10.04.2013

BW-Masterstudierende besichtigen Logistik-Outsourcing-Projekt in Nürnberg

Mit einem Marktvolumen von über 220 Mrd. Euro gehört die Logistikwirtschaft zu den größten Branchen in Deutschland.

Die Hälfte dieses Marktvolumens wird bereits heute von Logistikdienstleistern im Rahmen von Outsourcing erbracht. Die Vergabe von komplexen Logistik-Leistungsbündeln von Industrie- und Handelsunternehmen an Logistikdienstleister (Kontraktlogistik) gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung – auch und insbesondere für die Studierenden in der Spezialisierung „Supply Chain und Information Management“ im Masterstudiengang BW. In der Wahlpflichtveranstaltung „Outsourcing von Logistikdienstleistungen“ von Prof. Dr. Christoph Tripp lernen die Studierenden, dass Outsourcing immer zwei Seiten hat: Einerseits die Sichtweise der Verlader, der logistische Aufgaben an einen Dienstleister auslagern möchte. Andererseits der Logistikdienstleister, der sich um den Erhalt des Auftrags bemüht.
Zum besseren Verständnis dieser unterschiedlichen Perspektiven des Logistik-Outsourcings besuchten die Master-Studierenden im April 2013 das Logistikzentrum der Fa. Semikron Elektronik in Nürnberg, das vom Kontraktlogistiker Geis betrieben wird.
Als Unternehmen in Privatbesitz umfasst Semikron heute 30 operative Gesellschaften mit 11 Produktionsstandorten weltweit. Insgesamt sind 2.900 Mitarbeiter bei Semikron beschäftigt, davon 1.300 in Deutschland. Semikron sieht sich als Innovationsführer in der Leistungselektronik und bietet sowohl standardisierte Leistungshalbleiter als auch individuelle Lösungen und Systeme der Leistungselektronik. Semikron-Produkte finden sich vor allem in Windkraftanlagen und Antrieben, beispielsweise in Rolltreppen oder Aufzügen.
Die Geis Group mit weltweit über 4.000 Mitarbeitern bietet neben den klassischen Speditionsleistungen die Übernahme ganzer Outsourcing-Projekte an. Im Geschäftsfeld „Logistics Services“ verantwortet Geis an aktuell 46 Standorten spezifische Logistiklösungen für namhafte Kunden aus den Branchen High Tech, Consumer Electronic, Health Care und Industrie. Im Logistikzentrum der Semikron Elektronik in Nürnberg, das als globales Zentrallager fungiert, verantwortet Geis den Wareneingang, die Ein- und Auslagerung, die Kommissionierung, Verpackung und Versandabwicklung. Darüber hinaus sind die Geis-Mitarbeiter für die Produktionsversorgung und -entsorgung sowie für weitere Mehrwertdienstleistungen (Retourenerfassung, Behältermanagement, Verpackungsmittellager) zuständig.
Johannes Rebelein, Operativer Projektmanager der Geis Group, begrüßte die Logistik-Studierenden und stellte das Unternehmen Geis vor. Armin Kirchner, Project Manager Logistics der Semikron Elektronik, berichtete über die Entstehungsgeschichte des Outsourcings-Projektes sowie über die Beweggründe und Sichtweisen eines Auftraggebers. Volker Mahr, Bereichsleiter der Geis Gruppe, verdeutlichte die Notwendigkeiten und Denkweise eines Logistikdienstleisters.
Nach dieser praxisorientierten Vorstellung der Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Kontraktlogistikprojektes, konnten die Studierenden im Rahmen der Betriebsbesichtigung einen hervorragenden Eindruck zum operativen Geschäft eines Kontraktlogistikdienstleisters gewinnen. Neben den physischen und administrativen Prozessen im Wareneingang, im Hochregallager und in der Kommissionierung war der Warenausgangsbereich inkl. der kundenspezifischen Verpackungsabwicklungen von besonderem Interesse.
Die Exkursion vermittelte den Studierenden einen hervorragenden Einblick in die Praxis des Logistik-Outsourcings und ist somit eine optimale Ergänzung der Vorlesungsinhalte. Vielen Dank nochmals an die Praxispartner für Ihre Mühen und Ihre Unterstützung!

Alle Nachrichten
Anfahrt