Master „Industrial Engineering und Management“

Studienstart: Sommersemester 2021!
Überblick über das geplante Masterprogramm

Der Masterstudiengang „Industrial Engineering und Management“ wird als konsekutives Masterprogramm in der Fakultät Maschinenbau und Versorgungtechnik (MB/VS) angeboten. Der Abschluss des Studiengangs führt zum Master of Engineering (M.Eng).

Alleinstellungsmerkmal dieses Studienangebots ist die Studienmöglichkeit in Teilzeit sowie die interdisziplinäre Ausrichtung von betriebswirtschaftlichen und technischen Inhalte. Dadurch soll sowohl Bachelorabsolventen des Maschinenbaus (MB) als auch Bachelorabsolventen des Studiengangs „International Business and Technology“ (IBT) bzw. Wirtschaftsingenieuren der Zugang zu diesem Masterprogramm offenstehen. Durch die Fokussierung auf ein Studienangebot in Teilzeit sollen vor allem Bachelorabsolventen angesprochen werden, die bereits im Beruf stehen und zu Masterstudium an die Hochschule zurückkehren wollen, ohne dafür ihre Anstellung in der Industrie vollständig aufzugeben. Ebenso wird Studierenden eine Weiterqualifikation ermöglicht, die durch andere Aufgaben wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen usw. nicht einem Vollzeitstudium nachkommen können.

Zur Realisierung eines Teilzeitangebotes wird ein Großteil der Lehrveranstaltungen digital bzw. online zur Verfügung gestellt. Präsenzphasen sind als Ergänzung und praktische Vertiefung von E-Learning-Inhalten geplant.

Der Masterstudiengang umfasst 90 ECTS. Das Regelstudium in Teilzeit beinhaltet 15 ECTS pro Semester (Semester 1-4) zuzüglich einer Masterarbeit (incl. Masterseminar) von 30 ECTS (Semester 5-6). Diese Fristen stellen Maximallängen dar und können individuell nach der Lebens- und Arbeitssituation der Studierenden verkürzt werden.

Das Studium gliedert sich nach einem allgemeinen Teil mit „Basismodulen“ in zwei optionale Studienschwerpunkte: Im Schwerpunkt „Simulation“ werden Methoden zur virtuelle Absicherung von Produktionsprozessen und Produktionsinfrastrukturen vertieft. Dieser Schwerpunkt adressiert vor allem Bachelorabsolventen aus dem Bereich Maschinenbau. Der Schwerpunkt „Management“ behandelt betriebswirtschaftliche Fragestellungen der Überwachung und Steuerung operativer Prozesse und der strategischen Unternehmensentwicklung. Dieser Schwerpunkt adressiert vor allem Studierende der Bachelorstudien-gänge IBT bzw. Wirtschaftsingenieurwesen.

Inhaltlicher Überblick über das „Industrial Engineering“

Das „Industrial Engineering“ bezeichnet ein Arbeitsgebiet, in dem es um die Gestaltung, Planung, Durchführung und Optimierung von Produktionsprozessen im Unternehmen geht.

Die Inhaltliche Ausgestaltung des Masterstudienganges „Industrial Engineering und Management“ orientiert sich an den Bereichen des „Industrial Engineering“ im Produktentstehungsprozess (siehe Abbildung 1): Parallel zur Produktentwicklung läuft im Unternehmen die Entwicklung der Produktionsprozesse, -anlagen und -infrastrukturen. Um eine optimale Produktionsumgebung zu entwickeln, wird heute eine große Zahl an komplexen Simulationsverfahren eingesetzt. (à Studienschwerpunkt „Simulation“). Ist eine Produktionsumgebung entwickelt und aufgebaut, läuft nach dem „Start of Production“ (SOP) der Produktionsbetrieb an. In diesem (meist internationalen) Umfeld müssen alle Faktoren für eine effiziente Produktion überwacht und gesteuert werden. Außerdem müssen strategische Entscheidungen getroffen werden, wie die sich das Unternehmen zukünftig im Markt und Wettbewerb behaupten will (à Studienschwerpunkt „Management“).

Die Absolventen erwerben im gemeinsamen Studienprogramm Kompetenzen und Kenntnisse in den Bereichen

-       Entwicklung einer Produktion

-       Planung und Steuerung von Produktion und Logistik

-       Standardisierung von Produktionsprozessen

-       Neuer Fertigungstechnologien

-       Globale Produktions- und Logistiknetzwerke

-       Digitalisierung industrieller Prozesse (Industrie 4.0)

Der Studienschwerpunkt „Simulation“ führt die Studierenden zu umfassenden Kompetenzen über die Simulation von Produktionsprozessen und Produktionsinfrastrukturen wie Virtuelle Inbetriebnahme, Robotersimulation, Umformsimulation oder Materialflusssimulation.

Der Studienschwerpunkt „Management“ dagegen gibt den Studierenden vertiefte Kompetenzen zur Steuerung und Überwachung dieser Produktionsprozesse und zum weiterführenden strategischen Entwicklung von Produktion und Unternehmen.

Die Absolventen bringen damit genau die interdisziplinären Kompetenzen mit, die für den digitalen Wandel in der industriellen Produktion der Zukunft benötigt werden.

Überblick über das geplante Curriculum

Das im Folgenden dargestellte geplante Curriculum beinhaltet 40 ECTS gemeinsames Studium für beide Schwerpunkte und 20 ECTS in dem jeweiligen Schwerpunkt. Hinzu kommen noch 30 ECTS für die Masterarbeit incl. Masterseminar.

Es sind in beiden Schwerpunkten überwiegend technische Module enthalten, was den angestrebten Abschluss eines Master of Engineering (M.Eng.) rechtfertigt.

Das Studium beinhaltet (bis auf den Studienschwerpunkt) keine Wahlmöglichkeiten. Die Lehrveranstaltungen laufen alle einmal pro Jahr und verteilen sich gleichmäßig auf Winter- und Sommersemester. Jedes Modul umfasst 5 ECTS (=LP) und ist in sich abgeschlossen.

Wer wird angesprochen?

Primär werden durch diesen neuen Studiengang Bachelorabsolventen der Fachrichtungen „Maschinenbau“ (MB) und Bachelorabsolventen der Fachrichtung „International Business and Technology“ (IBT) der Technischen Hochschule Nürnberg angesprochen. Weiterhin soll der Studiengang Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens oder artverwandter Bereiche offenstehen. Die Vertiefungsrichtung, die beispielsweise IBT-Studierende während des Bachelorstudiums gewählt haben, ist für die Aufnahme in den Studiengang nicht relevant.

Durch die Ausrichtung als Teilzeitstudiengang werden hauptsächlich berufstätige und anderweitig gebundene Absolventen durch das Studienprogramm adressiert. Durch die Möglichkeit, das Studium mit mehr als den geplanten 15 ECTS pro Semester zu studieren, kann das Programm aber auch für Vollzeitstudierende interessant sein. Dies gilt vor allem für die Absolventen des Bachelorstudienganges „IBT“, die an der Technischen Hochschule Nürnberg keinen adäquaten Masterstudiengang vorfinden. Diese Studierenden müssen derzeit auf andere Hochschulen in der Region ausweichen.

Berufsbild, Bedarf am Arbeitsmarkt

Die Absolventen des Masterstudiengangs „Industrial Engineering und Management“ sind vorrangig im Bereich der Produktionsentwicklung, Produktionsbetrieb und Produktionsmanagement tätig.

In produzierenden Unternehmen beschäftigen sich heute große Abteilungen mit der Planung und Entwicklung der Produktionsinfrastruktur. Absolventen des Studienschwerpunktes „Simulation“ werden durch ihr fundiertes Wissen in der Produktionsentwicklung in diesen Abteilungen wichtige Impulse geben können. Besonders die zunehmende Absicherung der Planung- und Entwicklungsprozesse durch Simulationen macht die Absolventen zu sehr interessanten Mitarbeitern für die Unternehmen.

Für die Absolventen des Studienschwerpunktes „Management“ kommen besonders Fach- und Führungsaufgaben im laufenden Produktionsbetrieb in Frage. Dabei bringen Sie produktionsspezifische Kompetenzen und ein fundiertes Wissen über die Überwachung und Steuerung des Produktionsbetriebs mit. Sie sind auch im internationalen Umfeld einsetzbar und damit für die produzierenden Firmen begehrte Mitarbeiter.

Der Bedarf am Arbeitsmarkt ist gegeben. Führende Firmen der Region haben uns einerseits versichert, dass das Konzept des Teilzeitstudiums für Ihre Mitarbeiter eine sehr interessante Weiterqualifikation darstellt. Weiterhin werden die im Studiengang vermittelten Kenntnisse zu Prozesssimulation und Prozesssteuerung aufgrund immer weiter zu optimierender Produktionsprozesse und komplexeren weltweiten Produktionsgeflechten zunehmend von den Mitarbeitern benötigt.

Mehrwert gegenüber Bachelor

Der Studiengang „Industrial Engineering und Management“ vertieft die Schwerpunkte Produktionsentwicklung und Produktionsmanagement mit einem wissenschaftlichen Anspruch. Die Absolventen sind somit auf das Arbeiten in einem wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Umfeld vorbereitet. Weiterhin erfüllen sie auch formal die bei entsprechenden Tätigkeiten (Führungsebene Produktionsentwicklung, -planung und -steuerung) häufig geforderten Einstellungsvoraussetzungen. Der Abschluss des M.Eng. ermöglicht zudem die Möglichkeit einer Promotion.

 

03.06.2020

Prof. Dr.-Ing. Philipp Gölzer

Fakultät MB/VS