29.09.2015

24th International Conference on Plastic Optical Fibers

POF-Welt traf sich an der TH Nürnberg

Vom 22. bis 24.September 2015 fand die 24. "International Conference on Plastic Optical Fibers" in Nürnberg statt. In den Räumen der TH Nürnberg trafen sich  über 130 Spezialistinnen und Spezialisten aus aller Welt, um neueste Ergebnisse aus Forschung und Anwendung dieser polymer-optischen Fasern (POF) oder Kunststoff-Lichtleiter auszutauschen. Ausrichter der Konferenz war das POF-Anwendungszentrum (POF-AC) der TH Nürnberg.

Lichtleiter generell sind das Rückgrat unserer modernen Kommunikation, konkret: ohne Fasern kein Internet. Während nun für lange Strecken, z.B. zwischen den Kontinenten oder zwischen Metropolen, Fasern aus Quarzglas eingesetzt werden, spielen für kurze Strecken im Bereich um die 100 m die POF Ihre Vorzüge aus: einfache Handhabung und extreme Robustheit. Auf der POF 15  wurden insgesamt 86 Beiträge aus zwölf Ländern (USA, Taiwan, Japan, Brasilien, die  übrigen aus Europa) vorgestellt und zum Teil sehr lebhaft diskutiert. 

Prof. Dr.-Ing. Olaf Ziemann vom POF-Anwendungszentrum der TH Nürnberg eröffnete als Konferenzleiter die erste Sitzung und gab einen Überblick über die Ergebnisse aus  15 Jahren  POF-AC.

Prof. Yasuhiro Koike von der Keio University in Yokohama,  wohl der renommierteste Vertreter der POF-Welt, wies in seinem Eröffnungsbeitrag auf den zunehmenden Bedarf an Datenübertragungs-Geschwindigkeit - kurz: Datenrate - im Zusammenhang mit ultra-hochaufgelösten Fernsehbildern in der so genannten 4K- und 8K-Technologie hin. Dabei können wandfüllende Monitore einen Detailreichtum der Bilder anbieten, der bis an die Grenzen des Auflösungsvermögens des menschlichen Auges geht. Diese hierfür benötigten Datenraten lassen sich nur noch mit Lichtleitern erreichen. In Japan wird diese Technik zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio in großem Umfang eingeführt.

Whitney White (Chromis Fiberoptics, USA) stellte dazu schon seine Lösung vor: aktive Kabel, die elektrisch gesteckt werden, im Stecker die Umsetzung auf optische Signale vornehmen und diese dann über eine sog. Gradienten-POF übertragen.

Dr. G. Brüderl von Osram Semiconductor in Regensburg stellte in seinem Beitrag die enormen Fortschritte bei der Entwicklung von Halbleiter-Lasern und LEDs vor, die Deutschland inzwischen in eine weltweit führende Rolle bringen. Beide Lichtquellen sind wesentlich für alle POF-Anwendungen. 

Im weiteren Verlauf wurden durch Beiträge aus Israel und Deutschland auch mehrere neue Verfahren zur Herstellung von POF präsentiert, die wegen ihrer Flexibilität in der Auswahl von Materialien in Verbindung mit einer vereinfachten Herstellung von maßgeschneiderten POF bisher nicht denkbare Möglichkeiten eröffnen werden. Erstmals wurde die Zahl der Beiträge zur Datenübertragung  übertroffen durch die in der Sensortechnik, beginnend bei der Überwachung von Düsentriebwerken über die Messung der Druckbelastung des menschlichen Fußes  hin zum Nachweis von bestimmten Bakterien durch den Einsatz maßgeschneiderter Nanopartikel auf der Außenseite der POF.

Bereits am Tag vor der POF-Konferenz arbeiteten kleine Gruppen von Spezialisten intensiv in zwei Workshops: Der eine beschäftigte sich mit Modellbildung und Simulation der POF, der zweite mit Fasersensorik innerhalb des EU-Projekts TRIPOD (http://www.tripod-itn.eu).

Zusätzlich zum Fachprogramm wurde die soziale Komponente gepflegt. Dazu fand am Dienstag ein Empfang durch die Stadt Nürnberg im Historischen Rathaussaal statt. Am Mittwoch Abend lud das POF-AC die Teilnehmer/innen zu einer "POF-Late-Night" ein, um seine umfassenden Messmöglichkeiten zu zeigen, welche auch die Basis für die insgesamt 13 Beiträge des Instituts zur diesjährigen Konferenz bilden. Dabei enthüllte der Präsident der TH Nürnberg, Prof.  Dr. Michael Braun, auch ein Portrait des Gründers und Namensgebers der Technischen Hochschule, Nürnberg Georg Simon Ohm, das sich über eine  App interaktiv von den Betrachterinnen und Betrachtern steuern und durch schaltbare POF-Auszüge aus Ohms Originalveröffentlichung sichtbar werden lässt.

Die Konferenz und die begleitende Fach-Ausstellung wurden von allen Teilnehmern als großer Erfolg gewertet und machte schon neugierig auf die POF 16, die in Birmingham/England stattfinden wird.

Nähere Informationen zu Konferenz  finden Sie unter: http://www.pof2015.de

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