kommerzielle Gebäude und Industrie-Anlagen vorgesellt.

Diese basieren auf der Lösung von gemischt-ganzzahligen, teilweise nichtlinearen Optimierungsproblemen.

Es werden die Problemstellung und entsprechende Anwendungsfälle skizziert, die die Entwicklung von umfassenden Energiemanagement Systemen erforderlich machen.

Der aktuelle Prototyp war zentraler Bestandteil der Entwicklungen in einem früheren EU Projekt names "Internet of Energy for Electric Mobility".

Momentan wird er in einer realitätsnahen Labor-Umgebung innerhalb des Horizon 2020 Projektes "Sensible" sowie im Feldeinsatz in der Seestadt Aspern in Wien weiterentwickelt und getestet.

Kalibrierkörper für CT-Systeme

Dienstag, 12. Dezember 2017, 17:30, KA.215

Prof. Dr. Peter Jonas, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Die Bildqualität von tomographischen Anwendungen hängt entscheidend von der genauen Kenntnis der geometrischen Parameter, wie Quell- und Detektorposition ab. In manchen Anwendungen sind diese geometrischen Parameter aber nicht verfügbar oder nur schwer zugänglich. Eine Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist der Einsatz von Kalibrierkörpern. Dabei wird ein bekanntes Objekt, der sogenannte Kalibrierkörper, in den Strahlengang der Anlage gebracht, und aus der daraus entstehenden Messung sollen die fehlenden Information abgeleitet werden.

In diesem Vortrag wird auf die wesentlichen Eigenschaften eingegangen, die ein Kalibrierkörper haben sollte, damit die Geometriedaten zuverlässig ermittelt werden können. Zusätzlich wird ein neues Verfahren vorgestellt, das zur Berechnung eingesetzt werden kann. Dieses Verfahren bietet einige wesentliche Vorteile gegenüber den zur Zeit benutzen Standardverfahren.

 

Klassische numerische Verfahren und neue Herausforderungen der multikriteriellen Optimierung

Dienstag, 28. November 2017, 17:30, KA.215

Prof. Dr. Gabriele Eichfelder, TU Ilmenau

Der Vortrag gibt zunächst eine Einführung in die multikriterielle Optimierung, d.h. in die Lösung von Problemen, bei denen mehrere konkurrierende Zielfunktionen gleichzeitig optimiert werden sollen. Ein klassisches Beispiel ist die Portfolio-Optimierung, bei der Risiko und Erwartungswert gleichzeitig optimiert werden sollen. Solche Probleme treten jedoch in allen Anwendungsbereichen auf. Etwa in der medizinischen Strahlentherapieplanung sucht man nach Behandlungsplänen, die alle gesunden, um einen Tumor liegenden Organe gleichzeitig möglichst schonen. In den Ingenieurswissenschaften wird oft nach Designs gesucht, die möglichst leicht und dabei jedoch stabil sind.

Es wird zunächst der klassische Optimalitätsbegriff der Edgeworth-Pareto-Optimalität vorgestellt und es wird gezeigt, wie solche optimalen Lösungen mittels Hilfsproblemen wie der gewichteten Summe gefunden werden können. Anschließend wird eine aktuelle Fragestellung der multikriteriellen Optimierung genauer betrachtet: die Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Realisierung der gefundenen Optimallösung. Dies führt auf Mengenoptimierungsprobleme, d.h. Optimierungsprobleme mit einer mengenwertigen Zielfunktion. Dazu müssen Mengen mathematisch verglichen werden und es stellt sich die Frage nach sinnvollen, zur Anwendung passenden Optimalitätskonzepten.

 

Der Inquisitionsprozess gegen Galilei – Die schwierige Beziehung von Ratio und Religio

Dienstag, 14. November 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Pierre Leich

Das Reformationsjubiläum liefert den Anlass für die Frage nach der Beziehung von Wissenschaft und Religion. Neben den Tischreden von Martin Luther und den Querelen von Johannes Kepler ist es besonders der Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei, der als Zeuge für die Unvereinbarkeit von Ratio und Religio steht, und nur zu gerne sehen wir Galilei als Heilige Jungfrau von Orleans der Naturwissenschaften.

Doch wie sind aus heutiger Sicht Galileis „Beweise“ einzuschätzen? Warum nahm er von Kepler keine Notiz und was war wirklich der Anlass für den Konflikt mit dem Vatikan? Zwischen Fallversuchen, Jupitermonden, seiner Gezeitentheorie und dem Inquisitionsprozess zeichnet der Vortrag ein ambivalentes Bild aus eitlem Hitzkopf und genialem Forscher, der fast in einem Zug das Gebäude der Bewegungslehre errichtete.

 

Geburtstage, Würfel, Produkte und Karten: Einige kombinatorisch-stochastische Betrachtungen

Dienstag, 7. November 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Edgar M. E. Wermuth, TH Nürnberg, Fakultät AMP

In diesem Vortrag sollen einige elementare, aber etwas kniffligere Aspekte und Beispiele aus den im Titel genannten Bereichen vorgestellt und diskutiert werden, die ich mir im Laufe der Zeit im Rahmen meiner Vorlesungstätigkeit hier in Nürnberg zurechtlegte. Zum Teil sind diese Überlegungen einfach dem Wunsch nach etwas interessanterem Beispielmaterial und der eigenen Neugier entsprungen, zum Teil wurden sie durch Fragen Studierender angeregt.

 

Einstein und die mathematische Community

Dienstag, 24. Oktober 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. habil. Renate Tobies, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Welches Verhältnis hatte Albert Einstein (1879-1955) zur Mathematik und zu Mathematiker/innen? Der Vortrag berücksichtigt neuere Ergebnisse der Einstein-Forschung, erörtert die Diskussionen über Mileva Marić-Einstein (1875-1948) zum Thema „Keine Mutter der Relativitätstheorie“, basiert auf der Analyse der Korrespondenz zwischen Einstein und dem Mathematiker Felix Klein (1849-1925), erhellt Einsteins Unterstützung der wohl bedeutendsten Mathematikern des 20. Jahrhunderts Emmy Noether (1882-1935) und fragt danach: Gab es einen Prioritätsstreit zwischen Einstein und David Hilbert (1862-1943) bei der Begründung der Allgemeinen Relativitätstheorie, worüber international in jüngerer Zeit vielfältig spekuliert wurde.

Neue Verfahren der Raster-Elektronenmikroskopie zur 3D Bildgebung an biologischen Proben

Dienstag, 13. Juni 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Jörg Lindenau, Carl Zeiss Microscopy GmbH, Jena

Beim Einsatz der Elektronenmikroskopie in den Bio-Wissenschaften ließen sich in der Vergangenheit im Wesentlichen zwei Anwendungsgebiete benennen. So wurden zum einen Ultradünnschnitte biologischer Proben zur Ultrastrukturaufklärung membranbegrenzter Zell-Organellen mithilfe von Transmissions-Elektronenmikroskopen (TEM) untersucht. Raster-Elektronen Mikroskope (REM) wurden hingegen hauptsächlich zur hochauflösenden Darstellung von Oberflächen eingesetzt. Zur 3D-Analyse zellulärer und subzellulärer Strukturen war es notwendig, Serienschnitte im TEM sequentiell zu mikroskopieren und die Bilddaten anschließend zusammenzusetzen. Eine andere Möglichkeit bestand in der Aufnahme von Kippbildserien (Tomogrammen) aus denen sich ein begrenztes 3D Bildvolumen zurückrechnen lässt. Beide Verfahren sind aufwendig und nur auf kleine Volumina anwendbar.

Technische Weiterentwicklungen der Raster Elektronen Mikroskope haben dazu beigetragen, dass die heutigen REMs deutlich schneller, höher auflösend und vor allem sensitiver sind als ihre Vorgänger. Die Summe dieser Eigenschaften, sowie verbesserte Protokolle der Probenpräparation erlauben es, REMs zur Untersuchung von Ultradünnschnitt-Serien und Oberflächen von Probenblöckchen einzusetzen. Die resultierenden Methoden (Array Tomography und Serial Block Face Imaging) bieten wesentliche Vorteile gegenüber den genannten TEM-basierten Verfahren zur 3D Bildgebung. So lassen sich durch die weitgehende Automatisierung heute Probenvolumina digitalisieren, an die bis vor einigen Jahren nicht zu denken war.

Die wichtigsten 3D REM-Verfahren sind Array Tomography (AT), Serial Block Face Imaging (SFBI) und Focused Ion Beam Milling (FIB-Milling). Bei der Array Tomography werden automatisch erzeugte Serienschnitte auf großflächige feste Probenträger aufgebracht und mithilfe des Rückstreuelektronen- Kontrastes im REM abgebildet. Beim Serial Block Face Imaging schneidet ein in die Probenkammer des REM integriertes Ultramikrotom dünne Schichten von eine Blockprobe. Der 3D Datensatz entsteht durch die serielle Aufnahme von der jeweiligen neuen Blockoberfläche. Ganz ähnlich funktioniert das Ionenstrahl-Milling. Hier jedoch wird das Material der Blockoberfläche durch einen fokussierten Ga-Ionenstrahl abgetragen.

Die Kombination der 3D REM-Verfahren mit lichtmikroskopischen Techniken eröffnet weitere Möglichkeiten. So lassen sich über die Erstellung von Referenz-Koordinatensystemen spezifische lichtmikroskopische Markierungen (Immunfluoreszenz) mit Ultrastrukturinformationen aus der Raster Elektronen Mikroskopie kombinieren.

Die rasante Entwicklung der automatisierten Mikroskopie hat gerade erst begonnen. Weitere Innovationen, die immer größere Volumina in überschaubaren Experimenten autonom digitalisieren, werden folgen. Ein Beispiel hierfür ist das erste Multi-Beam REM, dass die Probe gleichzeitig mit 61 bzw. Elektronenstrahlen simultan abtastet.

 

Funksignale über den Atlantik - Meilensteine auf dem Weg zur globalen Informationsgesellschaft

Dienstag, 23. Mai 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Thomas Lauterbach, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Der heute überall und jederzeit verfügbare Zugang zu weltweiter Kommunikation in "Echtzeit" lässt leicht vergessen, dass der unmittelbare Informationsaustausch zwischen den Kontinenten und vor allem mit "mobilen Teilnehmern", z.B. Schiffen auf den Weltmeeren, erst durch die Funktechnik möglich wurde. Die Übertragung über den Atlantik zwischen Nordamerika und Europa war dabei jeweils die Herausforderung für Forschung und Entwicklung. Kurz nach der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Hertz gelang Marconi schon 1901 die erste Transatlantik-Funkübertragung.

Der Vortrag zeichnet die weitere wissenschaftliche und technische Entwicklung nach: Vor etwa 100 Jahren konnte erstmals weltumspannender Funkverkehr realisiert werden, allerdings zunächst nur mit Morse-Telegrafie. Es folgten in den 1920er Jahren die erste Transatlantik-Telefonübertragung auf Langwelle und die Entdeckung und Erforschung der Kurzwellen-Fernausbreitung. Dadurch wurde in den 1930er Jahren die "Live-Berichterstattung" aus Übersee im Radio möglich. Schließlich konnte 1962 die erste Übertragung von Fernsehsignalen und die erste Datenverbindung zwischen Computern beiderseits des Atlantiks über den Telstar-Satelliten realisiert werden. Neben den technischen Voraussetzungen für diese Entwicklungen wird auch auf die jeweiligen physikalischen Grundlagen eingegangen.

 

Industrielle Computertomographie - Anwendungen aus Industrie und Forschung

Dienstag, 16. Mai 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Math. Tobias Schön, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Fürth

Die Röntgen-Computertomographie (CT) ist nicht nur in der medizinischen Diagnostik sondern auch in der industriellen Materialprüfung ein wichtiges bildgebendes Verfahren. Die industrielle CT besitzt im Vergleich zu vielen anderen Prüftechnologien den Vorteil, Werkstoffe zu charakterisieren und Bauteile innen wie auch außen zu prüfen, ohne diese in ihrer Funktion zu beeinträchtigen, d.h. es ermöglicht eine zerstörungsfreie Prüfung. Der Vortrag zeigt unterschiedliche Anwendungsgebiete der industriellen CT, wie z.B. Klimaforschung und Automobilindustrie, sowie die hierbei entstehenden Herausforderungen in der Umsetzung. Dabei wird eine der kleinsten wie auch eine größten CT-Anlagen der Welt präsentiert.

 

Automatische Tests für autonome Fahrzeuge? Hardware in-the-Loop Tests in der Automobilindustrie

Dienstag, 25. April 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Ing. Florian Spiteller, iSyst Intelligente Systeme GmbH

Moderne Serienfahrzeuge bieten eine Fülle an neuen Funktionen für das (teil-)autonome Fahren. Die Komplexität und der Aufwand für die Absicherung solch sicherheitsrelevanter Systeme ist dadurch nochmals stark gestiegen.

Im Rahmen des Vortrages wird der entwicklungsbegleitende Test eines Automobil-Steuergerätes erläutert. Zum Einsatz kommt dabei die Hardware in-the-Loop Methode die es erlaubt, das reale Steuergerät in einer simulierten Umgebung zu testen. Neben den Grundlagen werden auch die aktuellen Herausforderungen beschrieben die dazu führen, dass in aktuellen Projekten der Testaufwand den Entwicklungsaufwand teilweise schon übersteigt. Neben einem Überblick über die verschiedenen Testebenen wird auf die Vorteile die sich durch die komplette Automatisierung des Testablaufes ergeben, eingegangen. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends.

 

Einfluss von Biokraftstoffen auf die Rußbildung bei der Benzindirekteinspritzung

Dienstag, 11. April 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Dr.-Ing. Lars Zigan, Lehrstuhl für Technische Thermodynamik, FAU Erlangen-Nürnberg

Die Nutzung von Biokraftstoffen in Kombination mit der Benzindirekteinspritzung (BDE) kann einen essentiellen Beitrag für die Reduktion der globalen CO2-Emissionen leisten. Jedoch kann bei BDE-Motoren ein erhöhter Feinstaubaustoß festgestellt werden. Der Grund dafür liegt in der kürzeren verfügbaren Zeit für die Gemischbildung. Als Folge gewinnen die physikalischen Kraftstoffeigenschaften bei Zumischung von Biokomponenten (wie z.B. der Siedebereich oder die hohe Verdampfungsenthalpie von Ethanol und Butanol) stärkeren Einfluss auf die Verdampfung und Vermischung. Dies führt zu einer komplexen Interaktion der Teilprozesse Einspritzung, Gemischbildung und Verbrennung, was Voraussagen zur Rußbildung erschwert.

Um diese motorische Wirkkette ganzheitlich zu verstehen, sind Grundlagenuntersuchungen notwendig. In dieser Studie wird die Rußbildung für Ethanol- und Butanol-Benzingemische mittels optischer Messtechniken an einem optisch-zugänglichen Motor mit Direkteinspritzung für eine Vielzahl von Betriebspunkten untersucht. Es kommen u.a. die Messtechniken der planaren laserinduzierten Fluoreszenz (LIF), High-Speed Visualisierung der Verbrennung und laserinduzierte Inkandeszenz (LII) zum Einsatz. Die experimentellen Daten werden durch CFD-Simulationen der Einspritzung und Gemischbildung sowie Verbrennung untermauert. Die Ergebnisse zeigen, dass für einzelne Betriebspunkte (z.B. beim Kaltstart) Biokraftstoffgemische mit geringem Ethanol- oder Butanolanteil sogar höhere Rußemissionen zeigen als der reine Ottokraftstoff. Für hohe Biokraftstoffanteile kann meist eine verminderte Rußbildung festgestellt werden.

 

A Simple and Efficient Dichotomic Search Algorithm for Multi-Objective (Mixed-)Integer Linear Programmes

Dienstag, 21. März 2017, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Anthony Przybylski, Département informatique, Université de Nantes, Frankreich

In this talk, we present a new algorithm to determine all nondominated extreme points in the outcome set of a Multi-Objective (Mixed-) Integer Linear Problem. More precisely, the goal is to find one feasible solution for each extremal supported nondominated point. This is easily achievable in the bi-objective case, because the natural order of nondominated points in this context allows to deduce a weight from two supported points to seek for other supported points with a procedure based on a dichotomic scheme.

However, this problem has long remained unsolved with p objectives, where p is greater than or equal to three. Indeed, the weight defined using p supported points in objective space does not necessarily have only positive components. Consequently, a direct extension of the classical dichotomic scheme is not possible.

After reviewing the main concepts introduced in the exact methods by Przybylski et al. (2010) and Özpeynirci and Köksalan (2010), and in the approximation method by Schandl et al. (2002), we give new insights about the main difficulties in the extension of the dichotomic scheme to the multi-objective case. Next, we propose a new exact method for which only weights with strictly positive components are considered. In contrast to the preceding propositions in the literature, this new method is at the same time, easy to understand, easy to implement, and computationally efficient. Experimental results on instances of the multi-objective assignment problem and of the multi-objective knapsack problem show the practical efficiency of the method.

Die Entdeckung der verschollenen Grossen Arithmetic des Nürnberger Rechenmeisters Anton Neudörffer (1571-1628)

Dienstag, 22. November 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Alfred Holl, TH Nürnberg, Fakultät Informatik

Der Nürnberger Schreib- und Rechenmeister Anton Neudörffer (1571-1628), Enkel des berühmten Nürnberger Modisten Johann Neudörffer (1497-1563), ist durch seine mehrfach aufgelegte Anweisung in die Arithmetic bekannt. Die seit 1616 dort angekündigte Grosse Arithmetic blieb in den Wirren des 30jährigen Krieges ungedruckt; es ist auch kein Manuskript überliefert. Die Bayer. Staatsbibliothek München besitzt aber eine über 1400seitige Handschrift (Cgm 3789), deren Bedeutung für die Neudörffer-Forschung erst 2014 erkannt wurde. Der in Nürnberg ausgebildete Regensburger Rechenmeister Georg Wendler (1619-1688) bearbeitet darin Aufgaben aus fast 40 Rechenbüchern, darunter auf 190 Seiten 280 Prosa- und Reim-Textaufgaben der Grossen Arithmetic. Ausgewählte Beispiele aus diesem herausragenden Dokument der Nürnberger Kaufmannsmathematik sollen diskutiert werden, um deren Qualität ebenso wie Probleme einer Edition zu zeigen.

 

Über eine vergessene Formel der Matrizenrechnung

Dienstag, 8. November 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Rudolf Rupp, TH Nürnberg, Fakultät AMP

In diesem Vortrag stellen wir eine zu Unrecht in der Lehrbuchliteratur vergessene Formel zur Berechnung der Matrix-Exponentialfunktion von 2x2-Matrizen auf. Durch Einsetzen der Matrizenelemente können wir direkt die Exponentialmatrix berechnen, ohne den Umweg über eine Basis aus Eigenvektoren (so überhaupt existent) oder die Jordansche Normalform (mittels Hauptvektoren) gehen zu müssen. Als Anwendung ergibt sich eine fertige Formel zur Lösung des Anfangswertproblems eines homogenen linearen 2x2-Differentialgleichungssystems mit konstanten Koeffizienten.

 

Selbsterregte Schwingungen am Schienenfahrzeug - Wirkmechanismen, Methoden der Beherrschung, Herausforderungen

Dienstag, 25. Oktober 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Math. Thomas Benker, LogoMotive GmbH, Nürnberg

Im betrieblichen Umfeld eines Schienenfahrzeuges führen Schwingungen unterschiedlicher Art und Ausprägung zur Belastung von Fahrzeug, Fahrweg und Transportgut. Die Beherrschung solcher Schwingungen stellt somit einen wichtigen Baustein im Rahmen der Auslegung und Optimierung von Fahrzeugen und Fahrzeugkomponenten dar.

Zwei wesentliche Schwingungen bei Eisenbahnfahrzeugen gehören zu der Gruppe der sogenannten selbsterregten Schwingungen. Hierbei handelt es sich um den Wellenlauf des Radsatzes und um Torsionsschwingungen am Radsatz. Im Rahmen des Vortrages wird dargestellt, was selbsterregte Schwingungen auszeichnet, wie sie entstehen und welche besonderen Maßnahmen man ergreifen muss um sie zu beherrschen.

Der Vortrag schlägt den Bogen von betrieblichen Erfahrungen und Umweltbedingungen zu theoretischen Betrachtungen, wie physikalische Ersatzmodelle und mathematische Simulationsmodelle. Er zeigt relevante Wirkmechanismen ebenso wie die Methoden zur Beherrschung der Phänomene auf. Vor- und Nachteile unterschiedlicher Lösungsansätze werden diskutiert.

 

Raumflugbetrieb beim DLR in Oberpfaffenhofen

Dienstag, 11. Oktober 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Tobias Göttfert, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Oberpfaffenhofen

Das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum (German Space Operations Center, GSOC) als Teil des DLR Raumflugbetriebs betreibt verschiedenste Raumflugmissionen, von der Erdbeobachtung bis hin zu bemannten Missionen. Prominente Beispiele sind das Columbus-Modul der ISS, die Zwillings-Radarmission TerraSAR-X und TanDEM-X im engen Formationsflug oder das Europäische Daten-Relay-System EDRS. Auch die Entwicklung von neuen Technologien zur Raumfahrt, wie z.B. Telepräsenz, autonomem Docking oder raumfahrttauglicher Hard- und Software, sowie die Entwicklung von Höhenforschungsraketen zum Einsatz rund um den Globus gehören zu seinen Aufgaben. Der Vortrag beleuchtet einige ausgewählte physikalische, mathematische und informationstechnische Fragestellungen und Herausforderungen, vor denen die Wissenschaftler und Raumfahrtingenieure stehen und gibt einen Einblick in die Berufsbilder an der Einrichtung.

Gravitationswellen - was ist daran so interessant?

Dienstag, 28. Juni 2016, 17:30 Uhr, KA.002

Dr. Walter Winkler, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover

Im ersten Teil wird das "Ereignis" vorgestellt und besprochen: das erste registrierte Gravitationswellensignal. Es folgt eine Beschreibung der Eigenschaften von Gravitationswellen. Schließlich wird die Entwicklung von Gravitationswellendetektoren vom Anfang bis zum gegenwärtigen Stand beschrieben. Abschließend folgt ein Ausblick auf die geplante weitere Forschung auf diesem Gebiet.

 

Ausbreitung von Infrarot-Licht in Räumen

Dienstag, 7. Juni 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Henrik Schulze, Fachhochschule Südwestfalen, Standort Meschede

Mit Infrarot-Übertragung in Räumen kommt jeder in Berührung, der eine TV-Fernbedienung in der Hand hat. Weit verbreitet sind auch Kopfhörer mit Infrarot-Übertragung.

Die Übertragung deutlich höherer Datenraten ist möglich, z.B. für WLAN-Verbindungen. Auch ist nicht unbedingt immer eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger notwendig. Infrarot-Übertragung kann im Prinzip sehr gut funktionieren, wenn die direkte Komponente abgeschattet ist und nur ein diffuses Signal über die Reflexionen an Wänden und Einrichtungsgegenständen empfangen wird.

Um die Qualität einer derartigen optische Verbindung vorherzusagen, muss man aber die Ausbreitung des Infrarot-Lichts genauer beschreiben können. Gerade für die diffuse Verbindung spielt dabei bei hohen Datenraten nicht nur die optische Empfangsleistung eine Rolle, sondern auch der Frequenzgang, der durch das Echomuster der Reflexionen verursacht wird.

In diesem Vortrag wird ein neuartiger Ansatz vorgestellt, um den optischen Übertragungskanal für einen vorgegebenen Raum zu berechnen. Dieser Ansatz beinhaltet nicht nur Reflexionen bis zu einer bestimmten endlichen Ordnung, sondern berechnet die unendliche Summe der Beiträge aller Ordnungen, die zu der Übertragungsfunktion beitragen.

Dieses Verfahren wird an Hand konkreter Beispiele für Szenarien in Räumen erläutert. Die numerischen Ergebnisse werden vorgestellt und die optischen Ausbreitungsverhältnisse diskutiert.

 

Röntgenbildgebung in der Medizin – Was die Physik zur Diagnose beiträgt

Dienstag, 24. Mai 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Peter Bartl, Siemens Healthcare GmbH, Erlangen

Bildgebende Verfahren sind in der heutigen Medizin ein höchst wertvolles und nicht wegzudenkendes diagnostisches Mittel. An Beispielen von Produkten der Siemens Healthcare GmbH wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Technik der Röntgenbildgebung gegeben. Im Besonderen wird außerdem technisch und physikalisch auf die Bildqualität eingegangen.

 

Simulationen von Ionenantrieben - zwischen Numerik und Experiment

Dienstag, 3. Mai 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Phys. Julia Duras, ITSIM-Projekt, TH Nürnberg bzw. Uni Greifswald

Ionenantriebe, wie sie zur Lagekorrektur eines Satelliten verwendet werden, liefern typischerweise Schübe im mN-Bereich bei einem Plasmavolumen von einigen 10-100cm^3. Durch dieses geringe Volumen sind typische Messmethoden häufig invasiv und können daher nur schwer zum Verständnis der physikalischen Prozesse im Antrieb beitragen. Hier können numerische Simulationen Abhilfe schaffen und darüber hinaus auch experimentelle Rahmenbedingungen untersuchen wie sie zum Beispiel in Vakuumkammern auf der Erde nicht zu realisieren sind.

Im Vortrag möchte ich einen Einblick in die Simulation von Ionenantrieben gegeben, wie sie unter Anderem im Projekt "ITSIM" der TH Nürnberg verwendet werden. Hierbei soll neben den physikalischen Mechanismen und den numerischen Techniken vor allen Dingen das Wechselspiel zwischen Simulation und Experiment im Vordergrund stehen.

 

Ionentriebwerke für Raumfahrtanwendungen

Dienstag, 26. April 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Norbert Koch, TH Nürnberg, Fakultät AMP

Raumfahrtantriebe beruhen auf dem Rückstoßprinzip, bei dem die Schubkraft auf den Raumflugkörper durch das Produkt des vom Triebwerk ausgestoßenen Treibgas-Massenflusses und dessen Austrittsgeschwindigkeit bestimmt ist. Während bei den bisher mehrheitlich verwendeten chemischen Triebwerken die Austrittsgeschwindigkeit durch die chemische Bindungsenergie auf etwa 3000 m/s beschränkt ist, können durch Ionenantriebe, bei denen der Treibstoff zuerst ionisiert und die Ionen dann elektrostatisch beschleunigt werden, bis zu 20-fach höhere Austrittsgeschwindigkeiten realisiert werden. Die daraus resultierende Treibstoffeinsparung führt zu einer signifikant reduzierten Startmasse des Raumflugkörpers. Dadurch können einerseits manche wissenschaftliche Missionen in den tiefen Weltraum erst ermöglicht und andererseits kommerzielle Satelliten entweder kosteneffizienter ins All gebracht oder nutzlastoptimiert werden. Im Kolloquiumsvortrag werden die physikalischen Grundlagen, der grundsätzlichen Aufbau eines Ionentriebwerkssystems und die gängigen Ionentriebwerkstypen - Gitter-, Hall-Effekt- und Hocheffizienz-Mehrstufen-Plasma-Triebwerke - in Konzept, Leistungscharakteristik und Betriebseigenschaften auf Komponenten- und Systemebene vorgestellt. Ebenso wird auf Missionsanforderungen wie Lebensdauer, Betriebsstabilität und Integrationsaspekte eingegangen. Abschließend wird auf die Aktivitäten der TH Nürnberg im Bereich der Simulation von Ionentriebwerken eingegangen.

 

Prinzipien des blockbasierten Hybridcodecs und die Anwendung in aktuellen Videocodierstandards

Dienstag, 19. April 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Dr.-Ing. Eugen Wige, Citrix Online Germany GmbH, Dresden

Heutzutage ist es nahezu jederzeit und überall möglich Videosignale in einer sehr hohen Qualität auf verschiedenste Art und Weise betrachten zu können. Um den Transport der Videosignale effizient zu gestalten, werden diese digitalisiert und anschließend quellencodiert. Dabei hat sich vor allem das Prinzip der blockbasierten Hybridcodierung durchgesetzt, welche auch die Basis des aktuellen H.264/AVC und des gerade ankommenden H.265/HEVC Videocodierstandards darstellt.

In der Quellencodierung von Videosignalen versucht man einerseits Redundanzen zu beseitigen und andererseits die Irrelevanz zu reduzieren. Unter der Berücksichtigung mancher Videosignaleigenschaften und unter bestimmten Annahmen landet man bei der sogenannten blockbasierten hybriden Videocodierung.

Der Vortrag soll einen Einblick in wesentliche Techniken der Videokompression geben und zeigen wie auch die aktuellen Videocodierstandards nach diesen Prinzipien arbeiten.

Wirtschaft und Physik – wie passt das zusammen?

Dienstag, 12. Januar 2016, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Andreas Thümmel, Hochschule Darmstadt

Differentialgleichungen sind für Naturwissenschaftler unverzichtbarer Bestandteil der Modellierung und Berechnung von Effekten und Vorgängen ihrer Disziplinen. Weniger bekannt sind jedoch die Ansätze dieser Modellierungen in den Wirtschaftswissenschaften. Die Verknüpfung von Physikalischen Gesetzen mit wirtschaftlichen Phänomenen begründet eine interdisziplinäre Fachrichtung, die Econophysic oder Wirtschaftsphysik.

Der Vortrag soll anhand einfacher Modelle die Parallelität zwischen bestimmten Gleichungen der Physik und den Bilanzgleichungen der Wirtschaftswissenschaften aufzeigen. Besondere Beachtung wird der Erklärung und der Eliminierung von stochastischen Effekten zu deterministischen (gewöhnlichen und partiellen) Differentialgleichungen gegeben. Ein Ausblick auf die Spieltheorie ergänzt die Anwendungen von physikalischen Modellen in dieses besonders interessante und sehr aktuelle Fachgebiet.

 

Dynamik dünner Flüssigkeitsfilme -- physikalische Fragestellung und mathematische Antworten

Mittwoch, 16. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.213

Prof. Dr. Günther Grün, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik 1, FAU Erlangen

In diesem Vortrag soll am Beispiel von Fragestellungen, die sich in Zusammenhang mit dem Benetzungsverhalten dünner Flüssigkeitsfilme ergeben, dargestellt werden, in welcher Weise Angewandte Mathematik mit rigoros analytischen und numerischen Methoden zur Problemlösung beitragen kann. Insbesondere werden wir die Grundidee numerischer Verfahren für die zugrunde liegende zeitabhängige partielle Differentialgleichung vierter Ordnung erläutern.  Simulationsrechnungen werden die Vorhersagekraft dieses Zugangs demonstrieren.

In welcher Weise die hierzu notwendigen Kompetenzen im Rahmen eines Masterstudiums an der Universität Erlangen-Nürnberg vermittelt werden, wird Gegenstand des zweiten Teils des Vortrags sein.

 

Wie lässt sich das Klima der Zukunft berechnen?

Dienstag, 1. Dezember 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst, Offenbach

Der Vortrag stellt zunächst einige grundlegenden Prinzipien der Klimamodellierung dar. Im Anschluss werden die Grenzen der Vorhersagbarkeit beleuchtet, die je nach Vorhersagezeitraum von unterschiedlichen Faktoren und Prozessen hervorgerufen wird. Im dritten Teil des Vortrags werden die bereits erfahrenen Änderungen des Klimas deren zukünftiger Entwicklung gegenübergestellt. Dabei liegt der Fokus auf der 2m Lufttemperatur, dem Niederschlag und dem Wind als den Klimaelementen, die derzeit am meisten nachgefragt werden.

 

Die Simulation des Wälzkontakts und die Mathematik dahinter

Dienstag, 3. November 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Technomath. Alexander Liebel, Schaeffler Technologies, Herzogenaurach

Wälzlager werden überall dort eingesetzt, wo sich Dinge bewegen müssen. Sie sind unterschiedlichsten Lasten und Bewegungen ausgesetzt. Bei der Auslegung und der Produktentwicklung kommen heutzutage unterschiedliche Simulationswerkzeuge zum Einsatz. Eines davon ist die Kontaktsimulation, die den Blick zwischen zwei Elemente, wie zum Beispiel die Laufbahn und einen Wälzkörper gewährt und unterschiedlichste Fragen, beispielsweise nach dem Schmierungszustand, beantworten soll.

Dahinter verbirgt sich, für die Anwender der Software weitgehend unsichtbar, jede Menge Mathematik, um das Problem zu beschreiben und schließlich zu berechnen. Als Beispiele seien hier die Elastizitätsgleichung und die Reynolds-Gleichung genannt, die die elastischen Verformungen bzw. den Ölfluss im Schmierspalt beschreiben.

In diesem Vortrag wird ein Überblick über die Gleichungen und die eingesetzten Lösungsverfahren gegeben, sowie die Simulation selbst vorgestellt werden.

 

Machen Gene krank? Auf der Suche nach dem Einfluss genetischer Varianten auf den Menschen am Beispiel der Altersabhängigen Makuladegeneration

Dienstag, 20. Oktober 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Inf. Mathias Gorski, Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin, Universität Regensburg

 

Das Universitätsklinikum Regensburg widmet sich der medizinischen Versorgung von Patienten, der Ausbildung von Ärzten und der Weiterentwicklung der Medizin durch international renommierte Forschung. Der Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie in Regensburg untersucht dabei den Einfluss von genetischen Varianten und deren Wechselwirkung mit Lebensstil- und Umweltfaktoren für Merkmale und Erkrankungen im Menschen.

Der Vortrag ermöglicht einen Einblick in die genetische Forschung und zeigt auf, wie die Genetik und personengebundene Daten digitalisiert und verarbeitet werden. Es wird der Weg von den erfassten Rohdaten bis hin zu genetischen Assoziations-Analysen vorgestellt und am Beispiel der Altersabhängigen Makuladegeneration veranschaulicht.

Ein dedizierter Blick in die verwendeten mathematischen Modelle und die Einbettung der Arbeiten in Hochleistungsrechensysteme erläutert dabei die praktische Bedeutung für Studierende der Technischen Hochschule Nürnberg.

Reaktorsicherheit nach Fukushima - Unfallablauf, -ursachen und Lessons Learned?

Dienstag, 16. Juni 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dr. Christoph Pistner, Öko-Institut e.V. Darmstadt

Am 11.03.2011 führte ein schweres Erdbeben und darauf folgender Tsunami im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi zum weltweit zweiten katastrophalen Unfall (INES 7) – knapp 25 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl. Damit wurde erneut das Problem der Reaktorsicherheit in die öffentliche Diskussion gerückt.

Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick zum heutigen Stand der Kernenergienutzung und der grundsätzlichen Probleme der Reaktorsicherheit. Darauf aufbauend werden der Ablauf, die wesentlichen Ursachen und die Folgen des Unfalls von Fukushima Dai-ichi dargestellt und auf die heutige Situation und die offenen Probleme eingegangen.

In der Folge des Ereignisses wurden weltweit Überprüfungen der Reaktorsicherheit bei laufenden wie geplanten Reaktoren vorgenommen, in Europa als sogenannter „EU-Stresstest“. Aufbau und Umfang dieser Überprüfung sowie wesentliche Erkenntnisse werden dargestellt und diskutiert.

 

Simulation von elektromagnetischen Feldern - Theorie, Numerik, Anwendungen

Dienstag, 2. Juni 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Georg Wimmer, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Langsam veränderliche elektromagnetische Felder werden beschrieben durch die quasistatische Approximation der Maxwell Gleichungen, bei der Wellenausbreitungseffekte vernachlässigt werden. Für eine große Zahl von technischen Geräten, wie z.B. Elektromotoren, Transformatoren, Generatoren trifft dies zu.

Für die Simulation am Rechner muß zunächst der physikalische Prozess, der durch partielle Differentialgleichungen beschrieben wird, mit geeigneten gitterbasierten Methoden, wie z.B. der Finiten Integrationstechnik (FIT) oder der Finiten Elemente Methode (FEM), im Raum sowie mit Zeitintegrationsverfahren in der Zeit diskretisiert werden. Die resultierenden großen linearen Gleichungssysteme erfordern spezielle Lösungsverfahren, welche durch Projektionstechniken beschleunigt werden können.

 

Learning in the presence of Adversaries

Dienstag, 28. April 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Prof. Dr. Giorgio Ciacinto PhD, Università di Cagliari, Italien

Nowadays machine learning techniques are increasingly employed to perform detection tasks where the goal is to filter out unwanted or illicit patterns. Security applications offer different examples of these types of tasks, such as, spam filtering, malware detection, phishing detection, biometric authentication, etc.

In order to evade detection, attackers try to attack the learning algorithm first, either by poisoning the training data, or by crafting the malicious patterns so that they classified as benign patterns. In this talk I will present the activities carried out at the PRA Lab of the University of Cagliari where we proposed a methodological approach to the security evaluation of pattern classifiers, we tested the approach on different application scenarios, and we provided some suggestions to the development of robust pattern classifiers.

 

Auslegung von Brennstäben für Kernreaktoren – mathematisch physikalische Behandlung

Dienstag, 24. März 2015, 17:30 Uhr, KA.215

Dipl.-Phys. Martin Sperlich, AREVA, Erlangen

Sicherheitsanalysen in der Kerntechnik umfassen die Anwendung von Methoden und Modellen aus der Mathematik, der Physik und den Ingenieurwissenschaften. Am Beispiel der Auslegung von Brennstäben für Kernreaktoren wird die Komplexität des Zusammenspiels zwischen den verschiedenen technischen Bereichen in der Praxis gezeigt, um solche Analysen führen zu können. Dies umfasst die Modellbildung zur Beschreibung physikalischer thermomechanischer Eigenschaften und des Verhaltens des Kernbrennstoffs und der Brennstabhülle, analytische Herangehensweisen aus den Ingenieurwissenschaften zur Auslegung sowie die Anwendung mathematischer Methoden wie der Monte Carlo Simulation auf Basis von rechnergestützten Analysen.

Ringvorlesung Nachhaltigkeit

Wasserstoff – Hoffnungsträger der Energiewende

Wasserstoff - Chancen, Trends und Perspektiven

Mittwoch, 11. Oktober 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Dr. Fabian Pfaffenberger, Geschäftsführer des Zentrums Wasserstoff.Bayern (H2.B)
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Ulmer, Professor für Wasserstoffinfrastruktur, TH Nürnberg

Dr. Fabian Pfaffenberger: Wasserstoff in Bayern – Chancen, Herausforderungen und Perspektiven

Bayern hat sich ehrgeizige Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität gesetzt, für deren Erfüllung Wasserstoff und Wasserstoffderivate neben der direkten Elektrifizierung eine wichtige Rolle spielen. Doch welches Potenzial hat Wasserstoff in Bayern? Welche Bedarfe wird es geben und wie sollen diese gedeckt werden? Welche politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen braucht es für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft?

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Ulmer: Wasserstoff für mehr Nachhaltigkeit

Die fossilen Energiequellen Öl, Gas und Kohle haben es uns erlaubt, eine leistungsfähige Wohlstandsgesellschaft aufzubauen. Dieser Wohlstand wurde jedoch auf Kosten der Umwelt errichtet. Eine der großen Aufgaben unserer Generation ist es, diesen Wohlstand auf einer nachhaltigeren Basis aufzubauen, damit auch zukünftige Generationen in den Genuss eines lebensfreundlichen Planeten Erde kommen dürfen. Wasserstoff wird eine essenzielle Rolle spielen für die Umgestaltung unserer Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Aber welche Rolle genau wird Wasserstoff bei dieser Umgestaltung spielen? Welche fossilen Produkte sollen durch regenerativen Wasserstoff ersetzt werden? Und wie welche Auswirkungen (positiv und negativ) wird es auch unsere Umwelt haben, wenn regenerativer Wasserstoff in großem Maßstab eingesetzt wird? Diese Fragen werden im Rahmen des Vortrags beantwortet.

 

Erzeugung von nachhaltigem Wasserstoff

Mittwoch, 25. Oktober 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr.-Ing. Florian Uhrig, Professor für Systeme zur Wasserstoffnutzung in stationären Anwendungen in der Energietechnik, TH Nürnberg
M. Sc. Christian Potz, Business Development Hydrogen Industrial, Schaeffler Technologies AG & Co. KG

Prof. Dr.-Ing. Florian Uhrig: Nachhaltige Wasserstoffgewinnung – ein Wiederspruch?

Grüner, blauer, grauer Wasserstoff wie bitte? Die Wasserstofftechnologien können nur bei einer nachhaltigen Gewinnung einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten. Ein Überblick zu aktuellen Technologien und Richtlinien zeigt Ihnen, dass es nicht auf die Farbe ankommen und dass jeder von uns ein Wasserstoffproduzent ist.

M. Sc. Christian Potz: Schaefflers Beitrag zur nachhaltigen und skalierbaren Erzeugung von grünem Wasserstoff

Als Motion Technology Company hat Schaeffler die ganze Bandbreite von Wasserstofftechnologie-Anwendungen im Blick – von der Erzeugung bis zur Nutzung, von Industrie- bis Mobilitätsanwendungen. Schaeffler unterstützt diese Transformation mit PEM-(Proton-Exchange-Membrane) Elektrolyse-Stacks, dem Herzstück für Anlagen zur industriellen Wasserstoffproduktion.

 

Wie kommt der nachhaltige Wasserstoff nach Bayern?

Mittwoch, 8. November 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Ingmar Jäschke, Referent Marktentwicklung, Ferngas Netzgesellschaft mbH
Dipl. Kfm. Ralf Ott, Head of Policy and Regulation, Hydrogenious LOHC Technologies

Ingmar Jäschke: Zukünftige Wasserstoffnetze

Der Vortrag gibt einen Einblick in aktuelle Planungen künftiger Wasserstoffnetze: Pläne für einen leitungsgebundenen H2-Transport in Europa, Deutschland u. Bayern; Planungsprozesse für die Transformation der Gasnetze; Unser H2-Pilotprojekt „TH2ECO“ und die Frage, wie eine Leitungsumstellung im Gesamtsystem der Energieversorgung funktionieren kann

Dipl. Kfm. Ralf Ott: Die LOHC-Technologie als Option für den Wasserstofftransport – Vergleich und Einordnung

Wasserstoff ist ein spannender Energieträger und wichtig für ein dekarbonisiertes Energiesystem. Dessen Einsatz birgt aber Herausforderungen: günstigere Herstellungskosten in entfernten Ländern und das H2-Molekül ist schwer speicher- und transportierbar. Die LOHC-Technologie gilt als mögliche Lösungsoption und wird im Vortrag vorgestellt.

 

Wasserstoff in der Industrie

Mittwoch, 15. November 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Dr. Peter Gigler, Head of Corporate Sustainability, Wacker Chemie AG
Dr. Iulius I.E. Markovits, Technical Engineer Business Development Renewables der BAYERNOIL Raffinerie GmbH

Dr. Peter Gigler: Grüner Wasserstoff – Baustein für die Transformation der chemischen Industrie

Grüner Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle bei der Defossilisierung der chemischen Industrie. Durch stoffliche Nutzung von Wasserstoff können Grundchemikalien fossilfrei hergestellt werden. Am Beispiel des Projektes RHYME Bavaria sollen die Herausforderungen bei der Umsetzung von grünem Wasserstoff mit CO2 zu grünem Methanol aufgezeigt werden.

Dr. Iulius I.E. Markovits: Neue Energie für Bayern. Bayogen® - Wasserstoff aus biogenen Reststoffen

Der Klimawandel ist eines der bestimmenden Themen dieser Zeit. Dennoch sind Stand heute weitere ambitionierte Maßnahmen notwendig, um die gesetzen Klimaschutzziele auf deutscher und europäischer Ebene zu realisieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zur Sicherung einer lebenswerten Zukunft übernimmt die BAYERNOIL als größte Raffinerie im süddeutschen Raum eine aktive Rolle in der Transformation der bayerischen Energieversorgung. Dazu stellt BAYERNOIL jederzeit sicher, dass Mineralölprodukte und erneuerbare Energieträger in ausreichender Menge und Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sind. Seit längerem arbeitet BAYERNOIL im Rahmen der Renewables Projekte intensiv daran, die Produktion zu defossilieren und die Raffiniere umfänglich zu transformieren. Dabei setzt BAYERNOIL unter anderem auf Biomasse, die Nutzung von CO2als Rohstoff sowie die Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. So will BAYERNOIL nicht nur das Klima schützen, sondern auch in Zukunft dafür Sorge tragen, eine verlässliche Säule der deutschen Energieversorgung sowie der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu sein, die Zukunft des Unternehmens, des Industriestandortes Bayern und nachfolgender Generationen zu sichern.

 

Wasserstoff in der nachhaltigen Mobilität: Brennstoffzellenfahrzeuge und eFuels

Mittwoch, 22. November 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Maik Eichelbaum, Professor für Analytische Chemie mit Forschungsschwerpunkt Wasserstoff/Brennstoffzellen, TH Nürnberg
Prof. Dr.-Ing. Georgios Bikas, Professor of Thermochemical Systems & Powertrains (ICE), TH Nürnberg

Prof. Dr. Maik Eichelbaum: Wasserstoff-Brennstoffzellen für eine nachhaltige Energie- und Verkehrswende

Zur Bekämpfung der Klimakrise muss die Energiewende mit einer Verkehrswende einhergehen. Besonders bei Nutzfahrzeugen mit hohen Tages- und Gesamtfahrleistungen bietet die Wasserstoff-Brennstoffzelle gegenüber der Batterie Vorteile. Der Vortrag beleuchtet den Stand der Technik und noch zu bewältigende Herausforderungen für die kommerzielle Nutzung.

Prof. Dr.-Ing. Georgios Bikas: e-fuels: Die Brücke zwischen Effizienz und Effektivität

Damit die globale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland nicht gefährdet wird, müssen die avisierten Dekarbonisierungspfade technologieoffen gestaltet werden. Dies bedeutet für den Transport- und Logistik Sektor eine Betrachtung aller Antriebsalternativen. Das H2Ohm und IFZN stellen effiziente e-fuels Anwendungen vor.

 

Podiumsdiskussion - Wasserstoff und Wärme in Haushalten und Industrie

Mittwoch, 6. Dezember 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Frank Opferkuch, Forschungsprofessor für dezentrale Energiewandlung und Speicherung, Leitung des Kompetenzzentrums Energietechnik, TH Nürnberg
Prof. Dr. Jürgen Karl, Professor für Energieverfahrenstechnik, FAU Erlangen-Nürnberg
Dipl. Umwelt Ing. (FH) Martin Stümpfig, Landtagsabgeordneter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Dipl.-Ing. (FH) Norbert Zösch, Geschäftsführer, Stadtwerk Haßfurt GmbH

Prof. Dr. Frank Opferkuch: Wasserstoff zur Wärmeerzeugung – Aspekte aus der anwendungsorientierten Forschung

Die Wärmewende erfordert emissionsfreie, aber insbesondere auch pragmatische, ausgereifte und schnell umsetzbare Lösungen. Welche Rolle kann dabei der Wasserstoff spielen? Der Beitrag soll die Wärmeerzeugung durch den Energieträger Wasserstoff unter diesen Aspekten diskutieren.

Prof. Dr. Jürgen Karl: Ist Wasserstoff das „Naturgas“ von morgen? – Wofür wie Wasserstoff wirklich brauchen.

Wasserstoff und Wasserstoffderivate wird für den Automobilsektor künftig keine Rolle spielen. Wofür brauchen wir dann Wasserstoff? Fürs Heizen, für unsere Kraftwerke oder vielleicht gar nicht? Klar ist: Wasserstoff wird teuer bleiben. Dennoch brauchen wir künftig richtig viel grünen Wasserstoff.

Dipl. Umwelt Ing. (FH) Martin Stümpfig: Wasserstoff richtig einsetzen: wo liegen die Stärken, wo die Schwächen und was sollte Politik jetzt anpacken

Grüner Wasserstoff ist kostbar und sollte gezielt dort eingesetzt werden, wo er am dringendsten benötigt wird. Wo ein Prozess auch gut elektrifiziert werden kann, ist der direkte Einsatz von grünem Strom vorzuziehen. Die Rahmenbedingungen für die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft muss die Politik heute setzen.

Dipl.-Ing. (FH) Norbert Zösch: Grüner Wasserstoff im Praxisbetrieb

Das Praxisbeispiel in Haßfurt zeigt auf, wie man Überschüsse aus der regenerativen Erzeugung in grünen Wasserstoff speichern und bei Bedarf mit Hilfe eines BHKW in Strom und Wärme umwandeln kann. Der öffentliche Austausch auf Plattformen und Veranstaltungen wie dieser soll den Wissenstransfer zwischen den Akteuren in Wissenschaft und Praxis fördern.

Fläche und Boden: unterschätzt und übernutzt

Boden- und Flächenschutz als Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung

Mittwoch, 29. März 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Dr. Christoph Schröter-Schlaack, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Boden ist eine begrenzte Ressource und muss sorgfältig bewirtschaftet werden, um die verschiedenen, manchmal widersprüchlichen gesellschaftlichen Anforderungen (Nahrung, Biomasse, Umweltschutz, Siedlungsentwicklung) an Land und Boden zu erfüllen. Unangemessene Landbewirtschaftung und Flächennutzungsplanung sind Hauptursachen für den Verlust wichtiger Bodenfunktionen. Die Vorlesung gibt einerseits einen Überblick über die Bedeutung von Böden für eine nachhaltige Entwicklung und über Möglichkeiten zur Bewertung von bodenbezogenen Ökosystemleistungen. Andererseits wird die Siedlungsentwicklung als Herausforderung für einen nachhaltigen Umgang mit Böden problematisiert: Wo stehen wir mit Blick auf das EU Netto-Null-Ziel beim Flächenverbrauch und welche Politikansätze gibt es in Deutschland und Europa?
 

Die Rolle des Bodens für die landwirtschaftliche Erzeugung in Zeiten des Klimawandels

Mittwoch, 12. April 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Apl. Prof. Dr. Karl Auerswald, TUM School of Life Science, TU München

Ein wesentlicher Effekt des Klimawandels in unseren Breiten bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird sein, das Regen- und Trockenphasen länger werden und dass tendenziell mehr Niederschlag im Winter fällt, während die Sommer trockener werden. Dem Boden als wichtigstem Puffer kommt daher eine noch größere Bedeutung als in der Vergangenheit zu. Gleichzeitig führt der Klimawandel aber auch zu immer erosiveren Regen und schädigt daher diesen Puffer. Der Vortrag beleuchtet das entstehende Spannungsfeld, das weiter dadurch verstärkt wird, dass auch der Landnutzungswandel die Pufferfunktion des Bodens stark beeinträchtigt. Anstatt die Landschaft und die Landnutzung klimaresistent zu gestalten, wurden sie durch die von Gesellschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft verfolgte und akzeptierte Effizienzsteigerung besonders vulnerabel.
 

Die Funktion der Böden mit Blick auf die anthropogen verursachte Erwärmung 

Mittwoch, 26. April 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Hauke Heuwinkel, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Die organische Substanz bzw. der Humus in den Böden ist nach den Meeren der zweitgrößte Speicher für Kohlenstoff auf der Erde. In der Landnutzung kommt ihm schon immer eine große Bedeutung zu und ist ein Aspekt der Bodenfruchtbarkeit. Mit der Gestaltung der Landnutzung nimmt der Mensch Einfluss auf die Größe und den Umsatz dieses C-Pools. Auf der COP 21 in Paris 2015 wurde die Diskussion zur möglichen Rolle des Humus in der Mitigation der anthropogen verursachten Klimaerwärmung u.a. in die „4 per 1000“ Initiative überführt. Die Idee ist frisch durch die Vegetation fixiertes CO2 in Form von Humus für längere Zeit in den Böden einzulagern. Der im Vergleich zur Atmosphäre sehr große Pool an Humus-C könnte damit eine schnelle Rückwirkung auf den Treibhauseffekt ausüben. Die Möglichkeiten und Grenzen dieses Ansatzes für Mitteleuropa werden im Vortrag thematisiert.
 

Flächennutzungskonflikte der Energiewende

Mittwoch, 10. Mai 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Dr. Christine Rösch, Forschungsgruppe „Nachhaltige Bioökonomie“, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemforschung (ITAS), KIT, Karlsruhe

Die Verfügbarkeit von Fläche ist eine unentbehrliche Voraussetzung für die Befriedigung unterschiedlicher existenzieller Bedürfnisse des Menschen wie z.B. Nahrungsproduktion und Energieversorgung und die Voraussetzung für den Erhalt des Lebensraums für Flora und Fauna. Das politische Ziel Deutschlands bis 2045 klimaneutral zu sein, verstärkt die bestehenden Flächennutzungskonkurrenzen und Debatten über die Art und Weise des Gebrauchs und der Gestaltung von Flächen. Im Vortrag werden am Beispiel von Solarparks die Ursachen und Folgen dieser Konflikte analysiert und wissenschaftlich-technische und soziale Innovationen zu ihrer Lösung aufgezeigt. Es werden Wege zu einem integrierten und partizipativen Flächenmanagement aufgezeigt, um auch künftigen Generationen ein möglichst breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten zu bewahren.
 

Podiumsdiskussion: Suche nach dem Interessenausgleich zwischen Landwirtschaft, Wohnen und Naturschutz

Mittwoch, 17. Mai 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg
Max Söllner, Redakteur Nürnberger Nachrichten
Peter Höfler, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes für Nürnberg Stadt

Stehen im ländlichen Raum aus Naturschutzgründen nicht grenzenlos Flächen zur Bebauung zur Verfügung, so ist der Druck in Städten ungleich größer, sie für Wohnen, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr zu nutzen. Vor allem Politiker sind gefordert, Lösungen für einen Ausgleich der Interessen zu suchen. Dazu müssen die unterschiedlichen Akteure miteinander ins Gespräch kommen. Die Podiumsdiskussion soll ein Forum dafür bieten, die unterschiedlichen Perspektiven auf den Umgang mit Fläche und Boden in einer Großstadt und ihren ländlichen Randgebieten kennenzulernen und potenzielle Lösungen zu erörtern.
 

Hintergründe und Strategien zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern

Mittwoch, 21. Juni 2023, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Manfred Miosga, Universität Bayreuth, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Die Flächenneuinanspruchnahme in Bayern verharrt seit Jahrzehnten auf hohem Niveau und steht damit im Widerspruch zu politischen Zielsetzungen und Nachhaltigkeitsvorstellungen. Bis 2030 soll der tägliche Flächenverbrauch von derzeit über 11 ha pro Tag eigentlich auf unter 5 ha/Tag reduziert und bis 2040 in eine Flächenkreislaufwirtschaft überführt werden. Der Beitrag versucht einen räumlich differenzierten Blick auf den Flächenverbrauch und stellt einen Zusammenhang mit landes- und regionalplanerischen Zielsetzungen dar. Es werden Ansätze zu einer wirksamen Reduzierung des Flächenverbrauchs vorgestellt und diskutiert. Dabei wird klar: wir brauchen eine andere gesellschaftliche Bewertung der freien Fläche als zentrale Ressource für eine zukunftsfähige Entwicklung.

Wasser ist Leben – Ringvorlesung Nachhaltigkeit

Die zentrale Rolle des Wassers in Ernährungssicherheit, Energieerzeugung und Ökosystemleistungen

Mittwoch, 12. Oktober 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Marianela Fader, Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Weltbevölkerung konsumiert heutzutage große Mengen an importierten Gütern und ist somit abhängig von den Produktionsbedingungen in abgelegenen Gebieten. In dieser Sitzung wird eine Studie vorgestellt, in der die zukünftige Abhängigkeit der Bevölkerung von ausländischen Was-ser- und Landressourcen quantifiziert und analysiert wird. Diese Studie zeigt, dass bis 2050 bis zu 5,2 Milliarden Menschen (51%) von ausländischen Wasser- und Landressourcen abhängig sein könnten. Darüber hinaus könnten bis zu 1,3 Milliarden Menschen im Jahr 2050 von Ernäh-rungsunsicherheit betroffen sein, wenn sich Länder mit niedrigem Einkommen keine Produktivi-tätssteigerungen, eine Ausweitung der Anbauflächen und/oder Importe leisten können. Anhand von Ergebnissen einer anderen Studie wird aufgezeigt, wie internationale Nachhaltigkeitsziele in den Bereichen Wasser, Ernährung und Energie miteinander verknüpft sind und nur durch gut konzipierte Lösungen erreicht werden können.

Wiesenwässerung – Tradition mit Zukunft

Mittwoch, 26. Oktober 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Dr. Roland Lindacher und Julia Schrade, Landratsamt Forchheim

Die traditionelle Wiesenwässerung formte in Europa über Jahrhunderte hinweg die Kulturland-schaft. Als einzige Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Ertragssteigerung hatte sie bis ins 20. Jahrhundert einen hohen Stellenwert. Ab dann machten Kunstdünger und zunehmende Industria-lisierung die Wiesenwässerung mehr und mehr obsolet für die Landwirtschaft und sie wurde weitgehend aufgelassen. Demgegenüber steht heute die Erkenntnis, dass wir alle vom Wiesen-wässern als nachhaltigem Umgang mit der Ressource Wasser profitieren: Die Wiesen puffern Hochwasserereignisse, die Bodenschichten filtern das Wasser, die Versickerung fördert die Grundwasserneubildung, der Boden bindet Kohlenstoff und die Verdunstung kühlt die Luft an Hitzetagen. Und nicht zuletzt sind die Wässerwiesen besonders bedeutsam als Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora sowie für uns Menschen als ein Stück Kulturgeschichte und at-traktiver Naherholungsraum.

Nachhaltige Gewässerbewirtschaftung im Wandel der Zeit: Pegnitz und Dutzendteich in Nürnberg 

Mittwoch, 9. November 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Armin Müller, SöR-Abteilung Wasserwirtschaft der Stadt Nürnberg

Der Fluss Pegnitz und die Dutzendteiche haben die Entwicklung der Stadt Nürnberg im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich beeinflusst und begleitet. Die Nutzungen an den Gewässern sowie die Umgestaltungen der Gewässer waren durch die anthropogenen Anforderungen der jeweiligen Epoche geprägt. Welche Anforderungen an die Gewässerbewirtschaftung im urbanen Raum haben wir heute und wie werden sich diese zukünftig verändern? Für eine moderne Gewässerbewirtschaftung muss man aus der Vergangenheit lernen und die aktuellen Entwicklungen in die Zukunft denken. Der Vortrag stellt einige Gedanken aus Sicht des praktischen Gewässerunterhaltes vor.

Nachhaltigkeit aus dem Blickwinkel der Siedlungswasserwirtschaft

Mittwoch, 23. November 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Alexander Weidelener, TH Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft

Die Siedlungswasserwirtschaft ist ein wichtiger Baustein des kommunalen Wassermanage-ments. In diesem Bereich wird der Umgang mit Trink-, Betriebs-, Ab- und Niederschlagswasser im Umfeld von Siedlungen bearbeitet. Im Vortrag wird auf verschiedene aktuelle Themen der Siedlungswasserwirtschaft eingegangen und ein Zusammenhang zum Themenkomplex der Nachhaltigkeit hergestellt. In diesem Zuge werden diverse Verfahren vorgestellt, die einen nach-haltigen Umgang mit der Ressource Wasser fokussieren, wie die Wasserwiederverwendung, die Phosphor-Rückgewinnung und die Mikroschadstoffelimination.

Podiumsdiskussion: Städte im Klimawandel – Wie gelingt der Umbau zur Schwammstadt?

Mittwoch, 7. Dezember 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Gerhard Hauber, Landschaftsarchitekt bei Henning Larsen
Tobias Schenk, Klima- und Umweltamt der Stadt Bamberg
Prof. Dr. Günter Müller-Czygan, Hochschule Hof, Institut für Wasser- und Energiemanagement

Die Schwammstadt stellt ein innovatives städtebauliches und planerisches Element dar. Unter-halb der Gebäude und Straßen wird ein unterirdisches Schwammsystem aufgebaut. Statt das aufkommende Wasser über ein Kanalsystem abzuleiten, wird es über einen längeren Zeitraum zurückgehalten und gespeichert. So besteht die Möglichkeit, Überflutungen zu vermeiden und das Stadtklima sowie die Gesundheit von Bäumen zu verbessern. In dieser Session werden drei Experten ihre aktuellen Projekte zur Schwammstadt vorstellen und anschließend über verschie-dene Aspekte des Konzepts diskutieren. Das Publikum hat die Möglichkeit, sich aktiv in die Dis-kussion einzubringen.

Manchmal zu viel und doch zu wenig: Wie die Anpassung an Klimaextreme gelingen kann

Mittwoch, 21. Dezember 2022, 17:30 Uhr, Keßlerplatz 12, KA.002

Prof. Dr. Harald Kunstmann, Zentrum für Klimaresilienz der Universität Augsburg und Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie

Hochwasser und Sturzfluten prägten bisher die öffentliche Wahrnehmung, wenn es in Deutsch-land um Wasserextreme ging. Wasserknappheit wurde dagegen zuerst mit den trockenen Län-dern der Erde in Verbindung gebracht, besonders in Afrika. Spätestens mit den aufeinanderfol-genden trockenen Sommern seit 2018 ist das Klimaextrem Trockenheit und Dürre auch bei uns angekommen. Anpassungsmaßnahmen in Land-, Forst-, Wasser- und Energiewirtschaft sind dringend erforderlich. Können extreme Hitze- und Trockenheit bereits Wochen und Monate im Voraus erkannt werden, um damit Anpassungsmaßnahmen frühzeitig in die Wege zu leiten? Zur Entscheidungsunterstützung entwickeln Experten der Klima- und Wasserforschung komplexe Erdsystemmodelle und mathematische Verfahren. Ursprünglich für Trockenregionen der Welt gedacht, werden sie nun auch bei uns dringend benötigt und müssen von der Forschung in die Praxis transferiert werden.

Nachhaltigkeit bewegt: die Transformation der Mobilität

Nachhaltige Entwicklung erlaubt den Menschen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, ohne die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu gefährden. Zur Umsetzung nachhaltiger Strategien müssen neben den politischen und ökonomischen Akteuren auch die Hochschulen aktiv beitragen. Sie vermitteln nachhaltigkeitsrelevante Kompetenzen und beziehen den Nachhaltigkeitsgedanken in die Forschung ein. Als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Gesellschaft arbeiten sie zudem mit vielen Akteuren zusammen, die vor Ort wichtig für die nachhaltige Entwicklung sind.

Nachhaltigkeit als die Verknüpfung sozialer, ökologischer und ökonomischer Ziele vollzieht sich im Wesentlichen lokal und regional. So werden zentrale Themen wie die Energiewende von den regionalen Energieversorgern umgesetzt, im städtischen Raum werden für die Bürgerinnen und Bürger nicht erst seit der Diskussion um die Verkehrswende Gesundheits- und Umweltschutz sowie nachhaltige soziale Strukturen erlebbar. Die vor Ort ansässigen Unternehmen suchen gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach tragfähigen Geschäftsmodellen.

In der Ringvorlesung „Nachhaltigkeit bewegt: die Transformation der Mobilität“ soll das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Mobilität ist grundlegend für die moderne Gesellschaft, generiert aber zunehmend vielfältige Herausforderungen. Verkehrskonzepte sollten sowohl den unterschiedlichen Lebensbedürfnissen von Stadt- und Landbevölkerung gerecht werden als auch ökonomisch tragfähig und ökologisch sein. Die Diskussion um klimaschützende Fortbewegung dreht sich vielfach um die Vor- und Nachteile der E-Mobilität. Nicht nur der Individualverkehr und der öffentliche Nahverkehr müssen transformiert werden. Auch andere Mittel der globalen Fortbewegung wie Flugzeuge müssen optimiert werden. Abgeschlossen wird die Reihe mit einem Blick in künftige Mobilitätskonzepte. Auf dieser Grundlage soll die Ringvorlesung ein Forum bieten, um miteinander über Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen.

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Vorträge werden auch live auf den YouTube-Kanal der TH Nürnberg übertragen.

 

Die erloschene Liebe zum Automobil. Eine sozialwissenschaftliche Annäherung

Mittwoch, 23. März 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Dr. Weert Canzler, WZB – Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Mobilität neu denken

Mittwoch, 30. März 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Prof. Dr.-Ing. Harald Kipke, TH Nürnberg, Nuremberg Campus of Technology

Raser, E-Roller und Pedalritter: Mobilität in der öffentlichen Diskussion

Mittwoch, 13. April 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Prof. Dr. Beatrice Dernbach, TH Nürnberg

Wie in Forschungsprojekten die Mobilität in ländlichen Räumen erforscht wird

Mittwoch, 27. April 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Dr. Alexandra König, Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Braunschweig

Synergie von Elektromobilität und Stromerzeugung für ein klimaverträgliches und CO2-freies Verkehrssystem

Mittwoch, 11. Mai 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Prof. Dr.-Ing. Norbert Graß und Prof. Dr.-Ing. Armin Dietz, TH Nürnberg

Klimaoptimierte Flugrouten und synthetische Kraftstoffe für die Luftfahrt von morgen

Mittwoch, 1. Juni 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Prof. Dr. Stefanie Meilinger, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Mobilitätsvisionen und ihre rechtliche Umsetzbarkeit

Mittwoch, 8. Juni 2022, 17:30 bis 19:00 Uhr, Raum KA.002 (hybrid)

Matthias Hartwig, IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e. V., Berlin

Den Folder zur Ringvorlesung „Nachhaltige Ideen - gelebte Projekte"  finden Sie hier (pdf).

 

Lernen, die Welt zu verändern. Das yooweedoo-Lernprogramm für Zukunftsmacher*innen der Universität Kiel

Mittwoch, 27. März 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Christoph Corves, Ph.D., Universität Kiel

 

Der Naturstrom aus der Steckdose. Bürger engagieren sich

Mittwoch, 10. April 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Rebecca Schneider, Naturstrom GmbH Eggolsheim

 

Das Einhorn erklärt, warum Liebe wichtiger ist als Geld. Vegane Kondome und keine Chefs

Mittwoch, 24. April 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Markus Wörner, Marketing Unicorn Berlin

 

Verwendung statt Verschwendung: „Jeder Tropfen zählt!“ Recycling von Speiseölen aus Privathaushalten

Mittwoch, 8. Mai 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Hubert Zenk, Altfettentsorgung und -recycling Lesch GmbH & Co. KG Thalmässing

 

Im Kern nachhaltig. Yogamatten von hejhej-mats

Mittwoch, 22. Mai 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Sophie Zepnik & Anna Souvignier, Gründerinnen und Geschäftsführerinnen, Nürnberg

 

Wasserstoff - saubere Energie für die nachkommenden Generationen

Mittwoch, 5. Juni 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Rafael Schmidt, Hydrogenious Technologies GmbH, Erlangen

 

Grün essen – fränkisch lokal und nachhaltig

Mittwoch, 19. Juni 2019, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Johanna Wiglinghoff, BLUEPINGU e.V., Nürnberg

Claudia Dollinger, Solidarische Landwirtschaft am Biolandhof Dollinger, Thalmässing

Ottmar Fischer, Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V., Pommelsbrunn

Den Folder zur Ringvorlesung „Das Klima im Wandel – Fakten und Lösungen"  finden Sie hier (pdf).

 

Podiumsdiskussion: Weiter reden und endlich handeln! Nachhaltige Konzepte im Diskurs

Mittwoch, 16. Oktober 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Josef Hasler (N-ERGIE), Prof. Dr. Wolfgang Kießling (FAU, IPCC), Markus Loetzsch (IHK), Richard Mergner (BUND), Henning Zimmermann (Fridays for Future)

 

Das sind die Auswirkungen! Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Dr. Ingo Sasgen, Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven

 

Jetzt wird Alles gut fürs Klima! Politik(er) zwischen Utopien und Pragmatismus

Mittwoch, 6. November 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Verena Osgyan, Mitglied des Bayerischen Landtags, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

Klimawandel und der Finanzsektor: ein Überblick über Konzepte und Perspekiven

Mittwoch, 20. November 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Karsten Löffler, Frankfurt School of Finance and Management, Leiter Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung

 

Das Medien-Klima: Wie Medien und Publikum mit dem Klimawandel umgehen

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Mike Schäfer, Universität Zürich

 

Zwischen Umkehr und Anpassung. Die Integration ökonomischer, ökologischer und sozialer Lösungsansätze

Mittwoch,18. Dezember 2019, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Jürgen Peter Kropp, Potsdam Institut für Klimaforschung PIK

Den Folder zur Ringvorlesung „Nachhaltigkeit in der Digitalisierung"  finden Sie hier (pdf).

 

Nachhaltigkeit braucht Digitalisierung braucht Nachhaltigkeit

Mittwoch, 10. Oktober 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Dr. Klaus Reichert, real / digital / smart INNOVATION

 

Wie kann die Digitalisierung für eine lebenswerte Zukunft genutzt werden – ökologisch, sozial, ethisch und ökonomisch wertvoll? – Erste Beispiele aus der Praxis

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Anouk-Letizia Firle, DBU Zentrum für Umweltkommunikation

 

Smart Home im Spannungsfeld zwischen Ressourceneffizienz und Datensicherheit

Mittwoch, 7. November 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Jochen Bauer, E|Home-Center, Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

 

Nutzung der Digitalisierung (Vermessung mittels Drohnen) für eine naturnahe Folgenutzung von ehemaligen Braunkohle-Tagebauen

Mittwoch, 21. November 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen, M. Eng. Michael Kögel, Dipl.-Ing. Thomas Killing, Technische Hochschule Nürnberg – Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft

 

Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Gesundheit und Pflege

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Arne Manzeschke, Evangelische Hochschule Nürnberg

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung im digitalen Zeitalter

Mittwoch, 19. Dezember 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Gabriele Schrüfer, Institut für Didaktik der Geographie, Universität Münster

 

Industrie 4.0 und (sozial nachhaltige) Arbeitsbedingungen

Mittwoch, 9. Januar 2019, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Lehrstuhl für Soziologie (Technik – Arbeit – Gesellschaft), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Nuremberg Campus of Technology (NCT)

Den Folder zur Ringvorlesung „Transformationsprozesse für eine nachhaltige Entwicklung“ finden Sie hier (pdf).

 

Die Große Transformation. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Perspektiven einer Nachhaltigkeitspolitik

Mittwoch, 21. März 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Marcel J. Dorsch, Referent beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Berlin

 

Bio, regional, slow: Ernährung in der Stadt der Zukunft

Mittwoch, 4. April 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Dr. Werner Ebert, Projektleiter BioMetropole Nürnberg

 

Stadt im Klimawandel

Mittwoch, 25. April 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Lena Jakob, Klimaschutz- und Energiebeauftragte im Amt für Umweltschutz und Energiefragen der Stadt Erlangen

 

Nachhaltige Mobilität. Verkehr der Zukunft: Wohin die Reise in der Metropolregion geht

Mittwoch, 9. Mai 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr. Ralf Bogdanski, TH Nürnberg und Prof. Dr. Heiko Wrobel, TH Nürnberg/Fraunhofer SCS

 

Nachhaltige Energieversorgung. Von der Stromwende zur Energiewende. Gestaltung technischer, ökonomischer und sozialer Veränderungen im Energiesektor

Mittwoch, 16. Mai 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Wuppertal Institut & Erich Maurer, Energieagentur Nordbayern

 

Flächenverbrauch begrenzen – Lebensräume sichern

Mittwoch, 30. Mai 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Theatersaal Raum BL.T01

Richard Mergner, Landesbeauftragter BUND Naturschutz in Bayern

 

Kurzfristige Änderung:

Vom Glück des Maßes: Philosophische Gedanken zu einem guten Leben

Mittwoch, 13. Juni 2018, 17.30 Uhr, Bahnhofstraße 87, Raum BL.002

Prof. Dr. Andrea Nickel-Schwäbisch, Evangelische Hochschule Nürnberg

 

Den Folder zur Ringvorlesung „Die Metropolregion zukunftsfähig machen: Nachhaltigkeitsakteure vor Ort"  finden Sie hier (pdf).

 

Impuls: Die Metropolregion als Nachhaltigkeitsraum

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17.30 Uhr, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Europäischen Metropolregion Nürnberg

 

Verbindungen schaffen, gemeinsam weiterdenken – nachhaltigkeitsorientierte Netzwerke in der Metropolregion

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17.30 Uhr, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Prof. Dr. Frank Ebinger, Technische Hochschule Nürnberg

 

Energiewirtschaft im Spannungsfeld der drei Nachhaltigkeitsdimensionen

Mittwoch, 25. Oktober 2017, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE

 

Zusammenkommen, gemeinsam handeln und kommunizieren: Akteure für Nachhaltigkeit aus Politik, Bürgerschaft und Journalismus

Mittwoch, 8. November 2017, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Technische Hochschule Nürnberg

 

In Nürnberg leben und arbeiten – die Stadt als Nachhaltigkeitsraum

Mittwoch, 22. November 2017, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Dr. Peter Pluschke, Umweltreferent der Stadt Nürnberg

 

Alte Häuser erhalten, neues Wohnen ermöglichen – nachhaltige Quartiersentwicklung in Nürnberg

Mittwoch, 6. Dezember 2017, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Prof. Dr. Birgit Eitel und Prof. Dr. Eric Simon, Technische Hochschule Nürnberg

 

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft umsetzen – der Weg für kleine und mittlere Unternehmen

Mittwoch, 20. Dezember 2017, Wassertorstraße 1, Raum WD.001

Dr.-Ing. Robert Schmidt, Leiter Geschäftsbereich Innovation | Umwelt, IHK Nürnberg für Mittelfranken