26.11.2018

Risikokapital: Wie Venture Capital Manager Start-ups bewerten und Beteiligungsverträge ausgestalten

Die erfolgreiche Kooperation der TH Nürnberg mit Rödl & Partner liefert neue Insights zu Venture Capital Investitionen

Rödl & Partner hat eine Studie über die Bewertungspraxis von Risikokapitalgebern in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg aus dem Jahr 2014 erneut aufgelegt und um die Vertragsgestaltung bei Venture Capital-Investitionen erweitert. Die Ergebnisse liefern Informationen zur Bewertungspraxis und den Unterschieden zwischen unabhängigen Venture Capital Gebern und Corporate Venture Capital von Unternehmen. Ein weiterer Aspekt ist die Vertragsausgestaltung der Finanzierung mit auch ökonomisch wirkenden Sonderrechten.


Nürnberg, 26. November 2018.
Betriebswirtschaftliche Forschung im Finanzsektor ist für die Gründerszene, aber auch für Kapitalgeber von hohem Interesse. Gründungen von jungen, innovativen Unternehmen werden ein immer wichtigerer Teil der Wirtschaft. Sie sind ein starker Innovationstreiber, auch durch Ausgründungen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Für die Finanzierung solcher Start-ups spielt privates Risikokapital, sogenanntes Venture Capital, eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang haben Prof. Dr. Dirk Honold und Patrick Hümmer von der Fakultät Betriebswirtschaft in Kooperation mit Cyril Prengel von Rödl & Partner die Marktstudie zur Bewertungspraxis von Portfoliounternehmen aus dem Jahr 2014 neu aufgelegt und in diesem Jahr um die Vertragsgestaltung mit Portfoliounternehmen erweitert.  
Cyril Prengel, Partner im Bereich Transaction & Valuation Services bei Rödl & Partner in Nürnberg, erläutert das Engagement der Kanzlei: „Die Studie liefert wertvolle Erkenntnis über die Herangehens-weise von Venture Capital- und Corporate Venture Capital-Gebern zur Wert- und Preisfindung von Start-up Unternehmen – etwa bei Finanzierungsrunden in Abhängigkeit der jeweiligen Lebenszyklusphase. Sie macht die Best Practices und auch Unterschiede zwischen Corporate VC’s und VC’s transparent und hilft Rödl & Partner dabei, eigene Dienstleistungen für Start-ups und VC-Investoren wie Unternehmensbewertungen und Financial Quick-Checks sowie die rechtliche Begleitung anlässlich von Finanzierungsrunden weiterzuentwickeln.“

Im Fokus der Studie steht die Befragung von erfahrenen VC-Managerinnen und -Managern, die überwiegend kleine und mittelgroße Fonds betreuen. Die Probanden stammen alle aus Deutschland oder haben mindestens einen Sitz dort und schließen nach eigenen Angaben im Jahr ca. 230 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 850 Mio. € ab. Die Schwerpunkte der Investitionen liegen in der Seed- und Early-Stage-Phase, in denen die finanziellen Mittel insbesondere für Forschung und Entwicklung des Produkts bis zur Marktreife benötigt werden, insbesondere in Bereichen wie der Industrie 4.0 und Software as a Service.
Ein großer Teil des Bewertungsprozesses der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fokussiert auf die qualitative Analyse des Managements, des Produkts bzw. der Technologie, des Marktes sowie weitere Kriterien.  
Mit dem neuen Teil zur Vertragsgestaltung bei Venture Capital Investitionen bildet die Studie erstmalig die interdisziplinäre Brücke zwischen der Bewertungspraxis und der rechtlichen Ausgestaltung von Finanzierungsrunden in Beteiligungsverträgen.
Die Erkenntnisse aus beiden Themengebieten ermöglichen neue Erkenntnisse zur Verbesserung von Bewertungsverfahren und Anteilsbewertungen bei Finanzierungsrunden unter Beachtung des Einflusses marktüblicher Vertragsklauseln. Im Betrachtungs-Fokus standen die Gewinnung der relevanten Informationen für die Bewertung der VC Portfoliounternehmen (Start-Ups), die Bedeutung qualitativer und quantitativer Bewertungsparameter für die Investitionsentscheidung sowie die Anwendung und Ausgestaltung verschiedener Sonderrechte in den Beteiligungsverträgen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen sowohl Unterschiede zwischen Corporate VC’s und VC’s als auch abweichende Vorgehensweisen in Abhängigkeit der Finanzierungsrunde.
Prof. Dr. Dirk Honold hebt hervor: „Die Erfahrung durch die handelnden Personen ist der wichtigste Faktor in der Bewertung von Unternehmen in frühen Unternehmensphasen in dieser Studie. Das hebt die Bedeutung der Qualität unserer Venture Capital Manager hervor, die maßgeblich für den Erfolg ist. Stärker regulierte Umgebungen durch Gesetze oder umfassende Compliance-Auflagen in diesem Umfeld führen auch deswegen vielleicht nur zu einer scheinbar besseren Entscheidung, aber erschweren den Prozess.“


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