12.10.2020

Der digitale Bürgermeister: Social-Media-Seminar an der TH Nürnberg

Wie können Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und Landräte sowie Bürgermeister Social-Media-Kanäle nutzen? Dazu veranstalteten die Akademie für politische Bildung Tutzing und die Technische Hochschule Nürnberg zwei je eintägige Seminare in Tutzing und in Nürnberg. Unter dem Titel „Der digitale Bürgermeister: Social Media für Kommunalpolitiker“ wurden verschiedenste Fragen von aktuellen Social-Media-Trends über Krisenkommunikation bis zur Facebook-Bürgersprechstunden behandelt. Organisiert wurde die Tagung von Medien-Professor Markus Kaiser sowie Beate Winterer und Sebastian Haas von der Akademie in Tutzing.

Nürnberg, Oktober 2020 – Im Eröffnungsvortrag erläuterte Prof. Markus Kaiser, dessen Schwerpunkt neben Change Management und Kommunikation bei Social Media liegt, warum Instagram neben Facebook inzwischen nicht mehr wegzudenken ist: „Laut ARD.ZDF-Onlinestudie erlebt das deutlich visuellere Medium einen rasanten Aufstieg in den vergangenen Jahren.“ Der gelernte Journalist betonte, dass Politikerinnen und Politiker zunächst eine Zielsetzung definieren, dann die Zielgruppe festlegen und die Kanäle auswählen sollten, bevor sie ihren ersten Post schreiben (https://medien-kaiser.de/2020/10/04/der-digitale-burgermeister-social-media-fur-kommunalpolitiker/).

Dr. André Haller von der FH Tirol in Kufstein ist im zweiten Vortrag speziell auf die Möglichkeiten eingegangen, die Kommunalpolitiker im Social Web haben. Er forderte die Gäste auf, an Erstwähler keine Briefe mehr zu versenden, sondern diese via sozialer Netzwerke zu erreichen. Strukturiert erläuterte der Kommunikationswissenschaftler, wie Parteien Wahlkampagnen aufsetzen sollten: „Und bitte nicht erst ein halbes Jahr vor der Wahl damit beginnen!“
In verschiedenen Workshops konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Mittagessen spezialisieren: Beate Winterer gab einen Einblick in Videodreh und -schnitt, Eva Werner in die Konzeption der Social-Media-Auftritte, Prof. Markus Kaiser in Instagram-Storys, und Sebastian Haas unterstützte bei den ersten Schritten („Facebook und Twitter für Anfänger“).
Eva Werner, Leiterin der Kommunikation im Hauptstadtstudio der ARD und Geschäftsführerin von Achterknoten in Berlin, gab anschließend in ihrem Vortrag Tipps, wie Politiker bei Krisen und Shitstorms agieren sollten. Im Social Web sollte nicht länger als 30 Minuten gezögert werden, bis zumindest eine erste kurze Stellungnahme abgegeben werde. Von der „Salami-Taktik“, also alles nur scheibchenweise zuzugeben, und der „Vogel-Strauß-Taktik“, also den Kopf in den Sand stecken und nichts tun, riet sie deutlich ab: „Es ist immer gut, wenn man die Deutungshoheit behält.“

In einem launigen und spannenden Vortrag erklärte zum Abschluss Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer, warum er in der Bürgerkommunikation auf eine Facebook-Sprechstunde setzt und warum er als nächstes sogar einen Podcast plant (https://www.nordbayern.de/region/roth/ralph-edelhausser-der-social-media-burgermeister-gibt-tipps-1.10490517). Auch stellte er sein Equipment vor, mit dem er bisher gute Erfahrungen gemacht hatte. „Wir haben sehr viel gelernt“, erläuterte Edelhäußer.

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