05.02.2016

Lernhilfen für junge Flüchtlinge

Neues Lehrangebot der TH Nürnberg bringt Studierende und junge Asylsuchende zusammen: „Service Learning“ als fachlich angeleitetes Engagement

Studierende aus elf Studiengängen der Technischen Hochschule Nürnberg haben im Wintersemester 2015/16 im Rahmen des neuen Lehrangebots „Service Learning“ jugendliche Asylsuchende in Nürnberg, Fürth und Herzogenaurach begleitet. Sie gaben ein Semester lang Nachhilfe in den Fächern Mathematik und Deutsch, gestalteten ein Freizeitprogramm oder halfen bei der Wohnungssuche. Für dieses innovative praxisnahe Lehrangebot konnte die TH Nürnberg auch eine Vielzahl an Wohlfahrtsverbänden und gemeinnützigen Organisationen gewinnen, die die Studierenden vor Ort bei ihrem Einsatz betreuten. Die Studierenden aus den Bachelorstudiengängen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik und anderen Studiengängen wurden fachlich auf ihren Einsatz vorbereitet und von der TH Nürnberg kontinuierlich betreut. Dieses bayernweit einmalige Lehrangebot wurde heute von der Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm besonders gewürdigt, indem sie bei einem Festakt Zertifikate an die Studierenden überreichte.

21 Studierende aus sieben Fakultäten der TH Nürnberg nahmen im Wintersemester 2015/16 an dem praxisorientierten und fakultätsübergreifenden Seminar „Lernhilfen für junge Flüchtlinge in Nürnberg“ teil und begleiteten über 100 jugendliche Asylsuchende in Nürnberg und Umgebung. „Nach eigenem Interesse konnten unsere Studierenden wählen, welche Form der Hilfe sie den Flüchtlingen anbieten wollen“, erläutern die Projektleiterinnen Prof. Dr. Christine Rademacher aus der Fakultät Angewandte Mathematik, Physik und Allgemeinwissenschaften und Prof. Dr. Doris Rosenkranz aus der Fakultät Sozialwissenschaften das Konzept. „Während einige Studierende Nachhilfe in den Fächern Mathematik und Deutsch anboten oder bei der Gestaltung von Freizeitprogrammen aktiv waren, arbeiteten andere hinter den Kulissen bei den Kooperationspartnern für verbesserte Konzepte in der Lernhilfe oder für bessere Aufklärung in der Öffentlichkeitsarbeit“, so die Professorinnen.

Viele Kooperationspartner

Als Kooperationspartner konnte die TH Nürnberg sowohl die Stadt Nürnberg als auch zahlreiche Verbände der Freien Wohlfahrt gewinnen: Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Erlangen-Höchstadt e.V., Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V., Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Nürnberg-Stadt, Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Bayern e.V., Rummelsberger Diakonie e.V., Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung e.V. und die Wohngruppe Impuls e.V.
„Zu Beginn des Seminars  halfen wir unseren Studierenden bei der Entscheidung, wo sie sich konkret engagieren wollen“, so Prof. Dr. Doris Rosenkranz. „Außerdem bot das Seminar den Studierenden einen fachlichen Überblick über das Asylverfahren in Deutschland und die aktuelle Situation von Asylsuchenden sowie Übungen in interkultureller Kommunikation.“

Positive Erfahrungen

Das erste Zusammentreffen der Studierenden mit den jungen Asylsuchenden fand in den Einrichtungen des jeweiligen Kooperationspartners statt. Je nach Bedarf der Flüchtlinge und dem Angebot der Studierenden fanden dann regelmäßige Treffen statt. Die Erfahrungen aller Beteiligten sind durchweg positiv. „In einem Fall hat die Mathe-Nachhilfe zum Beispiel zu einer deutlich besseren Schulnote des jungen Asylsuchenden geführt“, freut sich Prof. Dr. Christine Rademacher. „Und auch die Studierenden haben viel dazu gelernt in Sachen Teamfähigkeit, soziale Interaktion oder interkulturelle Kompetenz“, ergänzt der Vizepräsident der TH Nürnberg, Prof. Dr. Niels Oberbeck, der für Studium und Lehre verantwortlich zeichnet und das Projekt unterstützt. „Die Hochschule engagiert sich hier mit Partnern in der Stadtgesellschaft. Alle Seiten haben profitiert, daher bieten wir das Seminar fakultätsübergreifend im Sommersemester erneut an.“

Hinweis für Redaktionen:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Doris Rosenkranz, Tel. 0911/5880-2566,
E-Mail:
doris.rosenkranzatth-nuernbergPunktde
Gerne hilft auch die Hochschulkommunikation weiter, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail:
presseatth-nuernbergPunktde

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