Konzeption eines Angebots für Jugendliche und junge Erwachsene zur Unterstützung von Identitätsentwicklung und Ziel- und Wertebildung

Laufzeit: 01.10.2017 – 31.03.2019 (18 Monate)

Projektleitung

  • Prof. Dr. Simone Pfeffer
  • Prof. Dr. Christina Storck

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

  • Julia Feldmann, M.Sc. Psychologie, Dipl. Sozialpädagogin
  • Sabrina Hofmann, B.A. Sportmanagement

Ziel des Forschungsprojekts ResIdent ist die Entwicklung eines Seminarkonzepts zum Thema Identitätsentwicklung und Identitätsarbeit für den Bildungsbereich, das sich an (angehende) pädagogische Fachkräfte richtet, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. Dieses Seminarkonzept soll in der Ausbildung von z. B. PädagogInnen, Fachkräften Sozialer Arbeit und Lehrkräften sowie bei der Weiterbildung genannten Berufsgruppen zum Einsatz kommen.

Das Bildungskonzept für Fachkräfte verfolgt dabei zwei Zielsetzungen:

  1. Anleitung und Anregung zur Selbsterfahrung der (angehenden) Fachkräfte, um sich mit der eigenen Identität und der beruflichen Rolle auseinanderzusetzen und
  2. Bereitstellung von Material für die Identitätsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Logo der STAEDTLER-Stiftung

Das Projekt „ResIdent – Resilienz und Identität“ wird gefördert durch die STAEDTLER-Stiftung.

Identitätsentwicklung und eine eigenständige Lebensplanung sind wichtige Entwicklungsaufgaben in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter. Diese Aufgaben müssen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels bewältigt werden: Es gibt vielfältige, teilweise widersprüchliche Positionen und Einflüsse, große Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Entwicklungen, Ängste durch Bedrohungslagen und vielfältige Möglichkeiten, zwischen denen eine Entscheidung getroffen werden kann und muss. Der einzelne Mensch ist herausgefordert, sich in diesem vielstimmigen Raum zu orientieren und Sicherheit zu gewinnen, um handeln zu können. Er muss mit Unbestimmtheiten und Wandel umgehen, den eigenen Weg gestalten und Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen.
 
Um (angehende) pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor diesem Hintergrund zu unterstützen, werden im Rahmen des Forschungsprojekts zunächst der aktuelle Forschungsstand erarbeitet und theoretische Ansätze und Konzepte zur Identität, Identitätsentwicklung und Identitätsarbeit aus der Perspektive verschiedener Disziplinen analysiert und systematisiert, wobei soziologische, psychologische und psychotherapeutische Ansätze einbezogen werden. Dabei werden auch aktuelle gesellschaftliche Bedingungen und Herausforderungen für die Identitätsentwicklung herausgearbeitet.
 
Im Hinblick auf Zielsetzung 1) sind bei der Erarbeitung des theoretischen Hintergrunds besonders die Themen Berufsrolle und die Herstellung der Balance zwischen Berufs- und Privatleben relevant. Während bezogen auf Zielsetzung 2) insbesondere altersbezogene Entwicklungsaufgaben (z.B. Werteorientierung, Berufsorientierung, Geschlechtsrolle, Partnerschaft, Zugehörigkeiten) berücksichtigt werden sollen.
 
Anschließend sollen auf dieser Grundlage thematische Module mit Übungen für die Selbsterfahrung und Berufsrollenklärung pädagogischer Fachkräfte entwickelt werden (1) sowie Module mit Übungen für die Identitätsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen (2).
 
Dies wird mit der Konzeption einer Homepage verknüpft. Hier sollen voraussichtlich zu Projektende grundlegende Informationen, aber noch nicht das fertige Manual, bereitgestellt werden. Dieses soll im Rahmen eines Anschlussprojekts in ein blended-learning-Konzept überführt und über die vhb verbreitet werden.
 
Das vorliegende Vorhaben ResIdent greift Ansätze des bereits durchgeführten Projekts "ReSi - Resilienz und Sicherheit" auf. ReSi beinhaltet die Entwicklung einer Strategie zur Primärprävention sexuellen Missbrauchs im Kindergarten für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Das Ergebnis ist ein Förderprogramm für Kinder, das von Fachkräften in Einrichtungen durchgeführt und in den Kindergartenalltag eingebunden wurde. Begleitend wurden Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte entwickelt. Resilienz spielt in jedem Alter eine wichtige Rolle. ResIdent soll daher an der Weiterentwicklung vom Kind zum Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen anknüpfen.