16.11.2017

Zu „Auswirkungen der Zinsschranke auf die Unternehmensfinanzierung“ referierte Prof. Dr. Felix Streitferdt beim 6. VWL-Seminar

Am 16. November 2017 veranstaltete die Fächergruppe Volkswirtschaftslehre bereits zum sechsten Mal ihr VWL-Seminar. Dieses Semester stand es im Zeichen der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Kollegen der Fächergruppe Finanzen. Beide bieten gemeinsam auch den Masterstudiengang International Finance and Economics an. Felix Streitferdt, Professor für Finanzen und Mathematik, sprach zum Thema „Auswirkungen der Zinsschranke auf die Unternehmensfinanzierung“.

In seiner Untersuchung stellte er sich die Frage, ob die Einführung der Zinsschranke das sog. Tax-Shield, d. h. die steuermindernde Wirkung von Verlusten und Fremdkapitalzinsen, verändert. Nach der Herleitung eines stochastischen Prozesses für die zeitliche Entwicklung und Streuung der Gewinne und Verluste von Unternehmen und auf der Basis rechenintensiver Simulationen kam er zu folgenden Ergebnissen: 1) Die Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalkosten bei der Übernahme von Firmen wird möglicherweise überschätzt, was zu einer potentiellen Überzeichnung der Übernahmepreise von Unternehmen führen könnte. 2) Die Einführung der Zinsschranke dürfte entgegen der mit ihr beabsichtigten Ziele nicht zu einer Verringerung des Tax-Shields, sondern für bestimmte Unternehmen sogar zu einer Erhöhung der steuerlichen Abzugsfähigkeit geführt haben. Grund hierfür ist die Tatsache, dass Zinsvorträge im Gegensatz zu Verlustvorträgen nicht der Mindestbesteuerungsregelung unterliegen. Um diesen Effekt zu vermeiden, wäre steuersystematisch eine Harmonisierung sinnvoll, so dass auch Zinsvorträge der Mindestbesteuerungsregelung unterliegen.

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