22.05.2017

Zwei Exkursionen Studierender der Fächergruppe Logistik zur AUDI AG Neckarsulm und WÜRTH Industrie Services Bad Mergentheim

In den frühen Morgenstunden setzten sich die etwa 40 Studierenden der Fächergruppe Logistik in Richtung Neckarsulm zur AUDI AG in Bewegung. Die tollen Eindrücke während der Führung durch die Produktion entschädigten alle Teilnehmer. Zunächst ging es durch das Presswerk mit den gewaltigen Kaltpressen und den Blechzuschnitten für die Karosserie, wobei die obligatorische Frage nach der Bedeutung der vier Ringe im Audi Markenzeichen nicht fehlen durfte – nach Ende des 2. Weltkriegs schlossen sich die vier Automobilhersteller DKW, Wanderer, Horch und Audi zur Auto Union zusammen. Umfangreiche standortbezogene Informationen rund um das Werk mit den 16.700 Mitarbeitern folgten.

Zahlreiche Blechcoil mit einem Einzelgewicht von etwa 30 t werden täglich in einen PKW-Output von 1.200 Audis verarbeitet, wobei statistisch gesehen keine 3 Fahrzeuge pro Jahr identisch sind. Die logistischen Besonderheiten wurden direkt anhand der Produktionsabläufe dargestellt. Die Supermärkte nach dem KANBAN-Prinzip reduzieren den Flächenbedarf für die Bereitstellung variantenreicher Baugruppen und Einzelteile. So wird bspw. durch Sequenzierung der Sonnenverdecke/Schiebedächer eine Fläche im Supermarkt bei 150 m² belegt, nachdem die Sequenzierung erfolgte (PULL) kann die Bereitstellung zeitgerecht auf nur noch 3,6 m² umgesetzt werden. Logistik in Perfektion – Königsdisziplin Automobillogistik! Äußerst interessant ist auch das Verhältnis von Durchlaufzeit eines PKW mit knapp 3 Tagen gegenüber einer wertschöpfenden Durchlaufzeit von 28 h.
Anschließend ging die Fahrt nach Bad Mergentheim zur Würth Industrie Service, dem Marktführer für industrielles C-Teilemanagement.  Die Zeit reichte natürlich nicht aus um sämtliche 1.000.000 Artikel des Sortiments der Bereiche Standard-, Sonder- und Fremdteile kennen zu lernen. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Optimierung der Kanban-Prozesse in Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Besonders eindrücklich waren die Fortschritte der RFID-Steuerung der Prozesse als wichtiger Schritt in Richtung Industrie 4.0 und die dazu erforderlichen Innovationen im Behältermanagement. Würth Industrie Service ist ein loyaler Geschäftspartner, der seine Kunden auf Wunsch sogar in ausländische Niederlassungen begleitet. Der Direktvertrieb ist dadurch ebenso in den Niederlanden, in Großbritannien, der Schweiz, in Polen und Israel vertreten. Während der Führungen in kleinen Gruppen konnten die unterschiedlichsten Lagerformen – vom klassischen Fachbodenregal über Karussellsysteme bis zum modernsten 45 Meter hohen Hochregallager – begutachtet werden. Die Planung eines dritten Hochregallagers spricht für den Erfolg von Würth in der weltweiten Belieferung industrieller Materialbedarfe im C-Teilemanagement. Für das leibliche Wohl war sehr gut gesorgt! Wir bedanken uns sehr herzlich für die Einladung und fahren gerne wieder nach Neckarsulm und Bad Mergentheim.

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