Grafische Darstellung eines Netzwerks
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Gesellschaftliche Entwicklungen wie der demografische Wandel, die Pluralisierung und De-Standardisierung von Lebensstilen oder die starke regionale Mobilität führen zu einer Erosion familiärer Netzwerke. Immer mehr Menschen erfahren in ihrem Alltag nur wenig familiäre Unterstützung, entweder weil sie nur wenige Angehörige haben, oder weil diese weit entfernt wohnen. Vor diesem Hintergrund gewinnen lokale Netzwerke und Wahlverwandtschaften an Bedeutung. Dabei wurde die Bedeutung informeller Unterstützung durch Nachbarn bisher kaum untersucht. Im Auftrag des Seniorenamts der Stadt Nürnberg untersucht die Technische Hochschule Nürnberg die Frage, wie Nachbarschaft in Nürnberg funktioniert und wie und unter welchen Bedingungen nachbarschaftliche Hilfe den sozialen Zusammenhalt in der Stadt stärken kann.

Projektlaufzeit: 01.12.2016 bis 30.11.2018

Projektleitung

  • Prof. Dr. Sabine Fromm
  • Prof. Dr. Doris Rosenkranz

Studentische Hilfskräfte

  • Olga Didyk (BA Soziale Arbeit, cand. MA Soziale Arbeit)
  • Gesa Georgi (cand. BA Soziale Arbeit)
  • Cansu Aydogan  (cand. BA Soziale Arbeit)
  • Veronika Lutz (cand. BA Soziale Arbeit)
  • Denise Müller (cand. BA Soziale Arbeit)
  • Bianca Schwarz (cand. BA Soziale Arbeit)


Im Einzelnen untersucht das Projekt diese Fragestellungen:

  • Ausmaß und Formen von Nachbarschaftshilfe in Nürnberg: Wie stark sind welche Formen nachbarschaftlicher Hilfe verbreitet? Und wie groß ist die Bereitschaft, sich künftig für Nachbarn zu engagieren?
  • Wie verteilen sich Bereitschaft und Hilfeformen über das Stadtgebiet? Gibt es sozialräumliche Unterschiede?
  • Welche praktischen Handlungsempfehlungen zur Stärkung von Nachbarschaften können aus diesen Analysen gefolgert werden?
Logo der Stadt Nürnberg

Die Studie wird gefördert durch die Stadt Nürnberg, Referat für Jugend, Familie und Soziales – Seniorenamt.

Forschungsdesign

In einem Mixed Methods-Ansatz werden qualitative und quantitative Forschungsmethoden kombiniert:

  1. Interdisziplinäre ExpertInnendiskussion zur Entwicklung des Konzepts „Informelle Nachbarschaftshilfe“
  2. ExpertInnendiskussion mit KoordinatorInnen der Seniorennetzwerke: zur Weiterarbeit am Konzept der informellen Hilfen und zur systematischen Gewinnung von Informationen zu institutionalisierten Hilfen
  3. Standardisierte repräsentative Befragung zur Untersuchung von Ausmaß, Formen und Bedingungen nachbarschaftlicher Hilfen sowie der Bereitschaft zu nachbarschaftlicher Unterstützung. Dazu wird in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth eine nach städtischen Umfragegebieten geschichtete Zufallsstichprobe im Umfang von 10.000 Adressen realisiert. Damit können Aussagen über die Formen nachbarschaftlicher Hilfen in den verschiedenen städtischen Gebieten Nürnbergs gemacht werden. Die Umfrage wird als schriftliche Befragung durchgeführt und anonymisiert ausgewertet.
  4. Interdisziplinäre ExpertInnendiskussion zu Fragen der Multiplikation und Nutzbarmachung der Ergebnisse