15.05.2019

Exkursion zur Brauerei Tucher mit Prof. Dr. Frank Ebinger und Dr. Jürgen Schmidt

Am 15. Mai 2019 fand eine Exkursion zur Brauerei Tucher mit Studierenden aus den Vorlesungen „Allgemeine BWL“ von Dr. Jürgen Schmidt und dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeitsmanagement“ von Prof. Dr. Frank Ebinger statt. Der Brauereiführer Helmut Ell führte sehr informativ durch die Tucher-Brauerei.

Die Studierenden der beiden Kurse bekamen einen umfangreichen Einblick über die Historie, der in Nürnberg stark verwurzelten Tucher-Brauerei sowie über die vergangenen Zusammenschlüsse und Zukäufe von Fürther Brauereien. Um beiden Städten gerecht zu werden, wurde das neue Firmengelände genau auf der Stadtgrenze zwischen Fürth und Nürnberg errichtet. So wurden die mittlerweile unter der Brauerei Tucher angesiedelten Fürther und Nürnberger Biermarken unter einem Dach vereint.

Der Brauereiführer Helmut Ell konnte vielfältige betriebswirtschaftlich relevante Themenfelder aus der Praxis vermitteln. So bekamen die Studierenden Einblicke in große Teile der Wertschöpfungskette der Brauerei. Beispielsweise wurden Themen, wie die Kapazitätsplanung, Break-even-Analyse, Sortimentsentscheidungen, psychologische Preisgrenzen und die generelle strategische Ausrichtung der Brauerei diskutiert.

Auch zum Thema Nachhaltigkeit konnten die Studierenden wertvolle Informationen erlangen. Mehrwegpfandsysteme in der Getränkeindustrie sind ökologisch sehr vorteilhaft, da Flaschen aus Glas bis zu 50-mal wieder befüllt werden können. Vor diesem Hintergrund wurde das Problem der Individual-Mehrwegflaschen adressiert. Immer mehr Brauereien wenden sich von genormten Mehrwegflaschen ab und verwenden als Differenzierungsmerkmal eine individuell geformte Flasche. Das Problem hierbei ist, dass diese Flasche zum ursprünglichen Abfüller zurücktransportiert werden muss und nicht von anderen Herstellern wieder befüllt werden kann. Die Brauerei Tucher widersetzt sich diesem Trend und möchte auch in Zukunft auf genormte Mehrwegflaschen setzen.
Ferner konnten durch die Führung die meist negativen Assoziationen mit Großbrauereien beseitigt werden. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten können große Brauereien deutlich größere Effizienzmaßnahmen realisieren als kleine Brauereien. In diesem Bereich punktet die Brauerei Tucher vor allem durch den effizienten Einsatz von Energie. Die im Brauprozess entstandene Wärme wird nicht nur zur Heizung des gesamten Geländes genutzt, sondern ebenso zur Erhitzung von Wasser im Herstellungsprozess. Ebenso wird das im Produktionsprozess entweichende CO2 aufgefangen und als Kohlensäure bei der Abfüllung der Biere verwendet.

Insbesondere für die Vorlesung des operativen Nachhaltigkeitsmanagements, bei dem im Rahmen einer ökobilanziellen Berechnung das Beispiel einer Brauerei verwendet wird, konnte die Exkursion einen Mehrwert generieren.

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