Die International Weeks stellen eine sehr gute Möglichkeit dar, Kolleginnen und Kollegen, die an unseren Partnerhochschulen Soziale Arbeit und ihre Bezugswissenschaften lehren, kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Zugleich werden durch ihre Fachbeiträge Problemstellungen und Lösungsansätze Sozialer Arbeit in anderen Ländern sichtbar. Der Blick über den eigenen nationalen Tellerrand hinweg ermöglicht den inspirierenden Vergleich und befördert Einsichten in Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Besonderheiten professioneller Sozialer Arbeit.

Mit den International Days will Ihnen Ihre Hochschule darüber hinaus Lust darauf machen, ein Studium oder ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Die Fakultät Soziale Arbeit und das International Office der Technischen Hochschule unterstützen interessierte Studierende nachdrücklich dabei, ihren Erfahrungs­horizont auf diesem Weg zu erweitern. Nutzen Sie die vielfältigen Kontakt- und Informationsmöglichkeiten in diesen Tagen.

Weitere Informationen zum Programm der International Week sowie den Ansprechpartnerinnen und -partnern erhalten Sie hier.

Aktuelle Veranstaltungshinweise

Menschenrechtsorientierte Soziale Arbeit in Brasilien – Kritische Perspektiven und praktische Einblicke

Dienstag, 19.11.2019, von 15:45 - 19:00 Uhr im Raum T01 (Theatersaal)
Bahnhofstraße 87, Talgeschoss

Der Vortrag thematisiert die (rassistische) Geschichte Brasiliens, um dann auf die aktuelle politische Situation zu sprechen zu kommen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Soziale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen (auf der Straße) und Frauen vor Ort? Welchen Stellenwert hat eine menschenrechtsorientierte Soziale Arbeit? Zudem gibt es einen Einblick in Capoeira als Möglichkeit der Selbstermächtigung. Der Vortrag wird abgerundet durch einen Capoeira-Workshop, um die theoretischen Inhalte auch erfahrbar zu machen.

Referentinnen:

Prof. Dr. Katrin Feldermann, SRH Hochschule Heidelberg, Gründerin des Vereins "AmiGos - wir für die Kinder der EINEN Welt“ mit 18 Jahren praktischer Erfahrung vor Ort
Mestra Preguica, die erste Frau in der traditionellen Capoeira Regional, die als Meisterin ernannt wurde

 

Vorträge der Gastdozentin Daria Mueller

Daria Mueller, MSW, University of Wisconsin at Milwaukee, Helen Bader School of Social Welfare. Daria Mueller ist Sozialarbeiterin mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Obdachlosen und Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sie arbeitete unter anderem viele Jahre für die Chicago Coalition for the Homeless und war in diesem Zusammenhang an zentralen sozialpolitischen Gesetzgebungsverfahren in Illinois zur Verbesserung der Lebens- und rechtlichen Situation dieser Bevölkerungsgruppen beteiligt. Seit 2013 arbeitet Sie im Rahmen ihrer Dissertation an einem Forschungsprojekt zu den Erfahrungen von Opfern von Zwangsprostitution.

Social Work as a profession and discipline in the USA

Montag, 18.11.2019, 9:45 Uhr im Raum BL.211
Bahnhofstraße 87, 2. Stock

In diesem Vortrag geht es um die Frage des Verhältnisses von Forschung und professioneller Praxis in der Sozialen Arbeit in den USA. Grundlage hierfür sind Erfahrungen von Daria Mueller in ihrer langjährigen beruflichen Praxis im Handlungsfeld von Obdachlosigkeit und Zwangsprostitution. Gerade die Erfahrungen, als Lobbyistin und community organizer in diesen Bereichen nur sehr begrenzt auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen zu können, gaben für sie den Ausschlag, sich als Forscherin dieser Themen anzunehmen. Behandelt wird dabei auch die Bedeutung von „evidence based practice“ im Diskurs um eine Professionalisierung der Sozialen Arbeit.

Victims of forced prostitution – findings from a research project

Dienstag, 19.11.2019, 9:45 Uhr im Raum BL.316
Bahnhofstraße 87, 3. Stock  

Daria Mueller wird in diesem Vortrag zentrale bisherige Ergebnisse ihres Forschungsprojektes zu Opfern von Zwangsprostitution und Menschenhandel präsentieren. Auf der Grundlage von qualitativen Interviews mit Betroffenen geht sie auf deren Erfahrungen, insbesondere auch mit Strafverfolgungsbehörden ein. Im Anschluss werden Fragen im Hinblick auf eine effektive Unterstützung dieser Gruppe durch die Soziale Arbeit thematisiert.

Social Work as a political profession – biographical remarks

Donnerstag, 21.11.2019, 15:45 Uhr im Raum BL.314
Bahnhofstraße 87, 3. Stock

Daria Mueller geht hier auf die zentrale Frage ein, inwiefern Soziale Arbeit ein politisches Mandat hat und wie dieses im praktischen Handeln konkretisiert werden kann. Sie diskutiert dies entlang ihrer eigenen berufsbiographischen Erfahrungen, insbesondere in ihrem Kampf für eine Verbesserung der sozialpolitischen Grundlagen der Arbeit mit Opfern von Zwangsprostitution. Im Anschluss wird gemeinsam diskutiert werden, welche Implikationen dies für die Praxis Sozialer Arbeit in Deutschland haben kann.