Biografie Georg Simon Ohm

Georg Simon Ohm (1789-1854)

von 1833-1849 Professor für Mathematik und Physik an der Königlichen Polytechnischen Schule Nürnberg.

Wer war Georg Simon Ohm?

Als Sohn eines Universitätsschlossers wurde Georg Simon Ohm am 16. März 1789 in Erlangen geboren. Der Vater muss ein besonderer Mann gewesen sein, denn sein Freizeitvergnügen war die Philosophie. Er studierte mit seinen Söhnen Georg Simon und Martin noch in seinen letzten Jahren fleißig Mathematik.

Der sechzehnjährige Georg Simon ging nach dem Gymnasium an die Erlanger Universität, danach für sechs Jahre als Privatlehrer in die Schweiz. Von hier kehrte in die Heimatstadt zurück und wurde binnen kurzem mit einer Arbeit "Über Licht und Farben" 1811 promoviert. Das erste Buch, von dem er sich wissenschaftliche Reputation erhoffte, wurde ein völliger Misserfolg. Als die Preußen in Köln ein neues Schulwesen aufbauten, wechselte Georg Simon Ohm an den Rhein als Betreuer der physikalischen Sammlung des Jesuitenkollegs und Lehrer für Mathematik und Physik. Er gab den größten Teil seines Einkommens für die heruntergekommene Physik-Sammlung und das chemische Labor aus und experimentierte eifrig.

Was besagt das Ohmsche Gesetz?

Anfang 1821 fand Georg Simon Ohm den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand des Leiters heraus. Heute wird es nach ihm das Ohmsche Gesetz genannt: Spannung gleich Stromstärke mal Widerstand.

Was bedeutet das Omega?

Dank seiner Entdeckung wurde der Name Ohm zur internationalen Einheit des elektrischen Widerstandes, bezeichnet durch das große Omega. Festgelegt wurde dies im Jahr 1893 vom Elektrischen Welt-Kongress in Chicago.

Was hat Ohm mit Nürnberg zu tun?

Ohm erkannte - ganz im Gegenteil zu seinen Zeitgenossen - sofort die universelle Bedeutung dessen, was er experimentell ermittelt hatte. Er ließ sich für ein Jahr beurlauben, zog zu seinem Bruder Martin, der mittlerweile in Berlin Professor war, und schrieb sein allerdings erst später berühmt gewordenes Buch: "Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet".

Ohms völlige Abkehr von der naturphilosophischen Betrachtung der Elektrizität wurde nicht verstanden, man polemisierte gegen sein "zweckloses Spiel mit mathematischen Symbolen". Nach mehreren Jahren erhielt Ohm 1833 die Professur für Physik am "Königlich-bayerischen Polytechnikum" in Nürnberg, das er auch von 1839 bis 1849 als Rektor leitete.

Die Royal Society in London ehrte ihn 1841 mit der Copley-Medaille, die nach damaligen Vorstellungen dem heutigen Nobelpreis entspricht. Vor ihm hatte sie als einziger deutscher Gelehrter nur Carl Friedrich Gauß erhalten. Im selben Jahr wurde Ohm Mitglied der Akademie in Turin, 1842 auswärtiges Mitglied der Londoner Royal Society.

Aus dem Sonderling, der mit seinem Spitz "Wackl" im Nürnberger Stadtwald spazierenging, wurde die international anerkannte Kapazität. Nun folgten auch - spät genug - Ehrungen in der Heimat. Diese Jahre des Erfolges haben ihn zu neuen wissenschaftlichen Arbeiten, vor allem auf dem Gebiet der Akustik, beflügelt. Seine "Theorie des Tones", in der er Tonfärbungen als Wirkung von Oberschwingungen erklärt, wurde nicht geglaubt, und als etwa 15 Jahre später Hermann von Helmholtz seine Klanganalysen beschrieb, wurde Ohms Theorie diesem zugeschrieben.

Das einzige bekannte Porträt zeigt Ohm mit dem Ordenskreuz des Maximilians-Ordens für Wissenschaft und Kunst vor der Halsbinde in seinen letzten Lebensjahren in der bayerischen Landeshauptstadt. König Maximilian II. von Bayern hatte Ohm 1849 nach München geholt und ihn zum zweiten Konservator der mathematisch-physikalischen Sammlung, 1852 als Ordentlichen Professor für Physik und Mathematik zum Leiter des physikalischen Kabinetts der Universität München ernannt. Zugleich wurde Ohm Minsterialreferent für die Telegraphenverwaltung. Die Stadt Nürnberg verlieh ihm 1850 das Ehrenbürgerrecht.

Zwei Jahre nach der späten Anerkennung, am 6. Juli 1854, starb der 65 Jahre alte Physiker an den Folgen eines Schlaganfalles. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem (heute: alten) Südfriedhof in München. Ironie der Geschichte: Man setzt Ohm ein falsches Geburtsjahr und einen falschen Todestag auf seinen Grabstein. An der Technischen Universität München erhielt er ein Denkmal, das Deutsche Museum zeigt seine Instrumente.

Die Staatliche Akademie für angewandte Technik in Nürnberg wurde zum Jahrhundert-Jubiläum 1933 in "Ohm-Polytechnikum Nürnberg" umbenannt. Die Fachhochschule Nürnberg, der bei der Errichtung 1971 das Ohm-Polytechnikum als Ausbildungsrichtung Technik eingegliedert wurde, erhielt 1983 vom Bayerischen Landtag per Gesetz den Namen "Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg" verliehen.

Werke von Georg Simon Ohm finden Sie in digitalisierter Version hier.