08.05.2019

re:publica 2019 - wir sind am A*sch

Vom 6. bis 8. Mai 2019 fand in Berlin die re:publica auf dem Gelände der Station Berlin statt. Eine Delegation aus 11 Studierende aus dem Fach Zukunfts- und Trendforschung besuchte gemeinsam mit Lehrbeauftragtem Alexander Zeitelhack die Messe, welche unter dem Motto ‚tl;dr - too long didn‘t read‘ stand. Der diesjährige Arbeitsauftrag ‚Zukunft der Arbeit 2050’, welcher in Kooperation mit der Handwerkskammer Mittelfranken entworfen wurde, lud zu diesem Besuch ein.

Die re:publica ist eine jährliche Konferenz zu Internet, Gesellschaft und Politik - quasi die Jahreshauptversammlung der digital natives. Der digitalen Gesellschaft. Die zum 13. mal stattfindende Messe lockte dieses Jahr über 12.000 Besucher in ihre heiligen Hallen. Das Kick-off der Konferenz wurde von keinem geringeren als dem Bundespräsidenten, Dr. Frank Walter Steinmeier, eröffnet. In einer bemerkenswerten Rede sprach er von der Dringlichkeit des ständigen Austausches zwischen unterschiedlichsten Teilnehmern und appellierte fortan politische Debatten bewusst intensiver und ausführlicher zu führen - der Nebensatz dürfe nicht aussterben. Es ginge nicht nur darum die Demokratie zu digitalisieren, sondern auch darum die Digitalisierung zu demokratisieren.

Anschließend fanden in 27 unterschiedlichen Räumen, vom 2000 Personen Plenum bis zum 10 Personen Stammtisch, über 500 Sessions statt. Diese befassten sich überwiegend mit den Medien der Zukunft; aber auch politische Debatten erhielt in 2019 sehr großen Einzug. So sprach Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vom disruptiven Wandel in der Arbeitswelt; von 1,8 Mio wegfallenden Jobs (shit); aber auch 2,1 Mio neugeschaffene Stellen (wuhu).

Die Studenten organisierten sich in Kleingruppen von maximal 3 Personen um möglichst viele Beiträge von den über 1000 Speakern zu erhalten. Dabei wurden wertvolle Informationen über die Zukunft der klassischen Handwerksberufe, die Definition neuer Berufe - der programmierende Dachdecker -, aber auch Zukunftsszenarien der digitalen Gesellschaft vorgestellt. Zwischen und neben den einzelnen Sessions bot sich in der Eingangshalle die hervorragende Möglichkeit zum Netzwerken mit Firmen, Stiftungen, Speakern aber auch anderen Studenten. Dabei wurde in vielen Gesprächen sehr deutlich, dass sich das Berufsbild im Handwerk sehr extrem wandeln wird und man so schnell wie möglich das Berufsbild neu formen müsse. Andernfalls, so ein Sessionowner, sei man doch ziemlich am A*sch. Jedoch dürfe man auch nicht nur schwarz und grau verwenden, wenn man einen Regenbogen malen möchte, da sich durch den Wandel mehr Chancen und Geschäftsmodelle ergeben werden als bisher bekannt.

Alles in Allem war der Besuch der re:publica 2019 ein voller Erfolg, da sich persönliche Netzwerke, der individuelle Wissensstand und vor allem die Betrachtung von Sachverhalten bei allen Studenten verbessert und verändert hat. Zusätzlich hat der Input der Sessions die konzeptionelle Erstellung des Arbeitspapiers ‚Zukunft der Arbeit 2050 im Handwerk‘ deutlich erleichtert  und viele Eindrücke und Informationen der re:publica werden in diesem zu finden sein.

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