27.04.2021

21. April 2021: KomGeDi Zoom-Salon „Angst um die Vormachtstellung“ - Über Antifeminismus bei Corona-Verschwörungserzählungen und seine Bedeutung für die (extreme) Rechte

Der erste KomGeDi Zoom Salon des Semesters fand in Kooperation mit fembreak von Radio Z statt. Eingeladen war die Referentin Rebekka Blum, welche den Zuhörenden einen Einblick in ihre Forschung zu Antifeminismus allgemein sowie im Speziellen in Corona Zeiten gab. Das Team vom Kompetenzzentrum „Gender & Diversity“ freute sich mit den Organisator*innen von fembreak über das große Interesse. Wie auch der letzte KomGeDi-Salon war auch diese Veranstaltung restlos ausgebucht.

Im ersten Teil der Veranstaltung gab Frau Blum einen Überblick über Antifeminismus in Deutschland und stellte dabei die wichtigsten ideologischen Varianten und AkteurInnen des Antifeminismus vor. Gemeinsam ist diesen eine – zumeist schlecht informierte und polemische – Ablehnung von Feminismus, Genderforschung sowie geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einerseits und die Forderung nach Privilegierung der heterosexuellen (weißen) Kleinfamilie, die angeblich bedroht sei, andererseits. Anhand aktueller Beispiele für entsprechende Propaganda wurde dies veranschaulicht.

Antifeminismus fungiert als verbindendes Element zwischen verschiedenen politischen gesellschaftlichen Strömungen, was sich in der Corona Pandemie noch einmal besonders deutlich zeigt. So ist Antifeminismus nicht nur selbst von Verschwörungserzählungen geprägt, sondern wird auch häufig in andere Verschwörungserzählungen eingeflochten, u.a. in jene, die sich als Reaktion auf die Corona Maßnahmen gebildet haben. Somit kann er als „Türöffner-Ideologie“ zwischen z.B. Impfgegner*innen und der (extremen) Rechten wirken.

In der abschließenden Diskussion ging Frau Blum u.a. darauf ein, wie Kinder als mobilisierendes Thema für Verschwörungserzählungen genutzt werden und welche Macht in diesen Erzählungen steckt.

Eine Studie, welche Rebekka Blum gemeinsam mit Judith Rahner zu diesem Thema veröffentlicht hat, lässt sich hier finden. Außerdem hat Frau Blum ein Buch unter dem Titel „Angst um die Vormachtstellung - Zum Begriff und zur Geschichte des deutschen Antifeminismus“ veröffentlicht (hier und hier).  

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