13.12.2018

Halten moderne Wasserbauten Extremereignissen stand?

Das Nürnberger Wasserbau-Symposium 2018 der TH Nürnberg stellt die Frage der Resilienz von Wasserbauwerken und mordernen Hochwasserschutz in den Fokus

Das Ziel ist klar: Wasserbauwerke müssen hohen Belastungen standhalten und Extremereignisse, Überbelastungen und Havarien kompensieren. Beim diesjährigen Nürnberger Wasserbau-Symposium der TH Nürnberg steht die Resilienz von Wasserbauten im Fokus. Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland stellen ein breites Themenspektrum mit nationalen und internationalen Praxisbeispielen vor. Das Institut
für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TH Nürnberg organisiert unter der Leitung
von Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen das Symposium.

Nürnberg, 13. Dezember 2018.
Hochwasser zählen zu den am häufigsten auftretenden Naturkatastrophen unserer Zeit und haben verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Infrastruktur. Umso schlimmer ist es, wenn die Überflutungen durch geeignete Maßnahmen und Vorkehrungen hätten verhindert werden können. Ein gebrochener Staudamm im Juli dieses Jahres im südostasiatischen Laos überflutete sechs Dörfer mit rund fünf Milliarden Kubikmeter Wasser, Menschen starben, Tausende wurden obdachlos. Die Belastungen, denen Staumauern, Staudämme und verschiedene andere Wasserbauwerke standhalten müssen, ist immens. Dementsprechend ist ihre Resilienz, d.h. die Fähigkeit der Anlagen, Extremereignisse, Überbelastungen oder Havarien zu kompensieren, ein hochaktuelles Thema.

Im diesjährigen Nürnberger Wasserbau-Symposium der TH Nürnberg steht die Resilienz von Wasserbauten im Fokus. Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland stellen ein breites Themenspektrum des Wasserbaus und angrenzender Fachgebiete vor. Das Programm richtet sich vor allem an Bauschaffende, Ingenieurbüros und Vertreterinnen und Vertreter von Behörden sowie von Hochschulen und Universitäten. Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen, Leiter des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TH Nürnberg und Organisator des Wasserbau-Symposiums: „Wir veranstalten das Wasserbau-Symposium seit der Gründung unseres Institutes im Jahr 2016 und vermitteln den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch in diesem Jahr ein breites Wissen zu hochaktuellen Themen – immer am Puls der Zeit.“

Die namhaften Referentinnen und Referenten beschäftigen sich unter anderem mit den Risiken und der Resilienz bei Staubauwerken und mit den Gefahren von Havarien, z.B. der Beschädigung von Kaimauern durch Schiffe in Binnenhäfen. Der operative Hochwasserschutz ist ebenso Thema wie das Aktionsprogramm 2020plus, eine Hochwasserstrategie des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Bereits 2001 beschloss die Staatsregierung das Aktionsprogramm 2020 – mit Investitionen von rund 1,8 Milliarden Euro in den technischen Hochwasserschutz, den natürlichen Rückhalt und die Hochwasservorsorge. Das Jahrhunderthochwasser 2013, bei dem es in ganz Mitteleuropa zu schweren Überflutungen kam, gab den Anstoß, den Hochwasserschutz in Bayern mit dem Aktionsprogramm 2020plus weiter zu verbessern: Mit 3,4 Milliarden Euro ist es das größte wasserbauliche Infrastrukturprogramm Bayerns.
Das Wasserbau-Symposium der TH Nürnberg ist auch international ausgerichtet: Am Beispiel der indischen Metropole Chennai wird die wasserbauliche Herausforderung einer Stadt analysiert. Chennai ist mit rund 4,6 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt Indiens und liegt direkt am Indischen Ozean, am Golf von Bengalen. Sie liegt durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel und ist durch ihre flache Küstenebene extrem hochwassergefährdet.

„Wir haben mit dem Wasserbau-Symposium ein breites Themenspektrum aufgestellt, das
sowohl nationale als auch internationale Themen mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Praxis präsentiert“, so Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen. „Auch die TH Nürnberg engagiert
sich bundesweit in der Entwicklung von resilienten Wasserbauwerken. Das Labor für Wasserbau an der TH Nürnberg besteht bereits seit mehr als 50 Jahren. Mit dem Wasserbau-Symposium treten wir in einen internationalen Austausch mit anderen Expertinnen und Experten.“


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