Bisherige Veranstaltungen

29. Mai 2024: KomGeDi-Salon ,,Klassismus im Bildungssystem.”

Am 29.05.2024 begrüßte das KomGeDi im Rahmen seines Salons zum Thema ,,Klassismus im Bildungssystem“ die Praxisforscherin, Sozialarbeiterin und Social Justice Trainerin Tanja Abou von der Universität Hildesheim.

Die Teilnehmenden des hybrid angebotenen und gut besuchten Salons bekamen Einblicke in die Systematik der Entstehung von Bildungsungleichheit, wobei Tanja Abou wichtige Aspekte wie die zentrale Rolle von Lehrkräften betonte und weiter die ,,symbolische Gewalt durch Habitus“ erläuterte.

Bei der anschließenden Diskussion kamen Betroffene zu Wort. Ein Austausch über perspektivische Veränderungen hin zu einer bildungsgerechten Lehre rundeten den Salon ab.

Das KomGeDi bedankt sich herzlich für den gelungenen Vortrag und die rege Diskussion.

Alle Interessierten, finden die Folien zum Salon hier.

17. April 2024: KomGeDi-Salon ,,Soziale Arbeit mit queeren und minderjährigen Geflüchteten - Einblicke in eine Praxis unter widersprüchlichen Bedingungen.”

Am 17.04.24 durfte das KomGeDi zwei Expert*innen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit mit besonders vulnerablen Gruppen begrüßen: Hanna Straub, die seit 2015 in verschiedenen Einrichtungen der stationären und ambulanten Jugendhilfe für unbegleitete, minderjährige Geflüchtete arbeitet, und Bettina Degen, welche seit 2015 in der Asylsozialberatung tätig ist und seit 2021 bei Fliederlich e.V. queere geflüchtete Personen betreut.

Beide Alumnae der Ohm haben im Rahmen des Salons sowohl Einblicke in den Alltag mit Problemen dieser besonderen Gruppen Geflüchteter gegeben als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit abgesteckt.

Dabei wurde deutlich, dass nicht nur der allgemeine Gesellschaftsdiskurs zum Thema ,,Flucht und Asyl” und prekäre Versorgungslagen Schutzsuchende in Bayern belasten. Auch die Arbeit mit Behörden und weiteren Institutionen wird von den Sozialarbeiter*innen zunehmend als herausfordernd wahrgenommen. Durch das hybride Setting konnten sich auch Interessierte aus anderen Bundesländern  zuschalten und an der anschließenden Diskussionsrunde teilnehmen.

Das KomGeDi bedankt sich herzlich bei den Expert*innen und den Zuschauenden für den Austausch und die Perspektiven.

15. November 2023: KomGeDi-Salon "Klassismus. Die vergessene Diskriminierungsform."

Am 15.11.23 veranstaltete das KomGeDi einen Salon zum Thema ,,Klassismus. Die vergessene Diskriminierungsform“, der auf reges Interesse stieß. Dabei fanden sich unter dem Publikum nicht nur Angehörige der Ohm, sondern auch einige externe Gäste.

Die dozierende und hier auch referierende Person Francis Seeck, bekleidet seit September 2023 eine Professur für Theorien und Handlungslehre der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung an der TH Nürnberg. Francis Seeck lehrt und forscht zu Klassismus, politischer Bildung, Gender- und Queer Studies, Antidiskriminierung und menschenrechtsorientierter Sozialer Arbeit.

Im Rahmen des Vortrags gab Seeck eine Einführung zum Begriff Klassismus, wobei dieser die Diskriminierung entlang der sozialen Herkunft oder des sozialen Status bezeichnet. Diese gesellschaftliche Unterdrückungsform richtet sich insbesondere gegen erwerbslose, armutsbetroffene und wohnungslose Menschen. Seeck wies darauf hin, dass auch im Kontext von Hochschulen Klassismus Auswirkungen habe: Vor allem Kindern von Arbeiter*innen werde aufgrund klassistischer Zuschreibungen der Zugang zu höheren Bildungszertifikaten erschwert.

Die Veranstaltung gewann vor allem durch angeregte Gespräche in Kleingruppen und aktive Diskussionen im Plenum an Dynamik.

Wir bedanken uns herzlich für den interessanten Austausch mit allen Teilnehmer*innen.

Für alle Interessierten, finden Sie die Folien zum Salon hier.

24. Mai 2023: KomGeDi-Zoom-Salon "Vaterschaft und Ausstieg aus Kriminalität: Desistance-orientierte Arbeit mit inhaftierten Vätern"

Gegen Ende des Sommersemesters veranstaltete das KomGeDi am 24.05.2023 noch einmal einen Salon, diesmal zum Thema ,,Vaterschaft und Desistance”. ,,Desistance” bedeutet das schrittweise Abstandnehmen von einer kriminellen Karriere. Es referierte die Absolventin Hanna Straub (Fakultät SW), die sich in ihrer Bachelorarbeit intensiv mit Desistance-Forschung und der Bedeutung von Vaterschaft bei inhaftierten Männern in diesem Kontext befasst hat. Die von Prof. Dr. C. Ghanem betreute Abschlussarbeit wurde mit dem Förderpreis der Hochschulfrauenbeauftragten prämiert.

Im Salon präsentierte Hanna Straub zum Interesse der Zuhörenden das komplexe Thema detailliert und spannend aufbereitet und führte dabei in mehrere Desistance-Theorien ein. Sie stellte heraus, dass eine Vaterschaft im Gefängnis eine besonders komplizierte Variante von Vaterschaft darstelle, da die Situation durch Hürden auf der Mikro-, Meso- und Makroebene geprägt sei. Für eine erfolgreiche Desistance müssten Rollenkonflikte und bestimmte Bilder von „Männlichkeit“ bearbeitet werden. Faktoren wie die soziale Kontrolle durch das Umfeld, die Sinngebung des Geschehenen, Offenheit gegenüber Veränderungen und dem Ziel einer kriminalitätsfreien Lebensführung stellen hier wichtige Hilfestellungen dar, insbesondere aber auch die Ermöglichung lebensnaher familiärer Begegnungen und Aktivitäten während der Haftzeit.

Das KomGeDi bedankt sich für den anregenden Vortrag und die anschließende lebhafte Diskussion mit den Teilnehmenden.

Wir freuen uns auch im kommenden Wintersemester wieder Gäste zu weiteren ausgewählten Themen im Rahmen unserer Salons begrüßen zu dürfen.

 

Für Interessierte gibt es den Foliensatz unten als PDF.

03. Mai 2023: KomGeDi-Salon "Gender und Fluchtmigration"

KomGeDi-Salon am 03. Mai 2023

Am 03. Mai 2023 durften wir die Referentinnen Sandra Hanika und Simone Pfeffer im ersten Präsenz-KomGeDi-Salon seit dem Beginn der Corona-Pandemie begrüßen. Sie stellten ihre Ergebnisse aus dem 2021 durchgeführten Forschungsprojekt zu Genderaspekten der Fluchtmigration vor. Das Projekt verfolgte das Ziel, den Forschungsstand zu Geschlechterverhältnissen im Zusammenhang mit fluchtbezogenen Migrationsbewegungen seit 2015 zu erarbeiten, vor allem bei syrischen Menschen. Des Weiteren wurden auf Basis der Ergebnisse Empfehlungen für die sozialpädagogische Praxis formuliert.

Die Referentinnen trugen unter anderem zusammen, in welcher Form die Fluchtmigartion die Geschlechterrollen beeinflusste, was es für geschlechtsspezifische Vulnerabilitätsfaktoren gibt und welche weiteren Aspekte - wie beispielsweise die Veränderung des familiären Zusammenlebens oder soziale und asylrechtliche Rahmenbedingungen - im Laufe des Migrationsprozesses genderspezifische Einflüsse haben können. Neben einigen spannenden Forschungsergebnissen fanden Hanika und Pfeffer heraus, dass geflüchtete Frauen oft eine Sträkung ihres Selbstwertes erfahren, während geflüchtete Männer meist aufgrund von rechtlichen Rahmenbedingungen und der Abhängigkeit von Sozialleistungen die Bedinungen im Ankommensland als Belastung für ihr Rollenbild und ihren Selbstwert empfinden. Während geflüchtete Frauen oft mit Familienmitgliedern anreisen, kommen Männer häufiger alleine im Land an, was ebenfalls als Belastungsfaktor eingestuft wird.

Für die sozialarbeiterische Praxis wird unter anderem empfohlen, die Veränderungen der jeweiligen Geschlechterrollen zu berücksichtigen, die inidividuellen Lebenslagen der Geflüchteten anzuerkennen und sensibel und kompetent mit den geschlechtsspezifischen Vulnerabilitätsfaktoren umzugehen.

Im Anschluss an den Vortrag kamen noch einige spannende Diskussionen zu Schwierigekiten in der Forschung, eventuellen Forschungslücken und der Umsetzung in der sozialpädagogischen Praxis auf. Abschließend gab es noch ein gemütliches, gemeinsames Essen in der Trattoria, bei welchem der Austausch weiterhin fortgesetzt werden konnte.

Alle Interessierten können hier den Foliensatz zu dem Salon finden.

Das KomGeDi bedankt sich bei allen Beteiligten und Zuschauenden für einen spannenden Salon!

19.April 2023: KomGeDi Zoom-Salon "Wenn Frauen im Praktikum lernen, dass sie weniger verdienen"

 

Die Referenten Prof. Dr. Robert Jäckle und Prof. Dr. Hans-Dieter Gerner, beide Professoren der Fakultät Betriebswirtschaft (BW) an der Ohm, stellten als erste im neuen Sommersemester ihre ersten Forschungsergebnisse zum Thema "Wenn Frauen im Praktikum lernen, dass sie weniger verdienen" vor.

Nach einer Befragung und Auswertung von mehr als 600 Studierenden der Fakultät BW seitens der beiden Autoren, wurde zunächst die hohe Zufriedenheit der Studierenden mit ihren Praktika betont. 91% der Befragten können sich vorstellen, auch nach dem Studium im jeweiligen Unternehmen tätig zu sein. Jedoch wird bereits hier der Unterschied in der Bezahlung zwischen weiblichen und männlichen Praktikant*innen deutlich – er liegt zwischen 5 und 10 %. Im späteren Berufsleben setzt sich die Gender Pay Gap (GPG) sowohl bei Bachelor- als auch bei Masterabsolvent*innen fort.

Mit ihrer Studie zur GPG im Hochschulpraktikum forschten Jäckle und Gerner zu einem Thema, welches innerhalb der Debatte nahezu unberührt ist. Sie bemerkten sowohl die strukturellen Probleme der GPG bezüglich der Erwartungen der verschiedenen Geschlechter in Hinsicht auf die Praktikumsvergütung, als auch die Qualität der verschiedenen Praktika und die Persönlichkeitsmerkmale, die die Wahl der Praktikaplätze beeinflussen können. Hierbei kam es zu spannenden Debatten und interessanten neuen Ansätzen, um dem GPG im Hochschulpraktikum entgegenzuwirken.

Das KomGeDi nahm neben einigen Teilnehmenden gespannt an dem Vortrag teil und bedankt sich für die neugewonnenen Einblicke.

Für alle Interessierten:

Den Foliensatz zum Vortrag gibt es hier.

11. Januar 2023: KomGeDi Zoom Salon "Es geht Ω dich - Mentale Gesundheit im Studium stärken"

Passend zur Prüfungsphase durfte das KomGeDi am 11. Januar im Neujahr eine Projektgruppe des Schwerpunktes "Behinderungen und psychische Erkrankungen" begrüßen. Die Referentinnen Marina Bauer, Juliette Englmeier, Franziska Reiniger, Nadine Winter und Julia Wolf, stellten die Ergebnisse ihres Projekt zum Thema "Mentale Gesundheit im Studium vor", welches in Form eines Moodle-Kurses und eines Online-Flyers abgeschlossen wurde. Dabei beschäftigte sich die Gruppe vor allem mit Möglichkeiten, ihren Kommiliton*innen niedrigschwellige und unkomplizierte Hilfsangebote bei mentalen Belastungen und Problemen rund um das Studium an der TH aufzuzeigen. Betreut wurden sie dabei von Prof. Dr. Ingo Palsherm und Prof. Dr. Carola Gröhlich.

Die Gruppe befragte 134 Studierende aller Fakultäten an verschiedenen Orten an der Hochschule. Es wurde deutlich, dass mehr als die Hälfte der Befragten keine Hilfs- und Unterstützungsangebote der TH benennen konnten, gleichzeitig aber psychische Belastungen durch das Studium angaben und sich mehr Transparenz über Zugangsmöglichkeiten zu entlastenden Hilfsangeboten wünschten.

So entwickelte die Projektgruppe eine aufwendig gestaltete und inhaltlich gut durchdachte Broschüre, welche neben Informationen über Maßnahmen zur Selbstfürsorge, auch auf Kurse und Hilfsangebote innerhalb und außerhalb der TH sowie unterstützende Apps verweist und durch einen „Notfallplan“ abgerundet wird.

Über den eigens eingerichteten Moodle-Kursraum können sich Studierende, aber auch Lehrende und Beratende, die Broschüre herunterladen und auch innerhalb des Kursraums auf Informationen zugreifen.

Des weiteren sollen an der Hochschule ausgehängte Poster und verteilte Postkarten, zu Entspannungsübungen einladen, und Studierende auf das Angebot aufmerksam machen.

An einer solchen Übung durften die zahlreichen Besucher*innen zum Ende des Vortrages teilnehmen, um im Anschluss entspannt in die Diskussionsrunde einzusteigen. Hier wurde den Studierenden der Projektgruppe viel Lob und Anerkennung für die von ihnen als „Herzensprojekt“ bezeichnete Projektarbeit ausgesprochen. Auch Dozierende aus dem Bereich der Elektro- und Medizintechnik zeigten großes Interesse daran, die Angebote ihren Studierenden zugänglich zu machen. Dr. Carolin Lano, Referentin für Nachhaltigkeit und Diversität an der TH, sah hier Potential für zukünftige Kooperationen, auch in Kombination mit dem Hochschulservice für Familie, Gleichstellung und Gesundheit (HSFG).

Die Projektgruppe selbst wünscht sich vor allem, dass das Projekt nachhaltig weiterentwickelt wird und sich etabliert.

Studierende an der TH würden sicher davon profitieren.

Das KomGeDi freute sich sehr dieses spannende Projekt und den anschließenden Diskurs im Rahmen des Salons austragen zu dürfen!

Für alle Interessierten:

Der Moodle Raum: hier - Der Einschreibeschlüssel lautet: Gesundheit