Theorie und Stadt

Warum bauen wir? Wie setzen wir angemessen Architektur um? Diese Fragen betreffen die Architekten von heute und morgen. Die Berufspraxis besteht einerseits in der Anwendung von technischem Können. Andererseits wird die Fähigkeit, situative Zusammenhänge wahrzunehmen, zu deuten und zu beurteilen immer wichtiger. Architekten müssen ihr Wissen über das Bauen bezüglich der gegenwärtigen Herausforderungen und Wandlungsprozesse in gebautem Raum und der Gesellschaft erweitern. Das ingenieurwissenschaftliche Wissen wird durch die Architekturtheorie begründbar. Somit wird „ein reflektiertes Bewusstsein von dem praktisch Notwendigen“ zum immanenten Aspekt der baulichen Disziplinen.

Innerhalb dieser Problemstellungen sollen die unterschiedlichen Ansätze der Architekturtheorie in den Zusammenhang der Stadtbautheorie integriert werden. Vorlesungen zum städtebauliches Entwerfen sowie zur Landschaft vermitteln ein Grundverständnis für Methoden des Entwerfens im Maßstab der Stadt und bei der Konzeptentwicklung bzw. Einbeziehung des Freiraums unter Betrachtung sozio-kultureller und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Grundsätzliche Arbeitsweisen, Analysetechniken und Beispielprojekte werden vorgestellt, welche eine produktive Auseinandersetzung mit Stadtbaugeschichte ermöglichen. Auch das gestalterisch-architektonische Verständnis für den Prozess des Umnutzens, Umbauens bzw. Transformierens vorhandener Strukturen wird angeregt und diskursiv beleuchtet.

 

Die Forschung und Lehre des Lehrgebiets „Theorie der Architektur“ (TAE) geht von einem dreifachen Ansatz aus: 

Baugeschichte als Geschichte der Architektur, 

Gebäudekunde als Einordnung des Gebauten,

Architektur- und Stadtbautheorie als Selbst-Orientierung innerhalb der Disziplin.

 

Dies spiegelt den Fragesatz wann? wie? warum? wider und entspricht der Vermittlung von Grundlagenwissen im Bachelorstudiengang sowie aufbauendem Wissen und der Reflexion im Masterstudiengang. Hierzu dienen integrierte Lehr- und Lernformen, darunter Vorlesungen, Seminare, Entwürfe und Exkursionen. Die Nähe zur Gebäudekunde als auch zu den Geisteswissenschaften bestimmt den Charakter der Themen- und Methodenwahl.

 

Im Bachelor-Studiengang wird ein grundlegender Methodenkanon vorgestellt. Aus diesem können im Masterstudiengang eigenständig angemessene Methoden gewählt und angewendet werden. Sie dienen der Bereicherung der Entwurfsarbeit und der Erweiterung des eigenen Horizonts.

 

Nähere Informationen und Projektdokumentationen auf der Webseite des Lehrgebiets:

 

www.tae.ohmarch.de