Menschen stärken, Zukunft gestalten.

Gemeinsam unterstützen wir die Fachkräfte von heute und morgen.

AzuRe plus: Azubi-Mangel – und kein Ende in Sicht? Neue Wege für Unternehmen und Schulen von ‚Orientation‘ bis ‚Retention‘

Die Situation in der betrieblichen Ausbildung wird seit Jahren schwieriger: Unternehmen können Ausbildungsplätze nicht besetzen, vorzeitige Vertragslösungen häufen sich, und gleichzeitig bleiben viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. AzuRe plus setzt hier an und untersucht den Übergang von Schule zu Beruf in seiner ganzen Breite, von der Berufsorientierung über Recruiting und Onboarding bis hin zu Retention. Ziel ist es, den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt für Jugendliche zu verbessern, die Berufsorientierung Jugendlicher zu stärken und den Ausbildungserfolg zu erhöhen.

Das Projekt führt die Pilotstudie AzuRe (2021–2023) fort und übersetzt deren Ergebnisse in konkrete Lösungsansätze für Betriebe und Schulen in der Metropolregion Nürnberg.

Projektinhalte und Ziele

  • Berufsorientierung optimieren: Bestehende Ansätze der Berufsorientierung werden systematisch analysiert und weiterentwickelt. Im Fokus stehen unter anderem die Fragen, welches Image Unternehmen in der Region haben, wie Jugendliche und Eltern auf Berufe und Betriebe aufmerksam werden, ob Ausbildungsmessen tatsächlich geeignete Instrumente zur Gewinnung neuer Auszubildender sind und inwiefern Praktika dazu beitragen, Ausbildungsberufe attraktiver zu machen.
  • Neue Wege in den Ausbildungsmarkt: Es werden neue Ideen zur effizienteren Integration von Jugendlichen in den Ausbildungsmarkt entwickelt und erprobt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Jugendlichen, die grundsätzlich ausbildungsinteressiert, jedoch noch wenig orientiert sind.
  • Übergang von Schule zu Ausbildung gestalten: Ein gelungener Übergang in die Berufsausbildung soll durch intensivere Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen erreicht werden. Gemeinsam mit Betrieben aus der Metropolregion werden geeignete Formate für eine strukturierte Kooperation erarbeitet und umgesetzt.
  • Auswahlverfahren weiterentwickeln: Das in der Pilotstudie identifizierte Problem der begrenzten Eignung klassischer Bewerbungsinterviews bei Jugendlichen wird gezielt aufgegriffen. Untersucht wird, ob die eingesetzten Verfahren tatsächlich die besten Bewerberinnen und Bewerber finden, und welche Gruppen dabei systematisch unberücksichtigt bleiben.
  • Abbruchquoten reduzieren: AzuRe plus untersucht, wie Unternehmen Auszubildende von Beginn an besser begleiten und langfristig binden können. Im Fokus stehen wirksame Pre‑ und Onboarding‑Prozesse, der Umgang mit „Azubi‑Ghosting“ sowie praxiserprobte Maßnahmen zur Steigerung von Motivation und Zufriedenheit. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und stabile Ausbildungsverhältnisse zu fördern.
  • Laufzeit: 2026 – 2028

Ergebnisse

Grundlage von AzuRe plus ist das Vorgängerprojekt AzuRe (2021–2023). Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden 80 Ausbildungsbetriebe in Mittelfranken befragt, 210 Schülerinnen und Schüler einer Röthenbacher Mittelschule einbezogen sowie Interviews mit Expertinnen und Experten und simulierte Bewerbungsinterviews mit apparativer Diagnostik (Videoskript, Eyetracking, Emotion Detection) durchgeführt.

Zentrale Ergebnisse zeigten, dass viele Jugendliche grundsätzlich ausbildungsinteressiert, jedoch unzureichend orientiert sind. Zudem wurde deutlich, dass das klassische Bewerbungsinterview als dominantes Rekrutierungsinstrument qualitativ verbesserungswürdig ist und bei Jugendlichen nur eine begrenzte prognostische Aussagekraft besitzt.

 

Die Forschung im Projekt AzuRe plus läuft derzeit noch. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Projekts hier veröffentlicht.

 

 

Projektbeteiligte

Name Kontakt
Sabine Fromm Sabine Fromm
Prof. Dr. rer. pol.
Raphael Verstege Raphael Verstege
Prof. Dr.
Hannah Japp Hannah Japp

Bayerische Staatsregierung

Die Bayerische Staatsregierung ist Förderer des Projekts AzuRe plus.

 

Schulamt Nürnberger Land

Das Schulamt Nürnberger Land ist regionaler Kooperationspartner des Projekts mit Anbindung an mittelfränkische Schulen.

Hinweis: Diese Website beinhaltet KI-generierte Bilder.