Lehrgebiet "Metallische Werkstoffe“ in der Fakultät Werkstofftechnik

Prof. Dr.-Ing. Simon Reichstein

Metallische Werkstoffe haben am Wissens- und Produktionsstandort Deutschland eine überragende Bedeutung. Etwa 20 % aller Arbeitsplätze sind in der Herstellung, sehr viel öfter aber in der Verarbeitung von Metallen angesiedelt. Automobilbau, Maschinen- und Werkzeug- und Anlagenbau in mittelständische und Großunternehmen sind das traditionelle Rückgrat der deutschen Industrie.


Im Bachelorstudiengang (BA) Werkstofftechnik werden die Grundlagen der Metallkunde vermittelt. Dabei stehen zum einen die grundsätzlichen Mechanismen im Fokus, welche industriell genutzt werden, um Metallen die Eigenschaften für spezifische Anwendungen zu geben. So wird beispielsweise erklärt, wie das Härten von Stahl funktioniert und warum Gusslegierungen grundsätzlich andere chemischen Zusammensetzungen haben als Metalle, die umgeformt werden sollen. Darüber hinaus wird ein Verständnis dafür vermittelt, welche metallischen Werkstoffe aus welchen Grünen für welche Anwendungen eingesetzt werden. Es gibt beispielsweise allein in Deutschland etwa 2500 genormte Stahlsorten, die sich bezüglich ihrer Eigenschaften teilweise extrem unterscheiden. Stahl schneidet man – beispielsweise – mit Stahl!


Im Schwerpunkt „Metallische Werkstoffe“ des BA-Studiengangs und im Master wird dieses Grundlagenwissen systematisch um anwendungsbezogenes Spezialwissen aus dem Bereich der Metalle und der dazugehörigen Produktionsverfahren erweitert. Hier wird vermittelt, welche werkstoffkundlichen Effekte bei den unterschiedlichen metallischen Werkstoffgruppen durch die Kombination von Werkstoff- und Produktionstechnik genutzt werden, um am Markt erfolgreiche Produkte fertigen zu können. Das „Beste“ Produkt ist nicht dasjenige mit den BESTEN Eigenschaften, sondern ein Produkt, welches bei möglichst niedrigen Produktionskosten GERADE GUT GENUG ist. Der Weg zu solchen Produkten wird am Beispiel metallischer Werkstoffe in fortgeschrittenen Vorlesungen behandelt.