Das für den Hochschulbereich in Deutschland relativ junge Konzept des Service Learning erweitert das Hochschulangebot um die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Partnern aus Sport, Kultur und Wohlfahrt sowie mit Kommunen. In dem Maße, in dem sich Hochschulen stärker als Teil gesellschaftlicher Netzwerke verstehen, werden Lehre und Studium eng mit aktuellen gesellschaftlichen Bezügen verknüpft.

Die Technische Hochschule Nürnberg kooperiert seit Jahren mit Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen, Museen und anderen gemeinnützigen Organisationen. Zahlreiche Projekte wurden mittlerweile realisiert. Die TH-Koordinierungsstelle „Service Learning - Kompetenz durch Engagement“ fungiert dabei erfolgreich als Ansprechpartnerin und Vermittlerin konkreter Projekte.  

Laufzeit: 01.10.2020 – 31.08.2021

 

 

Projektleitung

  • Prof. Dr. Christina Zitzmann

Projektmitarbeiterin

  • Alexandra Huber B.A.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll ein Training für Mitarbeiter*innen mit dem Titel „Stark am Arbeitsplatz – Prävention von Gewalt am Arbeitsplatz“ entwickelt, durchgeführt und evaluiert werden. Dabei sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welches Wissen benötigen Mitarbeiter*innen beim Erkennen von potenziell gefährlichen Situationen am Arbeitsplatz?
  • Was können Mitarbeiter*innen im Hinblick auf das Erkennen problematischer destruktiver Strömungen an ihrem Arbeitsplatz tun?
  • Wie können Mitarbeiter*innen auf eine krisenhafte Entwicklung in Richtung schwerer Gewalt geschult werden?

Ziel des zu entwickelnden Präventionsprogramms ist, Mitarbeiter*innen einen achtsamen Umgang mit bedrohlichen Situationen am Arbeitsplatz zu vermitteln und direkt ihre Handlungsressourcen zu stärken.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein von der STAEDTLER-Stiftung gefördertes Drittmittelprojekt.

 

Das Bedrohungsmanagement ist eine zunehmend an Relevanz gewinnende Präventionsstrategie, um Gewalt am Arbeitsplatz zu verhindern. Es zielt darauf ab, gefährliche Situationen möglichst früh zu erkennen, einzuschätzen und - im Fall einer ernstzunehmenden Bedrohung - zu entschärfen. Dass solche Maßnahmen insgesamt notwendig sind, zeigen unterschiedliche Studien zur Häufigkeit von Gewalt am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel eine Studie von Jens Hoffmann (2014): Von 495 befragten Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Unternehmen und Behörden aus dem deutschsprachigen Raum gab jeder zweite Befragte an, am Arbeitsplatz bereits einmal mit bedrohlichem Verhalten konfrontiert worden zu sein.

Neben der Vernetzung verschiedener Behörden und Unternehmen und der Ausbildung von sogenannten Erstbewerter*innen, ist das Bedrohungsmanagement auch auf die Mitarbeit und Hilfe von aufmerksamen Beschäftigten angewiesen, die Bedrohungslagen frühzeitig erkennen und melden. Daher ist es ein Anliegen des geplanten Präventionsprogramms, Mitarbeiter*innen das nötige Wissen hierfür zu vermitteln. Zudem profitieren sowohl Mitarbeiter*innen als auch die Organisationen selbst von den geplanten Schulungen, da diese das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten stärken und somit das Risiko von erhöhten Ausfalltagen, sinkender Motivation und damit geringerer Produktivität der Mitarbeiter*innen sowie einer Verschlechterung des Betriebsklimas mindern können.

Quelle:

Hoffmann, Jens (2014): Drohungen, Gewalt und Stalking am Arbeitsplatz. In: Safety-Plus 4; S. 40-42.