10.06.2022

Vier Schritte in die Zukunft der Lehre

Die TH Nürnberg erhält die Förderung für vier Projekte, mit denen die Lehr- und Lernkompetenzen an der Hochschule weiter ausgebaut werden. Das Bayerische Wissenschaftsministerium und die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördern die Projekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 960.000 Euro.

Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm hat eine lange Tradition in erfolgreicher Lehre. Bei über 13.000 Studierenden sowie 1.260 Lehrenden ist es eine zentrale Herausforderung, die Lehr- und Lernformate stetig weiterzuentwickeln.

„Wir legen besonderen Wert auf einen offenen Prozess und kontinuierliche Gespräche über das Lehr- und Lernverständnis an der TH Nürnberg“, sagt Prof. Dr. Christina Zitzmann, Vizepräsidentin für Bildung. „Unser Ziel ist es, alle in Studium und Lehre aktiven Hochschulmitglieder in diesen Prozess mit einzubinden, regelmäßig die Auffassung guter Lehre zu hinterfragen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, neue Projekte zu starten. Wir freuen uns, dass wir wieder mit vier Förderanträgen in diesem Bereich erfolgreich waren.“

Drei der neuen Projekte werden von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert:

Im Projekt „Nachhaltigkeit interdisziplinär lehren und lernen“ wird Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Professorin für Nachhaltigkeits- und Wissenschaftskommunikation an der Fakultät Angewandte Mathematik, Physik und Allgemeinwissenschaften, den Masterstudiengang Nachhaltige Transformation entwickeln. In vielen Studiengängen der TH Nürnberg werden bereits Module angeboten, die den Nachhaltigkeitsaspekt fokussieren – beispielsweise Energiespeicherung, nachhaltiges Bauen oder die Verkehrswende. Diese Bausteine wird Dernbach im neuen Masterstudiengang verknüpfen und die Lehrkonzepte weiterentwickeln. Neben weiteren Professorinnen und Professoren der TH Nürnberg beteiligen sich auch externe Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten, die den Prozess der Formatentwicklung und -erprobung intensiv begleiten. Das Projekt wird über zwölf Monate mit rund 82.500 Euro gefördert.

Im Projekt „Inverted and Hybrid Photonics Laboratory“ (InHyPhoLab) entwickelt Prof. Dr.-Ing. Rainer Engelbrecht von der Fakultät Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik ein neues Konzept für seine Lehrveranstaltungen und baut dabei ein hybrides Photonik-Labor auf. Hier werden die Studierenden ihr Wissen zur optischen Messtechnik und Faseroptik unmittelbar anwenden. Sie können das Labor dabei einerseits in Präsenz für Experimente nutzen, es aber auch komplett online – und somit zeitlich und räumlich flexibel – bedienen. Die bisherigen Frontalvorlesungen möchte Engelbrecht dabei so umstellen, dass sich die Studierenden durch digitale Lehrmaterialien selbstständig ihre Grundlagen erarbeiten und gemeinsam mit dem Dozenten Praxisbeispiele und Laborexperimente durchführen können. Das Projekt wird über zwölf Monate mit 166.240 Euro gefördert.

Im Projekt „Virtueller Klient“ möchte Prof. Dr. Robert Lehmann vom Institut für E-Beratung der Fakultät Sozialwissenschaften die Beratungskompetenz der Studierenden in allen sozialen Studiengängen verbessern. Bisher werden dafür Rollenspiele genutzt, die oft mangelnde Authentizität und eine geringe Skalierbarkeit aufweisen. Deshalb wird er gemeinsam mit Prof. Dr. Jens Albrecht von der Fakultät Informatik ein KI-basiertes Lernformat entwickeln, das es den Studierenden ermöglicht, kreativ mit dem digitalen Beratungsgespräch zu experimentieren. Der Gesprächspartner ist dabei ein virtueller Klient, der mithilfe aktueller Chatbot-Technologien realisiert wird und dynamisch auf die aktuelle Gesprächssituation reagieren kann. So erhalten die Studierenden bereits durch die KI erste Rückmeldungen zu ihrer Beratungskompetenz, die durch eine vertiefte Reflexion mit den Dozierenden ergänzt wird, und können den virtuellen Klienten beliebig oft zu Übungszwecken nutzen. Das Projekt wird über 25 Monate mit 607.500 Euro gefördert.

Das Projekt „Lehrlabor³ - Ein Programm zur teambasierten Lehrentwicklung in der Hochschulbildung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Zitzmann und Dr. Benjamin Zinger vom Forschungs- und Innovationslabor Digitale Lehre an der TH Nürnberg wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst über zwölf Monate mit knapp 100.000 Euro gefördert. Hier kooperiert die TH Nürnberg mit dem Bayerischen Zentrum für Innovative Lehre (BayZIeL), um Lösungsansätze für die Verzahnung digitaler und analoger Lehre zu konzipieren und umzusetzen. Das Programm vernetzt bayrische Hochschulen und schafft eine motivierende Umgebung für die Entwicklung innovativer Lehr-Lernszenarien. Pro Hochschule kann sich ein 3er-Team für die Teilnahme am Lehrlabor³ bewerben. Die Teams werden statusübergreifend zusammengesetzt sein: Lehrende, Studierende und Mitarbeitende aus dem Bereich Didaktik. Auch ein Team aus der TH Nürnberg wird an dem Programm teilnehmen und so die Lehrentwicklung vorantreiben.

„Die Ansprüche an eine moderne Lehre sind hoch“, sagt Zitzmann. „Deshalb ist es essenziell, selbstreflektierend zu arbeiten und die eigenen Lehrkompetenzen ständig weiterzuentwickeln. An der TH Nürnberg möchten wir deshalb im ständigen Dialog mit den Lehrenden sowie mit den Studierenden bleiben und so auf die Anforderungen einer offenen Lernumgebung eingehen. Die vier geförderten Projekte sind ein weiterer Schritt in die Zukunft der Lehre.“

 

 

Weiterführende Informationen:

Kontakt:
Matthias Wiedmann, Pressesprecher
Telefon: +49 911/5880-4101
E-Mail: presseatth-nuernbergPunktde 

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