07.06.2016

„The Sound of Logistics“ – Logistik-Studierende zu Gast im Musikhaus Thomann

Hans Thomann hat es geschafft: Sein Musikalienhandel belieferte bereits ca. sieben Millionen Kunden mit Instrumenten aller Art. Die Umsätze wachsen, die Sympathie bei den Kunden ist ungebrochen. Egal, ob Gitarre und Flöte, Schlagzeug, Klavier oder Lautsprecher: Fast 80.000 Produkte (davon allein ca. 6.000 Gitarren) bietet der Musikalienhändler Hans Thomann in seinem Online-Shop an. Mit seinem riesigen Sortiment hat es der Familienbetrieb zu einem der weltweit größten Onlinehändler für Musikinstrumente gebracht.

Im Jahr 2015 betrug der Gesamtumsatz 656 Millionen Euro. 95% des Umsatzes werden mit Online-Verkäufen erlöst. Heute kommt jedes dritte in Deutschland verkaufte Instrument aus Treppendorf, einem gerade einmal 160 Einwohner zählenden Gemeindeteil von Burgebrach bei Bamberg. Thomann beschäftigt etwa 1100 Menschen; vor zehn Jahren waren es noch 300. Nach der Ende 2014 von der Münchner Unternehmensberatung Elaboratum durchgeführten Studie "E-Commerce Marken-Champions 2014/15" gehört Thomann zu den drei beliebtesten Marken im globalen Onlinehandel und lässt dabei Weltkonzerne wie Google und Zalando hinter sich.
Das Musikgeschäft ist eben sehr speziell. Eine Gitarre oder eine Geige lassen sich nicht so einfach verkaufen, wie eine CD oder ein Paar Schuhe. Viele Instrumente sind beratungsintensiv. Deshalb kümmern sich bei Thomann ca. 300 qualifizierte Mitarbeiter um Kundenfragen. Bei Thomann arbeiten fast nur aktive Musiker, sie verbinden hier die Arbeit mit ihrem Hobby, mit ihrer Leidenschaft für das Musizieren.
Eine professionelle Logistikabwicklung ist dabei einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für Thomanns Dominanz im digitalen Musikalienhandel. Die Studierenden in der Master-Spezialisierung „Supply Chain und Information Management“ hatten am 7.6.2016 die Möglichkeit, im Rahmen der Vorlesung „Distribution und Handelslogistik“ von Prof. Dr. Christoph, die Logistik des Musikhauses Thomann umfassend zu besichtigen.
Nach einem Vortrag von Hans Thomann über die Entwicklungen des Musikgeschäftes, Kundenerwartungen, Produktbesonderheiten und die Strategie bzw. Rolle der Logistik für das Musikhaus Thomann, stellte Alexander Schell, verantwortlich für Logistik- und Bauprojekte bei Thomann, die Planungen für den im September beginnenden Ausbau der Logistikkapazitäten vor. Ziel ist es, die Lager- und Kommissionierkapazitäten mittelfristig zu verdoppeln, um nachhaltig zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Anschließend erhielten die Studierenden einen umfangreichen Einblick in die Logistikabwicklung des Onlinegeschäftes, vom Eingang des Kundenauftrages bis zur Versandbereitstellung. Neben dem Container-Pufferlager und dem Wareneingang, lag der Fokus der Besichtigung insbesondere auf dem Hochregallager, das Platz für ca. 17.500 Paletten bietet. Die minimale Durchlaufzeit eines Auftrages, vom Auftragseingang bis zur Versandbereitstellung, beträgt dabei beeindruckende 22 Minuten!
Herzlichen Dank an die Verantwortlichen und Mitarbeiter des Musikhauses Thomann! Der Besuch war für alle Teilnehmer sehr inspirierend und ein hervorragender Beitrag für die Vorlesung.

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