RealEnergy

Miniatur-Reallabor Energie & Wasserstoff

In Deutschland besteht ein hoher Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften in der Energie- und Wasserstoffbranche, sowohl in der Industrie als auch in der Wissenschaft. Zugleich sind die Studierendenzahlen in den Ingenieurstudiengängen, insbesondere in der Energietechnik, seit Jahren rückläufig, bedingt durch geringeren Zulauf und hohe Studienabbruchquoten. Diese Entwicklung gefährdet das Erreichen der Klimaziele und den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft.

Vor diesem Hintergrund errichtet das Projekt RealEnergy am Ohm Innovation Center der Technischen Hochschule Nürnberg ein praxisnahes Miniatur‑Reallabor, das die gesamte Prozesskette der Wasserstofftechnologie von der Erzeugung über die Speicherung bis zur Nutzung abbildet. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Industrie zu verknüpfen, Studierende und externe Interessierte praxisnah zu qualifizieren und so dem Fachkräftebedarf nachhaltig zu begegnen.

Im Reallabor wird eine Prozesskette zur Erzeugung von Wasserstoff aus Solarstrom, dessen Speicherung und Nutzung aufgebaut. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Reduktion thermischer Energieverluste, sowie die Entwicklung eines neuartigen H₂‑Wärme‑Kombispeichers auf Basis chemischer Speicherung von Wasserstoff in Metallhydriden. Die Anlage ermöglicht praxisnahe System‑ und Einzeluntersuchungen und dient als offene Laborplattform für hochschulinterne und externe Akteure.

Das Vorhaben umfasst drei Teilprojekte:

  1. Aufbau, Integration und Betrieb des Reallabors am Ohm Innovation Center.
  2. Konzipierung, Bau und Untersuchung des H₂‑Wärme‑Kombispeichers sowie die wärmetechnische Integration und Optimierung der Anlagen.
  3. Etablierung und Ausbau der Energie‑ und Wasserstoff‑Arbeitsgruppe (EW‑AG) inklusive Qualifikations‑ und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Wissenschaftskommunikation.

Die EW‑AG erhält durch RealEnergy einen dauerhaften Forschungsraum und die notwendige Infrastruktur, damit Studierende parallel zum Studium eigene Projekte realisieren, Versuchsanlagen für Lehre und Forschung aufbauen, Geschäftsideen entwickeln und Netzwerke knüpfen können. Schulen, Auszubildende und Unternehmen werden aktiv eingebunden, sodass ein niederschwelliger Übergang von Schule zur Hochschule und in die Wirtschaft entsteht. RealEnergy schafft damit eine kreative, offene Plattform, die zur Qualifizierung von Fachkräften, zur Stärkung technischer Studiengänge und zur Förderung regionaler Innovationen im Bereich Energie- und Wasserstofftechnologien beiträgt.

 

Projektleiter: Prof. Dr.-Ing. Thomas Metz, Prof. Dr.-Ing. Ulrich Ulmer

Bearbeitung: Johannes Beringer M. Sc., Paul Damp M. Eng., Elvire Frank B. A.

Projektpartner: Prof. Dr.-Ing. Arno Dentel, Prof. Dr.-Ing. Bernhard Kausler, Prof. Dr. Daniel Gerhard, Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Prof. Dr. Tobias Bocklet, BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH (Neustadt), Envi Con Engineering GmbH (Nürnberg), MAN Truck and Bus SE (München), N-ERGIE AG (Nürnberg), Promotionszentrum Energietechnik (Nürnberg), Siemens Energy Global GmbH & Co. KG (München), Dürer-Gymnasium (Nürnberg), Gymnasium Stein (Stein), Willstätter Gymnasium (Nürnberg)

Förderung: Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)

Projektlaufzeit: 01.10.2025 bis 30.09.2029